COH 3: Check der Systemanforderungen
Wir haben uns die Systemanforderungen von COH 3 zur Brust genommen. Sind diese Next-Gen oder eher Last-Gen? Und warum? Der Tech-Test hat die Benchmarks.
In diesem Artikel
Die "PCGH-Benchboys" Raff und Dave haben sich die Technik des Strategie-Titels genauer angeschaut. Dazu ist ein Blick auf die Systemanforderungen zum Start immer spannend. Diese sind zwar nicht immer akkurat, doch lassen erahnen, wie weit die Technik eines Spiels vorangeschritten ist. Sehen wir uns an, was für Company of Heroes 3 auf dem Tableau liegt.
Auf dieser Seite
Company of Heroes 3: Die Systemanforderungen gecheckt
Laut Relic soll ein i5 der sechsten Core-Generation mit vier Kernen ausreichen, um das Spiel zu beschleunigen. Als Grafikkarte genügt eine Geforce GTX 950 oder Radeon R7 370. Empfohlen werden größere Kaliber, darunter Core-Prozessoren aus der 8. Generation mit acht Kernen und aufseiten der Grafikkarten eine GTX 1660 oder RX 5600. Trotz allem kann abgelesen werden, dass keine moderne Hardware nötig ist. Das passt nicht ganz zu den Next-Gen-Versprechungen der Entwickler. Und tatsächlich macht sich Ernüchterung breit, wenn man das Spiel startet und sich bis dahin auf eine epische Inszenierung gefreut hat. Company of Heroes 3 wirkt nämlich so gar nicht "Next Gen", sondern eher "Last Gen". Für unsere Tests kommt die finale Presse-Version vor dem Launch am 23. Februar zum Einsatz. Die Details stehen auf dem Maximum.
| MINDESTANFORDERUNGEN: | EMPFOHLEN: | |
|---|---|---|
| Setzt 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem voraus | Setzt 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem voraus | |
| Betriebssystem | Windows 10 64-bit | Windows 10 64-bit |
| Prozessor | Intel i5 6th-gen or AMD Ryzen desktop processor with 4 cores @3GHz, or equivalent performance | Intel i7 8th-gen or AMD Ryzen desktop processor with 8 cores @ 3GHz or equivalent performance |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | 16 GB RAM |
| Grafikkarte | NVIDIA GeForce GTX 950, AMD Radeon R9 370, or equivalent performance | NVIDIA GeForce GTX 1660, AMD Radeon RX 5600, or equivalent performance |
| DirectX | Version 12 | Version 12 |
| Speicherplatz | 40 GB verfügbarer Speicherplatz | 40 GB verfügbarer Speicherplatz |
Sie sehen hier eine der ersten Missionen im Spiel. Sie erleben Echtzeit-Schlachten abhängig davon, welche Handlungen Sie auf der Strategiekarte durchführen. Findigen Lesern wird oben links das Overlay aufgefallen sein. Verbaut waren zu dieser Stunde eine RTX 4090, die von einem Core i7-13700K befeuert wird, der auf 5,0 / 4,0 GHz heruntergetaktet wurde - CPU-Leistung ist nämlich das geringste, was die Essence Engine in der fünften Version benötigt. Satte 226 Fps bringt die CPU auf den Bildschirm, doch es werden nur fünf Kerne belastet.
Das ändert sich schlagartig, wenn Sie den Winkel der Kamera ändern. Da nun alle Elemente auf der Karte gerendert und berechnet werden, steigt die CPU-Last enorm an. Statt 226 Fps haben wir jetzt nur noch 59! Dazu bekommen plötzlich alle 16 Kerne etwas zu tun, jedoch die SMT-Threads gar nichts. Offenbar verfügt die Engine über kein optimiertes Level of Detail, welches den Detailgrad der grafischen Objekte verringert, je weiter sie vom Spieler entfernt sind. Glücklicherweise spielt man in diesem Winkel selten bis gar nicht.
