Intel B860-CUDIMM-Tuning mit Core Ultra 5 235: Schneller als der Core Ultra 9 285K?
Seit dem B560-PCH ist bei Intel RAM-Tuning auch mit Non-Z-Mainboards möglich. Wir haben uns daher einen Core Ultra 5 235 geschnappt, die CPU auf ein B860-Board geschnallt und dem CUDIMM ordentlich die Sporen gegeben.
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Bis zur Comet-Lake-Generation (Core i-10000) in Kombination mit den dazugehörigen Mainboards auf Basis der B- und Z-400-Chipsätze (Sockel 1200) galt es als gängige Praxis, ausschließlich freigeschaltete Prozessoren mit K-Suffix und ein Z-Mainboard für Tuning-Maßnahmen in Betracht zu ziehen. Intel hat diese Einschränkung vor einigen Jahren überarbeitet und seither insbesondere den Bereich des RAM-Tunings auch für B-Chipsätze geöffnet. Anwender können seither nicht nur den Speichertakt, sondern auch zahlreiche Timings manuell anpassen. Vor diesem Hintergrund hat sich die PCGH-Redaktion in Zusammenarbeit mit Intel dazu entschlossen, einen Core Ultra 5 235 mit 48 GiByte CUDIMM-Speicher auf einem B860-Mainboard zu konfigurieren und gezielt zu optimieren. Die daraus resultierenden spannenden Erkenntnisse stellen wir Ihnen im Folgenden vor.
Das Testsystem
| CPU | Intel Core Ultra 5 235 | Konfiguration siehe Artikel |
|---|---|---|
| CPU-Kühler | Asus Ryujin III 360 ARGB | Lüfter im Profil Turbo |
| Mainboard | Asus B860-F Gaming WIFI (BIOS: 1402) | Zusätzliche VRM-Kühlung durch Lüfter |
| RAM | Gskill 48 GiB Kit DDR5-8200 CUDIMM (F5-8200C4052G24GX2-TZ5CK) | Zusätzliche Kühlung durch Lüfter |
| Grafikkarte | Gigabyte Geforce RTX 4090 Gaming OC | Übertaktet auf 2,9 GHz über MSI Afterburner |
| SSD | Corsair MP600 Elite | PCI-Express 4.0 Protokoll |
| Netzteil | NZXT C1500 | Ausreichende Versorgung für alle Bauteile |
| OS | Windows 11 24H2 (26100.3476) | Alle Updates zum Zeitpunkt des Artikels inkludiert |
UEFI-Konfiguration
Die Konfiguration umfasst neben einem Vergleich im Auslieferungszustand, der sich streng an die Spezifikationen hält, auch eine freigeschaltete Variante: Das Asus Advanced OC Profile hebt die Powerlimits für den Core Ultra 5 235 auf (4.096-Watt-Limit) und ermöglicht es den Kernen, den maximalen Boost dauerhaft aufrechtzuerhalten. Ziel dieses Tuning-Guides ist es dabei nicht, die CPU zu übertakten, sondern ausschließlich den Arbeitsspeicher zu optimieren. Dieser läuft mit 1,55 Volt und wird zusätzlich aktiv gekühlt.
Nicht verpassen:
Die zentralen Stellschrauben beim Tuning des CUDIMM-Speichers sind die Timings. Nachdem der maximal stabile Takt bei DDR5-8600 ermittelt wurde, erfolgt die Optimierung jedes einzelnen Timings schrittweise. Der Ablauf bleibt dabei stets gleich: UEFI aufrufen, Timing setzen, Stabilität testen. Es ist empfehlenswert, jedes Timing isoliert zu betrachten. Werden mehrere Timings gleichzeitig angepasst, lässt sich im Fehlerfall nicht eindeutig bestimmen, welches für die Instabilität verantwortlich ist. Leistungszuwächse resultieren dabei nicht aus einzelnen Timings, sondern aus der Summe aller Anpassungen. Drei Parameter stechen allerdings hervor: tRFC, tREFI und tWCL. Für tRFC empfiehlt sich eine schrittweise Reduktion in 8er-Schritten, tREFI lässt sich in 5.000er-Schritten erhöhen, und tWCL kann in 2er-Schritten abgesenkt werden. Zur Überprüfung von Stabilität und Leistungsentwicklung kommt der Karhu-RAM-Tester zum Einsatz, der den Datendurchsatz in MB/s ausweist. Dieser Wert dient als hilfreicher Indikator für die Wirksamkeit und Stabilität der vorgenommenen Optimierungen. Die finale Konfiguration sollte mindestens eine Coverage von 3.000 Prozent in Karhu erreichen, besser sogar 10.000 Prozent. Dazu kann das Tool über Nacht laufen.
