Fallout: New Vegas - Retro-Rückblick und Modding-Einblick

Da will man in aller Ruhe einen ominösen Platinchip als Kurier abliefern, bekommt eine 9-mm-Kugel in den Kopf verpasst und erhält nach Genesung den spezifischen Auftrag "mach, was du willst - oder eben auch nicht". Fallout: New Vegas bleibt für viele Wasteland-Sandbox-Fans der Favorit des Fallout-Franchises. Wir werfen in unserem Special nicht nur einen Blick zurück auf Obsidians Meilenstein, sondern schauen uns auch den Modding-Bereich an.

5
Special Richard Engel Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 8,99 €
Fallout: New Vegas - Retro-Rückblick und Modding-Einblick
Quelle: Bethesda/Microsoft

Was genau macht das mittlerweile genau 11 Jahre alte New Vegas zum Ausreißer im Vergleich zu den selbst entwickelten Fallout-Spielen von Bethesda? Wieso wird der von Obsidian Entertainment gewerkelte Titel immer wieder als RPG-Paradebeispiel von einigen Fans hochgehalten? Eine mögliche Antwort lässt sich wohl durch den Kontrast innerhalb des Franchises herausarbeiten. Würde man Fallout: New Vegas zusammenfassen wollen, dann würden drei zusammenhängende Grundprinzipien immer wieder auftauchen: Open-World-Sandbox, Entscheidungsfreiheit und Raffinesse in Quests und Dialogen.

Radioaktives Brachland zum Erkunden

Auf dem Papier lesen sich die moderneren 3D-Fallout-Ableger alle gleich. Als Überlebenskünstler schlägt man sich mit Pip-Boy, 1940er/1950er-Radiomusik und mit einer Menge Waffen ausgerüstet durch das post-apokalyptische Ödland Amerikas, verfolgt seine persönliche Agenda und erleichtert oder erschwert wahlweise den nicht immer menschlichen Bewohnern das Leben - in Ego- oder Schulterperspektive. So weit, so simpel. Der Unterschied wird erst in den kleineren Details sichtbar, beispielsweise in der Ausgangssituation. Denn im Gegensatz zu Fallout 3 und 4 sucht man in New Vegas nicht nach dem verlorenen Sohn und/oder Vater, sondern setzt sich eigene Ziele in einer dynamischeren Umgebung mit meisterlichen Narrativen. Wer dem Rachegedanken nachgeht, begibt sich auf eine Ödland-Odysee mit der Suche nach dem für das Jahr 2281 gut gekleideten Casino-Halunken Benny.

I got spurs that jingle, jangle, jingle...Wer stattdessen direkt Richtung Las-Vegas-Strip reisen möchte, wird erst vor den ikonischen Todeskrallen gewarnt. Ignoriert man die Warnungen, muss man sich entweder den gefährlichen Biestern stellen oder an ihnen v Direkt nach der gerenderten Intro-Sequenz, in der uns ein wohl gekleideter Typ in den Kopf schießt, dürfen wir beim Doc Mitchell unseren Charakter erstellen. Anschließend erwartet uns Goodsprings mit einer Art Tutorial-System, bei dem wir die Ruf-, Karma- und Fraktionsmechanik kennenlernen. Quelle: PC Games Hardware Direkt nach der gerenderten Intro-Sequenz, in der uns ein wohl gekleideter Typ in den Kopf schießt, dürfen wir beim Doc Mitchell unseren Charakter erstellen. Anschließend erwartet uns Goodsprings mit einer Art Tutorial-System, bei dem wir die Ruf-, Karma- und Fraktionsmechanik kennenlernen. orbeischleichen. Egal, in welche Richtung man letztlich vordringt, man findet glaubhafte Charaktere sowie immersive Grenzen und Ereignisse: Ein Tal voller Todeskrallen, unsichtbare, durchgeknallte Supermutanten und aggressive Terrorfliegen sorgen für eine natürliche Hürde, die den Spieler ähnlich wie in Gothic in einer kaum begrenzten Welt zurückhalten. In New Vegas gibt es keine künstlich aufgebaute Dringlichkeit innerhalb der Story - Spieler können immersiv die Welt erkunden, auf knifflige Dilemma stoßen und den eigenen Fähigkeiten entsprechend frei erkunden. Als Juwel und Blickfang ziert der vom mysteriösen Robert House kontrollierte New-Vegas-Strip den Monitor, denn egal wo man in der Mojave-Wüste den Kopf gen Himmel hievt, das strahlende Überbleibsel einer alten Welt ragt als Lichterstadt aus radioaktiven Ruinen empor, sodass Spieler früher oder später mottenartig zum Quest-Angelpunkt gelockt werden. Und nicht nur dort gesammelte Aufträge sind auf kreative Arten - mal gewitzter, mal stumpfer - zu lösen.


