Fertigung: Intel verkauft 35 Patente an Sony, für GAA-Transistoren

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Fertigung: Intel verkauft 35 Patente an Sony, für GAA-Transistoren
Quelle: Intel

Ende letzten Jahres hat Intel angeblich 35 Patente an den PS5-Entwickler Sony verkauft, die sich mit der Fertigung von GAA-Transistoren befassen. Diese sollen in Zukunft eine große Rolle spielen, da sie bessere Schalteigenschaften bieten als die bisher genutzten FinFETs.

Während Intels Fertigung seit vielen Jahren Probleme bereitet, und der Wechsel auf den 10-nm-Prozess immer noch nicht ganz vollzogen ist, forscht das Unternehmen stetig an neuen Technologien. Letztes Jahr stellte Intel beispielsweise in Aussicht, dass die Fertigung des Unternehmens in den kommenden fünf Jahren den Wechsel auf GAAFETs vollziehen soll. 35 der daraus entstandenen Patente sollen laut einem Bericht von Business Korea im November und Dezember an Sony verkauft worden sein.

GAA als nächster Schritt

GAAFETs sind gewissermaßen die Nachfolger von FinFETs, wobei GAA die Abkürzung für Gate-all-around ist. Wie viel Strom durch einen Transistor fließen kann, wird maßgeblich durch die Fläche unter dem Gate des Transistors beeinflusst. Bei planaren Transistoren wächst mit der Fläche unter dem Gate aber zugleich auch die Fläche, die der Transistor insgesamt benötigt - und das verursacht Kosten.
Verschiedene Bauarten von Transistoren. Planare Transistoren wurden mittlerweile von FinFETs abgelöst, die wiederum bald von GAAFETs ersetzt werden sollen. Quelle: Samsung Verschiedene Bauarten von Transistoren. Planare Transistoren wurden mittlerweile von FinFETs abgelöst, die wiederum bald von GAAFETs ersetzt werden sollen. Platzsparender sind die aktuell üblichen FinFET-Transistoren, bei denen das Gate wie ein umgedrehtes U um den Leitungskanal gewickelt wird. Bei GAAFETs wird dieses Prinzip fortgesetzt. Das Gate soll den Leitungskanal ganz umschließen, wodurch ein Transistor derselben Größe mehr Strom schalten kann. Das wiederum könnte beispielsweise höhere Taktraten ermöglichen.

Welche Patente Sony von Intel genau gekauft hat, wird von Business Korea nicht erwähnt. Das gekaufte Wissen soll allerdings nicht nur auf Lager gelegt, sondern tatsächlich in Sonys Produkten angewendet werden. Vermutlich werden die Patente daher in Sonys künftigen Bildsensoren eingesetzt.

Auch spannend: [PLUS] GPUs, CPUs und RAM: Taktraten und ihre Grenzen

Mit Hinblick auf die Marktposition von Intel ist der Einfluss des Verkaufs unklar. Angesichts der Wichtigkeit der eigenen Fertigung für Intel wäre ein Verkauf von relevanten Patente ungewöhnlich, doch womöglich ist das verkaufte Wissen für die Prozessorfertigung schlicht untauglich, während es für die Fertigung besserer Bildsensoren wichtig ist.

Im Vergleich zu den beiden marktführenden Foundrys Samsung und TSMC liegt Intel bei der GAA-Entwicklung laut Business Korea hinten - vermutlich wird hier die Anzahl der Patente als Maßstab genommen. Der erste Platz geht dabei an Samsung, was zu den Bestrebungen des Unternehmens passt, bereits nächstes Jahr mit der 3-nm-Fertigung auf GAAFETs zu wechseln. Auf Platz 2 folgt TSMC, die den Wechsel ein Jahr später mit der 2-nm-Fertigung vollziehen wollen. Drittplatzierter ist Intel, und durch den Kauf der 35 Patente schafft es Sony nun auf den sechsten Platz.

