Brink im Hands-On-Test: Alle Waffen sind modifizierbar - Test der Woche
Brink, der neue Titel der ETQW-Macher Splash Damage, verbindet eine überarbeitete "id Tech 4"-Engine mit einem klassen- und zielorientierten Gameplay samt drei verschiedenen Körpertypen und dem SMART-Bewegungssystem. Im Hands-On-Test von Brink nehmen wir den Shooter nach einigen Multiplayer-Stunden erstmals unter die Lupe.
Brink ist das neue Werk von Splash Damage, den Machern von Enemy Territory Quake Wars. Als Hintergrundszenario setzen die Entwickler "The Ark" an, ein gigantisches Schiff, welches nach dem Anstieg des Ozeans die letzte Zuflucht der Menschheit bildet. Zwei Parteien, die Security Forces (die "Sicherheit") und die Resistance (der "Widerstand"), kämpfen um die Vorherrschaft - gut oder böse im klassischen Sinne gibt es nicht. Also auch keine US-Amerikaner und Terroristen ;-)
Brink: Primärwaffen
Brink: Waffe verbessern
Brink: Vier SMARTe Klassen sollt ihr sein
Zu Beginn von Brink gestalten Sie sich Ihren eigenen Charakter anhand von Archetypen wie dem Psycho, legen also Gesicht und Hautfarbe fest. Im späteren Spielverlauf erhalten Sie durch Erfahrungspunkte (XP) und erfüllte Ziele Unmengen an Details, um Ihren Charakter zu individualisieren: Die Möglichkeiten, die Ihnen Brink in Form von Kleidung, Haaren und Bärten, Tätowierungen, Masken und vielem mehr an die Hand gibt, sind so einzigartig wie mächtig und für sich alleine schon eine tolle Sache. Auch alle Waffen im Spiel sind modifizierbar, hierfür gilt es, bestimmte Missionen zu erfüllen - diese Erweiterungen sind aber nicht spielentscheidend, gleiches gilt für die Charakter-Fähigkeiten ("Perks") wie eine 3rd-Person-Ansicht beim Einnehmen von Kommandoposten oder die Option, Granaten auch während des Sprintens werfen zu können. Wer wirklich gut ist, kommt auch ohne aus.
Sie starten mit dem mittleren von drei sogenannten Körpertypen, den leichten wie auch den schweren erhalten Sie nach einigen Levelaufstiegen (bei Level 20 ist derzeit Schluss). Der leichte macht einen etwas "verhungerten" Eindruck, darf nur eher schwache Waffen wie MPs ins Feld führen und hält am wenigsten aus, ist aber wieselflink und hüpft & klettert elegant durch die Maps - nur dieser Körpertyp erreicht alle Punkte im Level und ist immer für eine Überraschung gut; Splash Damage nennt dies SMART ("Smooth Movement Across Random Terrain"). Der mittlere darf alles mit sich herumtragen, ganz dicke Wummen aber sind außen vor und er ist nicht so agil - kommt aber an vielen Stellen nach oben. Der schwere Körpertyp ist der klassische "Heavy", welcher mit einer fetten Gatling-Gun gemächlich durch die Maps marschiert und ebenso viel Schaden austeilt, wie er schluckt. Egal welchen Körpertyp Sie wählen, die vier Klassen Sanitäter, Soldat, Agent und Techniker stehen für alle Spieler bereit.
Brink: Zielorientiert statt stumpfes Team-Deathmatch
Wie die Namen schon andeuten, kann jede Klasse etwas Besonderes, was für die Missionen sehr wichtig ist: Nur der Sanitäter belebt Team-Mitglieder wieder und verteilt Lebensenergie-Buffs, nur der Soldat platziert Sprengladungen und nur der Techniker repariert defekte Wartungsbots oder stellt Geschütztürme auf. Denn in Brink gewinnt nicht das Team, welches die meisten Spieler mit einer tollen Kill/Death-Ration sein Eigen nennt, sondern das, welches am besten zusammen arbeitet - es bringt nichts, gottgleich alle Gegner niederzumetzeln, wenn die Missionsziele nicht erfüllt werden. A propos metzeln: In Brink spritzt als Treffer-Rückmeldung zwar ein bisschen Blut und gefallene Gegner lassen sich vollends auslöschen - letzteres ist bei den schnellen Gefechten aber meist Munitionsverschwendung und bringt nur lächerliche 3 XP.