Die Qual der Wahl: Entscheidungen in New Vegas

Was lässt Quest-Designer schlecht in der Nacht schlafen? Richtig - das Konzept, jeden NPC zu jeder Zeit dauerhaft ausschalten zu können. Eine immense und mutige Mammut-Aufgabe für Entwickler mit einer ungeheuren Dynamik als Folge. Unsympathische Charaktere leben angesichts der Naturgewalt des Spielerzorns immer gefährlich, denn im Gegensatz zu allen anderen Fallout-Titeln gibt es nur sehr wenige unsterbliche NPCs - allen voran Kinder und ein virusartiger Play the guitar, play it again, my Johnny...Roboter als Sicherheitsnetz für Todesgott-Spieler, die wirklich alles umbringen und dennoch das Spiel abschließen wollen. Im von Bethesda 2002 veröffentlichten Elder Scrolls: In Dialogen fließen auch die Fertigkeiten unseres Charakters ein. Diplomaten und Sprachkünstler haben es oft leichter, müssen allerdings bei medizinischen oder technischen Sprach-Checks auch entsprechenden Skill vorweisen. Quelle: PC Games Hardware In Dialogen fließen auch die Fertigkeiten unseres Charakters ein. Diplomaten und Sprachkünstler haben es oft leichter, müssen allerdings bei medizinischen oder technischen Sprach-Checks auch entsprechenden Skill vorweisen. Morrowind gab es eine ähnlich mutige Mortalitäts-Entscheidung, nur mit dem Unterschied, dass man beim Umbringen Mainquest-relevanter Charaktere den weiteren Spielverlauf unmöglich machen konnte. Spieler wurden in so einem Fall explizit auf diesen Gameplay-Punkt hingewiesen, mit der Empfehlung einen älteren Speicherstand zu laden.

In New Vegas können dagegen nicht nur beinah sämtliche NPCs eliminiert werden - ihr Dahinscheiden führt zu weiteren Konsequenzen, die sich nicht nur in weitere Nebenquests, sondern auch bis zu den vier Hauptenden ziehen können. Durch die altmodische Projektorenblende am Ende sind neben den gravierenden Entscheidungen auch die kleineren Nebenquest-Ereignisse abgedeckt, sodass man als Spieler die Quittung der getroffenen Wege erhält. Im Laufe der DLCs werden Entscheidungen auch konkret in Zweifel gestellt, vor allem wenn es um die größeren Fraktionen rund um Robert House, die barbarische Legion Caesars, die New California Republic (kurz NCR) oder die eigene Macht des Kuriers geht.

