Black Mesa im Test: 20 Grafikkarten im Benchmark inklusive Supersample-AA
Mit Black Mesa steht das wohl ambitionierteste Mod-Projekt aller Zeiten kostenlos zum Download. Die Modifikation basiert auf Valves Source-Engine und bildet den Shooter-Meilenstein Half-Life von 1998 in neuem Glanz nach. Welche Grafikkarten die hübsche, aber nicht ganz taufrische Grafik von Black Mesa flüssig stemmen, verrät unser Test.
Black Mesa (Download) übertrifft selbst die kühnsten Erwartungen an eine kostenlose Modifikation und erreicht eine beeindruckende 9.8 auf der 10er-Richterskala. Die Mod setzt auf Valves Source-Engine, ein zwar nicht mehr taufrisches, aber um Dimensionen leistungsfähigeres Gerüst beim Original von 1998. Der Source-Grafikmotor verhalf schon Half-Life 2, dessen Episoden und Left 4 Dead zu hübscher Optik. Die Features: hochauflösende Texturen inklusive Detailschicht, Schattenwurf inklusive weicher Filterung, Partikelspielereien anstelle von Sprites und dazu Havok-Physik. Ein Grundgerüst von 2004 mit Updates: Welchen Anforderungen stellt Black Mesa an die Grafikkarte? PC Games Hardware scheuchte 20 Grafikkarten durch den Forschungskomplex, um eine Antwort auf diese Fragen zu geben.
Black Mesa: Grafikkarten-Benchmarks
Quelle: PC Games Hardware
Black Mesa: Eine der forderndsten Szenen ist diese hier - und daher unser Benchmark
Für die Grafikkarten-Benchmarks begeben wir uns an eine sehr fordernde Stelle innerhalb Black Mesas, die der Spieler nach ein bis zwei Stunden betritt: den Kühlraum. Während weite Teile der Modifikation mit deutlich höheren Bildraten ablaufen, kommen hier dichte Partikelwolken zum Einsatz, die nicht nur die Sicht einschränken, sondern vor allem die Grafikkarte belasten. Wir laufen von Fraps begleitet 20 Sekunden durch den Kühlraum, während wir Headcrabs und der giftigen Spucke eines weiteren Aliens ausweichen (siehe Bilder).
Insbesondere Supersample-AA trennt die Spreu vom Weizen, weshalb wir uns dazu entschieden, das volle Leistungsspektrum mithilfe zweier Einstellungen aufzuzeigen: Einmal mit 4x Multisample-AA und einmal mit der "Bildqualitätskeule" 8x Supersample-AA (SGSSAA). Alle Benchmarks finden in der aktuellen Standardauflösung 1.920 x 1.080 (Full-HD) nebst 16:1 HQ-AF im Treiber statt. Für bestmögliche Bildqualität passen wir auf Geforce-Grafikkarten mit 8x SGSSAA das Textur-LOD auf den Wert –1,25 an. Radeon-Chips erledigen diese Aufgabe automatisch, das LOD entspricht hier etwa –1,2. Beachten Sie, dass die ältesten Radeon-Grafikkarten im Test (HD 3000/4000) nicht zu Supersample-AA in der Lage sind. Um die schnellsten Grafikkarten in Einstellung Nr. 1 nicht auszubremsen, deaktivieren außerdem wir mithilfe des Konsolenbefehls "fps_max 0" das Framelimit (Source-Standard: 300 Fps).
Zu Ehren der Source-Engine testen wir Black Mesa auch mit echten 3D-Rentnern: Ob eine Geforce 7900 GTX und Radeon X1900 XTX der Modifikation genügen? Die Geforce kann dabei auf den aktuellen Treiber 306.23 zurückgreifen, während die X1900 den uralten Legacy-Catalyst 10.2 nutzen muss. Die HD-3000- und HD-4000-Karten greifen auf den Legacy 12.4 WHQL zurück.
