Test: AMD Athlon X4 860K Black Edition - Steamroller-Debüt im CPU-Bereich [Test der Woche]
Mit dem Athlon X4 860K Black Edition bringt AMD seine erste CPU mit den modernen Steamroller-Kernen auf den Markt. Zwei Module mit vier Threads, ein offenber Multiplikator ("Black Edition") und das kleine Preisschild von zurzeit nur 65 Euro versprechen einen spannenden Prozessor für Bastelfreunde mit geringem Budget.
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Anmerkung: Dieser Test hatte die meisten Seitenaufrufe diese Woche. Aus diesem Grund veröffentlichen wir es heute erneut.
Quelle: PC Games Hardware
Athlon X4 860 Black Edition Aufmacher
AMDs modernster CPU-Kern ist der Steamroller, der bislang nur in den hauseigenen Kombiprozessoren der Kaveri-Reihe mit integrierter Radeon-Grafik zum Einsatz kommt. Der Athlon X4 860K Black Edition ist nun der erste reine Prozessor ohne integrierte Grafik, der diese Kerne verpasst bekommt. Der Trick: Er ist eigentlich ein Kaveri, dem AMD die Grafikeinheit abgeschaltet hat.
Das bedeutet dreierlei: Zum einen benötigen Sie ein Mainboard mit dem aktuellen Sockel FM2+, um den 860K zu nutzen. Zum zweiten verfügt er, anders als die meisten Desktop-CPUs aus AMDs FX-Reihe nicht über einen Level-3-Cache und zu Guter letzt kann der Prozessor immer über das komplette TDP-Budget von 95 Watt für die x86-Kerne allein verfügen. Die setzt er ein, um seine beiden Steamroller-Module von 3,7 GHz Basistakt je nach Auslastung und Temperatur auf bis zu 4 GHz Turbotakt heraufzuschrauben.
Unser Testmuster wurde uns vom Online-Shop und PCGH-Partner Alternate.de zur Verfügung gestellt - dort kostet er zurzeit rund 70 Euro!
AMD Athlon X4 860 Black Edition - Preis und Ausstattung
Quelle: PC Games Hardware
Athlon X4 860 Black Edition 2
Auf dem Papier stechen natürlich die vier Threads und der niedrige Preis bei freiem Multiplikator ins Auge. 65 bis 70 Euro sind laut PCGH-Preisvergleich derzeit fällig, wollen Sie einen Athlon X4 860K Black Edition Ihr Eigen nennen. Der einfache Boxed-Kühler ist seiner Aufgabe bei Standard-Takt gerade noch gewachsen, für OC-Versuche raten wir jedoch dringend zu einem vernünftigen, sprich mindestens mit Heatpipes und 120-Millimeter-Lüfter ausgestattetem Modell. Ansonsten finden sich in der Retail-Verpackung lediglich ein Athlon-Aufkleber - und ein Packungssticker, welcher dem 860K nur 3,4-4,0 GHz zuschreibt. Die AMD-Datenbank und unsere Beobachtungen legen jedoch die Richtigkeit der Angabe 3,7GHz Basis- und 4,0 GHz Turbotakt nahe.
Im Vergleich zum Pentium G3258 Anniversary Edition (zum PCGH-Test), der mit knapp unter 60 Euro und freiem Multiplikator ebenfalls im Tuning-Revier wildert, bietet der Athlon X4 860K BE den Vorteil von vier Hardware-Threads (aus zwei Modulen), der Unterstützung für AVX und AES-Verschlüsselung sowie den Turbo. Darüber hinaus ist er ab Werk schon 500 MHz schneller getaktet als der Pentium G3258, zieht aber in Sachen Pro-MHz-Leistung pro Kern den Kürzeren (s. PCGH #163, 05/2014).