Raffinesse an jeder Ecke

Die Welt von New Vegas ist nur auf den ersten Blick schwarz/weiß. Wer in den Dialogen genauer hinhört und sich mit den Motivationen der Charaktere im Spiel auseinandersetzt, wird schnell eine deutlich facettenreichere Situation beschreiben müssen, bei der Fragen nicht immer moralisch leicht zu beantworten sind. Ist die Unterstützung einer instabilen Republik wirklich der Unabhängigkeit vorzuziehen? Eliminiert man Kannibalen, ignoriert sie oder löst die Lage ganz anders? In New Vegas gibt es keine Vorgaben, sondern ein Ruf- und Karmasystem. Doppelagenten werden sich früher oder später für eine Fraktion entscheiden müssen, aber bis dahin gibt es keine Grenzen. Statt den freundlichen Leuten aus dem Startdorf Goodsprings beim Kampf gegen Dynamitbanditen zu helfen, kann man auch der Gegenseite beitreten, Belohnungen einstreichen und Ruf einheimsen - oder man lässt den Dingen ihren Lauf und kümmert sich nicht weiter. Je nachdem, welche Fertigkeiten man sich angeeignet hat, lassen sich manche Szenarien komplett vermeiden oder sofort lösen - allerdings kann auch das Gegenteil eintreten.
Das Lucky 38 im New-Vegas-Strip ist ein ganz besonderer Ort im Fallout-Universum. Robert House, Gründer der prägenden RobCo-Industries-Firma, residiert und leitet von dort das nun gewandelte Las Vegas. Familien und Banden innerhalb des Strips arbeiten und agieren unter ihm - furchteinflößender Maschinen auf Rädern sei Dank. Quelle: PC Games Hardware Das Lucky 38 im New-Vegas-Strip ist ein ganz besonderer Ort im Fallout-Universum. Robert House, Gründer der prägenden RobCo-Industries-Firma, residiert und leitet von dort das nun gewandelte Las Vegas. Familien und Banden innerhalb des Strips arbeiten und agieren unter ihm - furchteinflößender Maschinen auf Rädern sei Dank. Sollte man sich den Spielercharakter besonders dumm kreieren, wird man das in manchen Dialogen auch merken, denn die Dialogoptionen und Reaktionen ändern sich. Wer kaum zwei Worte in der Lage ist zu artikulieren, wird kaum mit pfiffigen Sprüchen den Anführer einer Fraktion überzeugen - es sei denn man schüchtert anderweitig ein oder hat Glück und andere wertvolle Skills als Dialogcheck-Option. Potenzielle Begleiter kommen in der Regel nicht einfach grundlos mit, sondern haben eine innere Motivation, den Kurier zu begleiten. An all den kleinen Ecken merkt man: Obsidian wusste genau, was sie taten. Die Spieler lieben den immersiven, satirischen Ödland-Trip nach Las Vegas und halten den Titel bis heute als Paradebeispiel eines guten RPGs hoch. Auch Kritiker vergaben sehr gute Noten. Aber ganz so vorbildlich verlief die Geschichte rund um die Entwicklung nicht.


Entwicklung beinahe ein Wunder - Technik ein kleiner Alptraum

Truth is, the game was rigged from the start. - BennyBethesda vergab als Lizenzeigentümer den Produktionsauftrag an das Team von Obsidian, das zum Teil noch aus Entwicklern der ersten isometrischen Fallout-Originale bestand. Innerhalb sehr kurzer 18 Monate sollte ein vollwertiges Fallout-Spiel mit der Gamebryo-Engine (Oblivion/Fallout 3) entstehen. Abgemacht war ein einmaliger Betrag, mit dem das Studio auskommen musste sowie eine Bonuszahlung, falls der Titel eine 85er-Wertung von Kritikern auf dem Metascore erreicht. Das Bittere: New Vegas scheiterte mit einem Punkt an dem Bonus. Heute steht der Metascore immer noch auf 84, der Userscore pendelte sich auf 8,8 ein. Der ursprünglichen Abmachung entsprechend gab es für Obsidian keinen Bonus, auch wenn der Titel in so kurzer Zeit mit den begrenzten von Bethesda zur Verfügung gestellten Software-Tools ein weltweiter Kassenschlager wurde. Von den Inhalten abgesehen merkt man dem Spiel allerdings auch die üblichen Bethesda-Engine-Schwächen deutlich an. Die Optik war, selbst für 2010, eher veraltet und weniger hübsch anzusehen.

Bugs, Performance-Probleme und Instabilität sind bis heute ein Thema, wenn es um neue Spielanläufe in die Mojave-Wüste geht. Durch die völlig veraltete 32-Bit-Gamebryo-Engine sind Verbesserungen - auch wenn damals schon von Obsidian selbst für Fallout 3 verbessert - nur begrenzt möglich. Gerade visuelle Ergänzungen wie hochauflösende Texturen oder schönere Beleuchtungseffekte bringen die Engine schnell an die Grenze (mehr dazu im Modding-Einblick auf der zweiten Seite). Bethesda ist später erst mit Fallout 4 und der Skyrim Enhanced Edition auf eine 64-Bit-Engine gewechselt, die deutlich mehr Spielraum für Anpassungen lässt. Ironie des Schicksals: Heute befinden sich sowohl Bethesda als auch Obsidian unter dem Studio-Dach Microsofts. Bis jetzt kam es allerdings noch zu keiner weiteren Lizenzübergabe zwischen Bethesda und Obsidian, auch wenn ein Sequel zu New Vegas immer wieder als Gerücht kursierte.

