Ein synthetischer Benchmark wird noch ein kleines bißchen synthetischer

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News Carsten Spille Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Groß waren Euphorie und Empörung - je nach Lager - als Nvidia erklärte, PhysX mithilfe der GPU berechnen lassen zu wollen. Eigentlich eine nette Sache für Spieler, wenn nicht gerade die Punktzahlen im 3DMark Vantage davon beinflusst würden.

Nun sind Geforce-Treiber und neue PhysX-Software seit einiger Zeit verfügbar und die Wellen der Entrüstung reißen nicht ab. Nachdem bereits Cheat-Vorwürfe gegenüber Nvidia laut geworden waren, wiegelte der GPU-Hersteller, gestützt durch Aussagen von Futuremark-Präsident Oliver Baltuch, ab (Nvidia nimmt Stellung zu Cheatvorwürfen im 3DMark Vantage).

Gestern nun wurde die Stimmung von vr-zone.com wieder angeheizt, die, ausgehend von einer Äußerung des im Forum von beyond3d.com postenden Users "CJ" titelten, Nvidia ersetze Dateien des 3DMark Vantage und Radeon-Besitzer könnten ihre PhysX-Karte nicht mehr nutzen. Wir haben uns die gesamte Geschichte nun noch einmal angesehen und fassen zusammen:

• Richtig ist, dass Nvidia eine neue Version der PhysX-Systemsoftware herausgebracht hat
• Dieser setzt PhysX-Befehle für Geforce-Karten mit GT200-, G92- und vermutlich auch G94-Chip um, sodass diese als PhysX-PPU-Ersatz fungieren können
• Diese Ersetzung funktioniert ab einer von der Anwendung genutzten PhysX-Version 2.73
• Zu den Anwendungen, die davon profitieren gehören UT3 mit Ageia-Mod-Pack und der 3DMark Vantage
• Der strittige 3DMark Vantage nutzt die PhysX-API, welche spätestens bei der Einrichtung des Benchmarks in das normale Verzeichnis C:\Programme\Ageia installiert wird. Mittlerweile hat Nvidia den PhysX-Entwickler Ageia übernommen und betreibt die Schnittstelle unter eigener Regie weiter
• Nvidia aktualisiert diesen (mittlerweile hauseigenen) Treiber - wie es bei einem Treiberupdate für PhysX-Software üblich ist - und bietet zwei neue Versionen der PhysX-API zusätzlich an: 2.8 und 2.81 (s. Screenshots in der Bildergalerie)
• Sämtliche Dateien im 3DMark-Vantage-Verzeichnis bleiben unangetastet (s. Screenshots in der Bildergalerie)
• Auch nach der Installation der PhysX-Systemsoftware 8.06.12 funktioniert die PhysX-Beschleunigung per PPU oder CPU ganz normal, wenn keine Geforce genutzt wird. Für Radeon-Besitzer ändert sich de facto also gar nichts.

Unsere Benchmark-Tests mit dem 3DMark Vantage haben ferner ergeben, dass die Abweichungen mit der neuen PhysX-Software gegenüber der von Ageia sich im Rahmen der (übrigens recht stark schwankenden!) Meßgenauigkeit bewegen - weshalb wir fünf Durchläufe mit dem zweiten CPU-Test des 3DMark Vantage gemacht haben. Zu bemerken ist allerdings, dass die CPU-Score allgemein, also unabhängig von der verwendeten PhysX-Version, mit den neuesten von AMD zugelassenen Treibern für die HD 4850 mit einem Siebtel weniger deutlich unter der der HD 3870 liegt. AMD haben wir in dieser Sache bereits kontaktiert und warten auf eine Antwort.

Nvidia PhysX-Systemsoftware auf einem Radeon-basierten System mit Ageia PhysX-PPU: Weiterhin läßt sich die PPU für Physikberechnungen nutzen, mangels Geforce-Karte ist die entsprechende Option ausgegraut Nvidia PhysX-Systemsoftware auf einem Radeon-basierten System mit Ageia PhysX-PPU: Weiterhin läßt sich die PPU für Physikberechnungen nutzen, mangels Geforce-Karte ist die entsprechende Option ausgegraut Die PhysX-Beschleunigung durch Ageia-Hardware bleibt ebenfalls auf durchschnittlich konstantem Niveau - einzig die Geforce-beschleunigte Physikleistung schießt buchstäblich durch die Decke - mehr als die fünffache Leistung der Ageia-PhysX-Karte wird erreicht, obwohl die GPU gleichzeitig noch die (nicht besonders anspruchsvolle) Grafik des CPU-Tests Nr. 2 berechnen muss.

Hintergrund:
In den Futuremark-Regularien ist festgelegt, dass weder die Marke, noch der Typ, noch der Treiber einer GPU Auswirkung auf die Ergebnisse der CPU-Test haben dürfen. Diese Vorschrift gilt allerdings lediglich - und das wurde in der hitzigen Diskussion bisher gern übersehen - für Treiber, welche bei Futuremark zur Validierung eingereicht werden, um offizielle, im ORB eintragbare Ergebnisse zu erhalten. Nvidia und Futuremark sind sich dahingehend einig, dass es sich bei der PhysX-Unterstützung für GPUs bisher lediglich um eine "Technologie-Demonstration" handelt und als solche bewertet werden soll. Der Webseite ngohq.com ist es nach eigenen Angaben übrigens gelungen, PhysX-Beschleunigung via Hack auf Radeon-Karten zu ermöglichen - mit ähnlichen Auswirkungen auf die CPU-2-Performance.

Bildergalerie

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