Benchmarks (Spiele)
Moderne 3D-Spiele reagieren unterschiedlich stark auf RAM-Tuning. Maßgeblich ist dabei, wie häufig und schnell Inhalte nachgeladen werden müssen - ein Umstand, der besonders in offenen Spielwelten stärker ins Gewicht fällt als in linear aufgebauten Levelstrukturen. Der CPU-Testparcours bildet diese Unterschiede ab. So profitiert etwa Baldur's Gate 3 deutlich von optimiertem Arbeitsspeicher: Ausgehend vom Basis-Profil steigert sich die durchschnittliche Bildrate um 22 Prozent, die Frametimes - gemessen über P1- und P0.2-Werte - verbessern sich um bis zu 26 Prozent. In Dragon Age: The Veilguard rückt die Leistung des Core Ultra 5 235 mit DDR5-8600 und angepassten Timings sogar in die Nähe aktueller Spitzenprozessoren. Die Bildrate und Frametimes steigen um beeindruckende 24 Prozent, wodurch sogar der Core Ultra 9 285K in diesem Szenario knapp übertroffen wird.
Final Fantasy 16, ein eher grafiklastiger Titel, reagiert ebenfalls positiv auf RAM-Tuning. Ausgehend von einem Basiswert von 67,9 Bildern pro Sekunde lässt sich die Leistung um rund 20 Prozent auf 81,2 Fps steigern. Da das Spiel jedoch primär mit CPU-Takt und Kernanzahl skaliert, genügt allein die Speicheroptimierung nicht, um in der Leistungsspitze mitzuhalten. In Frostpunk 2 hingegen, das kürzlich einen Performance-Patch erhalten hat, fallen die Zugewinne durch das RAM-Tuning deutlich aus. Ähnlich überzeugend ist das Ergebnis in Indiana Jones und der Große Kreis: Dieser Titel läuft bereits ohne Tuning hervorragend auf Arrow-Lake-Prozessoren, doch mit optimiertem Speicher übernimmt der Core Ultra 5 235 klar die Führung - und distanziert die Konkurrenz spürbar. Kingdom Come: Deliverance 2 läuft auf Prozessoren ohne SMT/HTT nicht gut, dennoch sorgt die Optimierung des Arbeitsspeichers für rund 23 Prozent mehr Fps.
Quelle: buffed.de
Cyberpunk 2077 gehört zu den Titeln, die hervorragend auf eine Optimierung des Arbeitsspeichers ansprechen. Die Framerate steigt spürbar.
Manor Lords liefert mit aktiviertem RAM-OC interessante Leistungszuwächse, doch die teils sehr schlechten Frametimes bleiben bestehen - ein Umstand, der dem noch laufenden Entwicklungsprozess des Spiels geschuldet ist. In Spider-Man 2 hingegen setzt sich der optimierte Core Ultra 5 235 mühelos an die Spitze. Der Titel profitiert generell von Intel-Prozessoren, doch vor allem die verbesserten Frametimes durch das RAM-Tuning sorgen für ein sichtbar ruhigeres Bild. Ähnliche Ergebnisse zeigt Planet Coaster 2: Der optimierte Arbeitsspeicher verhilft dem Core Ultra 5 235 hier zu einem neuen Bestwert innerhalb des Testfelds. Den hohen Anforderungen an den Prozessor in Stalker 2 lässt sich besser mit getunten Arbeitsspeicher-Latenzen begegnen. Die P1-Fps lassen sich an dieser Stelle um 24 Prozent steigern. Starfield profitiert dagegen nicht so sehr mit dem Speicher, dennoch sind rund 20 Prozent an Fps möglich.
Anno 1800 profitiert traditionell kaum von vielen CPU-Kernen, reagiert dafür aber sehr deutlich auf hohe Taktraten und optimierte RAM-Timings. Besonders die P1-Fps legen um beeindruckende 27 Prozent zu und übertreffen damit sogar die Werte eines Core i9 der Raptor-Lake-Generation. Auch Star Wars Outlaws zeigt sich speicherhungrig: Der Core Ultra 5 positioniert sich nach dem Tuning auf Rang 3 im Testfeld, nur knapp hinter dem Ryzen 7 9800X3D. Cyberpunk 2077 schließlich bleibt seiner Linie treu und reagiert ebenfalls einwandfrei auf die Speicheroptimierung - auch hier lässt sich ein spürbarer Leistungszuwachs verzeichnen.