Outer Worlds als würdiger New Vegas Nachfolger? Obsidians Outer Worlds

Der geistige Nachfolger des Mojave-Fallouts von Obsidian kam beinahe punktgenau neun Jahre später auf den Markt, ganz ohne Bethesda und mit komplett neuem Franchise. Mit Outer Worlds versuchte sich das Entwicklerstudio mit der Unreal Engine 4 an einem ähnlich unterhaltsamen RPG-Konzept wie schon bei Fallout, diesmal allerdings im Weltall bei einer in sich zusammenbrechenden, von Firmen und Superreichen regierten Sternenkolonie. Outer Worlds konnte zwar grundsätzlich überzeugen, allerdings waren viele Stärken von New Vegas deutlich abgeschwächt. Bereits gesehener, detailorientierter Aufwand - wie beispielsweise bei den Konsequenzen und der Masse an sterblichen NPCs - blieb im neuen Stern von Obsidian aus. Entscheidungen hatten zwar immer noch Gewicht und auch die Dialoge hatten den bekannten Obsidian-Humor und die gewohnte Tiefe, allerdings fehlte die große Freiheit in der nicht mehr ganz so offenen Sandbox-Welt. Kritiker vergaben im Metascore 82 Punkte, bei den Nutzern landete der Titel auf einer 7,3 von 10. Häufige Kritikpunkte waren die nicht immer glaubwürdigen Charaktere und fehlende Interaktionsmöglichkeiten. Zwar gab es in Outer Worlds auch einen Hardcore Mode, wie schon in New Vegas, bei dem man auf Nahrung, Trinken und Schlaf achten muss, aber die zuvor hochgehaltene Freiheit im Immersions-Hit fehlt dennoch größtenteils. Ein würdiger, geistiger Nachfolger von Fallout: New Vegas ist jedenfalls noch nicht deutlich zu erkennen. Ob Obsidian zu alter Stärke im bereits angekündigten Outer Worlds 2 findet, bleibt abzuwarten.
Perspektive, Kampf- und Dialogsystem in Outer Worlds sind eindeutig von Obsidians Erfahrung mit Fallout: New Vegas geprägt. Die Masse erobern konnte der Nachfolger im Geiste jedenfalls nicht so ganz.  Quelle: PC Games Perspektive, Kampf- und Dialogsystem in Outer Worlds sind eindeutig von Obsidians Erfahrung mit Fallout: New Vegas geprägt. Die Masse erobern konnte der Nachfolger im Geiste jedenfalls nicht so ganz. 

Rückblick-Fazit

Fallout: New Vegas ist ein durchdachtes, unter Druck entstandenes Musterbeispiel eines immersiven, offenen RPGs mit witzigen Dialogen und einer ansehnlichen Tiefe bei Entscheidungen. In Anbetracht der limitierten Zeit und der Vorgaben ist es ein beeindruckendes und für viele Spiele beinahe ideales Ergebnis. Die Technik kann für heutige Verhältnisse als antik angesehen werden, nicht nur, wenn es um Grafik, sondern dem Grundgerüst an sich geht. Als Beispiel kann die hakelige Steuerung herhalten. Mit Mods kann man zumindest zum Teil den Alterserscheinungen entgegenwirken. Was die Modding-Szene zu bieten hat, erfahren Sie auf unserer zweiten Seite - inklusive Benchmark-Stichprobe.

Vanilla-Look vs. ENB-Rudy

ENB-Rudy Vanilla
5
  1. Seite 1 Fallout: New Vegas - Retro-Rückblick
  2. Seite 2 Fallout: New Vegas - Die Welt der Mods
    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Nightslaver Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Das kann noch nicht sauber als Beispiel herangezogen werden, da die Entwicklung ja noch selbstständig begann und außerdem auch noch Crowdfunding im Hintergrund stand.
        Ich würde schon behaupten wollen das man es als gutes Beispiel für einen positiven Effekt durch MS nehmen kann.

        Es mag zwar stimmen das die Entwicklung zu Wasteland 3 noch vor dem Aufkauf durch MS begonnen hat, aber ein auch nicht unerheblicher Teil der Hauptentwicklung (2 Jahre) fand als Teil von MS statt.

