Qualcomm Snapdragon 888: Neuer High-End-SoC mit ersten Smartphone-Herstellern angekündigt

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Qualcomm Snapdragon 888: Neuer High-End-SoC mit ersten Smartphone-Herstellern angekündigt (1)
Quelle: Qualcomm

Der amerikanische Hersteller Qualcomm hat sein neues Top-Modell namens Snapdragon 888 5G vorgestellt. Der auf ARM-Kernen basierende Chipsatz wird etwa Smartphones von Xiaomi antreiben.

Apple hat in diesem Jahr das neue iPhone 12 vorgestellt samt eigens entwickeltem Chipsatz Apple A14 Bionic. Seit Jahren gehören die ARM-SoCs zu den schnellsten Prozessoren in Smartphones. Nun holt der amerikanische Konkurrent Qualcomm zum Gegenschlag aus. Als Nachfolger für den Snapdragon 865 Plus dient der nun präsentierte Chipsatz namens Snapdragon 888 mit erstmals direkt integriertem 5G-Modem, welches alle Frequenzbänder inklusive mmWave und Sub-6 unterstützt. Zudem werden Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2 mit bis zu zwei Antennen unterstützt. Neben den ARM-CPU-Kernen, die wie üblich nach dem Big-Little-Prinzip werkeln, soll eine neue Generation der Adreno-GPU genug Leistung für Spiele bereitstellen. Der neue SoC von Qualcomm wird in 5 nm gefertigt. Der Name 888 soll eine Reminiszenz an den chinesischen Markt sein, der mittlerweile der größte Markt für Produkte mit Qualcomm-Chipsätzen ist, schließlich ist die Zahl acht ein Symbol für Glück in China.

Mit Snapdragon 888 5G sollen Videos in 8K-UHD und 120 Bilder pro Sekunde möglich werden

Im Vergleich zum Vorgänger Snapdragon 865 Plus soll die Adreno-Grafik bis zu 35 Prozent schneller arbeiten. Laut Qualcomm habe man Wert daraufgelegt, dass der Adreno 660 möglichst konstante Fps-Zahlen liefern kann. Zudem gibt es beim Adreno 660 die Möglichkeit, Grafikchip-Treiber zu veröffentlichen und zu nutzen. Falls man ein angepasstes Mobile Game spielt, kann man Variable Rate Shading nutzen, um mehr Performance zu erhalten.

Für KI-Funktionen besitzt der Snapdragon 888 die sechste Generation der Qualcomm AI Engine mit einem eigenen Hexagon-Prozessor der bis zu 26 TOPS bieten soll. Das aktuelle Top-Modell 865 Plus hingegen kann dagegen nur 15 TOPS liefern. Apple nennt beim A14 Bionic des iPhone 12 nur 11 TOPS. Um Bilder- und Videoaufnahme zu beschleunigen soll die Qualcomm Spectra ISP nun 120 Bilder mit 12 Megapixel pro Sekunde verarbeiten können. Zudem können Videos nun in bis zu 8K-UHD aufgenommen werden.

Die grundlegenden Cortex-Kerne von ARM kommen seit diesem Jahr im Prinzip von Nvidia, da der Grafikkartenhersteller ARM übernommen hat und somit nun verantwortlich ist für die Entwicklung von Cortex-Kernen, die dann von Chipherstellern wie Apple, Samsung und Qualcomm eingekauft und auf einem eigenen Chipsatz kombiniert werden.

Neue Smartphones mit Snapdragon 888 5G im nächsten Jahr - Keine Samsung Galaxy-Telefone mehr mit Qualcomm-SoC?

System-on-a-Chips von Qualcomm werden in zahlreichen Smartphones von Herstellern wie Asus, Lenovo/Motorola, LG, Oneplus, Oppo, Sharp, Sony, Vivo, Xiaomi und ZTE genutzt. Das chinesische Unternehmen Xiaomi hat bereits verkündet, am Mi 11 zu arbeiten, in dem der neue Snapdragon 888 5G verbaut sein wird. Auch der ebenfalls aus China stammende Hersteller Oppo hat ein neues Mitglied der Find-X-Serie angekündigt, welches auch auf den Qualcomm Snapdragon 888 setzen wird. Der weltweit größte Smartphone-Hersteller Samsung hingegen fehlt bei der Aufzählung der Partnerunternehmen von Qualcomm. In Europa setzt Samsung bereits seit Längerem auf selbst entwickelte Exynos-Chipsätze, die nun eventuell weltweit zum Einsatz kommen könnten.

