Intel legt bei Desktop-CPUs nach: Core Ultra 7 270K Plus und 5 250K Plus sind offiziell
Die neuen CPU-Modelle Core Ultra 7 270K Plus und Core Ultra 5 250K Plus versprechen mehr Kerne, höhere Taktraten und spürbare Leistungszuwächse bei Spielen und kreativen Anwendungen.
Inhaltsverzeichnis
Intel hat die neuen Desktop-Prozessoren der Core-Ultra-200S-Plus-Serie vorgestellt. Zum Start umfasst die Reihe die Modelle Core Ultra 7 270K Plus und Core Ultra 5 250K Plus. Laut Intel sollen die neuen CPUs gegenüber den bisherigen Varianten der Core-Ultra-200S-Familie mehr Leistung, technische Verbesserungen und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Im Vergleich zu den bisherigen Modellen Core Ultra 7 265K/KF und Core Ultra 5 245K/KF erhalten die neuen Plus-Versionen zusätzliche Kerne sowie eine um bis zu 900 MHz erhöhte Die-to-Die-Frequenz. Das soll vor allem die Multithread-Leistung verbessern. Außerdem führt Intel mit dem Intel Binary Optimization Tool eine neue Optimierungstechnologie ein, die die native Leistung in ausgewählten Spielen steigern soll. Nach Angaben des Unternehmens zählen die neuen Prozessoren zu den schnellsten Desktop-Gaming-CPUs, die Intel bislang in diesem Segment vorgestellt hat. Zugleich hebt Intel insbesondere Leistungsgewinne bei Content-Creation-Anwendungen hervor. Wir stellen die Neuerungen jetzt im Detail vor.
Das bietet die neue Serie
Laut Intel erreichen die neuen Prozessoren gegenüber bisherigen Core-Ultra-Desktop-Modellen im Schnitt bis zu 15 Prozent mehr Gaming-Leistung. Im Multithread-Betrieb sollen sie je nach Vergleichsszenario zudem bis zu 103 Prozent höhere Leistung als konkurrierende Prozessoren ihrer Klasse liefern. Möglich machen das zusätzliche Kerne. Der Core Ultra 7 270K Plus kommt auf 24 Kerne in einer Konfiguration aus acht P-Cores und 16 E-Cores. Der Core Ultra 5 250K Plus bietet insgesamt 18 Kerne mit sechs P-Cores und zwölf E-Cores. Gegenüber den Vorgängern entspricht das jeweils vier zusätzlichen Effizienz-Kernen. Der Kernausbau des 270K Plus entspricht damit einem Core Ultra 9 285K. Die Konstellation mit 18 Kernen bei 6/12 P/E-Cores gab es dagegen im Desktop noch nicht.
| Modell | Cores/Threads | Boosttakt (P/E-Cores) | Speicher | TDP | Preis (Launch) |
|---|---|---|---|---|---|
| Core Ultra 9 285K | 8p+16e/24t | 5,7 GHz/4,6 GHz | DDR5-6400/5600 (CUDIMM/UDIMM) | 125 Watt | 589 US-Dollar |
| Core Ultra 7 270K Plus | 8p+16e/24t | 5,5 GHz/4,7 GHz | DDR5-7200/5600 (CUDIMM/UDIMM) | 125 Watt | 299 US-Dollar |
| Core Ultra 7 265K | 8p+12e/20t | 5,4 GHz/4,6 GHz | DDR5-6400/5600 (CUDIMM/UDIMM) | 125 Watt | 399 US-Dollar |
| Core Ultra 5 250K Plus | 6p+12e/18t | 5,3 GHz/4,6 GHz | DDR5-7200/5600 (CUDIMM/UDIMM) | 125 Watt | 199 US-Dollar |
| Core Ultra 5 245K | 6p+8e/14t | 5,2 GHz/4,6 GHz | DDR5-6400/5600 (CUDIMM/UDIMM) | 125 Watt | 309 US-Dollar |
| Core Ultra 5 235 | 6p+8e/14t | 4,8 GHz/4,4 GHz | DDR5-6400/5600 (CUDIMM/UDIMM) | 65 Watt | 247 US-Dollar |
| Core Ultra 5 225F | 6p+4e/10t | 4,7 GHz/4,4 GHz | DDR5-6400/5600 (CUDIMM/UDIMM) | 65 Watt | 221 US-Dollar |
Höhere Die-to-Die-Frequenz (D2D)
Im Vergleich zu den Vorgängern Core Ultra 7 265K und Core Ultra 5 245K steigt die Die-to-Die-Frequenz (D2D) um bis zu 900 MHz. Intel zufolge erhöht das die Geschwindigkeit der Verbindung zwischen CPU und Speichercontroller, reduziert die Latenz und verbessert damit primär die Gaming-Performance. D2D steht für Die-to-Die und beschreibt die Schnittstelle zwischen den einzelnen Bausteinen (Tiles) innerhalb des Arrow-Lake-Package. Auf Letzterem existieren insgesamt drei D2D-Verbindungen, die unterschiedliche Bereiche miteinander verbinden. Die erste Verbindung, SoC-Compute, nutzt das H-IDI-Protokoll und stellt die Kommunikation zwischen den P-Cores, den E-Cores und dem zentralen Ringbus sicher. Die zweite Verbindung, SoC-Graphics, basiert auf dem CXL-Protokoll und dient der Anbindung der integrierten Grafikeinheit. Die dritte Verbindung, SoC-IOE, verwendet das PSF-Protokoll und erweitert die Anbindungsmöglichkeiten für die Eingabe- und Ausgabe-Einheiten (IO-Erweiterung). Bei Arrow Lake lässt sich nur die SoC-Compute-Verbindung übertakten. Die Basistaktrate für diese Schnittstelle beträgt 2,1 GHz, mit dem Boost um 900 MHz beim Refresh also 3,0 GHz. Der 200S-Boost steigert die Taktrate schließlich auf 3,2 GHz.