Quelle: PCGH
CPU mit Fps-Limit
Wir haben noch einen weiteren Test durchgeführt und die Fps auf 80 begrenzt. Das Spiel ist jetzt so anspruchslos an den Prozessor, dass nur noch ein einzelner Kern ausgelastet wird, während die anderen gar nichts tun. Die geringe CPU-Last kann zum einen an der DirectX-12-API liegen, oder zum anderen daran, dass es schlicht nichts zu berechnen gibt. Uns hat schließlich interessiert, wie das Spiel auf betagten Gaming-Prozessoren läuft, es hat schließlich nicht jeder einen Core i7-13700K verbaut. Zu diesem Zweck haben wir ein Testsystem, bestehend aus einem Core i7-4790K und einem Ryzen 1300X, aufgebaut. Die beiden Vierkerner bieten CPU-Performance aus dem Jahre 2014 und sind in jeder Hinsicht antiquiert.
Werfen Sie einen Blick auf die "Haupt" Anzeige unten links im Bild. Beide Prozessoren sind dazu in der Lage, mehr als 80 Bilder pro Sekunde auf den Bildschirm zu bringen. Doch Obacht, Sie sollten zumindest vier Kerne verbaut haben, sonst sehen Sie diese Fehlermeldung beim Start des Spiels:
Quelle: PCGH
Company of Heroes 3 im Hands-on: Die alten Stärken mit Last-Gen-Optik (2)
Der Witz ist, dass das Spiel trotzdem danach startet. Wir haben uns also den Spaß erlaubt, den Benchmark noch einmal mit nur zwei aktiven Kernen des Ryzen 1300X zu wiederholen.
Quelle: PCGH
Company of Heroes 3 im Hands-on: Die alten Stärken mit Last-Gen-Optik (1)
Die Frametimes sind zwar sprichwörtlich aus der Hölle, doch durchschnittlich erreichen wir immer noch über 80 Fps. Wir möchten Sie an dieser Stelle daran erinnern, dass wir hier über einen Triple-A-Titel aus dem Jahre 2023 sprechen, der zum Vollpreis von 60 Euro angeboten wird. Angesichts dieser sehr geringen CPU-Anforderungen fragen wir uns, warum die Entwickler das Budget nicht für weitere grafische Aufwertungen verwendet haben. Positiv ist, dass die Anforderungen zu dem passen, was uns optisch geboten wird. Dabei gibt es eine wichtige Einschränkung. Wer auf den größten Karten mit beispielsweise sechs Parteien um die Vorherrschaft kämpft, wird sicherlich geringere Bildraten als in der Kampagne erleben.
Company of Heroes 3: GPU-Anforderungen
Ob die Grafikkarten-Anforderungen ähnlich zahm ausfallen wie die für Prozessoren, haben wir ebenfalls mit einem "How low can you go?"-Test überprüft. Relic respektive SEGA nennen als Mindestanforderung eine Geforce GTX 950 oder Radeon R7 370. Unsere Wahl fällt aufgrund der größeren Verbreitung auf das Nvidia-Modell, zumal diese ausschließlich mit 2 GiByte angeboten wird, während von der R7 370 auch 4-GiByte-Varianten verfügbar waren. Die GTX 950 war schon bei ihrem Erscheinen im Jahr 2015 eher hüftlahm - für Company of Heroes 3 reicht's aber tatsächlich. Erwartungsgemäß läuft das Spiel niemals flüssig, spielbare Bildraten sind jedoch möglich. Der integrierte Benchmark (siehe Video oben) attestiert der Grafikkarte in Full HD eine durchschnittliche Bildrate von knapp 23 Fps mit maximal möglichen Details, ist dabei aber sehr optimistisch: Heben wir die Kamera etwas an, werden in einer echten Spielszene schnell einstellige Bildraten erreicht. Minimale Details bringen hier 13 Fps - das genügt selbst für ein Echtzeitstrategiespiel wie Company of Heroes 3 nicht. Wer den Kamerawinkel allerdings nicht anfasst und somit den massiven Overdraw der Karte vermeidet, kann COH 3 aber tatsächlich mit einer steinalten Einsteiger-Grafikkarte spielen.
Interessant ist die Diskrepanz zwischen dem generellen Tech-Level des Spiels und den VRAM-Anforderungen. Verfügt die installierte Grafikkarte über zu wenig Speicher, verwehrt Company of Heroes 3 entweder die höheren Textur-Qualitätsstufen, oder die entsprechende Option wird vollständig ausgegraut. Wir haben dieses rigorose Verhalten anhand von vier Grafikkarten abgeklopft: GTX 950 2GB, GTX 1060 3GB, GTX 1060 6GB, GTX 1080 8GB und RTX 3080 10GB. Erst mit 10 GiByte dürften wir die maximale Texturqualität im Grafikmenü anwählen! Bei weniger als 6 GiByte ist die Option ausgegraut und steht auf dem Minimum (auch wenn dort "Hoch" steht - in diesem Fall war zuvor eine Grafikkarte mit mehr Speicher installiert).
