QLED vs. OLED: Welches Display ist besser? Zwei Konkurrenten im Vergleich

OLED oder QLED? Gleich vorneweg: Es gibt keine richtige Antwort auf diese Fangfrage und man kann nur falsch liegen, ähnlich wie bei der Frage, ob der PC oder die Konsole fürs Gaming besser ist. Kurzum: Beide Bildschirm-Techniken sind an sich hervorragend, auch fürs Gaming - egal ob mit PC oder Konsole - und haben jeweils ihre Stärken oder Schwächen, um die es in diesem zugegeben etwas ungleichen, aber fairen Display-Duell gehen wird.

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QLED vs. OLED: Welches Display ist besser? Zwei Konkurrenten im Vergleich
Quelle: LG/Samsung

Mit der 4K/UHD-Auflösung und 120 Hz sind TVs eine gute, eine große aber auch nicht ganz günstige Alternative zu Gaming-Monitoren. Die Unterschiede dieser beiden, ähnlich klingenden, Pixel-Technologien zeigen wir anhand zweier Stichproben von konkurrierenden Geräte. Rein zufällig von zwei koreanischen Konkurrenten, die beide in ihren Topmodellen auf die jeweils andere Technik setzen. LG ist die klassische Marke für OLED-Fernseher, während Samsung nicht gerade zufällig die Fernseher mit LCD-Panels samt Quantum-Dot-Schicht QLED nennt. Beide Hersteller haben diese Panel-Technik nicht exklusiv, es gibt also natürlich eine Reihe anderer Hersteller, die OLED- oder QLED-TVs und auch einige, die auf beiden Hochzeiten tanzen. LG und Samsung sind aber stets Pioniere in den jeweiligen beiden Techniken, weswegen es nahe liegt, zwei Modelle der beiden koreanischen Kolosse gegeneinander antreten zu lassen. Dabei handelt es sich um die folgenden beiden Pixelwände:

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LG OLED 48C17LB vorgestellt

Im Ring befinden sich: Von LG das aktuelle TV-Topmodell mit 48er Diagonale, der OLED 48C17LB. Der diesjährige C1, so der Serienname, beerbt die letztjährige CX-Serie. Für Gamer war diese ein Meilenstein, da der 48er OLED-CX gerade so noch klein genug war, um je nach Geschmack als OLED-Monitor durchzugehen. Mit 4K, 120 Hz, HDMI 2.1 und G-Sync/Freesync ist er die OLED-Alternative für den PC-Gamer geworden - für den Konsolenspieler sowieso. Aus PC-Gamer-Sicht hat sich beim diesjährigen C1 kaum etwas Wesentliches geändert. Ähnlich wie bei Smartphones erscheinen auch Fernseher jährlich "neu" und es sind entsprechend oft nur kosmetische und softwareseitige Änderungen.

Samsung GQ55QN85A vorgestellt

Gegenüber in der blauen Ecke testeten wir den Samsung QN85A in 55 Zoll. Gleich vorneweg: Hierbei handelt es sich nicht ganz um die Top-Serie, das wäre die Q95A gewesen. Die Unterschiede zu dieser beschränken sich aber größtenteils auf die Ausstattung, etwa eine bessere Soundanlage oder mehrere HDMI-2.1-Anschlüsse statt nur einem. Das QLED-Panel des QN85A ist aber fast genauso gut wie beim Top-Modell, wenn man von einer etwas unterschiedlichen Beschichtung absieht, welche das Panel nochmal etwas besser entspiegeln soll. Die Displayqualität ist also größtenteils gleich. Daher ist der Vergleich nicht ganz so unfair, wie er vielleicht anfangs scheint und der QN85A ein genauso guter Repräsentant für die QLED-Technik. Auch er bietet die 4K/UHD-Auflösung mit bis zu 120 Hz und nun nicht mehr nur Freesync, sondern kann auch G-Sync. Damit wirbt Samsung aber nicht, wir haben es aber getestet und erfreulicherweise lief es einwandfrei. In den Vorjahresmodellen machte die variable Bildwiederholrate mit Nvidia-Karten noch Probleme, während Free- und G-Sync bereits auf den OLEDs der CX-Serie von LG tadellos lief.

