Nach CEO-Abgang: Große Unsicherheit bei Intels Zukunft - wird die Fertigung verkauft?
Die beiden vorübergehenden Intel-CEOs Holthaus und Zinsner erteilen einer Abspaltung von Intels Halbleiterfertigung keine direkte Absage. Holthaus sieht in einer Trennung keine Lösung, Zinsner schlägt hingegen andere Töne an.
Nachdem der bisherige Intel-CEO Pat Gelsinger am 1. Dezember überraschend seine Position abgegeben hatte, steht das Unternehmen vor unruhigen Zeiten. Bis auf Weiteres wird Gelsinger durch Michelle Johnston Holthaus, CEO von Intels KI-, CPU- und Netzwerksparte, und David Zinsner, CFO des Unternehmens, ersetzt. Diese sollen die Leitung von Intel so lange innehaben, bis ein neuer CEO gefunden ist. Und dabei halten Sie sich beim Fortgang für das Unternehmen offenbar alle Optionen offen - auch eine Trennung von der Halbleiterfertigung.
Integrieren, abspalten, verkaufen?
Laut einem Bericht von Reuters wurden beide kürzlich gefragt, ob eine potenzielle Trennung der Halbleiterfertigung vom Rest des Unternehmens vom Erfolg des kommenden 18A-Prozesses abhängt. Laut Gelsingers ursprünglichem Plan sollte Intel mit ebendieser Fertigung angeblich zu TSMC aufschließen oder die Konkurrenz sogar überholen - und sich damit fest als große Foundry etablieren.
Eine klare Antwort auf die Zukunft der Sparte wollten dabei weder Holthaus noch Zinsner geben. Zudem scheinen beide unterschiedliche Ansichten zu dem Thema zu haben. Holthaus ist demnach der Überzeugung, dass eine vollständige Abspaltung der Halbleitersparte nicht die beste Lösung ist - selbst wenn sie nur unternehmensintern erfolgen sollte.
Zinsner betonte im Gegensatz dazu hingegen, dass die Halbleiterfertigung schon jetzt weitgehend selbstständig agiert - und dass in Zukunft auch die Spartenleitung und das Geschäftsprozessmanagement vom Restunternehmen abgekoppelt werden. Einer kompletten Abspaltung der Halbleiterfertigung erteilt er dabei keine Absage - doch das sei zumindest akut kein Thema.
Passend zum Thema: Intel trennt sich von Pat Gelsinger: CEO geht in Ruhestand - so soll es weitergehen
Sofern sich die Suche nach einem neuen Intel-CEO nicht allzu lange hinzieht, dürften die beiden über eine komplette Abspaltung der Fertigung aber wohl ohnehin nicht entscheiden. Diese Aufgabe dürfte stattdessen dem nächsten CEO zukommen, mit dem die Unsicherheit bei Intel hoffentlich wieder abnehmen wird.
Eine potenzielle Entscheidung wird dabei wohl tatsächlich maßgeblich vom Erfolg der 18A-Fertigung beeinflusst. Falls Intel mit dem Prozess wieder konkurrenzfähig wäre, dürften sich die Auftragsbücher vermutlich schnell füllen. Andernfalls stünden gigantische Investitionen einem voraussichtlich zu geringen Ertrag gegenüber. Doch selbst in diesem Szenario wäre ein Verkauf alles andere als leicht - denn die US-Regierung würde eine Abgabe der modernsten Halbleiterfertigung des Landes mit Sicherheit nicht leichtfertig absegnen.
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Die Fertigung auslagern und sich weitere finanzstarke Partner mit ins Boot holen wäre einfach das sinnvollste gewesen, leider hat intel diesen Zeitpunkt etwas verpasst...
Und zur Coronazeit wäre genau der richtige Zeitpunkt gewesen um gut Kapital daraus zu schlagen.
Wenn intel die Foundry an die Börse bringt, muss sie zum einen nicht alle Teile veräußern und zum anderen kann jederman die Anteile erwerben
Naja, dann hat der Westen überhaupt nichts mehr, was man im weitesten Sinne Highend-Fertigung nennen könnte. Alles ist dann in Taiwan oder Korea konzentriert und damit in direkter Zugriffsreichweite von China. Ich weiß nicht wie sich die Politiker und Wirtschaftskapitäne in den USA und EU das Aufrechterhalten ihrer ökonomischen und auch militärischen Dominanz so vorstellen, wenn eine Kernkompetenz nach der anderen wegen kurzfristiger Börsenstrohfeuer einstellt oder (nach Asien) verramscht wird?
Das ASML-Litho-Maschinen-Embargo scheinen die Chinesen durch eine eigene Technologie, mit der sie in 3nm fertigen können, mittlerweile ja schon ausgehebelt zu haben.