        Zudem sollte man halt auch nicht unter den Tisch fallen lassen das ja selbst Brian Fargo geäußert hat das ihnen der Aufkauf durch MS viel mehr (auch finanziellen) Spielraum / Sicherheit bei der Entwicklung gegeben hat und so erlaubt hat Wasteland 3 deutlich umfangreicher und besser zu machen, als dies vorher der Fall gewesen wäre.

        Wie geäußert, ich denke daher schon das man dies durchaus als einen positiven Effekt durch MS sehen darf.
        Aber natürlich, wie auch bereits geschrieben, man muss abwarten ob dieser Effekt auch bei zukünftigen Projekten weiter Bestand haben wird, oder MS sich halt in EA, 2K & Ubisoft Manier irgendwann zu sehr in die Entwicklung einmischen wird und Kurs und Ausrichtung der Stuidos und deren Projekte diktiert.

        Bis jetzt macht es aber nicht den Eindruck als hätte MS vor dies zu tun und soviel Quark wie sie auch bis vor einigen Jahren im Gamingbereich durch die Bank verzapft haben (GfWL, Schließung Ensemble Studios, kurzzeitiges MS-Store only für ihre Spiele, ect.) und sicherlich hier und da vereinzelt immer noch verzapfen mögen (Windows 11), aber im Vergleich zum Rest der Big Player in der Gaming Branche muss man auch wirklich mal ehrlich eingestehen, MS macht die letzten Jahre beim (PC-)Gaming viel mehr richtig als verkehrt und scheint auch fast der einzige der Großen zu sein dem ich daher momentan sowas wie einen "nachhaltigeren Lerneffekt" attestieren würde.
      • Von Nightslaver Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Das kann noch nicht sauber als Beispiel herangezogen werden, da die Entwicklung ja noch selbstständig begann und außerdem auch noch Crowdfunding im Hintergrund stand.
        Ich würde schon behaupten wollen das man es als gutes Beispiel für einen positiven Effekt durch MS nehmen kann.

        Es mag zwar stimmen das die Entwicklung zu Wasteland 3 noch vor dem Aufkauf durch MS begonnen hat, aber ein auch nicht unerheblicher Teil der Hauptentwicklung (2 Jahre) fand als Teil von MS statt.

        Zudem sollte man halt auch nicht unter den Tisch fallen lassen das ja selbst Brian Fargo geäußert hat das ihnen der Aufkauf durch MS viel mehr (auch finanziellen) Spielraum / Sicherheit bei der Entwicklung gegeben hat und so erlaubt hat Wasteland 3 deutlich umfangreicher und besser zu machen, als dies vorher der Fall gewesen wäre.

        Wie geäußert, ich denke daher schon das man dies durchaus als einen positiven Effekt durch MS sehen darf.
        Aber natürlich, wie auch bereits geschrieben, man muss abwarten ob dieser Effekt auch bei zukünftigen Projekten weiter Bestand haben wird, oder MS sich halt in EA, 2K & Ubisoft Manier irgendwann zu sehr in die Entwicklung einmischen wird und Kurs und Ausrichtung der Stuidos und deren Projekte diktiert.

        Bis jetzt macht es aber nicht den Eindruck als hätte MS vor dies zu tun und soviel Quark wie sie auch bis vor einigen Jahren im Gamingbereich durch die Bank verzapft haben (GfWL, Schließung Ensemble Studios, kurzzeitiges MS-Store only für ihre Spiele, ect.) und sicherlich hier und da vereinzelt immer noch verzapfen mögen (Windows 11), aber im Vergleich zum Rest der Big Player in der Gaming Branche muss man auch wirklich mal ehrlich eingestehen, MS macht die letzten Jahre beim (PC-)Gaming viel mehr richtig als verkehrt und scheint auch fast der einzige der Großen zu sein dem ich daher momentan sowas wie einen "nachhaltigeren Lerneffekt" attestieren würde.
      • Von PCGH_Richie Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Nightslaver
        Obsidian hat mit New Vegas für alte Fans der Reihe mehr iund authentischeres Fallout rausgeholt, als Bethesda bei Fallout 3 und 4 zusammen.
        Im Grunde eine trauriges Bilanz...

        Man wird es wohl schlicht abwarten müssen was die Zukunft bringt...
        Ich stimme da voll und ganz zu. Weder bei Teil 3 noch 4 hatte ich das runde "New Vegas"-Erlebnis.

