OmniDrive: Blu-ray-Laufwerk rippt GameCube, Wii und Xbox
Mit OmniDrive ist eine quelloffene Custom-Firmware für auf dem MediaTek-MT1959 basierende Blu-ray-Brenner von Asus und Hitachi-LG erschienen, die GameCube-, Wii- und Xbox-Discs auf dem PC ganz einfach rippt.
Seit dem 18. Februar 2026 ist OmniDrive offiziell aus der Beta-Phase entlassen, mittlerweile in Version 1.0.2 verfügbar - und die Szene für Spiele-Preservation ist elektrisiert. Die quelloffene Custom-Firmware des Entwicklers RibShark patcht die Original-Firmware von auf dem MediaTek-MT1959 basierenden Blu-ray-Laufwerke aus dem Hause Asus und Hitachi-LG Data Storage (HLDS) so, dass die Brenner nicht mehr einzig klassische CDs, DVDs und (UHD-)Blu-rays auslesen können, sondern erstmals auch proprietäre Spieldiscs verschiedenster Konsolen-Generationen verarbeiten.
Blu-ray-Brenner wird zum GameCube-, Wii- und Xbox-Ripper
Native unterstützt OmniDrive die vollständige Sicherung von GameCube ("NROM"), Nintendo Wii ("RVL-ROM"), Xbox ("XGD1") sowie Xbox 360 ("XGD2/XGD3"). Auch die Xbox One und Xbox Series ("XGD4"), Wii U ("CAT-R") sowie die Playstation 3, 4 und 5 können ausgelesen werden, bleiben in diesen Fällen jedoch verschlüsselt, weil die Schlüssel auch weiterhin nicht extrahierbar sind. Lediglich die GD-ROMs von der altehrwürdigen Sega Dreamcast bleiben komplett außen vor, da lediglich der sogenannte Low-Density-Bereich bei diesen Datenträgern auslesbar ist.
OmniDrive ersetzt die alte JB8-Rib-Firmware komplett
Technisch interessant: OmniDrive löst damit die seit 2022 in der Szene gebräuchliche modifizierte JB8-Firmware 3.10 Rib ab, welche bislang nur Lead-Out-Reads auf CDs ermöglichte. Die neue Firmware bringt darüber hinaus Raw-Sector-Reading für CD mit 2.352 Byte/Sektor), DVD mit 2.064 Byte/Sektor und Blu-ray mit 2.072 Byte/Sektor, ein eigenes READ-DISC-RAW-Kommando mit Force-Unit-Access, das den Drive-Cache umgeht, sowie Lead-in/Lead-out-Reads für DVD und Blu-ray mit. Genau dieses Featureset ist die Grundlage dafür, viele Spiele sauber dumpbar werden.
Vom Disc-Preservation-Projekt Redump.org wird die OmniDrive-Firmware ganz ausdrücklich für sämtliche neuen Submissions und Verifikationen mit einem JB8- und JB9-Laufwerken empfohlen. Die nötigen Werkzeuge Redumper (ab Build 702) sowie das Media Preservation Frontend MPF (ab 3.7.0) bringen seit dem Frühjahr die passende Tool-Unterstützung mit.
Ergänzend dokumentiert RetroRGB, dass die UHD-Blu-ray-Backup-Fähigkeiten der geflashten Laufwerke vollständig erhalten bleiben - ein wichtiges Detail angesichts der zunehmend knappen Verfügbarkeit von 4K-Blu-ray-Laufwerken.
Diese Blu-ray-Laufwerke sind mit OmniDrive kompatibel
OmniDrive wird in zwei Varianten ausgeliefert: einer gepatchten Asus -BW-16D1HT-3.02-Firmware für Desktop-Laufwerke (Half-Height) und einer modifizierten LG-BU40N-1.00-Firmware für Slim-Drives. Beide erlauben dank Cross-Flashing eine sehr breite Modellpalette:
- Half-Height (Desktop): Asus BW-16D1HT (auch "PRO"), Asus BC-12D2HT, LG BH16NS40/55/58/60, LG WH14NS40, LG WH16NS40/55/58/60, LG BH-A10AME, LG BH50N
- Slim (Notebook/extern): LG BU40N, LG BU50N, LG BP50NB40, Verbatim 43888/43889/43890 (nur BU40N-Varianten), Asus SBW-06D5H-U, Archgon MD-8107-U3, Buffalo BRUHD-PU3-BK
Wichtig: Nur Laufwerke mit echtem MT1959-Chipsatz ("MT1959HWDN") sind kompatibel. Geräte, die MakeMKV als "MT1939" erkennt - auf dem Chip stehen dann "MT1959UWDN" oder "MT1959USFN" - basieren intern auf dem älteren MT1939-Silizium und können nicht mit OmniDrive geflasht werden.
Legales Rippen? Was in Deutschland (nicht) erlaubt ist
Die englischsprachige Berichterstattung - allen voran TechSpot - stempelt OmniDrive ungerührt als "legal" ab. Für die deutsche Rechtslage stimmt das nur mit großen Einschränkungen. Das Urheberrechtsgesetz erlaubt zwar in § 53 UrhG die Privatkopie, verbietet jedoch in § 95a ausdrücklich die Umgehung wirksamer technischer Schutzmaßnahmen.
Wer ausschließlich seine eigenen, unverschlüsselte oder formattechnisch bereits offene Discs sichert (zum Beispiel selbstgebrannte BD-Rs), bewegt sich auf sicherem Terrain. Wer hingegen den AACS-Kopierschutz einer UHD-Blu-ray oder die proprietären Kodierungen kommerzieller Konsolen-Discs aushebelt, befindet sich in der gleichen rechtlichen Grauzone wie beim Einsatz von MakeMKV oder DeUHD.
Im Gegensatz zur Software bleibt OmniDrive selbst aber Open Source und ist als reines Firmware-Werkzeug zunächst einmal frei nutzbar.
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Und auch wenn man in Internet finden kann, kann sein dass meine Version auf deutsch ist, zum Beispiel, und nicht auf englisch, usw.
Ganz zu schweigen, dass ich mich keine Sorge än machen muss wegen Viren, Trojaner, usw
Aber jeder muss für sich selbst entscheiden.