QLED vs. OLED: Maximalhelligkeit

Die Display-Helligkeit ist für PC-Monitore eigentlich weniger entscheidend, einfach weil alle halbwegs vernünftigen Modelle ein mehr als ausreichendes Maximalniveau bieten. Kurze Erklärung zu den Einheiten: Hier wird die Leuchtdichte angegeben, die physikalisch korrekte Einheit sind die Candela pro Quadratmeter [cd/m²], im Amerikanischen auch Nits genannt, was aber keine offizielle Maßeinheit ist, weswegen wir sie nicht verwenden. Für Displays auf dem Schreibtisch, vor denen man nur circa einen Meter oder weniger davor sitzt, reichen circa 150 bis 200 cd/m². Fast alle LCD-Monitore kommen auf gut 300. Weniger ist auch gesünder, es ist also auch nicht sinnvoll, die Helligkeit voll aufzudrehen und sie sollte so niedrig wie möglich sein - bei Monitoren zumindest.

Okay, jetzt habe ich etwas weit ausgeholt, denn bei Fernsehern ist die Maximalhelligkeit doch etwas wichtiger, gerade wenn sie für ein helles Wohnzimmer stark genug leuchten müssen. Hier gibt es auch schon den ersten gravierenden Unterschied zwischen OLEDs und QLEDs, beziehungsweise allen LCD-TVs. OLEDs haben eine kleine Schwäche in der Helligkeit. Sie leuchten nämlich nicht besonders stark und der LG-TV kommt hier auf maximal 220 cd/m². Für den Zockerbunker im Keller oder am Abend ist das absolut ausreichend, aber fürs lichtdurchflutete Wohnzimmer könnte das zu wenig sein. Der Samsung-QLED leuchtet fast 700 cd/m², was fast schon zu viel ist, wenn das Panel nicht das Tageslicht kompensieren muss. Wie gesagt: Mehr ist nicht unbedingt besser, es kommt hier eben auf Standort, Tageszeit und Einsatzzweck an.

  LG OLED 48C17LB Samsung GQ55QN85A
Maximalhelligkeit (vollflächig) 220,6 698,2
HDR-Helligkeit 690,2 1404,1

QLED vs. OLED: Minimalhelligkeit

Die Minimalhelligkeit hingegen ist hier entsprechend umso wichtiger: Denn abends soll ein zu helles Panel auch nicht blenden. Beide Fernseher lassen sich hier auf eine zweistellige Leuchtdichte dimmen, also um die 30 cd/m², was ein gutes niedriges Ergebnis für die Abendstunden ist.

  LG OLED 48C17LB Samsung GQ55QN85A
Minimalhelligkeit 25,8 33,5

QLED vs. OLED: HDR

HDR ist die Paradedisziplin von Fernsehern, während es bei Monitoren noch nicht so recht angekommen ist, da entweder qualitativ deutlich schlechter oder eben deutlich teurer. Wie gut HDR letztlich an einem Display funktioniert, hängt von vielerlei Eigenschaften ab. Zum einen von der Farbtiefe, die mit 10 Bit hier bei beiden gleich ist. Zum anderen vom Kontrast, der bei OLED naturgemäß deutlich höher ist, also nicht nur in einem HDR-Bild, sondern auch standardmäßig. OLED-Panels haben den Vorteil der selbstleuchtenden Pixel - wird Schwarz dargestellt, leuchten sie einfach nicht. LCD-Panels brauchen immer eine Hintergrundbeleuchtung. In der HDR-Darstellung wird das durch ein sogenanntes Local Dimming kompensiert, das jedes Jahr immer mehr, also immer feiner ansteuerbar ist. Trotzdem gibt es aber gerade bei starken Kontrasten noch gelegentlich nachleuchtende Kanten und die Qualität ist hier zwar gut, aber nie so gut wie bei OLEDs, wo quasi jeder Pixel seine eigene Dimm-Zone ist.

Samsung GQ55QN85A: AdobeRGB-Farbraum. Quelle: PC Games Hardware Samsung GQ55QN85A: sRGB-Farbraum. Quelle: PC Games Hardware LG OLED 48C1711: AdobeRGB-Farbraum. Quelle: PC Games Hardware LG OLED 48C1711: sRGB. Quelle: PC Games Hardware

Wer gewinnt nun in dieser Disziplin? Beide, denn die HDR-Darstellung ist bei beiden Fernsehern hervorragend. Nun kommt der LG-OLED mit knapp 700 cd/m² in der punktuellen Spitze gerade mal auf die Hälfte der HDR-Helligkeit eines Samsung QLEDs mit seinen 1.400 cd/m². Aber hier gilt das gleiche wie für die vollflächige Helligkeit: Mehr ist nicht unbedingt besser und letztlich kommt es auch hier auf die Lichtumgebung an. QLEDs sind im Hellen hier einfach im Vorteil, OLEDs dafür im Kontrast.

