Intel Coffee Lake-S: Sockel-Inkompatibilität scheint eine produktpolitische Entscheidung zu sein

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Intel Coffee Lake-S: Sockel-Inkompatibilität scheint eine produktpolitische Entscheidung zu sein
Quelle: Intel

Intels Coffee-Lake-S-CPUs Core i7-8700K und Co. laufen nicht auf bisherigen 200er-Mainboards. Umgekehrt ist Kaby Lake-S inkompatibel zu den aktuellen 300er-Ablegern. Dem Anschein nach handelt es sich um eine rein produktpolitische Entscheidung seitens Intel, denn spätestens die Z270-Übertakter-Mainboards sollten genug Leistung für die Sechskerner zur Verfügung stellen können.

Intel zeigt sich neuerdings verschwiegen, was Details zu neuen Prozessoren und deren zugrundeliegenden Plattformen angeht. Im Falle von Coffee Lake-S konnte videocardz.com dem Chiphersteller zitierbare Antworten entlocken, warum die neuen CPUs nicht auf alten Z270-, H270 und B250-Mainboards laufen. Die Z370-Mainboards erforderten eine "verbesserte Stromversorgung für die neuen Sechskern-Prozessoren". Darüber hinaus habe man die "Gelegenheit genutzt, um die Übertakter-Fähigkeiten zu verbessern, indem die Stromversorgung des CPU-Packages verbessert" worden sei.

Klar ist, dass sich mechanisch am Sockel 1151 nichts ändert und auch die Pin-Belegung identisch ist. Offenbar hat Intel lediglich seine Spezifikationen mit höheren Anforderungen an die Spannungsversorgung aktualisiert, sodass höhere Volt-Werte über einzelne Pins laufen können. Komplett neue Mainboards vorauszusetzen, ist eine äußerst vorsichtige Maßnahme. Spätestes die "dicken" Übertakter-Mainboards mit Z270-PCH sollten schon die Intel-Spezifikationen überschreiten und mehr als genügend Spannung zur Verfügung stellen können. Wir sind uns sicher, dass Intel und seine Partner zahlreiche Z270-Mainboards für Coffee Lake-S hätten validieren können, hätte Intel das gewollt. Spätestens die 65-Watt-Modelle Core i7-8700, i5-8400 und i3-8100 sollten keinerlei Probleme bereiten.

Dazu passend bestätigt guru3d.com Aussagen, die uns gegenüber im Vorfeld getätigt wurden. Eigentlich könnten Kaby-Lake-S-CPUs auf Z370-Mainboards laufen, da die Pins schließlich identisch belegt sind. Intel verhindere das Ganze lediglich auf BIOS-Ebene. Für den Chiphersteller steht fest: Auf Z370-Mainboards soll nur Coffee Lake-S laufen.

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    • Kommentare (102)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Intel Coffee Lake-S: Sockel-Inkompatibilität scheint eine produktpolitische Entscheidung zu sein

        Zitat von DARPA
        Ok, war mir gar nicht klar, dass diese Abfrage optional ist. Das heisst der Boardhersteller kann das entscheiden? Ist das dann eher für Multi Sockel System gedacht?
        Mit Multi-Sockel hat das nichts zu tun, da 1151 ein reines Single-Sockel-Format ist. Der Kontakt ist aber zumindest als optional deklariert und wird von der CPU einfach auf Masse kurzgeschlossen, funktioniert also wie ein einfacher Taster. Da sich die meisten 1151-Mainboards ohne CPU einschalten lassen vermute ich, dass die Funktion in der Regel nicht genutzt wird. Was soll ein Mainboard auch mit der Information "CPU nicht vorhanden" anfangen? Eine hilfreiches "da muss noch was in den Sockel du DAU"-Piktogram auf den Monitor auszugeben wäre zwar sinnvoll, ohne Prozessor aber nicht möglich

        Zitat
        Meinst du mit den extra Optionen Spannungsmesspunkte auf dem Board?
        Nein, von denen bekommt die CPU gar nichts mit. Einige an Extrem-Übertakter gerichtete Boards erlauben aber eine manuelle Konfiguration der Stromversorgung von bis zu einem halben Dutzend weiterer CPU-Bestandteile, die normalerweise direkt oder automatisch an Vcore, VccSA und VssIO gekoppelt sind. Wir die Mainboard-Hersteller das machen ist mir im Detail nicht bekannt – aber die Nutzung von im Normalbetrieb inaktiven Diagnose-Kontakten ist naheliegend.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Intel Coffee Lake-S: Sockel-Inkompatibilität scheint eine produktpolitische Entscheidung zu sein

