Intel 8086: DIY-ISA-Karte steigert Integer-Leistung um 250 %
Ein Bastler hat eine ISA-Beschleunigerkarte für Intel-8086- und 8088-Systeme vorgestellt. Das Projekt nutzt einen historischen TRW-Multiplikator und soll MUL-Berechnungen um rund 2,5x beschleunigen.
Ein Hobbyentwickler hat eine ungewöhnliche Beschleunigerkarte für frühe x86-Systeme vorgestellt. Das Projekt richtet sich an Rechner mit Intel 8086 oder 8088 und setzt auf eine ISA-Steckkarte, die den MUL-Befehl zur Integer-Multiplikation auslagert. Gezeigt wurde das System Anfang April 2026 über den X-Account von Brad.
Historischer Chip übernimmt die Multiplikation
Kern der Karte ist laut den vorliegenden Angaben ein TRW MPY12HJ, ein 12×12-Parallelmultiplizierer aus der späten 1970er- beziehungsweise frühen 1980er-Zeit. Der Baustein arbeitet asynchron, also ohne Takt, und soll Multiplikationen deutlich schneller ausführen als die interne, mikrocodegesteuerte Routine des 8086 beziehungsweise 8088. Brad beschreibt den ursprünglichen MUL-Ablauf in den frühen x86-Prozessoren als iterativen Shift/Add-Algorithmus, der Multiplikationen vergleichsweise langsam abarbeitet.
Nach Darstellung des Projekts kann die Steckkarte abgefangene MUL-Operationen zwischen zwei Buszyklen berechnen. Daraus ergibt sich laut Brad eine Beschleunigung der Integer-Multiplikation um etwa das 2,5-Fache gegenüber der eingebauten Lösung der CPU - oder etwas plakativer: 250 Prozent.
Nicht für bestehende Software gedacht
Der Haken an der Lösung: Vorhandene, bereits kompilierte Programme profitieren davon in der Regel nicht automatisch. Brad erklärt, dass er für eigene Software eine eigene Unterroutine verwenden kann, die den Hardware-Multiplikator statt des internen x86-MUL-Befehls nutzt. Vorgefertigte Programme kennen diese Zusatzhardware dagegen nicht und verwenden sie daher nicht selbstständig.
Das Projekt ist in dieser Hinsicht hauptsächlich für Retro-Hardware-Enthusiasten, Eigenentwicklungen und technische Demonstrationen spannend. Zusätzlich verweist Tom's Hardware darauf, dass ein ähnlicher Ansatz grundsätzlich schon in der Frühzeit des IBM PC denkbar gewesen wäre, weil ISA-Steckplätze beim IBM PC 5150 bereits 1981 verfügbar waren und der verwendete Multiplikatorchip zeitlich in diese Ära passt.
Ein modernes Bastelprojekt mit historischer Technik und überzeugendem Ergebnis: Eine neue ISA-Karte trifft auf sehr alte x86-Prozessoren und beschleunigt genau den Teilbereich, in dem 8086 und 8088 traditionell schwach sind. Die gezeigte Lösung ersetzt keine generelle Systemaufrüstung, sie demonstriert aber, wie weit sich selbst ein halbes Jahrhundert alte PC-Plattformen mit passender Zusatzhardware noch optimieren lassen.
Quelle: via Tom's Hardware

Das wäre immer noch schwachsinnig, da jeder mit Bedarf an mehr Leistung ja einfach ein 286er-Upgrade machen könnte (oder *gasp* auf ein 20 Jahre altes Feature Phone aufrüsten), aber es wäre wenigstens elegant und ohne Kompatibilitätshürde.
Fast so gut wie das AI Benchmarking der anderen Art:
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