Quelle: PC Games Hardware
Brink: Gameplay-Impressionen (6)
Quelle: PC Games Hardware
Brink: Gameplay-Impressionen (14)
Abseits der abwechslungsreichen Hauptziele gibt es viele optionale Nebenmissionen, so lassen sich zusätzliche XP verdienen. Während die Resistance beispielsweise einen Wartungsbot eskortieren muss, ist es die Aufgabe der Security Forces, dies zu verhindern - schaffen diese das nicht, erhält die Resistance einen Zeitbonus (gestartet wird üblicherweise bei 10 Minuten) und erhält ihr nächstes von meist drei bis fünf Primärzielen. Auf den Maps verteilt sind einnehmbare Kommandoposten, die 16 Spieler des Teams, welches diesen hält, dürfen hier Klasse und (primäre wie sekundäre) Waffen tauschen. Das Gameplay von Brink ist daher abwechslungsreich, fordernd und auch vergleichsweise komplex - kein Vergleich zum Killstrike-verseuchten TDM der meisten populären Multiplayer-Shooter-Konkurrenten. Hinzu kommt, dass die Waffen je nach Typ ziemlich reinhauen, oft reichen ein paar Schuss, nur schwere Körpertypen schlucken schon mal ein knappes Magazin aus der MP.
Ebenfalls etwas Besonderes ist der fließende Übergang vom Single- zum Coop- zum Multiplayer-Shooter: Alle Maps spielen Sie auf Wunsch solo mit Bots (deren KI allerdings derzeit maximal als Kanonenfutter taugt), mit oder gegen Freunde samt KI-Unterstützung oder eben komplett mit menschlichen Mitstreitern. Die bisher von uns gespielten sehr abwechslungsreichen Maps bieten Innen- wie Außenlevel und sind tendenziell eher verwinkelt gestaltet, damit das Spiel nicht in substanzloses Geballere ausartet.
Brink: Gameplay-Impressionen (16)
Brink: Das fühlt sich an ... wie am PC
Auch wenn Brink ein Cross-Platform-Titel ist, merkt man dem Titel an diversen Stellen an, dass Splash Damage aus dem klassischen PC-Sektor kommt: Das HUD ist in vielen Bereichen anpassbar, beispielsweise lässt sich die XP-Anzeige abschalten oder der Hinweis, welcher Spieler gerade den virtuellen Exitus erleiden musste. Die Ducken-Funktion und das Visier der Waffe lassen sich auf Wunsch "togglen", die Taste muss also gedrückt bleiben, und der Spieler darf sich um die Ecke lehnen (kein Cover-System). Das automatische Heilen der Spielfigur ist angesichts des eher flotten Gameplays ein Spielspaßgarant, denn gestorben wird gerade am Anfang doch etwas häufiger - erfahreneren Spielern dagegen bietet sich die Möglichkeit, die Ziele eher zu erfüllen und darauf liegt ja auch der Fokus von Brink. Positiv: Das Spiel setzt als Fadenkreuz auf einen je nach Waffe mehr oder weniger großen starren Kreis samt Punkt in der Mitte, einige Waffen bieten nur letzteren. Zwar wäre uns hier eine freie Konfiguration lieber gewesen, aber immer noch besser als wechselnde Typen bei jeder Waffe und nervig zuckende Fadenkreuze .
Brink: Grafikmenü
Brink: id Tech 4 reloaded
Zugegeben, die "id Tech 4"-Engine hat ihre besten Tage hinter sich, mit der Polygon-armen und füllratenfressenden Schablonen-Schatten überladenen Variante aus Doom-3-Zeiten hat Brink aber nichts am Hut. Der Renderer basiert wie gehabt auf Open GL und der Megatexture-Technik, besagte Schablonen-Schatten warf Splash Damage zugunsten von (niedrig aufgelösten) Shadow-Maps aus der Engine. Die Pixeltapeten sind ebenfalls keine Augenweide, im Gesamtkontext bis auf einige grobe Ausfälle jedoch im Rahmen eines Cross-Plattform-Titels okay. Dafür arbeitet Splash Damage mit Umgebungsverdeckung (Nvidias HBAO), Tiefen- und (Kamera-)Bewegungsunschärfe, weichen Partikeln und klassischer (Multisampling-)Kantenglättung.
