Spannendes Detail: Intel-Ingenieur erklärt, wie das Unternehmen bei 64-Bit versagt hat
Intel hat die ersten 64-Bit-Prozessoren zwar noch vor AMD auf den Markt gebracht, scheiterte mit dem Ansatz aber komplett. Ein damals verantwortlicher Ingenieur erklärt, wie die Marktsituation vor 20 Jahren zustande kam.
Intel und AMD liefern sich schon seit Jahrzehnten einen stetig andauernden Wettkampf um die besten Prozessoren am Markt. Schon mehrmals hatte AMD dabei - trotz geringerer Ressourcen - das bessere Gespür bei der Produktentwicklung. Das war beispielsweise auch vor rund 21 Jahren der Fall, als AMD die eigenen 64-Bit-Prozessoren auf den Markt brachte und Intels Konkurrenzprodukte damit zum Nischendasein verdammte. Denn während AMD einfach die bestehende 32-Bit-Architektur erweiterte, wollte Intel mit dem neuen Befehlssatz IA-64 und den Itanium-Prozessoren einen größeren Wechsel vollziehen. Ältere Programme konnten damit nur noch - deutlich langsamer - per Emulation ausgeführt werden.
Intel auf dem Holzweg
Dieses Konzept scheiterte allerdings. Zwar wurde die Itanium-Reihe für Geschäftskunden noch lange weitergeführt - oben ist die letzte richtige Itanium-Generation aus dem Jahr 2012 abgebildet. Schon 2004 folgten alle übrigen Prozessoren von Intel aber dem Ansatz der Konkurrenz und setzten auf x86-64 - den alten Befehlssatz mit 64-Bit-Erweiterung. Ein spannendes Detail zu dieser Kehrtwende hat dabei jüngst der AMD-Ingenieur Phil Park auf X verbreitet. Er hat auf Quora eine Antwort des damaligen Leiters von Intels Architekturentwicklung, Bob Colwell, entdeckt.
In dieser berichtet Colwell, dass offenbar schon Intels ursprüngliche Pentium-4-Prozessoren für 64 Bit geeignet waren. Zum Vergleich: Der erste Pentium 4 - Willamette - erschien schon im Jahr 2000, Itanium 2002 und AMDs erste 64-Bit-Prozesoren erst 2003. Damals unter den Namen Athlon 64 und - erstmals - Opteron.
Theoretisch hätte Intel also sogar früher eine zu AMD vergleichbare Befehlssatzerweiterung parat gehabt - und Colwell wollte diese offenbar auch in das fertige Produkt bringen. Demnach wurde das Team aber mit Nachdruck angewiesen, die entsprechende Erweiterung zu entfernen und damit die Prozessoren unter anderem auf 4 GB Arbeitsspeicher zu limitieren. So sollte sichergestellt werden, dass die Prozessoren nicht am Itanium-Projekt nagen. Das hat am Ende stattdessen AMD getan - mit dem bekannten Ergebnis.
Quelle: (picture: PCGH)
Während Intel das bisherige Namensschema nach den Pentium-4-Prozessoren über Bord warf, behielt AMD den neuen Namen "Athlon 64" noch mehrere Jahre bei. Und auch der Name "Opteron" blieb, bis er 2017 durch "Epyc" abgelöst wurde.
Die 64-Bit-Erweiterung der Pentium-4-Prozessoren wurde von Colwell allerdings nicht komplett verworfen, sondern nur deaktiviert. Als AMD 2003 mit den ersten Opteron-Prozessoren und dem Athlon 64 den Alternativansatz präsentierte und damit Erfolg hatte, konnte Intel dadurch vergleichsweise rasch reagieren und ein noch größeres Versagen verhindern. 2004 erschienen Intels Precott-Prozessoren, bei denen die Befehlssatzerweiterung endlich aktiviert war.
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Mit einer TDP von bis zu 115 Watt hatten die Prozessoren dafür allerdings ein Effizienz- und Temperaturproblem. Denn Intel hat die Architektur ursprünglich auf eine extrem lange Pipeline und damit (zu) hohe Taktraten ausgelegt, die in der Praxis aber nicht erreicht werden konnten. Daraufhin folgte die Abkehr der zugrundeliegenden Netburst-Architektur - 2006 brachte das Unternehmen die ersten Core-Prozessoren. Die von AMD übernommene Befehlssatzerweiterung war in diesen erneut zu finden - und sie ist auch heute noch in allen Intel-Prozessoren enthalten.
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Quelle: via Tom's Hardware

Danke fürs Teilen.
Dabei haben sie nichts neues gebracht sonder meines wissens nach nur das CPU Konstrukt der damaligen Notebook Prozessoren auf die Desktop CPUs umgesetzt. Ansonsten hätten sie damals nach dem Netburst Aus niemals so schnell das Core Häschen aus dem Hut zaubern können.
PS: 32 Bit CPU konnten deutlich mehr als 4GB adressieren, Tricks sei dank. Das war allerdings für Normalos uninteressant, nur Profis haben das genutzt. Erst etwa 2007/8 sind die Preise soweit gesunken, dass man an mehr als 4GB denken konnte.