| Reihe | Modell | TDP | Kerne phys./log. | Kerntakt | Turbo (1c) | Integrierte Grafik | Multi offen | L3-Cache | Speicher | Sonstiges |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Athlon | X4 860 BE | 95 Watt | 2/4 | 3.700 MHz | 4.000 MHz | Nicht vorhanden | Ja | Nicht vorhanden | DDR3-1866 | AVX, AES-Beschleunigung |
| Pentium | 3258 | 53 Watt | 2/2 | 3.200 MHz | kein Turbo | HD Graphics (bis 1.100 MHz) | Ja | 3.072 KiByte | DDR3-1333 (!) | Kein AVX(2), keine AES-Beschleunigung, kein Hyperthreading, kein Turbo |
| Pentium | 3240 | 53 Watt | 2/2 | 3.200 MHz | kein Turbo | HD Graphics (bis 1.150 MHz) | Nein | 3.072 KiByte | DDR3-1600 | Kein AVX(2), keine AES-Beschleunigung, kein Hyperthreading, kein Turbo |
| Core | i3-4310T | 35 Watt | 2/4 | 2.900 MHz | kein Turbo | HD Graphics 4400 (bis 1.150 MHz) | Nein | 3.072 KiByte | DDR3-1600 | Kein Turbo |
Die Zielgruppe "Aufrüster" dürfte von der nötigen, modernen Plattform stark ausgedünnt werden. An sich eine positive Sache, sorgt die erst in diesem Jahr vorgestellte FM2+-Plattform dafür, dass nur wenige Nutzer ein solches Board "noch herumliegen" haben, welches zuvor mit wesentlich schwächerer Hardware bestückt gewesen ist.
AMD Athlon X4 860K Black Edition - Leistung, Spiele-Benchmarks und Overclocking
Quelle: PC Games Hardware
Athlon X4 860 Black Edition 3
Für die Leistungseinschätzung stellen wir Ihnen eine Auswahl aus dem umfangreichen PCGH-Parcours zur Verfügung. Weitere Spiele wie Crysis 3 oder Anno 2070 bietet Ihnen der Test in der PCGH-Ausgabe #170 (12/2014); dort finden Sie auch weitere Resultate der Anwendungsbenchmarks wie zum Beispiel Bildbearbeitung mit Lightroom oder 3D-Rendering mit Luxmark.
Ausnahmsweise fährt der Prozessor auch im übertakteten Zustand durch einige unserer Benchmarks, denn das Übertakten ist schließlich einer seiner Existenzgründe. Hierzu haben wir die Plattform mit einem potenten Luftkühler in Form des EKL Brocken Eco ausgestattet. Wir haben mit Absicht keine exotischen Kühlmethoden oder sündteure Luftkühler genutzt, da es sich um eine Budget-orientierte Plattform handelt.
Im UEFI wurde das APM abgeschaltet, welches den Prozessor auf seine TDP von 95 zu zwingen versucht. Außerdem gab es keinen Turbo mehr sondern einen durchgehenden Takt von 4,2 GHz - dies war für unseren Prozessor der Sweet-Spot, bei dem sich die nötige Spannung und die geforderte Stabilität optimal vereinten. Spielraum beim PCI-E-Takt war bei unserer Plattform kaum gegeben, sodass wir diesen Wert auf den standardmäßigen 100 MHz beließen.
Das Maximum mit dem das System noch starten wollte, wie auch die Taktstufen 4,4 und 4,3 GHz bei uns jedoch nicht mehr 100 Prozent stabil arbeitete, waren 4,5 GHz bei 1,50625 Volt. Der rein die CPU belastende Fritz Chessbench erzeugte dabei bereits 180 Watt Leistungsaufnahme des gesamten Systems, während es im Standard-Betrieb nur 143 Watt waren. Im optimierten Modus kamen wir gar trotz Übertaktung unter die 140-Watt-Marke, konnten aber trotzdem die Leistung um 11 Prozent erhöhen.