        Zitat von DARPA
        Ok, war mir gar nicht klar, dass diese Abfrage optional ist. Das heisst der Boardhersteller kann das entscheiden? Ist das dann eher für Multi Sockel System gedacht?
        Mit Multi-Sockel hat das nichts zu tun, da 1151 ein reines Single-Sockel-Format ist. Der Kontakt ist aber zumindest als optional deklariert und wird von der CPU einfach auf Masse kurzgeschlossen, funktioniert also wie ein einfacher Taster. Da sich die meisten 1151-Mainboards ohne CPU einschalten lassen vermute ich, dass die Funktion in der Regel nicht genutzt wird. Was soll ein Mainboard auch mit der Information "CPU nicht vorhanden" anfangen? Eine hilfreiches "da muss noch was in den Sockel du DAU"-Piktogram auf den Monitor auszugeben wäre zwar sinnvoll, ohne Prozessor aber nicht möglich

        Zitat
        Meinst du mit den extra Optionen Spannungsmesspunkte auf dem Board?
        Nein, von denen bekommt die CPU gar nichts mit. Einige an Extrem-Übertakter gerichtete Boards erlauben aber eine manuelle Konfiguration der Stromversorgung von bis zu einem halben Dutzend weiterer CPU-Bestandteile, die normalerweise direkt oder automatisch an Vcore, VccSA und VssIO gekoppelt sind. Wir die Mainboard-Hersteller das machen ist mir im Detail nicht bekannt – aber die Nutzung von im Normalbetrieb inaktiven Diagnose-Kontakten ist naheliegend.
      • Von DARPA Volt-Modder(in)
        AW: Intel Coffee Lake-S: Sockel-Inkompatibilität scheint eine produktpolitische Entscheidung zu sein

        Zitat von PCGH_Torsten
        Man beachte, dass außer der (optionalen) CPU-Erkennung und reinen Umbenennungen nur reservierte Kontakte eine Aufgabe erhalten haben.
        Ok, war mir gar nicht klar, dass diese Abfrage optional ist. Das heisst der Boardhersteller kann das entscheiden? Ist das dann eher für Multi Sockel System gedacht?

        Zitat von PCGH_Torsten
        Wirklich bedenklich finde ich aber nur AV39 und AW38: RSVD_TP => VSS heißt, dass ehemalige Test-Pins jetzt zur Stromversorgung genutzt werden. Eigentlich sollten Mainboard-Hersteller die Finger von diesen lassen, aber einige Übertakter-Boards geben gerne ein paar Optionen extra und das würde dann wirklich zu Konflikten führen.
        Meinst du mit den extra Optionen Spannungsmesspunkte auf dem Board?
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        AW: Intel Coffee Lake-S: Sockel-Inkompatibilität scheint eine produktpolitische Entscheidung zu sein

        Also exakt der Grund, wieso AMD damals die Plus Versionen eingeführt hat.
        Nur hat AMD das erklärt und begründet.
        Intel macht eigentlich immer noch nichts. Man hätte den Sockel durchaus ändern können, wenn man eh schon alles ändern muss.
        Und dann gäbe es eben einen Sockel 1152 mit einer klar strukturierten Erklärung von Intel.
        Verstehe immer nicht, wieso da so ein Geheimnis draus gemacht wird. Wenn man was ändern muss, dann ist das eben so. Soll man das richtig kommunizieren und dann sind alle zufrieden.
      • Von Schaffe89
        AW: Intel Coffee Lake-S: Sockel-Inkompatibilität scheint eine produktpolitische Entscheidung zu sein

        Zitat von SFVogt
        es also völlig außerhalb dem Bereich des Möglichen sein kann, das es hier zu irgendwelchen technischen Problemen gekommen ist, welche 200er Chipsatz Boards anfänglich reihenweise sterben lies und den ganzen CFL samt Z370 (Z270-Refresh) Release um ein paar Monate nach hinten verschoben hat ... keine Chance!
        Ja "total" außerhalb allem Möglichem, denn wie man nun erfahren hat liegt es genau an der Stromversorgung. Gell Treshold^^

        Zitat von Threshold
        Tja, der neue Chipsatz ist dann Coffee exklusiv.
        Mal sehen, wie die Preise für die Boards aussehen -- nicht dass die auch noch teurer werden.
        Die Verarschungsmaschinerie läuft auf hochtouren.
      • Von Zappaesk Volt-Modder(in)
        AW: Intel Coffee Lake-S: Sockel-Inkompatibilität scheint eine produktpolitische Entscheidung zu sein

        Zitat von lutari
        Der 7700K verkauft sich erstaunlich gut, obwohl die Unterschiede zum Vorgänger eher minimal waren. Intel schien auch etwas überrascht gewesen zu sein. 8700K und 9700K werden sich wieder ähnlich gut verkaufen.
        Schön für Intel, aber was hat das mit meiner Aussage zu tun?
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