QLED vs. OLED: Schwarzwert und Kontrast

Und da sind wir auch schon beim nächsten Thema: Der Kontrast ist im allgemeinen bei OLEDs immer besser als der eines jeden LCD-Panels, was die QLEDs auch sind. OLEDs können fast absolutes Schwarz darstellen. Nun betone ich bewusst "fast" da etwas Resthelligkeit benachbarter Pixel immer etwas abstrahlt. Die Samsung-NEO-QLEDs verfügen über ein Mini-LED-Hintergrundlicht, was nicht mit den Mikro-LEDs zu verwechseln ist, welche wie OLEDs selbstleuchtende Pixel haben. Bislang handelte es sich bei den QLEDs um VA-Panels, welche unter den LCDs den besten Kontrast, weil niedrigsten Schwarzwert, lieferten. VA kommt auf ein Verhältnis um die 3.000:1, während IPS immer nur so um die 1.000:1 schwankt.

Seit diesem Jahr setzt Samsung aber auf die IPS-ähnlichen ADS-Panels, die zwar nicht ganz so kontraststark, aber dafür blickwinkelstabiler sind. VA-Panels hatten zudem eine Schwäche in den Reaktionszeiten, die nun nicht mehr auftritt, aber dazu später mehr. Im Kontrast haben OLED-Panels also die Nase vorne.

  LG OLED 48C17LB Samsung GQ55QN85A
Schwarzwert 0,01 0,402
Kontrast (w/s) 22.060:1 1.737:1

QLED vs. OLED: Farbraumvolumen und Farbtreue

Mindestens genauso wichtig ist, wie viele verschiedene Farben so ein Display innerhalb dieser Kontrastspanne anzeigen kann. Beide Panels bieten eine Farbtiefe über 10 Bit und decken den für HDR relevanten DCI-P3-Farbraum größtenteils ab. Vergleichen wir die gemessenen Farbvolumen beider Fernseher, können wir erkennen, dass das Samsung-Panel über einen etwas größeren Farbraum verfügt. Aber Vorsicht: Der zu 99% in der Praxis verwendete sRGB-Farbraum wird von beiden Panels voll abgedeckt, sodass man nur wegen des höheren Farbraums nicht unbedingt mehr Farben entdeckt. Hier handelt es sich um kleine Nuancen, wenn das Ausgangsmaterial größere Farbräume auch verwendet, was meist nur in HDR-Videos oder HDR-Spielen der Fall ist.

Farben LG OLED 48C1711 Samsung GQ55QN85A
sRGB cc units 1.049.570 1.465.452
Farbtreue (Delta E 2000) 3,0 4,7
Samsung GQ55QN85A: Farbtreue. Quelle: PC Games Hardware LG OLED 48C1711: Farbtreue. Quelle: PC Games Hardware
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    • Kommentare (86)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von AzRa-eL Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von JoM79
        Aus dem Fenster gucken.
        Zu viel Raytracing.
      • Von AzRa-eL Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von JoM79
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        Zu viel Raytracing.
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Aus dem Fenster gucken.
      • Von Anthropos Software-Overclocker(in)
        Zitat von Biedermeyer
        Ich stehe auf natuerlichen Look.
        ...und da patzen BEIDE!
        ...und deshalb empfiehlst du...was?
      • Von Biedermeyer Schraubenverwechsler(in)
        Ich stehe auf natuerlichen Look.
        ...und da patzen BEIDE!
      • Von Novoline Komplett-PC-Käufer(in)
        Das Problem bei PWM ist, dass die TVs im Game oder PC Modus oft nur noch mit 120 Hz "flickern".
        Kann man bei rtings.com nachlesen.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Dieser hier scheint je nach Einstellung mit 960 oder 120 Hz zu flickern.
        Wäre schön, wenn das bei Test Erwähnung findet, weil ja hier bestimmt viele mit den TVs zocken wollen.
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