Call of Duty: Modern Warfare 3 vs. Ghosts - Grafik im Direktvergleich: Wirklich Next Gen oder doch nur Textur-Recycling?

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Noch zur E3 im März dieses Jahres ging man bei Activision in die PR-Offensive und verkündete lautstark, dass mit den Next-Gen-Konsolen auch Call of Duty seinem Image als grafische "Nullnummer" entfliehen möchte. Jetzt ist das Spiel da und wir haben den Vergleich: Sehen Sie ernsthafte Unterschiede oder blieb es wieder nur beim leichten Polishing?

Die Ankündigung im März dieses Jahres waren durchaus vielversprechend: Mit dem Wechsel auf die Next-Gen-Konsolen sollte die Call-of-Duty-Reihe grafisch einen großen Schritt nach vorne machen. Techniken wie Sub-D oder "Subsurface Skin Shaders" wurden als die großen Heilsbringer für die angestaubte Technik der IW-Engine angepriesen. Kurz vor dem Release ruderte man dann schon etwas zurück und gestand ein, dass die Engine dann so neu dann doch nicht sein würde. Da das Spiel mittlerweile erhältlich ist, stellen wir einfach mal den Direktvergleich auf und versuchen ein paar Beispiele dafür zu finden, was an der betagten Engine nun neu oder eben nicht so neu ist.

Als kleine Zwischeninformation: Die Call-of-Duty-Reihe wird im Wechsel von zwei verschiedenen Studios produziert. Treyarch und Infinity Ward beackern das Thema der Militärshooter und auch die Engine getrennt voneinander. Für unsere Vergleiche ziehen wir deshalb "Modern Warfare 3" heran, welches die vorangegangene CoD-Auskopplung von Infinity Ward ist.

CoD: Ghosts - Was sich auf dem Papier geändert haben sollte

Die wichtigste Verbesserung nennt sich Sub-D: Dieses Technik wurde von Mitarbeitern der Pixar-Studios in die Engine eingepflegt und sorgt für perfekte, runde Objekte. Autoreifen oder Zielfernrohre, die in der Vergangenheit noch stark nach Vielecken aussahen, sollten im neuen Teil einen wesentlich besseren Eindruck hinterlassen. Auch einfache Rundungen wie Helme oder Visiere müssten besser aussehen, indem der Polycount abhängig von der Entfernung zum Objekt erhöht wird. Außerdem versprechen die Entwickler hochaufgelöste Texturen, die damit ja an jeder Ecke zu sehen sein müssten. Die Gesichter der Charaktere sollen durch eine Kombination von Sub-D, "Subsurface Skin Shaders" und "Selfcasting Shadows" ein völlig neues Niveau erreichen. Einen besonders genauen Blick werden wir auch auf die Arme der typischen Ego-Shooter-Perspektive werfen, da diese mit den zuvor erwähnten Features überarbeitet worden sein sollten.

Zusammenarbeit mit Nvidia

Neben den allgemeinen Änderungen hat Nvidia die Finger in der PC-Umsetzung mit drin. Mit Geforce-Karten lässt sich z. B. Kantenglättung via TXAA einstellen oder HBAO+ als SSAO-Modus, welches wir Ihnen erst kürzlich auf unserer Webseite vorgestellt haben. Benchmarks zu Grafikkarten und Beispiele zur Kantenglättung haben wir ebenfalls in einem weiteren Artikel beschrieben. Die allgemeine Grafikqualität dürfte sich auch durch das Know-How der Grafikkarten-Schmiede nur wenig verbessert haben. Abgesehen von den exklusiven Geforce-Features, von denen die GPU-beschleunigten Physx-Effekte noch per Patch nachgereicht werden sollen, ähnelt die PC-Version optisch enorm den Konsolenfassungen.

Das Zielfernrohr (ACOG)

Zuerst versuchen wir, optische Belege für die Sub-D-Technik zu finden und in der Tat müssen auch Kritiker feststellen, dass diese Technik an Objekten wie dem Zielfernrohr einen hervorragenden Job macht. In der Vorgängerversion sind die Ecken noch deutlich zu erkennen, während die Ghosts-Version wirklich perfekt rund aussieht. Die Waffe selbst ist neu und demnach musste auch das Visier für die Waffe neu- oder umgestaltet werden. An den Texturen für die CoD-Ghosts-Waffe ist allerdings fast ein Rückschritt zu erkennen. Die Dreh-Elemente wirken in der MW3-Version schärfer - in beiden Fällen sind die bestmöglichen Settings eingestellt. Fazit: Sub-D ist da und funktioniert bei ganz offensichtlichen Elementen hervorragend. Darüber hinaus ist bestenfalls alles beim Alten.