Neben dem Einsatz in Smartphones werden SoCs von Qualcomm auch in andere Geräte eingebaut. So gibt es etwa Notebooks wie das Samsung Galaxy Book S oder das Microsoft Surface Pro X, bei dem eine speziell angepasste Variante der Qualcomm-Chipsätze unter Bezeichnungen wie Qualcomm 8cx verbaut sind. In manchen Connected Cars sorgen ebenfalls SoCs von Qualcomm dafür, dass das Festeinbau-Navigationssystem möglichst schnell Routen berechnen kann, wie beispielsweise bei BMW und Infotainmentsystemen mit BMW Operating System 7.0.

Ebenfalls lesenswert: Snapdragon 7c und 8c: Qualcomm und Microsoft machen weiter mit neuen Produkten

Sammlung zum neuen Qualcomm Snapdragon 888 5G:

  • Der amerikanische Chiphersteller Qualcomm hat das neue Top-Modell namens Snapdragon 888 5G vorgestellt.
  • Der Chipsatz wird im 5 nm Fertigungsprozess gebaut und besitzt erstmals ein direkt integriertes 5G-Modem.
  • Mit dem neuen SoC soll es etwa möglich sein, 120 Bilder mit 12 Megapixel pro Sekunde aufzunehmen. Der eigene KI-Prozessor soll eine Leistung von 26 TOPS liefern können, statt nur 15 TOPS wie der Vorgänger Snapdragon 865 Plus.
  • Im kommenden Jahr kommen erste Smartphones mit dem neuen Snapdragon 888 5G auf den Markt, wie zum Beispiel das Xiaomi Mi 11. Der weltgrößte Smartphone-Hersteller Samsung hingegen wird nicht mehr als Partner von Qualcomm geführt.

Quellen: Qualcomm, Twitter, Drwindows

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von addicTix BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Zappaesk
        Geht mir genauso, mir fehlt schlicht die Anwendung für mehr Leistung. Ich weiß ja nicht was manche mit ihren Handys machen, aber für Kalender, Einkaufsliste, Messanger, surfen und telefonieren und so Zeug reicht es ja schon seit Jahren.
        Wichtig ist für mich nur die Kamera und eine anständige Laufzeit.
        Ich finde, den Unterschied spürt man meist eher Rückwirkend.
        Hatte Dezember 2018 ein Mate 20 X gekauft, dass ich rund 1 Jahr benutzt habe und was in der ganzen Zeit für mich das beste Gerät war, konkurrenzlos und fast schon unersetzbar.
        Leider ist es mir runtergefallen und der Shop der es repariert hat, hat das zwar hinbekommen allerdings waren die Spaltmaße nicht mehr so wie vorher und das hat mich so gestört, dass ich mir dann ein Note 10+ gekauft hab.
        Einen Unterschied hab ich nicht wirklich gemerkt (6 vs 12 GB RAM, schnellerer Prozessor und Speicher).
        Im Sommer diesen Jahres hatte ich aber die Möglichkeit wieder ein Mate 20 X zu bekommen, nagelneu, und konnte in der Zwischenzeit aber ein gebrauchtes Mate 20 X nutzen (natürlich hard reset etc.).
        Der Unterschied in der Performance war dann schon für mich spürbar beim Downloadspeed (also was Empfang allgemein anging), beim übertragen von Daten z.B bei Smartswitch etc.

