Intel gelassen wegen Nvidia-CPUs: "Nvidia reagiert auf uns, nicht wir auf Nvidia"
Nvidia hatte mit "Grace" jüngst eine eigene, ARM-basierte CPU-Architektur vorgestellt. Intels CEO Pat Gelsinger gibt sich jedoch unbeeindruckt. In einem Interview sagte er, dass es nicht Intel sei, die auf Nvidia reagieren müssen. Vielmehr reagiere Nvidia auf Technik, bei der Intel führend sei.
Nvidia hatte kürzlich eine eigene CPU-Architektur vorgestellt. Sie hört auf den Namen "Grace", setzt auf eine ARM-Architektur, wurde speziell für Berechnungen neuronaler Netzwerke entworfen und soll 2023 auf den Markt kommen. An der Börse ließen sowohl AMD als auch Intel nach der Ankündigung Federn. Nun hat sich Intel-CEO Pat Gelsinger zu Nvidias Grace geäußert - und gibt sich überaus selbstbewusst.
Gegenüber Fortune sagt er: "Wir haben letzte Woche unseren Ice Lake [in Form neuer Server-CPUs] angekündigt mit außergewöhnlich viel Zuspruch. Und in Ice Lake stecken unwahrscheinlich viele Erweiterungen in den K.I.-Fähigkeiten. [Nvidia] reagiert auf uns. Nicht wir sind es, die auf Nvidia reagieren." Es stehe außer Frage, dass Intel im Bereich der Künstlichen Intelligenz weit in Führung liegt.
Mega-Investment in Fertigung mit Segen der Regierung
Im Interview wird Pat Gelsinger auch auf das Ende März angekündigte Mega-Investment in die hauseigenen Foundrys angesprochen. Hintergrund ist hier sicherlich auch das Bestreben der US-Regierung, die Halbleiterproduktion wieder fester in der Heimat zu verankern. 50 Milliarden US-Dollar will die Biden-Regierung hier investieren; als Teil eines 2 Billionen schweren Infrastrukturprogramms. Gelsinger hatte diesbezüglich bereits einem Gipfeltreffen mit Präsident Biden beigewohnt. Darunter befanden sich auch die CEOs anderer Konzerne, etwa von Google, Ford und General Motors.
Mehr zum Thema: Intel: 20-Mrd.-Investment für Fabriken und Foundry-Pläne
Laut Gelsinger habe die Halbleiterproduktion in den USA ein 25-Jahres-Tief erreicht. "Es wird Zeit, diesen Trend umzukehren." Es gehe nicht nur darum, die Fertigung insgesamt auszubauen, sondern speziell um den Standort Vereinigte Staaten. Das Treffen mit der Regierung sei gut verlaufen. Jetzt müsse man dem Kongress nur noch klarmachen, dass man Geld zu investieren bereit sei.
Quelle: Yahoo Finance

Und Intel hat hier über die Jahre noch weitaus mehr hinzugekauft, so bspw. Omnitek und ebenso auch im AI-Segment vielfach (was ebenso relevant ist, da sie ja mittlerweile auch FPGAs mit AI-Funktionalität bieten, zuletzt bspw. die Stratix 10 NX-Serie mit Tensor-Funktionsblöcken).
Ergänzend: Da man mir vermutlich keine brauchbaren Marketshare-Werte zum FPGA-Markt vorlegen wird, könnte man hier behelfsmäßig auf die Umsätze der jeweiligen Sparten schauen.
Revenue für die Jahre 2017 - 2019: *)
Intel PSG: 1,9 ; 2,1 ; 2,0 Mrd. US$
Xilinx gesamt: 2,5 ; 3,1 ; 3,2 Mrd. US$
An dem grob skizzierten 2015er-Verhältnis im FPGA-Markt scheint sich also vermutlich nicht viel geändert zu haben. Sofern Xilinx nicht relativ gesehen deutlich Marktanteile an andere Marktteilnehmer verloren hat, werden die weiterhin führend sein und Xilinx und Intel bedienen zusammen den Großteil des FPGA-Marktes.