Intel Binary Optimization Tool
Mit dem neuen Tool führt Intel eine zusätzliche Optimierungsebene ein. Die Technik basiert auf der Intel Application Optimization und stellt den Nachfolger dar. Sie soll auf Basis von Intels langjähriger Erfahrung bei der Workload-Optimierung die Ausführungseffizienz steigern und so die Leistung in bestimmten Anwendungen und Spielen verbessern - auch dann, wenn diese ursprünglich für andere x86-Prozessoren, Konsolen oder frühere Architekturen optimiert wurden. Dieser spannende Ansatz wurde jedoch in Form von APO bisher nur in Spielen umgesetzt, die so alt sind, dass eine CPU-Optimierung dafür gar nicht nötig war. Die versprochene Mehrleistung betrifft daher vornehmlich ältere Titel, und ist daher kritisch infrage zu stellen. In der Theorie ist die Binary Optimization aber eine spannende Sache. Bisher unklar ist, ob Intel diese Funktion auch für den Vorgänger freischaltet oder sie nur auf den neuen Plus-Prozessoren funktioniert.
Schnellerer Arbeitsspeicher, 4-Rank-CUDIMM
Die neuen Plus-Modelle unterstützen DDR5-7200 statt DDR5-6400 bei den bisherigen Nicht-Plus-Modellen der Core-Ultra-200S-Serie. Die Freigabe erteilt Intel aber nur für CUDIMM-Speicher und 1DPC-Konfigurationen, also Mainboards, die nur zwei DIMMs für Arbeitsspeicher bieten. Das betrifft vornehmlich High-End-Modelle (Apex, Tachyon usw.) sowie ITX-Platinen. Zusätzlich bleibt die Kompatibilität mit dem Intel-Core-Ultra-200S-Boost bestehen, inklusive Garantieunterstützung für Speicher-Overclocking bis DDR5-8000 (sofern Mainboard, CPU und RAM diesen Takt fahren können). Neu ist zudem die frühe Unterstützung für 4-Rank-CUDIMM, was Kapazitäten von bis zu 128 GiB pro Modul ermöglichen soll. Die Technik wird auf ausgewählten Mainboards mit Intel-800-Chipsätzen unterstützt und soll hohe Speicherkapazität mit geringer Latenz und hoher Bandbreite kombinieren. Fraglich bleibt allerdings die maximale Geschwindigkeit, die dann noch stabil anliegen kann. Das werden weitere Tests zeigen müssen.
Marktstart und Kompatibilität
Core Ultra 7 270K Plus und Core Ultra 5 250K Plus bleiben laut Intel mit allen bereits erhältlichen Mainboards der 800er-Chipsatz-Serie kompatibel. Im Laufe des Jahres 2026 sollen weitere Mainboard-Modelle erscheinen, darunter auch Varianten mit Unterstützung für 4-Rank-CUDIMM-Speicher. Die CPUs sollen ab dem 26. März 2026 bei Handelspartnern erhältlich sein. Die von Intel genannten Einstiegspreise liegen bei 299 US-Dollar beziehungsweise 199 US-Dollar. Parallel dazu sollen ab diesem Zeitpunkt auch erste Komplettsysteme von OEMs und Systemintegratoren mit den neuen Modellen verfügbar sein. Die konkrete Verfügbarkeit kann je nach Anbieter und Region variieren.
Meinung
Die vollständige Intel-Präsentation (Arrow Lake Refresh)
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Und AMD hat nicht mit der Brechstange versucht ihre CPUs schneller zubekommen. 😉
Intel müsste auch nur mal ihre Plattformphilosophie anpassen, sodass man drei bis vier Gens auf ein Mainboard bekommt. Dann könnten die auch AMD wieder einholen.
Danke für die umfangreiche Zusammenfassung!