[Update mit Übersichtstabelle] IDF 2013: Intel stellt Bay Trail M und D für 199-Dollar-Tablets bis zum Einsteiger-Desktop vor
Intel will mit Bay Trail eine neue, besonders energieeffiziente Architektur für Einsteiger-Systeme im Desktop-Bereich und für Notebooks, Tablets sowie Convertibles etablieren. Der CPU-Gigant bringt dazu neue Prozessoren der Atom-Z3000-Reihe und neue Modelle unter dem Pentium- und Celeron-Label heraus. Wir stellen sie im Detail vor. Update: Sie finden nun auch eine Vergleichstabelle in der Meldung.
Intels neu vorgestellte Prozessoren der Bay-Trail-M-Reihe werden zunächst als Pentium N3510 und Celeron N2910, N2810 und N2805 auf den Mobile-Markt und die der Bay-Trail-D-Reihe als Pentium J2850 sowie als Celeron J2850, J1850 und J1750 auf den Desktop-Markt kommen und eine brandneue Architektur namens Silvermont bieten. Die bereits seit Wochen in Intels Preisliste aufgeführten sollen mit Preisen ab 199 US-Dollar die Basis besonders günstiger und im Falle der mobilen Prozessoren auch besonders lange mit einer Akkuladung laufender Geräte stellen.
Der "neue Atom": Mit neuer Architektur kein Schwächling mehr
Quelle: PC Games Hardware
Intel Bay Trail: Neue Prozessoren mit Silvermont-Architektur für Medienkonsum (12)
Auf seiner Hausmesse, dem Intel Developers Forum im kalifornischen San Francisco, stellt der Prozessorgigant gerade eine neue Generation von Atom-Prozessoren vor. Diese verfügen über eine komplett neue Architektur und haben nicht mehr viel gemein mit den fünf Jahre Schnarch-CPUs, welche weiland den Netbook-Boom auslösten, sich inzwischen von Tablet-Computern den Rang haben ablaufen lassen müssen.
Zunächst eine kleine Codenamen-Kunde: Vorgestellt werden neben der neuen Atom-Serie Z3000 auch jeweils vier Einsteiger-Bay-Trails als Pentium- und Celeron-CPUs, deren einzelne CPU-Modelle auf der Silvermont-Architektur basieren und Teil der Bay-Trail-Plattfom für mobile Endgeräte wie besonders sparsame Notebooks und Tablets sind.
| CPU | Plattform | Listenpreis | Kerne | CPU-Takt (Turbo) | GPU-Takt (Turbo) | TDP |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Pentium J2850 | Bay Trail-D | 94 US-Dollar | 4 | 2,41 GHz | 792 MHz | 10 Watt |
| Celeron J1850 | Bay Trail-D | 82 US-Dollar | 4 | 2,00 GHz | 792 MHz | 10 Watt |
| Celeron J1750 | Bay Trail-D | 72 US-Dollar | 2 | 2,41 GHz | 792 MHz | 10 Watt |
| Pentium N3510 | Bay Trail-M | Unbekannt | 4 | 2,00 GHz | 750 MHz | 7,5 Watt |
| Celeron N2910 | Bay Trail-M | 132 US-Dollar | 4 | 1,60 GHz | 756 MHz | 7,5 Watt |
| Celeron N2810 | Bay Trail-M | 132 US-Dollar | 2 | 2,00 GHz | 756 MHz | 7,5 Watt |
| Celeron N2805 | Bay Trail-M | 132 US-Dollar | 2 | 1,46 GHz | 667 MHz | 4,5 Watt |
Die Silvermont-Achitektur im Überblick
Um besonders sparsam arbeiten zu können, waren die "alten" Atom-CPUs sogenannte In-Order-Designs. Dabei werden Befehle wurden in der Reihenfolge abgearbeitet, in der sie beim Prozessor ankommen, auch wenn das gerade sehr unpassend ist, weil zum Beispiel eine Ausführungseinheit noch belegt ist oder auf einen Speicherzugriff wartet. In solchen Fällen mussten die weiteren Befehle eben warten.
Die neuen Atom-CPUs kommen als "Module" mit je zwei eigenständigen Kernen, einem Uncore-Teil, einer Ivy-Bridge-basierten, DX11fähigen Grafikeinheit mit 4 EUs und einem gemeinsamen, 1 MiByte großen L2-Cache. In Sachen Befehlssatzerweiterungen wie SSE sind sie auf dem Niveau von Intels ersten 32-nm-CPU, den High-End-Sechskernern "Westmere" – auch wenn die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Das bedeutet, AES-Beschleunigung ist beispielsweise dabei, die aktuellen Advanced Vector Extensions (AVX) jedoch nicht. Prinzipiell sind die Silvermont-Prozessoren auch 64-Bit-fähig, erste Modelle werden dies aufgrund des Entwicklungsstandes der Treiber für Connected Standby jedoch noch nicht zeigen dürfen. Intel rechnet mit 64-Bit-Befähigung in Hard- und Software ab dem ersten Quartal 2014. In späteren Präsentationen und Gesprächen war gar nur noch von der ersten Jahreshälfte 2014 die Rede.
Bay Trail im Benchmark-Test
Quelle: PC Games Hardware
Intel Bay Trail: Neue Prozessoren mit Silvermont-Architektur für Medienkonsum (19)
Intel gewährte ausgewählten Vertretern insbesondere der US-Presse vorab die Möglichkeit, Benchmarks mit einigen Bay-Trail-Systemen durchzuführen, auch einige deutsche Kollegen wie unter anderem die der Website golem.de hatten diese Möglichkeit im Gegensatz zu PC Games Hardware, zu den Golem-Tests geht es über diesen Link. Intel selbst gibt an, die zwei- bis dreifache Performance früherer Modelle erreichen zu können, wobei man sich jedoch auf die hüftlahmen Atom-CPUs der ersten Generation(en) bezieht.
Bereits vorab veröffentlichte Intels oberster Benchmarker einen Cinebench-11.5-Wert von 1,47 Punkten, welcher auf einem zufällig ebenfalls mit 1,47 GHz angegebenem Quadcore-Bay-Trail erreicht wurde. Unsere Vergleichswerte ergeben folgendes:
- Silvermont: 4C/4T @ 1,47 GHz: 1,47 Punkte
- Haswell: 4C/4T @1,5 GHz: 2,06 Punkte (Haswell i7-4950HQ)
- Silverthorne: 1C/2T @1,6 GHz: 0,25 Punkte (Atom Z530)
- Silverthorne: 1C/1T @ 1,6 GHz: 0,16 Punkte (Atom Z530)
Unterm Strich sind das taktbereinigt ein Gewinn von Faktor 2,11 gegenüber einem Atom.
Bay Trail: Vorläufiges Fazit
Intel setzt künftig auf mindestens vier, später fünf verschiedene Prozessorreihen - drei davon konsequent auf den mobilen Einsatz getrimmt. Bay-Trail soll den von Intel erkannten Wunsch des Kunden nach "Content Consumption", also dem konsumieren von Inhalten, bedienen. Die dafür aufgebotene Leistung sollte ausreichend bemessen sein, aber um nicht den Weg des Atom zu gehen, welcher Anfangs auch als schnell genug angesehen wurden, muss Intel hier am Ball bleiben.