Zurück zum ursprünglichen "Stein des Anstoßes": Mit gerade mal um die 3 Mrd. US$ **) zusätzlichem Revenue und deutlich unter einer Milliarde Gewinn wird sich für AMD die Welt mit der Aquisition von Xilinx nicht revolutionär ändern. (Zudem wird die Übernahme erst Ende 2021 abgeschlossen werden.)
Im Wesentlichen muss sich AMD schlicht breiter aufstellen, da man nur mit CPUs und mäßig erfolgreichen GPUs (die Konsolen-SoCs sind lediglich die Kombination aus beidem und derzeit auch das einzige großvolumige semi-cutom-Produkt von denen) insgesamt doch recht eingeschränkt im Vergleich zu den Hauptkonkurrenten Intel und auch nVidia ist und Xilinx ist hier schlicht einer der verbleibenden, großen Möglichkeiten in einem komplett anderen und dennoch komplementären Bereich einzusteigen. Man wird sehen, was aus dieser Zusammenführung erwachsen wird, jedoch wird das noch dauern, da das Zusammenführen von Teams, KnowHow und Produkten auch seine Zeit in Anspruch nehmen wird.
Ergänzend ebenso angemerkt, dass das erwähnte 2.5D-Packaging nichts Besonders mit Blick auf die Konkurrenten ist. nVidia ist ebenso fabless wie Xilinx und kann hier als TSMC-Kunde bspw. auf TSMCs CoWoS zurückgreifen (bspw. beim GA100 genutzt), ebenso übrigens wie AMD, die das schon in Verbindung mit Vega 20 nutzten, also kein Neuland für sie. Intel ist gar schon weiter, denn 2.5D mit EMIB nutzen die schon länger und haben mittlerweile gar mit Foveros ein 3D-Packaging im Markt. (Die andere Marktteilnehmer sind hier diesbezüglich natürlicherweise weitestgehend auf TSMC und Samsung angewiesen.)
*) Zu berücksichtigen ist, dass unklar ist, ob man Xilinx' kompletten Revenue direkt gegen Intel's PSG anrechenen kann, da die auch einige Produkte (und Dienstleistungen) mitverkaufen könnten, die Intel nicht anbietet.
Darüber hinaus der Hinweis, das Xilinx' Geschäftsjahr vom Kalenderjahr abweicht und aktuell Ende März endet.
**) Für das gerade abgelaufene (noch nicht gemeldete) Geschäftsjahr werden ebenfalls wieder um die 3,1 - 3,2 Mrd. US$ Revenue bei Xilinx insgesamt erwartet.
Das wird AMDs Revenue weiter wachsen lassen, wenn der ab 2022 dann bei denen mit eingerechnet wird, jedoch werden die sich dennoch die nächsten Jahre diesbezüglich vorerst weiterhin hinter nVidia einordnen müssen (umsatztechnisch, der Rückstand mit Blick auf den Gewinn bleibt gar noch bedeutend größer).
Ich meine klar sind sie gg. Nvidia im Bereich CPUs vorne, allerdings sehen wir zunehmend, wie ARM sich auf dem Markt breit macht und immer mehr und mehr eine echte Alternative zu x86 zu werden scheint. Man profitiert meist von einem günstiegren Aufbau und kann daher bereits sehr früh in kleinen Strukturen fertigen, aktuell so beim M1 von Apple, der bereits in 5nm gefertigt wird, während Intel eben noch 14nm nutzen muss (auch wenn die Bezeichnungen nicht gleich sind, zwei Nodes Differenz ist doch schon mal ein Wort)
Wenn NV jetzt eine CPU ankündigt und Intel sich dann wieder lässig in den Stuhl wirft, dann wird ihnen das Ryzen Debakel wieder passieren und ihr Ruf als bester und führender Hersteller von CPUs wird zunehmend Schaden nehmen.
Dennoch glaube ich mittlerweile, dass im Datacenter die Zukunft ARM spricht.