Benchmarks (Anwendungen)
Die Anwendungen im Test profitieren in erster Linie vom freigeschalteten Powerlimit des Core Ultra 5 235. Dennoch zeigt auch der übertaktete Arbeitsspeicher Wirkung - beispielsweise beim Komprimierungstest mit 7-Zip, in dem die optimierte Konfiguration eine um 34 Prozent höhere Leistung erzielt. In Anwendungen wie Cinebench oder V-Ray 6 macht sich vor allem die Ausstattung mit 14 Kernen bemerkbar. Standardmäßig begrenzt Intel die CPU auf 65 Watt, doch das verwendete OC-Profil ermöglicht ein dauerhaftes Boost-Verhalten. Die Leistungssteigerung ist deutlich spürbar - gleichwohl bleibt die physische Begrenzung durch die Anzahl der Kerne bestehen.
CPU-Index
Im CPU-Index verbessert sich der optimierte Core Ultra 5 235 deutlich: Anstelle von 67 Prozent im Gesamtwert erreicht die überarbeitete Konfiguration nun 79,7 Prozent. Sowohl Spiele- als auch Anwendungsleistung steigen dabei um durchschnittlich 19 Prozent. Mit 90,1 Prozent im Spielebereich platziert sich der Prozessor dank RAM-Tuning auf dem B860-Mainboard in den Top 3 - lediglich AMDs deutlich teurere 3D-V-Cache-Modelle bleiben vorn. In Anwendungen nähert sich der Core Ultra 5 235 der Leistung eines Core i7-13700K an und übertrifft den Ryzen 7 9800X3D. Dies stellt eine interessante Perspektive für Anwender dar, die gezieltes RAM-Tuning in Betracht ziehen.
Effizienz
Da der Prozessor nicht übertaktet, sondern lediglich in seinen Powerlimits freigeschaltet wurde, bleibt die Leistungsaufnahme beim Spielen moderat. Zwar erfordert der angepasste Arbeitsspeicher eine Anhebung der Spannungen, was den Energiebedarf unter Last leicht erhöht, doch erreicht der Core Ultra 5 235 im Spielebetrieb maximal 78 Watt - ein Wert, der sogar unter dem des für seine Effizienz bekannten Ryzen 7 5800X3D liegt. In Anwendungen steigt die Leistungsaufnahme erwartungsgemäß an, da die Auslastung aller 14 Kerne mehr Energie fordert. Mit 111 Watt bleibt der Wert dennoch unter dem Niveau eines Core Ultra 5 245K. In puncto Effizienz zeigt sich, dass das durchgeführte Tuning keine Einbußen verursacht: Die hohe Ausgangseffizienz bleibt nahezu vollständig erhalten.
Fazit
Das RAM-Tuning in Kombination mit einem freigeschalteten Powerlimit zeigt beim Core Ultra 5 235 auf einem B860-Mainboard ein durchweg positives Gesamtbild. In modernen Spielen variieren die Zugewinne zwar je nach Engine und Szenario, doch insbesondere in offenen Welten mit häufigen Nachladevorgängen bringt die Speicheroptimierung teils deutliche Vorteile - sowohl bei der Bildrate als auch bei den Frametimes. Titel wie Baldur's Gate 3, Dragon Age: The Veilguard, Spider-Man 2 oder Indiana Jones und der Große Kreis profitieren überdurchschnittlich und erlauben es dem Core Ultra 5 235, sich teils vor deutlich höher positionierten Prozessoren zu platzieren. Auch in Anwendungen zeigt sich das Potenzial des Setups: Der gesteigerte Takt unter Last sowie die optimierten Speicherlatenzen sorgen für klare Effizienz- und Leistungsvorteile, etwa beim Datenkomprimieren. Die Kombination aus Mehrleistung, kontrollierter Leistungsaufnahme und hoher Effizienz macht das RAM-Tuning auf B860-Basis zu einer praktikablen Option für Nutzer, die das Potenzial ihrer Hardware gezielt ausschöpfen möchten.
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Finde das Ergebnis zwar wichtig, auch mal hier gezeigt zu werden, war aber auch schon erwartbar...