Intel: Berichte über Substrat-Knappheit und steigende Preise

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Quelle: Intel

Bislang kam Intel recht glimpflich aus der geplagten Halbleiterkrise heraus, doch das könnte sich nun ändern. Einem Bericht zufolge muss auch Intel im zweiten Quartal mit akuter Substrat-Knappheit kämpfen und infolgedessen rechnet man mit Verknappung der Ware und steigenden Preisen.

In Zeiten von Knappheit bei Chips aller Art profitierte Intel von der vertikalen Integration des Unternehmens und der hauseigenen Fertigung. Die Produktion mag Probleme machen und die Prozessoren im Moment gegen Zen 3 ihre Mühe haben, verkauft bekam man die Ware dennoch, denn man konnte liefern und für die viel nachgefragten Arbeitsrechner reicht das Gebotene durchaus.

Doch auch Intel könnte nun das Problem treffen, dass man nicht liefern kann. Das kennt man bereits aus nicht allzu fernen Tagen, als man mit der Entwicklung der Prozesse so seine Last hatte und dadurch die Kapazitäten in 14 nm zu knapp wurden. Nun aber ist es das Substrat, das auch Intel zur Produktion braucht und auf Zulieferer angewiesen ist. Bisher einigermaßen verschont, meldete Intel laut einem Bericht von WCCFTech den Partnern nun die Knappheit, die im zweiten Quartal ihren vollen Effekt entfalten soll.

Das soll unmittelbar die gerade vorgestellten Rocket-Lake-Prozessoren treffen, die sich verknappen und damit teurer werden dürften. Bislang gingen die CPUs weitestgehend zur empfohlenen Preisempfehlung über den Tisch. Da Intel die Core i9 vorrangig behandeln will, trifft es vor allem die kleineren Modelle der mittlerweile ohnehin schon ab Werk stark selektierten Prozessoren.

Immerhin sollen die Preise nicht ganz so extrem ausfallen wie bei den von TSMC produzierten Zen-3-Prozessoren. Intel soll hier von seinem Status als IDM (Integrated Device Manufacturer) und der vertikalen Integration profitieren. Zumal bei Zen 3 auch die generellen Kapazitätsprobleme und Waferabkommen bei TSMC dazukommen, die Intel nicht haben soll.

In Summe rechnet man also nun damit, dass sich die Versorgungslage bei Intel im zweiten Quartal ebenfalls verschlechtern wird und das trifft den Endkundenmarkt immer besonders hart, während OEM-Partner ihre Allokationen vorzeitig vereinbart haben und Intel diese aufgrund drohender Vertragsstrafen auch bevorzugt bedient. In einer Stellungnahme macht man deutlich, dass man genauso von Versorgungsengpässen bei Zulieferern betroffen ist, wie die restliche Halbleiterindustrie und dass man mit Partnern aktiv an Lösungen arbeitet.

Einige Händler haben bereits reagiert und die Preise vereinzelt angehoben. Mancherorts werden bereits über 1.000 US-Dollar für einen Core i9-11900K aufgerufen. Der grundsätzlich wirtschaftlichere Core i7-11700K scheint für den Moment noch nicht betroffen zu sein; der aufgrund seines Preis-Leistungs-Verhältnisses als beste Wahl auserkorene Core i5-11600K ist ebenfalls noch stabil und verfügbar; der vergleichbare Ryzen 5 3600X ist zu diesem Preis schwerer zu beschaffen.

Inwieweit sich das nun verschärft, wird der Markt zeigen. Rocket Lake S zog in Tests nicht mit wehenden Fahnen an Zen 3 vorbei - bei steigenden Preisen könnten die Produkte auch uninteressant werden und mit gebremster Nachfrage hat auch das Preisgefüge seine Grenzen. Generell arbeitet die Halbleiterbranche am Limit: Klemmt es nicht in der eigenen Fertigung, ist es ein Zulieferer. Waferproduzenten wie Shin-Etsu und Global Wafers sollen bereits zu 100 Prozent ausgelastet sein und Substartknappheit ist schon länger ein Thema, das nun auch Intel einholt. Da die Probleme oft schon im "Upstream"-Geschäft vorliegen und die Halbleiterfertigung relativ lange Vorlaufzeiten hat, lässt sich für Unternehmen wie Intel und AMD - ob mit oder ohne eigene Fertigung - selten schnell eine Lösung finden und zuweilen auch ökonomisch gar nicht notwendig.

Quelle: WCCFTech

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    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von onlinetk PC-Selbstbauer(in)
        Ich halte trotzdem dagegen und erst recht nicht für Q2. Bis das soweit ist wird der Fokus auf ADL liegen, eh kaum jemand noch RKL kaufen und demnach die Nachfrage klein genug sein sollte. AMD wird dann auch bald den Refrech bringen und auch CPUs unterhalb des 5600X. Wer meint das Intel sich da das Wasser abgraben lässt....
      • Von onlinetk PC-Selbstbauer(in)
        Ich halte trotzdem dagegen und erst recht nicht für Q2. Bis das soweit ist wird der Fokus auf ADL liegen, eh kaum jemand noch RKL kaufen und demnach die Nachfrage klein genug sein sollte. AMD wird dann auch bald den Refrech bringen und auch CPUs unterhalb des 5600X. Wer meint das Intel sich da das Wasser abgraben lässt....
      • Von binär-11110110111 Software-Overclocker(in)
      • Von 0Martin21 Software-Overclocker(in)
        Es war uns doch allen klar das auch Intel irgend wann mit den Zuliefern Probleme bekommen würde. Wann alle anderen mehr zahlen, dann würde ich die Vertragliche mindest Menge liefern und den Rest teuer woanders. Und das kommt jetzt nach und nach jetzt bei Intel an, die Verträge laufen langsam aber sicher aus und neue naja wir wissen ja wie es aussieht. In meinen Augen nicht viel neues, aber zu erwarten.
      • Von AyC Software-Overclocker(in)
        Wer kauft den einen schlechteren Intel für 1000€, wenn er den besseren Prozessor in Form des 5800x für ca. 400€ bekommt in ausreichender Menge?

        Ich würde die Intel-Mitteilung eher so deuten, dass sie zusätzliche Nachfrage für ihre Prozessoren generieren wollen. Das "kauft jetzt noch schnell, morgen eventuell nicht mehr verfügbar", funktionierte (leider) schon immer.
      • Von binär-11110110111 Software-Overclocker(in)
        Was den i5 11400 betrifft ist Intel wohl unschlagbar, zumal MSI selbst auf dem kleinen Chipsatz die Möglichkeit gibt die Power Limits auf zu heben.

        Oder eben auch zu drosseln ! Wer's mag kann ihn dann mit 35 Watt und passiv gekühlt betreiben. Von der Leistung her manchmal sogar etwas schneller als das gleichnamige teure T-Modell.
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