        Rechtfertigt natürlich keinen jährlichen Neukauf eines Smartphones, aber der Unterschied ist da.
        Kommt aber auch auf den Nutzer an, meine Eltern würden das wahrscheinlich nicht wahrnehmen
      • Von addicTix BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Zappaesk
        Geht mir genauso, mir fehlt schlicht die Anwendung für mehr Leistung. Ich weiß ja nicht was manche mit ihren Handys machen, aber für Kalender, Einkaufsliste, Messanger, surfen und telefonieren und so Zeug reicht es ja schon seit Jahren.
        Wichtig ist für mich nur die Kamera und eine anständige Laufzeit.
        Ich finde, den Unterschied spürt man meist eher Rückwirkend.
        Hatte Dezember 2018 ein Mate 20 X gekauft, dass ich rund 1 Jahr benutzt habe und was in der ganzen Zeit für mich das beste Gerät war, konkurrenzlos und fast schon unersetzbar.
        Leider ist es mir runtergefallen und der Shop der es repariert hat, hat das zwar hinbekommen allerdings waren die Spaltmaße nicht mehr so wie vorher und das hat mich so gestört, dass ich mir dann ein Note 10+ gekauft hab.
        Einen Unterschied hab ich nicht wirklich gemerkt (6 vs 12 GB RAM, schnellerer Prozessor und Speicher).
        Im Sommer diesen Jahres hatte ich aber die Möglichkeit wieder ein Mate 20 X zu bekommen, nagelneu, und konnte in der Zwischenzeit aber ein gebrauchtes Mate 20 X nutzen (natürlich hard reset etc.).
        Der Unterschied in der Performance war dann schon für mich spürbar beim Downloadspeed (also was Empfang allgemein anging), beim übertragen von Daten z.B bei Smartswitch etc.

        Rechtfertigt natürlich keinen jährlichen Neukauf eines Smartphones, aber der Unterschied ist da.
        Kommt aber auch auf den Nutzer an, meine Eltern würden das wahrscheinlich nicht wahrnehmen
      • Von Zappaesk Volt-Modder(in)
        Jo, aber es geht ja nicht darum damit professionelle Bilder zu machen, sondern gute Schnappschüsse. Da hat man schon seit Jahren sehr ordentliche Ergebnisse. Dafür muss es nicht das neueste und schnellste sein.

        Wer richtig geile Bilder machen will, der muss ohnehin ne gute Kamera kaufen und kein Telefon.
      • Von PCGH_Claus Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Zappaesk
        Geht mir genauso, mir fehlt schlicht die Anwendung für mehr Leistung. Ich weiß ja nicht was manche mit ihren Handys machen, aber für Kalender, Einkaufsliste, Messanger, surfen und telefonieren und so Zeug reicht es ja schon seit Jahren.
        Wichtig ist für mich nur die Kamera und eine anständige Laufzeit.
        Die Kamera benötigt aber eben auch einen leistungsfähigen SoC, denn der Chipsatz bestimmt, welche Kameramodule eingebaut werden können und wie schnell die Bildverarbeitung werkelt, sprich wie schnell sich der Autofokus scharf stellt etc. Insofern brauchen Kunden mit dem Fokus auf eine möglichst gute Kamera auch einen schnellen Chipsatz. Es gibt allerdings auch die Snapdragon 700er-Serie die eben nur auf bestimmte Features der High-End-Serie 800 zurückgreift und somit dem Smartphone-Hersteller und dem Endkunden etwas Geld spart.
        -> Trotzdem muss man mit einem Smartphone-Preis zwischen 400 und 600 Euro rechnen (UVP), um wirklich eine sehr gute Kamera zu bekommen. Oder man greift einfach zum Vorjahresmodell und spart so auch nochmal etwas Geld.
      • Von Zappaesk Volt-Modder(in)
        Geht mir genauso, mir fehlt schlicht die Anwendung für mehr Leistung. Ich weiß ja nicht was manche mit ihren Handys machen, aber für Kalender, Einkaufsliste, Messanger, surfen und telefonieren und so Zeug reicht es ja schon seit Jahren.
        Wichtig ist für mich nur die Kamera und eine anständige Laufzeit.
      • Von ΔΣΛ Kokü-Junkie (m/w)
        HignEnd bei Handys, aha, ist der Zenit des nützlichen dabei nicht schon überschritten, also ich merke von den neuen Leistungsplus der Chips schon länger nichts mehr, von mir aus können sie die aktuelle Leistung beibehalten und nur noch die Leistungsaufnahme und Temperatur senken mit neuen Fertigungen.
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