Auch oder gerade wegen der "id Tech 4"-Engine verfügt Brink über einen ganz eigenen Stil, der durch das Charakter- und Art-Design stark hervorgehoben wird - sicherlich nicht jedermanns Sache, im Vergleich zur drögen Standardoptik von Call of Duty, Medal of Honor und Co. aber erfrischend anders. Nervig: Brink bietet nur wenige Auflösungen, welche dem Seitenverhältnis entsprechen. Auf unserem 27er mit nativen 2.560 x 1.440 gibt das Spiel maximal 1.920 x 1.080, 1.680 x 900, 1.366 x 768 und 1.280 x 720 Pixel frei. Allerdings gibt es erste Config-Tools für die Auflösung, das FOV etc. Mit minimalen Details leiden vor allem die Texturen, ansonsten macht sich Brink noch ganz gut:
Trotz des vergleichsweise alten Engine-Grundbaus gehört Brink nicht unbedingt zu den Titeln, die dreistellige Bildraten abliefern. Die 60-Fps-Bremse ist Geschichte, das Spiel läuft bei allen Bildraten gleich schnell. Aber selbst mit einem Core i5-750 @ 3,6 GHz und einer Geforce GTX 580 erreichten wir in 1.680 x 1.050 mit maximalen Details "nur" rund 45 bis 80 Fps, abhängig vom Level und der Action auf dem Bildschirm. Der größte Leistungskiller ist die Umgebungsverdeckung, welche im Gefecht ohnehin nicht von Relevanz ist - bei Problemen einfach abschalten. Technische Bugs zeigte Brink vereinzelt, so wurde manche Textur nicht geladen, Charaktere steckten aufgrund von Clippling-Fehler vereinzelt mit ihrer Waffe in einer Wand und sehr oft fiel der Ton aus. Das ist vor allem spielerisch ärgerlich, aber auch akustisch, denn Brink klingt exzellent: Wuchtige, klar zu ortende Waffen-Sounds mischen sich mit leiseren Kommentaren zu den Missionszielen und diversen Hintergrundgeräuschen. Sollten Sie eine dicke Anlage besitzen: Bitte aufdrehen - selbst leise Momente klingen toll; so haben sich die Entwickler bei der Melodie, die Sie hören, wenn Sie gefallen sind, an Valves Left 4 Dead orientiert. Toll!
Radeon-User sollten den Catalyst 11.5 Hotfix austesten.
Brink wird über Steam aktiviert und dort an Ihren Account gebunden. Dafür wählen Sie frei aus folgenden Sprachen (Bild und Ton): Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch und Russisch.
Brink - ein erstes Fazit
Nach einem sehr kurzen Singleplayer-Intermezzo sind wir nach dem gestrigen Abend (und einem Teil der Nacht; rund sechs Spielstunden) bei Level 8 angekommen und haben rund die Hälfte aller acht Maps einige Stunden als Soldat mit wechselnden Körpertypen bespielt. Die Server erwiesen sich hierbei als flott, innerhalb von Sekunden waren wir im Match und abseits des gelegentlichen Tonausfalls konnten wir keine technischen Probleme verzeichnen - nur an der Performance sollte Entwickler Splash Damage noch schrauben, optisch ist Brink auf jeden Fall einzigartig.
Spielerisch wandelt Brink auf den Pfaden, die einst Enemy Territory Quake Wars zu etwas Besonderem gemacht haben: Vier Klassen und drei Körpertypen treffen zusammen mit SMART-Bewegungssystem auf ein recht komplexes zielorientiertes Gameplay; Team-Arbeit statt K/D-Ratio lautet die Devise. Dies mag ein zwei Stunden Einarbeitungszeit benötigen und sich nicht für den schnellen, unkomplizierten abendlichen Ballerspaß à la Call of Duty eignen - dafür entschädigt Brink mit einem sehr erfrischenden und motivierenden Spielerlebnis. Denn hier zählt wirklich die Zusammenarbeit und gerade das macht unserer Ansicht nach einen Multiplayer-Shooter aus.
Reklame: Brink jetzt bei Amazon bestellen.

Suchtfaktor wird erst höher, wenn man sich etwas eingespielt hat! Anfangs ist es echt etwas verwirrend, aber dann startets voll durch
- Custom resolutions should now work
- Various small tweaks in graphics tab
- Updated the: steam/userdata/*number*/22350/local/base message
- Show Intro option added so set to 0 to disable
- Added View effects
- Added Skip Particles
- Added Refresh Rate
Quelle: rush-zone.com