Quelle: Business Korea via Computerbase

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von gerX7a BIOS-Overclocker(in)
        Der knappe Artikel von BusinessKorea gibt keine wirkliche Differenzierungsmöglichkeit an die Hand, von daher darf man hier von einer Art Lizensierung ausgehen (ggf. dauerhaft, als One-off, daher vielleicht "purchased" anstelle von "licensed"), denn GAA sieht Intel für seine 5nm vor und dass hier Pateten angefallen sind, die Intel überhaupt nicht verwerten kann, ist nicht unbedingt wahrscheinlich. *) Zudem konkurriert Sony als einer der wenigen Halbleiterhersteller nicht direkt mit Intel und so könnte man vertraglich die Nutzung auf Sony selbst beschränkt haben, sodass man sich hier nicht selbst mittelfristig Konkurrenz schafft, indem die Patente später vielleicht bei Samsung oder TSMC landen. Mit einer derartigen, potentiellen Einschränkungsmöglichkeit wäre das tatsächlich ein einfacher und naheliegender Weg ein paar zusätzliche Dollar mitzunehmen ohne dass sie dafür wirklich was aufgeben müssen und sowas wird sich Intel natürlich auch nicht entgehen lassen, denn das refinanziert zudem wieder die eigenen Entwicklungsarbeiten. (Leider ist die Größenordnung des Vertrags nicht bekannt.)

        *) Wobei man das aber natürlich nicht vollkommen ausschließen kann, denn im Zuge einer derartigen Forschung und Entwicklung bewegt man sich in vielerlei Richtungen und dabei können natürlich auch einige Ergebnisse anfallen, für die man vielleicht selbst tatsächlich keine konkrete Verwendung hat. Auch hier fehlen Details.

        GAAs sind aber auch bei Intel noch Zukunftsmusik, ebenso wie bei TSMC und bei Samsung muss man abwarten ob die im (Entwicklungs)Plan bleiben und wie aggressiv die tatsächlich voranschreiten, denn bspw. deren 5nm können sich nicht ganz mit TSMCs 5nm messen. Und TSMC seinerseits verzichtet für seine 3nm auf GAAs und versucht es vorerst weiterhin mit FinFETs. Das dürfte in erster Linie für einen zeitlichen Vorteil sprechen, aber man wird abwarten müssen, wie sie dann später damit gegen die Konkurrenz dastehen werden.
      • Von gerX7a BIOS-Overclocker(in)
        Der knappe Artikel von BusinessKorea gibt keine wirkliche Differenzierungsmöglichkeit an die Hand, von daher darf man hier von einer Art Lizensierung ausgehen (ggf. dauerhaft, als One-off, daher vielleicht "purchased" anstelle von "licensed"), denn GAA sieht Intel für seine 5nm vor und dass hier Pateten angefallen sind, die Intel überhaupt nicht verwerten kann, ist nicht unbedingt wahrscheinlich. *) Zudem konkurriert Sony als einer der wenigen Halbleiterhersteller nicht direkt mit Intel und so könnte man vertraglich die Nutzung auf Sony selbst beschränkt haben, sodass man sich hier nicht selbst mittelfristig Konkurrenz schafft, indem die Patente später vielleicht bei Samsung oder TSMC landen. Mit einer derartigen, potentiellen Einschränkungsmöglichkeit wäre das tatsächlich ein einfacher und naheliegender Weg ein paar zusätzliche Dollar mitzunehmen ohne dass sie dafür wirklich was aufgeben müssen und sowas wird sich Intel natürlich auch nicht entgehen lassen, denn das refinanziert zudem wieder die eigenen Entwicklungsarbeiten. (Leider ist die Größenordnung des Vertrags nicht bekannt.)

        *) Wobei man das aber natürlich nicht vollkommen ausschließen kann, denn im Zuge einer derartigen Forschung und Entwicklung bewegt man sich in vielerlei Richtungen und dabei können natürlich auch einige Ergebnisse anfallen, für die man vielleicht selbst tatsächlich keine konkrete Verwendung hat. Auch hier fehlen Details.

        GAAs sind aber auch bei Intel noch Zukunftsmusik, ebenso wie bei TSMC und bei Samsung muss man abwarten ob die im (Entwicklungs)Plan bleiben und wie aggressiv die tatsächlich voranschreiten, denn bspw. deren 5nm können sich nicht ganz mit TSMCs 5nm messen. Und TSMC seinerseits verzichtet für seine 3nm auf GAAs und versucht es vorerst weiterhin mit FinFETs. Das dürfte in erster Linie für einen zeitlichen Vorteil sprechen, aber man wird abwarten müssen, wie sie dann später damit gegen die Konkurrenz dastehen werden.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von JTRch
        Der Verkauf könnte einfach dazu da sein, Geld in die Kasse zu spülen und es kann sein, dass sie eine Nutzungslizenz behalten.
        Geld braucht Intel keins, aber ich hätte auch eher an Lizenzierung als Verkauf gedacht
      • Von JTRch Software-Overclocker(in)
        Der Verkauf könnte einfach dazu da sein, Geld in die Kasse zu spülen und es kann sein, dass sie eine Nutzungslizenz behalten.
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