Kolumne - User-Artikel von MrButz: DICE in der Vertrauenskrise?
Bald ist es so weit: am 19. November erscheint Battlefield 2042 offiziell für PC und Konsolen. Zumindest wenn man den Gerüchten keinen Glauben schenkt, nach denen das Spiel nochmals auf das Frühjahr 2022 verschoben wird. Doch der Weg bis zur Veröffentlichung scheint für DICE alles andere als ein Spaziergang zu sein. Ist denn der Hype um das Spiel nach den anfänglich so vielversprechenden Trailern wieder versiegt?
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Von 1942 bis 2042
Die Geschichte des Schlachtfeld-Simulators geht schon zurück bis hin zu Battlefield 1942 von 2002. Bei den meisten so langjährigen Spieleserien versucht man irgendwann letztendlich, neue Wege zu gehen, so geschehen bei Battlefield 1 von 2016. Die Veteranen fanden es zu casual und Noobs wie ich fanden es super. Für DICE hieß das nun irgendwie einen Spagat hinzubekommen, um sowohl alteingesessene Fans als auch Neuzugänge gleichermaßen zu begeistern.
Der darauffolgende Titel Battlefield 5 war da grundsätzlich kein so schlechter Ansatz, versank aber leider aufgrund ganz anderer Probleme. Nach dem etwas voreiligen Release - diese Tradition zieht sich durch etwas zu viele Serienableger - schraubten die Entwickler ewig an verschiedensten Elementen. Und wie in wunderbarer Games-as-a-Service-Manier wurde natürlich ganz viel Inhalt für den Post-Release-Zeitraum versprochen. Klingt toll, oder? Ist es aber auch nur dann, wenn besagter Inhalt auch geliefert wird - und der kam nicht. Bis heute ist es nicht möglich, in EAs Zweiter-Weltkriegs-Shooter an der Ostfront zu kämpfen, geschweige denn in Berlin.
Wurden wir zu oft enttäuscht?
Wie man an dieser kurzen Battlefield-Biographie sicherlich erkennen kann, haben sich inzwischen für viele Spieler einige Enttäuschungen angesammelt, wie sich Tropfen in einer Regentonne sammeln. Insofern ist es also nicht verwunderlich, dass viele der bevorstehenden Veröffentlichung von Battlefield 2042 nicht gerade mit einer rosaroten Brille entgegenblicken.
Die Open Beta des Newcomers hat da auch nicht viel geholfen, sondern im Gegenteil die Lage eher noch verschlimmert. Die zahlreichen Bugs wie Grafikfehler, ein nicht funktionierendes Spotting-System, aber auch Performance-Probleme erwecken neues Misstrauen. Noch dazu reibt man sich bei manchen Designentscheidungen im wahrsten Sinne des Wortes die Augen, denn man kann Freund visuell kaum von Feind unterscheiden. Dank des neuen Spezialistensystems sehen Verbündete nämlich genauso aus wie jene, die einen am liebsten von der Karte pusten wollen. Für einige scheint allein die Beta schon gereicht zu haben, um das Fass zum Überlaufen zu bringen, ich würde mich hier jedoch bis zum Release gedulden, denn sonderlich umfangreich war die Testversion ohnehin nicht.
Entwickler müssen unser Vertrauen wiedergewinnen
Die Entwickler der Battlefield-Studios sind keinesfalls die einzigen, die sich kürzlich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Sei es ein Warcraft III: Reforged, ein Anthem oder ein Cyberpunk 2077. Selbst Größen wie Blizzard oder CD Projekt sind bei den Fans erheblich im Kurs gefallen. Dabei ist Vertrauen nicht nur für uns Gamer sehr wichtig, sondern auch für die Entwickler selbst. Niemand wird ein Spiel vorbestellen, wenn er nicht auch daran glaubt, dass es gut wird. Und gerade an der Verschiebung von Battlefield 2042 konnte man sehen, wozu breit gesätes Misstrauen in der Community führen kann. So mehrten sich nach der Bekanntmachung Berichte, nach denen DICE ernsthafte Probleme in der Entwicklung gehabt hätte und das Spiel in schlechterem Zustand sei, als es offiziell zugegeben werde. Diese schlechte Presse ist EA natürlich ein Dorn im Auge, aber auch nicht ganz unbegründet.
Ich hoffe wirklich sehr, dass Battlefield 2042 letztendlich sicherlich nicht alle, aber doch so viele Shooter-Fans wie möglich glücklich machen kann. Jeder verdient eine zweite Chance, schaut euch nur mal No Man's Sky an. Ich würde mir nur wünschen, dass es viel weniger solcher zweiten Chancen benötigt.


Spoileralarm! Die Grafik sieht extrem trist aus und erinnert in Teilen an den Final Reality Benchmark. Aber 1999 ging halt nicht mehr.
Das letzte Battlefield was ich richtig gespielt habe war BF2 (BF2142 hat mich vom Setting nicht so interessiert).
Battlefield 3 war damals zu meinem neuen LG-Monitor dazu, das hatte ich kurz installiert 2 Runden Multiplayer gespielt und direkt wieder von der Platte geworfen, weil ich es einfach als kolosallen Rückschritt empfunden habe, mehr Action, weniger Taktik, kein Commander Modus mehr, usw. usf.
Alle Teile danach hab ich dann gar nicht mehr gespielt, weil zu sehen war wohin der Hase ja bis heute bei EA / DICE in der BF-Reihe läuft.
Da spiel ich dann heute lieber Titel wie Post Scriptum, oder Hell Let Loose, wo für mich einfach mehr das Spielgefühl der Ur-Battlefield Spiele aufkommt, als bei allem was EA / Dice da noch zusammenkleistert.
Aber bei diesen wurde ich nicht enttäuscht und das Vertrauen war berechtigt, auch wenn der Server Browser von BF 2 durchaus so manche Bugs hatte.
Für einige scheint allein die Beta schon gereicht zu haben, um das Fass zum Überlaufen zu bringen, ich würde mich hier jedoch bis zum Release gedulden, denn sonderlich umfangreich war die Testversion ohnehin nicht.
Es kommt einem so vor, als ob das Wort "Community" bei EA & Co. nur noch ein Buzzword ist. :/
Niemand wird ein Spiel vorbestellen, wenn er nicht auch daran glaubt, dass es gut wird.
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