Factorio: YouTuber bringt Aufbauspiel auf 1.250 Disketten zum Laufen - mit einer Woche Ladezeit
Ein 21-jähriger Youtuber bringt ein eigenwilliges Experiment zu Ende: "DocJade" lud das Aufbauspiel Factorio auf über 1.000 gebrauchte AOL-Disketten. Dafür entwickelte er sein eigenes Dateisystem in der Programmiersprache Rust - und benötigte eine Woche zum Laden.
Wieso müssen Spiele immer auf moderne Weise installiert werden? Diese Frage stellte sich offensichtlich der 21-jährige Entwickler "DocJade", der das Aufbauspiel auf dem zu diesem Zweck wohl unpraktischsten Medium aller Zeiten brachte: auf rund 1.250 3,5-Zoll-Disketten.
Ohne eigenes Dateisystem geht nicht's
Factorio ist für aktuelle Verhältnisse ein vergleichsweise kleines Spiel: Die Installationsgröße beträgt rund 1,5 GByte. Um das beliebte Aufbauspiel also auf die 1,5 Megabyte fassenden 3,5-Zoll-Disketten zu packen, wird also einiges an Kleinstarbeit fällig. DocJade beschaffte sich zu diesem Zweck entsprechend gut 1.250 Disketten, bei denen es sich um alte, AOL-Disketten zum kostenlosen Einwählen ins Internet handelte. Die genauen Anschaffungskosten für die Floppys nennt DocJade allerdings nicht.
Der knifflige Teil: Wie spielt man ein Spiel ab, wenn immer nur eine Diskette gleichzeitig im Laufwerk sitzt? Die klassische Antwort - ein Raid-Array mit mehreren Laufwerken - hielt DocJade für zu teuer; zudem lehnt Windows viele USB-Geräte gleichzeitig ab. Stattdessen programmierte DocJade "Fluster", sein eigenes Dateisystem in Rust.
- Fluster unterteilt jede Diskette in 512-Byte-Blöcke, mit je 2.880 Blöcken pro Diskette. Der Dateisystem-Header nutzt 16-Bit-Zahlen als Disk-Pointer, um Block- und Disketten-Nummern zu verfolgen.
- Zusätzlich reserviert jeder Block seine letzten vier Bytes für eine CRC-Checksum zur Fehlererkennung. Die theoretische Kapazität innerhalb des Fluster-Dateisystems liegt indes bei etwa 90 Gigabyte - mehr als genug für Factorio.
Eine ganze Woche nur für den Diskettenwechsel
Nach anfänglichen Problemen mit Windows und der FUSE-Dateisystem-Schnittstelle wechselte DocJade zu Linux. Die ersten Tests offenbarten ein Problem: Das Schreiben von 1.000 Dateien mit zufälligen Größen erforderte knapp eine halbe Million Diskettenwechsel. Durch verschiedene Cache-Strategien gelang es DocJade, diese Zahl auf 1.500 Wechsel zu reduzieren.
Das manuelle Formatieren aller 1.250 Disketten war beileibe kein schneller Prozess - die Ausfallquote von 10 Prozent erschwerte die Arbeiten zusätzlich. Zur besseren Übersicht (sofern man das bei der Menge sagen kann) fertigte DocJade 2.000 nummerierte Etiketten an. Das eigentliche Laden des Spiels über die Disketten dauerte schließlich eine ganze Woche, wenn DocJade "Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang" am Set-up arbeitete. Immerhin führte dieser Vorgang am Ende zu einem grundsätzlichen Erfolg: Zwar unterstützt Fluster keine gesperrten Dateien, doch konnte DocJade vorgefertigte Speicherstände laden und Factorio tatsächlich spielen.
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nur die High Density, HD.
gab gegen ende auch welche mit 2,88MB (ibm?)
Man konnte Disketten ach anders formatieren so das mehrSpeicherplatz da war. (aber mit Risiko)
A propos, mein damaliger Rekord war das Spiel "Biing!" mit ganzen 12 Disketten! Und um die damals noch unbekannten Gefahren des Internets zu umschiffen wurde das persönliche Tagebuch bis weit in die Nuller-Jahre ausschließlich auf Disketten geführt.
nur die High Density, HD.
gab gegen ende auch welche mit 2,88MB (ibm?)
Man konnte Disketten ach anders formatieren so das mehrSpeicherplatz da war. (aber mit Risiko)
Aber ansonst irgendwie cool.
Für mich ist die 3,5" Disk heute noch ein alltägliches äußerst praktisches Medium. Auf die Idee jetzt über 1000 Stück in einer Art Challenge zu beschreiben um dafür Clicks zu kassieren ist eine sehr fragwürdige Richtung.
Hmm... Sollte ich den FS2020 auf CD´s brennen? Wieviel lässt sich mit dieser Sträflingsarbeit verdienen???