Nachgefragt: Kein C64-Vorbild - Defender of the Crown-Remake basiert auf Amiga und DOS
Noch in diesem Jahr soll ein Remake des Strategiespiels Defender of the Crown für PC erscheinen. PCGH sprach mit den Entwicklern und konnte einige exklusive Details erfahren.
2026 soll das ursprünglich 1986 für den Commodore Amiga erschienene Defender of the Crown als Remake veröffentlicht werden. Und das wäre nicht das erste Mal. Defender of the Crown war das erste Spiel von Entwicklerstudio Cinemaware, später erschienen weitere Versionen für Atari ST, C64, MS-DOS und NES. Spiele von Cineware hatten laut Wikipedia "alle zu ihrer jeweiligen Zeit eine bemerkenswerte Grafikqualität". PCGH sprach mit den Entwicklern über das ungewöhnliche Retroprojekt, das im März 2026 schon für viele Kommentare in der PCGH-Community sorgte.
PCGH: Welche Verbindung haben die Entwickler von Black Tower Basement zu einem Spiel aus dem Jahr 1986?
Antwort des Nordcurrent-Labs-Teams: Das Vermächtnis von Cinemaware ist für uns von großer Bedeutung und ein wesentlicher Grund dafür, warum Defender of the Crown auch fast vierzig Jahre später noch so beliebt ist. Nordcurrent hat den Spielekatalog von Cinemaware im Jahr 2024 von Starbreeze Entertainment übernommen.
Wir arbeiten daran, einen starken Geschäftsbereich für PC- und Konsolenspiele aufzubauen, und die Übernahme des Cinemaware-Katalogs war ein entscheidender Schritt auf diesem Weg. Sie eröffnet uns die Möglichkeit, unser Portfolio mit bekannten Marken und Titeln zu erweitern.
Darüber hinaus haben wir unseren Partnern von Black Tower Basement die Entwicklung dieses Spiels anvertraut, da sie dieselbe Leidenschaft und Begeisterung für die Marke teilen wie wir.
Screenshots aus dem Remake: Defender of the Crown
PCGH: Wodurch unterscheidet sich The Legend Returns von den beiden Remaster-Projekten Robin Hood: Defender of the Crown (2003) und Defender of the Crown: Heroes Live Forever (2007)?
Antwort des Nordcurrent-Labs-Teams: Unser Ziel bei diesem Remake ist es, das ursprüngliche Spielerlebnis möglichst originalgetreu zu bewahren und nur behutsam zu modernisieren - etwa durch eine zeitgemäße Benutzeroberfläche (UI/UX) und andere Komfortverbesserungen. Daher gibt es beispielsweise keine zusätzlichen Minispiele wie Bogenschieß-Wettbewerbe.
PCGH: Gibt es auch Änderungen am Gameplay? Das Original hatte schließlich einige Schwächen.
Antwort des Nordcurrent-Labs-Teams: Ja, es gibt einige Änderungen, hauptsächlich bei den Minispielen. So bestand das Plündern im Original weitgehend aus einfachem Klicken. In der Classic-Version wurde dieses System deutlich ausgebaut und umfasst nun Blocken, Parieren sowie starke Angriffe.
PCGH: Welche konkrete Version des Spiels dient als Grundlage? Die Amiga- und C64-Versionen unterschieden sich in einigen Bereichen, insbesondere beim Gameplay, recht deutlich. Die C64-Version enthielt zudem die Schlachtfeld-Sequenzen, die in der Amiga-Version komplett fehlten.
Antwort des Nordcurrent-Labs-Teams: Als Grundlage dienen die Amiga- und DOS-Versionen.
PCGH: Welchen Schwierigkeitsgrad haben der Retro Mode und der Classic Mode? Das Original gilt als sehr schwer.
Antwort des Nordcurrent-Labs-Teams: Die Balance der Karte orientiert sich stark am Original. Einige Bereiche sind jedoch zugänglicher geworden. Das Turnier beispielsweise empfand ich als leichter zugänglich, obwohl dort eine kleine zusätzliche Mechanik eingeführt wurde: Man muss nun das Gleichgewicht auf dem Pferd halten.
PCGH: Wie werden die ursprünglichen Pixelgrafiken für moderne Monitore hochskaliert?
Antwort des Nordcurrent-Labs-Teams: Die Grafiken des Originals wurden von Grund auf neu und von Hand erstellt. Dadurch konnten wir selbst bestimmen, wie die Skalierung erfolgt, welche Bildqualität erreicht wird und wie sich das Spiel auf modernen Geräten optimal darstellen und veröffentlichen lässt.
In der Galerie: Denkwürdige Spiele vom Amiga
Parallel zu PCGH ist auch ein weiteres Interview zu Defender of the Crown erschienen. In diesem werden Quality-of-Life-Features wie ein HUD, das Aktionsrad und das Lesen der Karte per Mouseover - kombiniert mit Controller-Unterstützung - als Komfortverbesserungen erwähnt. Das Originalspiel wird grundsätzlich nicht emuliert, man habe alles so "originalgetreu wie möglich" anhand verschiedener Quellen nachgebaut. Beim neuen, Kingdom genannten Modus handle es sich um ein "taktisches Deckbuilding-Spiel, bei dem würfelbasierte Mechaniken für sämtliche Minispiele und Kämpfe im Mittelpunkt stehen".
Defender of the Crown mischt Strategie mit Action- und Adventure-Elementen. Im mittelalterlichen England ist König Richard gestorben; der Spieler muss insgesamt fünf andere Herrscher besiegen, um die Macht über England zu erhalten. Defender of the Crown habe laut den Entwicklern "die Fantasie der ersten Generation von Spielern beflügelt und die Computerspielgeschichte nachhaltig geprägt". Mit Defender of the Crown: The Legend Returns möchte man das Vermächtnis würdigen und das Spiel einer neuen Generation von Gamern näherbringen.
Das Ziel möchte man mit insgesamt drei Spielmodi erreichen. Im Retromodus wird der originale Amiga-Klassiker "nahezu perfekt" authentisch erhalten (vor allem an der Grafik erkennbar) und nur mit Quality-of-Life-Verbesserungen versehen. Im Klassikmodus wird das Original für die Gegenwart neu interpretiert. Versprochen werden eine "völlig neue visuelle Identität, verfeinerte Mechaniken und flüssigere Systeme". Damit das Ganze etwas längerfristig Spaß macht, gibt es mit dem Königreich-Modus laut Beschreibung prozedural generierte Karten, spezielle Würfelmechaniken, freischaltbare Fähigkeiten und mehrere Schwierigkeitsgrade.
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Der Witz an "Defender of the Crown" für den Amiga war, dass das Spiel im Grunde eine Grafikdemo für den Amiga 1000 war. Technisch war das Spiel damals über jeden Zweifel erhaben, spielerisch war es dagegen so mau, dass es kaum jemand mehr als zweimal durchgespielt hat. Hatte man alle Grafiken gesehen, war der Reiz des Spiels sehr schnell verflogen.
Ich für meinen Teil benötige es nicht auf dem PC.
Meine Prognose: Auch North and South wird als Remake kommen. Ich lese derzeit sehr viel Remake. Geht den Mädels und Jungs Entwickler anscheinend ähnlich wie in Hollywood. Neue Ideen, Fehlanzeige!
Aber alles nach Ponk und Snake ist eh Remake!