300-mm-Wafer derzeit kein Thema
Vor fünf Jahren war eine Prozessor-Fertigung in 45-Nanometern, wie sie heute zumindest bei Intel Standard ist, noch Zukunftsmusik. Wir haben in unseren Archiven einen Artikel gefunden, der sich mit der Prozessorfertigung bei AMD anno 2003 beschäftigt.
300-mm-Wafer derzeit "kein Thema"
Zwischen all dem Fortschrittsdrang überraschte uns AMD mit der Aussage, dass die derzeit von Intel forcierte Technik mit 300-mm-Wafern für AMDs Fab 30 derzeit kein Thema sei. Man habe sehr viel Know-how mit der aktuellen Technik. Ferner seien die Prozessor-Kerne der Athlons und Opterons verglichen mit den Pentium-4-Kernen sehr klein. Es sei daher auch mit 200-mm-Wafern möglich, hohe Stückzahlen pro Wafer zu erzielen und damit die Kosten niedrig zu halten.
Fab 30 und die Zukunft
Cosmopolitan: In Dresden gebaut, in Fernost montiert und aus den USA verwaltet der Athlon-Prozessor. Globaler gehts kaum. (Quelle: AMD)
Als die Fab 30 ihren regulären Betrieb aufnahm, liefen Athlon-Thunderbird-Prozessoren in 0,18-Micron-Strukturen vom Band. Mittlerweile produziert das Werk Thoroughbreds in 0,13 Micron. Laut AMD war dies ohne größere Änderungen an den Werkzeugen und den Maschinen. Bei der Einrichtung der Anlagen sei bereits darauf geachtet worden, dass diese auch mit 0,13 Micron umgehen können. Selbst die Hammer-Prozessoren Athlon 64 und Opteron, die zusätzlich noch mit der SOI-Technologie ausgerüstet sind, laufen von den gleichen Bändern. Danach wird jedoch Schluss sein. Die 0,09-Micron-Prozessoren, die bereits für 2003 geplant sind, werden neue Werkzeuge und Maschinen benötigen. Langfristig sieht der Plan vor, im Jahr 2005 mit 0,065 Micron nachzulegen, 2007 sollen 0,045 Micron und 2010 0,030 Micron machbar sein.
Zu den Prozessoren selbst ist AMD außer den Angaben in der aktuellen Roadmap natürlich nicht viel zu entlocken. Anfang bis Mitte 2003 werden wir die Einführung der 64-Bit-Hammer-Familie aus der Dresdner Produktion erleben, während die 32-Bit-Schiene mit dem aktuellen Athlon XP in die Low-Cost-Rolle zurückgestuft werden und damit den Part des Duron übernehmen soll. Ende 2003 werden die 0,09er-Versionen des Opteron ("Athens") und des Athlon 64 ("San Diego") erscheinen.
Was die ferne Zukunft bringen wird, das wissen momentan nur die Chip-Designer in Sachsen - und natürlich die emsige Gerüchteküche im Internet. Die K8-Plattform ist noch nicht einmal verfügbar, da ranken sich bereits erste Legenden um dessen Nachfolger K9. Greyhound sei sein Codename, und welche neuen Features er besitzen soll, steht noch in den Sternen. Bleibt AMD seinem bisherigen Schema treu, werden wir frühestens 2007 - passend zur Einführung der 0,045-Micron-Technologie - mit dem Greyhound beglückt werden. Hoffentlich nach wie vor aus AMDs "Kronjuwel" in Dresden.
Fab 30: Die Dresdner Fab 30 aus der Luft. Rund 5.000 Wafer mit Athlon-Prozessoren laufen hier pro Woche vom Band. (Quelle: AMD)