Darüber hinaus als dennoch mögliche Unterscheidungen zum aktuell besten/teuersten Epyc: Mehr PCIe-Lanes im Dual-Socket-System, nur 250 vs. 280 W und zudem kostet die CPU nur etwa die Hälfte des Epyc. Gerade bei letzterem macht Ampere Computing also genau dasselbe, wie AMD
Zudem, wie gesagt, steht der M128-30 noch für dieses Jahr an und hierzu präsentierte man vorab schon gegenüber dem Q80-33 Leistungssteigerungen im Bereich AES-Verschlüsselung, Media Encoding und NGINX um > +50 % ... sehr beachtlich, nicht ganz, aber nahezu linear kernskaliert.
Schlussendlich wird man einfach abwarten müssen. Die x86-Hersteller werden sich hier natürlich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen, aber anscheinend bewegen wir uns im Datacenter weg von der Monokultur bzgl. CPUs.
Zumal Xilinx ihre neusten FPGAs auch n 7nm fertigt. Das hier ist zwar nur ein kleiner Teil, aber da führt Xilinx mit 60:40 gegenüber intel und ich glaube nicht, dass sich das ändern wird. Xilinx schläft nicht.
Und den von dir beigesteuerten Link hättest du dir mal besser auch durchlesen und verstehen sollten. Das einzig und zudem wenig konkrete ist hier ein "Xilinx has a roughly 60-40 FPGA market share lead over Intel", mehr nicht.:
es wird explizit nur eine sehr grobe Abschätzung abgegeben, könnte also auch bspw. leicht ein "55-45" sein (natürlich auch ein "65-35" gemäß dieser News, man weiß es halt nicht)
zudem ist unklar, worauf sich der vermeitliche Share bezieht (Absatzmengen, Revenue, ...)?
es ist lediglich eine relative Betrachtung zwischen den beiden Firmen, sagt also nichts zum absoluten Marketshare aus (bspw. könnte auch beide an Bedeutung verloren haben)
und abschließend ist diese "Angabe" auch schon fast 2 Jahre alt
Insgesamt wirft die Angabe für eine echt Verwertung mehr Fragen auf als dass sie Antworten liefert. Grob kann man lediglich mitnehmen, dass Xilinx den Markt in der einen oder anderen Art weriterhin anführt, mehr nicht ... und mehr war auch bei mir nicht zu lesen (denn diese News hatte ich schon gestern gefunden, nur bewusst nicht verwenden ob der offensichtlichen Interpretationsproblematik und mangelnden Konkretisierung). Das 2015er-Beispiel habe ich lediglich angeführt, weil das die einzige Quelle war, in der ich mal eine konkrete und nachvollziehbare Darstellung fand. Und falls es dir entgangen sein sollte, die liegt in dieser "60-40"er Range, d. h. im Worst Case hätte sich bis 2019 nichts verändert.
Und falls es dir mit dem Lesen deutscher Postings immer noch so unsagbar schwer fallen sollte: Bei mir war lediglich zu lesen "... dürfte man sich in den letzten Jahren weiter angenähert haben ...", einerseits eine explizit ausgewiesene Vermutung und weiterhin eine nicht näher bestimmte Änderung des Marketshare, ausgehend von 37 % zu 50 % (in 2015 gemäß IHS). Es war nirgends zu lesen, dass die Gap minimiert oder nahezu aufgelöst werden konnte oder gar das Intel Xilinx überholt hätte oder ähnlicher Unsinn, der da bei dir im Oberstübchen rumzuschwirren scheint und dich gleich rot sehen lässt (offensichtlich gar gleich im doppelten Sinne). Ich glaube du solltest erst mal deine eigene Brille abnehmen, bevor du anderen versuchst Vorwürfe zu machen
Über einen Link, der den aktuellen FPGA-Marketshare im Detail nachvollziehbar aufschlüsselt, würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank.
Uns kann dieses gegenseitige Aufstacheln nur Recht sein. Zumindest solange es zu besseren und innovativeren Produkten führt.
Zumal Xilinx ihre neusten FPGAs auch n 7nm fertigt. Das hier ist zwar nur ein kleiner Teil, aber da führt Xilinx mit 60:40 gegenüber intel und ich glaube nicht, dass sich das ändern wird. Xilinx schläft nicht.
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