Während die Unterschiede zwischen der höchsten und nächstkleineren Texturqualität relativ gering ausfallen, spielt diese Option bei VRAM-ärmeren Grafikkarten eine große Rolle. Unterhalb von 6 GiByte Grafikspeicher erlaubt Company of Heroes 3 nur breiige Oberflächendetails, welche die angestaubte Grafik weiter torpedieren. Unsere Empfehlung lautet daher: Auch wenn COH 3 mit einer betagten Grafikkarte funktioniert, sollten Sie wenigstens auf ein 8-GiByte-Modell wechseln - egal, welches, Hauptsache 8.192 MiByte Speicher. Die volle Qualität, mit Option auf Downsampling via Treiber, gibt es ab 10 GiByte. Wir haben den integrierten Benchmark auf einer Geforce RTX 4090 @ 3 GHz aufgenommen - in 8K-Auflösung mittels DSR. In dieser Form wird das Spiel perfekt geglättet und macht eine hervorragende Figur, allerdings werden dabei teils weniger als 60 Fps erreicht.
Company of Heroes 3: Zwischenfazit
Rein spielerisch fühlen wir uns als Fans der COH-Reihe auch im dritten Teil wie Zuhause. Wir sind nur etwas enttäuscht, welche Technik uns Relic hier im Jahre 2023 zum Vollpreis von 60 Euro serviert. Es gibt kein Raytracing, die Beleuchtung ist relativ flach und auch moderne Upscaling-Modi wie FSR und DLSS fehlen. Letztere sind angesichts des geringen Anspruchs an die Grafikkarte nicht zwingend notwendig, könnten aber gleichzeitig die Schwachpunkte des spielinternen Anti-Aliasings beseitigen. Bemerkenswert sind einzig die hohen Anforderungen an den Grafikspeicher, die so gar nicht zum Rest passen wollen. Möglicherweise geht Relic diesen Punkt mit einem künftigen Update an, bis dahin empfehlen wir *irgendeine* Grafikkarte mit 8 GiByte, um in den Genuss hübscher Oberflächendetails zu kommen. Die günstigste Option, um maximale Texturen zu nutzen, wäre eine Radeon RX 6700 (PCGH-Test). Besitzer einer High-End-Grafikkarte mit mindestens 10 GiByte sollten in DSR/VSR-Downsampling inklusive Nachschärfung investieren, um das Optimum aus der Grafik zu kitzeln.
Wünschen Sie sich weitere und genauere Benchmarks aus Company of Heroes 3? Wir legen gerne nach, sofern seitens der Community Interesse besteht. Für den Moment hilft dieser Ersteindruck. Nutzen Sie für Feedback gerne den Kommentar-Thread und erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen. Gehen wir mit der Technik zu hart ins Gericht?


Aber vielleicht fühle ich mich am PC einfach besser, Placebo Effekt
Bzgl Auto Aim, ka , ich finde es bringt mir kein Vorteil, aber als ehemals Main Pcler ist das zocken mit Gamepad für mich so oder so mit/ohne A-AIM einfach gefühlt falsch.
Latenz ist doch nicht schlechter bei einer Konsole. Am PC hast du mehr FPS, aber ob das so ein riesen Vorteil bringt sei mal dahin gestellt. Habe lange auf einem 60hz Monitor gespielt, außer dass das Tearin mich irgendwann abgefuckt hat, empfinde ich da jetzt keinen großen Unterschied.
Ich habe auch eine Nintendo Switch, aber erwarte bestimmt nicht dort alles spielen zu können, was ich auf dem PC (in besser) zocken kann.
Ich Unterscheide nicht in Plattformen. Ich finde es wäre erstrebenswert, dass ein jeder auf seiner präferierten Plattform alles zu jederzeit zocken kann…
Multiplattform ftw!
Ich habe auch eine Nintendo Switch, aber erwarte bestimmt nicht dort alles spielen zu können, was ich auf dem PC (in besser) zocken kann.