Mark Papermaster im Interview: AMDs CTO widerspricht dem Bulldozer-Fail und lobt Never Settle Reloaded
Im Gespräch mit PC Games Hardware zeigt sich der Chief Technology Officer zufrieden mit der positiven Entwicklung der Bulldozer-Architektur, gab sich dafür im Gegenzug aber zugeknöpft hinsichtlich der Semi-Custom-APUs sowie der Next-Gen-Konsolen.
Auf der Computex 2013 sprach PC Games Hardware mit Mark Papermaster, seines Zeichens Chief Technology Officer bei AMD. Direkt zu Beginn konfrontierten wir ihn mit der Frage, ob mit der Bulldozer-Architektur anfangs nicht etwas schief gelaufen sei, da Richland mittlerweile beweist, dass die Technik durchaus konkurrenzfähig ist. Papermaster verneinte dies ausdrücklich und wies darauf hin, er sei mit Bulldozer sehr zufrieden.
Wir hakten dennoch nach und konfrontierten den CTO mit der Aussage von Andrew Feldman, dem ehemaligen CEO vom aufgekauften Seamicro, der nun bei AMD als General Manager für Data Center Server Solutions tätig ist. Dieser äußerte sich gegenüber PC-World sehr negativ über Bulldozer und bezeichnete die Architektur als Totalausfall, welcher unter anderem AMDs Ex-CEO Dirk Meyer den Job gekostet haben soll. Mark Papermaster aber widersprach seinem Kollegen deutlich, merkte jedoch an, dass jede neue Architektur erst einmal am Markt ankommen und die Software optimiert werden müsse. Mit der aktuellen Piledriver-Ausbaustufe sowie der kommenden Steamroller-Version sei AMD zudem die Schwachstellen angegangen und die Software wie auch die Fertigung seien besser geworden.
Da Steamroller die Modul-Idee etwas aufweicht wollten wir von AMDs Chief Technology Officer wissen, ob man das grundlegende Design nun nach und nach aufgeben wolle, was Mark Papermaster allerdings kopfschüttelnd verneinte - denn man habe viel in Bulldozer investiert und weite nun schlicht dessen Flaschenhälse, zudem komme ja auch noch die Excavator-Ausbaustufe. Der CTO deutete weiterhin an, dass man vielleicht schon auf einer der nächsten Konferenzen wie der Hot Chips weitere Details offenbare, denn jede Generation werde schneller und schneller.
Die Aufgabe neue Semi Custom Business Unit, deren Erfolg sich an den Design-Wins in Form der beiden APUs für die Xbox One und die Playstation 4 aufzeigen lässt, sei es, die Stärken von AMD zu deren Vorteil zu nutzen. Egal ob CPU-Kerne, Grafikeinheit, schneller Speicher oder besondere Multimedia-Fähigkeiten, all das ist mit einer Custom-APU möglich und daher habe man das Rennen um alle drei Next-Gen-Konsolen für sich entschieden. Neben diesen Eigenschaften sei die Anpassung an die Wünsche des Kunden sowie deren Einarbeitung inklusive fremder IPs (etwa eines ARM-Sicherheits-Chips) ausschlaggebend gewesen.
Über weitere Design-Wins wollte Mark Papermaster sich nicht äußern, außer, dass es sie gäbe. Auch Details zu den APU-Implementierungen wollte sich der CTO nicht entlocken lassen, denn dies sei Sache der Kunden, AMD würde nur liefern, was diese sich wünschten - und das sei sehr unterschiedlich in einigen Details. Wichtig sei zudem, das sich Spiele sehr leicht von den Konsolen auf den PC portieren lassen und dank GCN-Grafik von der höheren Leistung dort profitieren könnetn.
Ein weiteres Thema war das Never Settle (Reloaded) Programm, bei dem wir Mark Papermaster damit konfrontierten, dass die Spiele durchaus hohe Lizenzkosten mit sich bringen und daher AMDs Marge schmälern würden. Er verneinte dies und gab an, die Margen wie auch der Marktanteil sowie der Absatz von Radeon-Grafikkarten würde steigen, beides sei Teil des Business-Plans von AMD. Auf die Frage ob einige Käufer nur wegen den Spielen zu AMD-Modellen greifen würden, entgegnete der CTO, dem sei nicht so, sondern sie würden vielmehr die Titel auf den Radeons genießen, da die Performance wie der Preis stimmten und das Bundle tolle Spiele enthalte.


Die habe ich mit meinem Core i7 920 doch jetzt auch schon
Und du hast eine integrierte Heizung.
Wäre wünschenswert, immerhin hat Crysis 3 ja schon gezeigt, wo es in Zukunft hingeht...
Crysis 3 im CPU-Test: AMDs FX-Prozessoren dominieren unsere Benchmarks
Wenn sich dieses Verhalten auch bei kommenden Spielen zeigen würde, dann spräche für mich nichts gegen einen Bulldozer