NZXT Avatar im PCGH-Test - neue Referenz bei Gaming-Mäusen?
NZXT ist den meisten Lesern nur im Zusammenhang mit außergewöhnlichen Gehäusen ein Begriff. Mit der Avatar soll nun auch der High-End-Gaming-Mouse-Bereich erobert werden. Wir haben für Sie probegespielt.
Schlank und schwarz, so präsentiert sich die Avatar-Maus nach dem Auspacken. Schon die Verpackung lässt erahnen, dass NZXT nicht in der Maus-Einstiegsklasse wildern will, sondern einen Platz im Zocker-Olymp beansprucht. Unterlegt wird diese Forderung mit einem optischen 2.600-Dpi-Sensor, der mit etablierter LED-Technik arbeitet. Dass Lasermäuse nicht per se unfehlbar sind, hat unsere letzte Marktübersicht (PCGH 08/2008) gezeigt, bei der einige der günstigen Modelle Abtastungs-Probleme im High-Sense-Betrieb hatten - zumindest bei schnellen Bewegungen im Grenzbereich.
Technik: NZXT Avatar
Die Dpi-Rate der Maus wird über zwei Tasten hinter dem Rad geschaltet. Es stehen 600, 1.200. 1.800 und 2.600 Dpi zur Auswahl, eine LED links auf der Maus gibt jederzeit die aktuell gewählte Dpi-Stufe an. In den unteren Dpi-Stufen erlaubt sich die Maus auch bei maximaler Beschleunigung und Bewegungsgeschwindigkeit keine Schwächen. In der maximalen 2.600-Dpi-Stufe kommt es im Grenzbereich zu Abtastungsproblemen und die Mausbewegung wird ungenau. Allerdings ist dies eher ein theoretischer Kritikpunkt, da die Bewegungsgeschwindigkeit der High-Sense-Spieler deutlich unter der von uns genutzten maximalen Beschleunigung und Bewegungs-Geschwindigkeit liegt.
In Sachen Ergonomie scheidet auch die Avatar die Geister. So findet ein Teil unserer Redakteure die sehr lange und schmale Form durchaus angenehm, wobei andere Redakteure mit der Linienführung der Maus nicht zufrieden sind. Fakt ist: Die NZXT Avatar ist sehr schmal und kombiniert in Sachen Formgebung Elemente der stark ausmodelierten Logitech MX-518-Maus und sie macht auch Anleihen bei den älteren Razer-Modellen wie Diamondback und Co. Wie bereits erwähnt befinden sich hinter dem Mausrad zwei weit herausragende Knöpfe zur Dpi-Umschaltung. Der Druckpunkt ist knackig, allerdings liegt der hintere Knopf etwas zu weit hinten. Darüber hinaus besitzt die Maus zwei Seitentasten - jeweils eine links und eine rechts.
Jenachdem, ob Sie Links- oder Rechtshänder sind, lässt sich eine Taste sehr gut und die andere fast gar nicht im Spielbetrieb nutzen. Ein weiteres Problem: Manche Tester lösten ungewollt beim Anheben der Maus die ungünstiger gelegene Maustaste aus. Unser Tipp: Am besten Sie deaktivieren diese Maustaste über die Maus-Software. Diese erlaubt neben eigenen Profil-Settings auch Makrobefehle und eine Justierung der X- und Y-Achse, sowie drei verschiedene USB-Raten. Das 2-Wege-Mausrad ist präzise mit einem sehr satten Druckpunkt versehen, allerdings wird der relativ hohe Gegendruck nicht jedermanns Sache sein.
Fazit: NZXT Avatar
Für einen "Erstling" ist die Avatar von NZXT erstaunlich gut geworden. In Sachen Leistung braucht Sie den Vergleich mit aktuellen Gaming-Mäusen nicht scheuen. Ein Problem könnte der Startpreis von 50 Euro sein - in dieser Preisklasse ist das Ausstattungspaket der Konkurrenz prall gefüllt und in Preisregionen deutlich unter 50 Euro gibt es Mäuse mit identischer Aussstattung und mindestens gleichen Präzisions-Eigenschaften. In Sachen Design und Verarbeitung überzeugt die Avatar hingegen ohne Abstriche.
Die Avatar wird aktuell unter anderem bei Caseking geführt.