Black Mesa: Grafikkarten-Ergebnisse
Da sich die Black Mesa-Grafik an Half-Life 2 und dessen Episoden orientiert, fällt auch der Leistungshunger vergleichbar gering aus. In Full-HD mit 4x MSAA hat keine Grafikkarte der letzten vier Jahre Probleme mit flüssigen Bildraten jenseits der 60er-Marke. Sogar eine Geforce 8800 GT von 2007 stemmt an unserer relativ fordernden Testszene noch über 80 Fps. Die 7900 GTX von 2006 hingegen kämpft nicht nur mit fehlerhafter, blockiger Schattendarstellung, sondern auch mit der Bildrate. Ganz im Gegensatz dazu macht die gleich alte Radeon X1900 XTX ihrem Status als lebende Legende alle Ehre und stemmt Black Mesa ohne Grafikfehler flüssig – trotz des 2,5 Jahre alten Grafiktreibers.
Mit 8x SGSSAA bricht die Bildrate gegenüber 4x MSAA auf etwa ein Sechstel (!) ein, sodass selbst aktueller Oberklasse-Grafikkarten wie die Radeon HD 7870 und Geforce GTX 660 Ti Mühe haben, die 40-Fps-Marke zu halten. Einzig Besitzer einer übertakteten Radeon HD 7970 oder Geforce GTX 680/670 dürfen sich hier über einen Durchschnittswert jenseits der 50 Fps erfreuen – der Minimalwert landet jedoch im 30er-Bereich. Daher unser Tipp: 8x SGSSAA sieht zwar großartig aus, für konstant flüssige Fps sollten Sie aber höchstens 4x SGSSAA einschalten, denn das läuft mit doppelt so hohen Fps.
In der Galerie finden Sie 150 Screenshots von Black Mesa in bestmöglicher Qualität – in 1:1-Auflösung. Vergessen Sie den Klick auf "Bild vergrößern" links oben nicht! Die Bilder entstanden allesamt in der Auflösung 2.560 x 1.600 mit 8x Sparse Grid Supersample-AA (SGSSAA) nebst 16:1 AF auf einer übertakteten Radeon HD 7970.
Bildergalerie
Hintergrund: Black Mesa (Source)
Eine gefühlte Ewigkeit hat es von der Ankündigung bis zum Release des "Black Mesa"-Projekts gedauert. Ein privates Team hat mithilfe des Source-SDKs die Anfänge der Half Life-Serie zu neuem Leben erweckt. Von der ersten Bahnfahrt an können Sie nun die Geschichte des Physikers Gordon Freeman in völlig neuem Glanz erleben. Das Vergnügen ist für Sie zudem noch kostenlos. Das Remake ist als Download auf der offiziellen Webseite des Spiels verfügbar und das benötigte SDK können Sie einfach umsonst via Steam herunterladen. Auch freiwillige Spenden sind unerwünscht. Die Entwickler haben explizit kein Konto für Black Mesa angelegt und via Twitter ließen sie verlauten, dass freiwillige Spenden stattdessen bitte an eine favorisierte Einrichtung Ihrer Wahl gehen sollen. Für Kinderhände ist Black Mesa trotz allem nichts.
Download und offizielle Webseite (ab 18 Jahren): www.blackmesasource.com

MfG,
Raff
Wie schön wäre es doch, wenn alle aktuellen PC-Spiele (ja, auch die Grafikkracher) mit solchen Framerates laufen würden, aber dann könnten Nvidia und AMD ihre teuren Karten ja nicht mehr an den Mann bringen
aber wer ist kein vsync aktiviert ist selber schuld.
Bei brutal hoher Last, wie sie SGSSAA eben mit sich bringt, ist die Fiepneigung allerdings auch erhöht, unabhängig von den niedrigeren FPS. Die Last machts.
Wie schön wäre es doch, wenn alle aktuellen PC-Spiele (ja, auch die Grafikkracher) mit solchen Framerates laufen würden, aber dann könnten Nvidia und AMD ihre teuren Karten ja nicht mehr an den Mann bringen