Die Hände der Ego-Perspektive

Beispiel Nummer zwei betrifft die Hände, die Sie praktisch die ganze Zeit zu Gesicht bekommen. Und bei aller Kritik, die man aktuell über die Grafik von CoD: Ghosts zu lesen bekommt, nach dieser Verbesserung müssen Sie nun wirklich nicht lange suchen: Das Material der Handschuhe und damit die Textur ist absolut scharf und auch Unterschiede im Material lassen sich problemlos erkennen. Die Kanten der Kleidung wirken dank Sub-D rund und natürlich. Insgesamt ein vergleichsweise deutliches Update zum zugegebenermaßen enorm schlechten Vorgänger.

Pflanzen und Vegetation

Ja, soweit haben wir die positiven Punkte eigentlich abgearbeitet und nun zu den Gründen, warum in den Foren der Eindruck vermittelt wird, dass CoD: Ghosts aussieht wie die Vorgänger. Die Vegetation sollte mit Tesselation und neuen Texturen ein völlig neues Ambiente erzeugen. Die Praxis sieht dann aus wie in unserem Beispiel. Flächendeckender Textur-Matsch dominiert das Geschehen und die zu sehenden Gräser kennen Fans der Serie nun mindestens seit dem ersten Modern-Warfare-Teil (2007) - in dieser Form praktisch unverändert.

Wand- und Boden-Texturen

Texturen, Texturen und nochmal Texturen: Seit Jahren predigen wir dieses Mantra nun zu jedem CoD-Teil und auch dieses Mal können wir, trotz großspuriger Ankündigungen, nichts anderes schreiben. So wie hier sehen Texturen auch in "Ghosts" zum großen Teil aus. Es gibt natürlich Ausnahmen. Die Raumstation der Einzelspieler-Kampagne sieht gut aus und auch die Raumanzüge sind dort gut gelungen. Die Erklärung dafür scheint simpel: Alle Texturen, die für den aktuellen Teil neu erstellt wurden, sehen gut aus und sind ordentlich aufgelöst. Sobald Texturen aus den Vorgängern wiederverwertet wurden, und das geschieht erschreckend oft, bleibt das Spiel dem Look der Vorgänger treu und sorgt so für den allgemein schlechten Eindruck der PC-Spieler-Fraktion.

Gesichter und Mimik

Zum Schluss die Gesichter: Keine Frage, dass hier Frostbite oder Cryengine die Referenz bilden und es nicht ernsthaft zu erwarten war, dass die IW-Engine nennenswert aufschließen kann. Dennoch wurden einige Verbesserungen versprochen, um die nicht schlechten, aber dennoch recht plastischen Gesichtszüge zu verbessern. Das Ergebnis können Sie selbst sehen: Für CoD-Ghosts haben wir sogar einen der Protagonisten als Motiv gewählt und nicht mal dieser kann wirklich überzeugen. Bei anderen Beispielen enttäuschen Haare und Mimik maßlos und auch die Animationen sind generell mittlerweile einfach nicht mehr zeitgemäß.

CoD: Ghosts - PC-Feature HBAO+ (Geforce)

Erst kürzlich haben wir alles über das Geforce-Feature HBAO+ in einem Artikel zusammengefasst. Mit Call of Duty: Ghosts kommt eines der ersten Spiele, in dem sich das Feature mit Geforce-Karten direkt im Menü auswählen lässt. Der neue Modus zur Umgebungsverschattung ist intensiver und geht dabei ressourcenschonender ans Werk als alternative Modi - unsere Vergleichsbilder sind da eindeutig.

Vergleich der Grafik von MW3 zu Ghosts: Fazit

Die großen Ankündigungen über die grafische Neuausrichtung von Call of Duty wurden von Anfang an mit Skepsis betrachtet und diese schien im Nachhinein nicht unbegründet zu sein. Wir haben nach Verbesserungen gesucht und an einzelnen Stellen auch wirklich welche gefunden. Sub-D ist eine tolle Technik, die an vielen "Ecken" weiterhilft und die neue Gestaltung der Hände macht auch einen guten Eindruck.

Darüber hinaus kann man nicht mehr wirklich viel Positives berichten. In den gezeigten Beispielen, und wir hätten noch weitere gehabt, fällt es teilweise schwer zu erkennen, welches Bild nun zu welchem Spiel gehört. Texturen, Fahrzeuge, Animationen, Pflanzen: An praktisch jeder Ecke erkennen Sie Elemente aus den Vorgängern unverändert wieder, sodass sich der Gesamteindruck der Grafik zu den Vorgängern wieder nicht verändert hat. Mit der Lupe findet man dann vereinzelt neue Texturen und der Hund ist auch einmal runderneuert worden. Für einen der wesentlichen Bestandteile im Spiel war das aber auch nicht anders zu erwarten. Insgesamt muss man auch dieses Jahr das gleiche Fazit wie im Vorjahr ziehen: Der nächste Teil von Call of Duty ist "Alter Wein in neuen Schläuchen". Wer damit kein Problem hat, bekommt kein schlechtes Spiel, aber grafisch eben bestenfalls Mittelmaß.