Hier liegt dann auch das wahre Potenzial des Athlon X4 860K BE: AMD geht ab Werk zumindest bei unserem Exemplar viel zu großzügig mit der Versorgungsspannung um. Alternativ zum Standardbetrieb (3,7-4,0GHz, 1,4-1,45 Volt) konnten wir bei auf 4,2 GHz angehobenem Basistakt die Spannung auf 1,35 Volt senken, was im Test bis zu 15% niedrigeren Stromverbrauch zur Folge hatte. Beschieden wir uns mit 3,7 GHz Dauertakt, reichten sogar 1,20 Volt aus und wir sparten bis zu 28% Strom - der niedrigere Takt gegenüber dem werkseitigen Turbo-Modus kostete jedoch auch etwas Leistung. Wir haben 6% weniger ermittelt. Übrigens noch ein weiterer Tipp: Der 860K verliert fast keine Geschwindigkeit, wenn anstelle von DDR3-2133 via XMP-Profil DDR3-1866 mit dafür flotteren Timings anliegt. Da er dafür auch nicht die Spannung des integrierten Northbridge - wie bei uns im Test der Fall - anhebt, arbeitet er mit dem langsameren Speicher zudem auch um 10 bis 12 Watt sparsamer.
AMD Athlon X4 860K Black Edition - Fazit
Der Athlon X4 860K Black Edition ist ein interessantes Spielzeug für Bastler und Tuning-Freunde mit begrenztem Budget - aber auch nur für diese.
Quelle: PC Games Hardware
Athlon X4 860 Black Edition Sticker
Als reine CPU ist er mit seinen zwei Modulen AMDs hauseigener, etwas älterer Konkurrenz. dem FX-4300 für ebenfalls nur rund 60 Euro in praktischen Anwendungen und Spielen meist unterlegen. Lediglich im Multi-Thread-Test des x264-Transcodings schlägt die Steamroller-Architektur durch und beschert dem 860K knapp 9% Vorsprung - auch in ein paar Synthies wie dem Cinebench R15 und dem Fritz Chessbench ist er flotter. Bei Aufrüstern findet sich vermutlich eher ein passendes AM3-Board für den FX-4300 als eine Platine mit dem Sockel FM2+, die erst dieses Jahr erschienen sind.
Aufgrund der hohen Standard-Spannung und dem Watt-Zuschlag für den halb-spezifizierten DDR3-2133-Betrieb erweist sich der Athlon X4 860 BE nicht als besonders effizient, auch wenn AMD gerade darauf beim Design der Steamroller-Kerne Wert gelegt haben will. Deren Potenzial zeigt sich erst nach manueller Optimierung: Allein durch den Betrieb des Speichers mit DDR3-1866 wie oben erläutert, konnten wir die Effizienz über den gesamten Parcours um 6,4% verbessern. Unsere weiteren Optimierungsversuche ergaben im Cinebench R15 gar eine Effizienzsteigerung von bis zu 22% - doch hier wird jedes Exemplar etwas anders reagieren.
Für Nutzer, die einfach Spaß am herumprobieren haben und sich dafür eine moderne Plattform wünschen, die im Leerlauf auch richtig sparsam gemacht werden kann, ist der Athlon X4 860K eine Option. Übertakter werden nicht unbedingt glücklich, da der Fertigungsprozess und die Design-Entscheidungen der Steamroller-Kerne, wie bekannt, nicht auf das Erreichen maximaler Taktfrequenzen optimiert sind.
Hinweis in eigener Sache: Den kompletten Test inklusive der Tuning- und Übertaktungsvergleiche finden Sie in der PCGH-Ausgabe #170 (12/2014), welche seit dem 5. November 2014 am Kiosk (oder im App-Store) liegt.

Aber Cpu wird ja in kleinen Auflösungen getestet PGH 1280x720.Also gar nicht so schlecht der Athlon.
ist es mit diesem 860K jetzt endlich gelungen den 5 Jahre alten Intel 860 zu schlagen ^^?
Der ist mal gerade von Q3'2011 Quelle .......... oder gab es da noch was a la Pentium Gartiges zu 775/1156 Zeiten?
edit: der CPU teil des 7850K ist der selbe
http://us.hardware.info/r...
http://ht4u.net/reviews/2...
wenn beide cpu's @ stock laufen siehts natürlich besser aus für den 860k.
aber im text steht auch :
In some gaming benchmarks like ROME II the G3258 even beats the 'overclocked 860K' in all graphics settings.