Viiv-System von Dell
Aus Hardwaresicht lässt sich Viiv am besten als Technologie-Paket beschreiben, ähnlich wie schon bei Centrino. Bei Viiv bilden Dual-Core-Prozessoren und Chipsätze von Intel sowie WLAN-Fähigkeit und eine Fernbedienung das Basispaket. Um allerdings die begehrte Viiv-Zertifizierung von Intel zu erhalten, fehlt noch ein Betriebssystem.
Aktuell ist nur Media Center Edition (MCE) 2005 für den Betrieb auf Viiv-PCs vorgesehen, eine Viiv-Zertifizierung für Vista, das Ende des Jahres veröffentlicht wird, ist darüber hinaus mehr als wahrscheinlich. Doch mit der Gleichschaltung der PC-, Betriebssystem- und Content-Provider-Ebene ist Viiv erst am Anfang. In naher Zukunft sollen auch Zusatzgeräte wie Streaming-Boxen und portable Abspielgeräte in die Viiv-Familie eingegliedert werden - der heimische Viiv-PC dient dann sozusagen als Content-Mutterschiff und Steuerzentrale, die alle Daten verwaltet, steuert und verifiziert.
Als Schutz gegen Raubkopieren wird DRM (Digital Rights Management) als eines der Grundelemente in die Viiv-Welt implementiert. Um das Ganze nicht unnötig zu verkomplizieren, soll sich der Austausch von geschützten Daten zwischen zertifizierten Geräten via Content-Protection (CP) problemlos bewerkstelligen lassen. In der Praxis funktioniert der reibungslose Austausch, Kauf und Stream von Daten natürlich nur, wenn sämtliche Viiv-Komponenten zertifiziert sind und auch aufseiten der Content-Provider (beispielsweise ein Musikanbieter im Internet) alles reibungslos läuft.
Auf den ersten Blick sieht der Dell Dimension 9150 nach einem herkömmlichen PC mit MCE 2005 aus. Der erste Unterschied fällt allerdings bei der Betätigung der "Power"-Taste an der Fernbedienung auf, die das System in Sekundenschnelle in den Stand-by-Zustand schickt. Hier ist der Stromverbrauch mit 3 Watt extrem gering. Ein weiterer Druck auf die Taste und das System ist in etwa vier Sekunden wieder betriebsbereit - genial.
Leider scheint die Funktion noch nicht hundertprozentig ausgereift zu sein: Unser Test-PC verweigerte einige Male den Dienst und schlummerte friedlich weiter - da half nur ein Kaltstart. Weitere Probleme gab es bei der Inbetriebnahme der Onlinegalerie, einem Funktionspunkt unter der MCE-Oberfläche. Die installierte Firewall blockte in der Voreinstellung diesen Dienst, gab aber auch keine Fehlermeldung aus. Erst die korrekte Konfiguration der Firewall erlaubte den Zugriff auf die Onlinegalerie. Hier hat man die Auswahl zwischen verschiedenen Diensten, bei denen man sich gegen Gebühr Musik und Videos streamen oder herunterladen kann.
Die Hardware des Dell-Systems ist solide. Ein Pentium 4 D930 mit Zweikern-Technologie und realen 3.000 MHz sorgt in Zusammenspiel mit der Nvidia Geforce7800 GTX (Chip: 430 MHz, Speicher: 600 MHz DDR) für gute Leistung. Need for Speed: Most Wanted läuft beispielsweise mit 40 Bildern pro Sekunde trotz 4x AA und 8:1 AF flüssig. Zum Vergleich: Ein ähnliches System mit einem Athlon 64 4000+ als Prozessor liefert hier rund 44 Bilder pro Sekunde. Besonders positiv ist in Anbetracht der Leistung die geringe Lautstärkeentwicklung von 1,4 Sone im Windows- und 1,8 Sone im 3D-Betrieb.