Hintergrund:
Call of Duty: Ghosts erscheint am 5. November 2013 für PC, PS3 und Xbox 360 und liefert sich dieses Jahr einen Schlagabtausch mit Battlefield 4. Zuletzt gab es eine solche Konstellation der beiden Serien vor zwei Jahren. Die Konsolenfassungen für Xbox One und Playstation 4 werden zu deren Release nachgeschoben. Spieler, die den Titel bei Händlern vorbestellen, erhalten die downloadbare Bonus-Karte "Free Fall" kostenlos dazu. Die soll eine ganz neue, dynamische Kartenmechanik bieten.

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    • Kommentare (63)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von K1TZ Kabelverknoter(in)
        Grafik fühlt sich an wie MW3 zieht aber Leistung wie ein BF3 oder Crysis.
        Gameplay/Story nach 2x anspielen mit Maus echt der Horror.
        Gechillt im Bett mit Xbox Controller echt noch ganz gut.

        Glaube auch kaum das es sich besser Verkauft hat als GTA5.
        CoD:G hatte nicht einmal 1/10 soviel Hype wie GTA wenn ich im Freundeskreis, FB und auf Youtube schaue.
      • Von K1TZ Kabelverknoter(in)
        Grafik fühlt sich an wie MW3 zieht aber Leistung wie ein BF3 oder Crysis.
        Gameplay/Story nach 2x anspielen mit Maus echt der Horror.
        Gechillt im Bett mit Xbox Controller echt noch ganz gut.

        Glaube auch kaum das es sich besser Verkauft hat als GTA5.
        CoD:G hatte nicht einmal 1/10 soviel Hype wie GTA wenn ich im Freundeskreis, FB und auf Youtube schaue.
      • Von yojinboFFX Software-Overclocker(in)
        Hi!
        Ich kann das Gehate nicht mehr hören-aber leider haben Die auch noch Recht damit!
        Gruß Yojinbo,Der Es wieder gekauft hat,und nicht weiß warum!
      • Von facopse PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von ClimaX-0
        Obwohl bei einer Sache ist Ghosts schon auf einer Ebene mit den anderen Games. Beim Hardwarehunger. Nur hier halt total unbegründet.
        Experten vermuten, CoD Ghosts läuft auf dem PC via Xbox360-Emulator.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Ob es wirklich "next Gen" ist, hätte man übrigens auch leichter feststellen können:
        PS3 vs PS4 Fassung.
        Und wenn das einzige, was anders ist, Texturschärfe ist und andere kleine Details sind, rechtfertigt das wohl kaum "next Gen"...
      • Von Dooma Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Standeck
        Wenn die Bewertungen für Ghost wirklich so mies sind warte ich mal gespannt ab ob es dieses Jahr endlich starke Einbußen für Activison geben wird. Erst wenn die Verkaufszahlen spürbar nachlassen und die Leute laut nach was neuem schreien werden sie was ändern.

        Na hoffentlich! Eigentlich fand ich Cod immer toll... EIGENTLICH.

        Allein das sich die Story über mehrere Teile fortsetzt fand ich persönlich schön. Man fühlt sich sofort im Spiel heimisch.

        Aber... und das ist ein riesiges Aber:
        Es wird endlich mal Zeit, dass die ihre Titel mal auf die höhe der Zeit bringen.

        Damit sind natürlich Graphik & Sound gemeint, aber nicht nur das.

        Ganz speziell für IW gehört hier m.M.n. Stammkundenpflege, Preismodell und ANTICHEAT ganz groß mit auf den Aufgabenzettel!
        Ich würd's sogar noch VOR anderweitigen technischen Umsetzungen ansetzen.

        Dazu gehören für mich aber nicht nur neue Titel, sondern auch ganz klar die alten.
        Es ist einfach beleidigend und ein Armutszeugnis als Entwickler, wenn man sich den Multiplayer seines Spieles von Cheatern übernehmen lässt, diese Spiele für ehrliche Spieler unspielbar werden, und als Antwort auf die Hilfeschreie zahlender ehrlicher Kunden den Support einfach mal einstellt. Eine Frecheit!

        Bevor diese Dinge nicht angepackt sind kauf ich mir kein Cod mehr, da kann die Graphik noch so hübsch werden.
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