        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Bei NewVegas ist es passiert, dass mir das erste Mal ein Raytracing-(ENB)-Mod-Video zugesagt hat:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        New Vegas in der Fallout-4-Engine, wie in dem Video auch zu sehen, wäre schon was Feines. Allein schon, weil man dutzende technische Hürden umgeht und es eine Spur schicker aussehen würde, trotz alter Modelle. An ähnlichen Projekten wird ja über die gesamte Spiele-Branche gearbeitet. Leider werden solche wohlgemeinten Projekte viel zu oft vom Rechteinhaber abgeschossen.

        Vielleicht kommt irgendwann ein Remake von New Vegas durch das Schlucken beider Firmen durch Microsoft. Rechtliche Probleme ließen sich da intern klären. Aber irgendwie habe ich da meine Zweifel (leider).
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Bei NewVegas ist es passiert, dass mir das erste Mal ein Raytracing-(ENB)-Mod-Video zugesagt hat:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Zitat von Nightslaver
        Legt man das exzellente Wasteland 3 von InXile als Maßstab an muss Microsoft nicht zwingend schlecht für die Studios sein und kann es eben auch durchaus positive Wirkungen haben, da MS ja scheinbar, zumindest bis dato, die Studios ihr eigenes Ding machen lässt und sich nicht groß einzumischen scheint.
        Das kann noch nicht sauber als Beispiel herangezogen werden, da die Entwicklung ja noch selbstständig begann und außerdem auch noch Crowdfunding im Hintergrund stand.

        Im Beispielsfall InXile wäre es übrigens sehr sympathisch von Microsoft gewesen, wenn sie den Support von T:ToN wieder gestartet hätten...
        ...den konnte sich InXile vorher nämlich nicht mehr leisten.
      • Von Nightslaver Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Phil
        Hach ja, Fallout New Vegas...

        Immer noch das beste moderne Fallout, auch wenn es ein bisschen clunky ist, die Shootersteuerung ein wenig Jank und das Ding (vor allem mit Mods) nicht gerade zu den stabilsten Games aller Zeiten gehört...
        Obsidian hat mit New Vegas für alte Fans der Reihe mehr und authentischeres Fallout rausgeholt, als Bethesda bei Fallout 3 und 4 zusammen.
        Im Grunde eine trauriges Bilanz... bedenkt man das Obsidian nur exakt die gleiche Basis zur Verfügung hatte wie Bethesda.

        Zitat von PCGH_Phil
        Ich bin mal gespannt, wie das jetzt mit Obsidian, Bethesda und Microsoft wird... hoffentlich nicht noch mainstreamiger und kommerzialisierter.

        Gruß,
        Phil
        Legt man das exelente Wasteland 3 von InXile als Maßstab an muss Microsoft nicht zwingend schlecht für die Studios sein und kann es eben auch durchaus positive Wirkungen haben, da MS ja scheinbar, zumindest bis dato, die Studios ihr eigenes Ding machen lässt und sich nicht groß einzumischen scheint.

        Ok ok, bei Bethesda wird das vermutlich trotzdem nicht groß was ändern, aber zumindest bei Obsidian und InXile verspricht die abgesicherte Finanzierung und das größere Buget positive Effekte.

        Ansonsten, da ja inzwischen sowohl Obsidian als auch Bethesda zu MS gehören stehen aber in jeden Fall zumindest die Chancen etwas besser das Obsidian nochmal in Zukunft ein Fallout entwickeln könnte, was für mich wünschenswerter wäre als ein weiteres Fallout von Bethesda.

        Man wird es wohl schlicht abwarten müssen was die Zukunft bringt...
      • Von PCGH_Phil BIOS-Overclocker(in)
        Hach ja, Fallout New Vegas...

        Immer noch das beste moderne Fallout, auch wenn es ein bisschen clunky ist, die Shootersteuerung ein wenig Jank und das Ding (vor allem mit Mods) nicht gerade zu den stabilsten Games aller Zeiten gehört...

        Ich bin mal gespannt, wie das jetzt mit Obsidian, Bethesda und Microsoft wird... hoffentlich nicht noch mainstreamiger und kommerzialisierter.

        Gruß,
        Phil
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk