Intel: 10- und 14-nm-Fertigungskapazität wurde innerhalb von drei Jahren verdoppelt
Laut eigenen Angaben konnte Intel in den letzten drei Jahren die Wafer-Fertigungskapazitäten verdoppeln, um somit der starken Chipnachfrage entgegenzukommen. Demgegenüber stehen Lieferprobleme, mit denen das Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder zu kämpfen hatte.
In den letzten Jahren waren Fertigungsprobleme bei Intel ein immer wiederkehrendes Thema. Der lange angekündigte 10-nm-Prozess kam viel zu spät und ist auch jetzt noch nicht breit genug verfügbar, um alle Prozessoren des Unternehmens darin zu fertigen. Deshalb setzen beispielsweise die aktuellen Desktop-Modelle der 10000er-Serie noch immer auf einen optimierten 14-nm-Prozess.
Verdoppelte Wafer-Produktion in drei Jahren
Dazu kamen in der Vergangenheit auch vermehrt Lieferprobleme, die durch diverse Faktoren verstärkt wurden. Einerseits gibt es den immer wieder verschobenen 10-nm-Prozess. Dazu kommt eine hohe Nachfrage, und zuletzt mussten in den letzten Jahren immer größere Chips gefertigt werden, um AMD etwas entgegenzusetzen.
Doch es gibt auch positive Nachrichten zu Intels Fertigung: Keyvan Esfarjani, der die Sparte bei Intel leitet, hat verkündet, dass die Fertigungskapazität der 10- und 14-nm-Fabs in den letzten drei Jahren verdoppelt werden konnte. Damit ist aber die Wafer-Fläche und nicht die Chipzahl gemeint sein. Ein guter Teil der zusätzliche Produktion dürfte also für das Auffangen der gewachsenen Chipgrößen benötigt werden.
"Over the last three years, we have doubled our wafer volume capacity, and that was a significant investment. Moving forward, we're not stopping... We are continuing to invest into factory capacity to ensure we can keep up with the growing needs of our customers"
"In den letzten drei Jahren haben wir unsere Wafer-Kapazität verdoppelt, und das war eine bedeutende Investition. In Zukunft werden wir nicht stillstehen... Wir investieren weiter in die Fabrikkapazität, um sicherzustellen, dass wir mit den wachsenden Anforderungen unserer Kunden Schritt halten können."
Auch spannend: Chipfertigung: TSMC streicht Kundenrabatte
Für Intel bleibt zu hoffen, dass es auch abseits der Volumen-Erhöhung künftig besser mit der Fertigung läuft. Zumindest der Nachfolger des 10-nm-Prozesses, die 7-nm-Fertigung, spricht aber leider nicht dafür. Erst im Sommer verkündete Intel, dass der Prozess noch um ein Jahr hinter den Erwartungen liegt. Möglicherweise wird also auch der 10-nm-Prozess seine Stellung länger halten müssen als gedacht, wenn er denn endlich die angestaubte 14-nm-Fertigung komplett ablöst.
Quelle: Intel via Computerbase


"Nicht durch Monopolmissbrauch benachteiligt werden" lautet die Regel. Gegen Dumping-Preise existieren zwar auch Gesetze, damit man kleine Konkurrenten nicht einfach durch Kampfpreise ruinieren kann, die zwar beiden Schaden, aber nur für einen von beiden über längere Zeit tragbar sind. Diese Regeln lassen sich in der Halbleiterindustrie aber praktisch nicht anwenden, da 90 Prozent der Kosten in Entwicklung und Vermarktung anfallen. Das ist zu Beginn des Verkaufs einer Generation schon fast alles bezahlt und es gibt kein Gesetz, dass einen Hersteller dazu zwingen könnte, die Stückpreise danach weiterhin hoch zu halten, um weitere Neuentwicklungen zu finanzieren. Es wäre für Intel also vermutlich vollkommen legal, i9-11900K für 100 Euro zu vertreiben, da der Preis immer noch deutlich über den Stückkosten liegen müsste. So wäre AMD in relativ kurzer Zeit ohne irgend einen Gesetzesbruch ruiniert, denn einerseits hat Intel immer noch die größeren Marktanteile, muss also weniger Forschungskosten pro verkaufter CPU refinanzieren und andererseits muss AMD weiterhin ein viel aufwendigeres Package und vor allem die Gewinnspannen von TSMC und GF mitfinanzieren, während Intel tatsächlich eine 0-Marge ab Silizium fahren könnte.
Aber warum sollten sie das? AMD hat zwar die 10-nm-Schlappe genutzt, um reichlich Marktanteile zu gewinnen, aber das ist ein vorübergehender Effekt und Intel hat vergleichbares nach dem Netburst-Bauchklatscher mit einem eher moderaten Preiskampf wieder hingebogen bekommen. Die dauerhafte Bedrohung sind diverse ARM-Fertiger, an die x86 mittlerweile >50 Prozent der Online-Nutzung und einen zunehmend größeren Teil digitaler Unterhaltung verloren hat. Apple folgt gerade, der Angriff auf Server und den Laptopmarkt hält an. Das sind, neben GPGPU, die Fronten an denen Intel kämpfen muss – und an denen AMD teilweise sogar Verbündeter ist.
Die Ingenieure, die jeweils in einer Generation mitwirken dürfen, werden sicherlich am wenigsten Angst davor haben, von Konkurrenten eines anderen Herstellers verdrängt zu werden und können entspannter ihrer Berufung nachgehen, als Intel als gesamter Konzern das noch vor einigen Jahren tat. An ihren Stärken festhalten ist das, was ich an ihrer Stelle auch tun würde.
Mit x86 in Zusammenhang gebrachte Befehlssätze sehe ich auch in Zukunft als für den (hoffentlich nicht schrumpfenden) Markt als wesentlich an; bei Erstarkung von ARM etc. immerhin als Parallelwelt. Und insgesamt sehe ich dieses ganze Netzwerk sich immer mehr fertig bauen. Kürzlich bekam ich Besuch mit auf mich zugeschnittener Werbung für einen schnelleren Anschluss. Bei steigender Kundenanzahl kann die gesamte Industrie ruhig derart dicht besiedelt sein, wie sie es gerade ist, solange die Versorgung mit den einfachen Dingen nicht vernachlässigt wird.
Doch selbst mit viel mehr Zeit für Erholungspausen für uns würde hier nicht einfach alles brach liegen.
Aber warum sollten sie das? AMD hat zwar die 10-nm-Schlappe genutzt, um reichlich Marktanteile zu gewinnen, aber das ist ein vorübergehender Effekt und Intel hat vergleichbares nach dem Netburst-Bauchklatscher mit einem eher moderaten Preiskampf wieder hingebogen bekommen. Die dauerhafte Bedrohung sind diverse ARM-Fertiger, an die x86 mittlerweile >50 Prozent der Online-Nutzung und einen zunehmend größeren Teil digitaler Unterhaltung verloren hat. Apple folgt gerade, der Angriff auf Server und den Laptopmarkt hält an. Das sind, neben GPGPU, die Fronten an denen Intel kämpfen muss – und an denen AMD teilweise sogar Verbündeter ist.
Find aber dennoch dass die Situation bei Intel die letzten Jahre wirklich grausig war. 2015 kamen die ersten 14nm CPU´s raus (im High End Desktop) und fast 6 Jahre(!) später sind wir immer noch bei dem selbem Stand. Dazu hat sie auch noch AMD überholt bei der Gaming Leistung. Das war so unvorstellbar wie wenn 1860 München in die erste Liga aufsteigt und gegen Bayern um die Meisterschaft spielt. (Oder das Schalke in dem Jahr den Klassenerhalt schafft, suchts euch aus) Wie konnte man so einen Vorsprung aus der Hand geben? Drum sind da auch ein paar Köpfe gerollt.