Assassin's Creed Black Flag Resynced: Linux vs. Windows, vier GPUs geprüft

Wir haben das Piraten-Assassinen-Crossover auf unserem Linux-Rechner unter die Lupe genommen. Vier GPUs von Nvidia und AMD zeigen, wie gut die Performance des Spiels ist.

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Assassin's Creed Black Flag Resynced: Linux vs. Windows, vier GPUs geprüft
Quelle: Ubisoft

Das geliebte Assassin's Creed 4: Black Flag kommt als hübsche Neuauflage auf die Rechner. Hübsche Strände, Palmen und Wasser - was das Ganze unter Windows kostet, haben wir im großen Test mit vier Grafikkarten von AMD und Nvidia geprüft. Doch selbstredend haben wir das Spiel direkt auch auf unserem Linux-Rechner installiert und hier genau unter die Lupe genommen. Läuft das Ganze gut, kann das AMD-Linux-Paar wieder überzeugen und was entsteht aus der suboptimalen Beziehung zwischen Linux und Nvidia? Wir haben es herausgefunden.

Umständliche Installation, interessanter Start

Wir versuchen, Spiele so weit möglich unter Steam zu starten. Durch die automatische Proton-Integration erleichtert es das sehr viel mehr als ein Start außerhalb des Ökosystems. Im Fall des neuen AC stand uns jedoch lediglich die Ubisoft-Connect-Version zur Verfügung, was ein paar zusätzliche Schritte benötigte. Steam bietet die Möglichkeit, ein fremdes Spiel hinzuzufügen, womit sich schlussendlich die gewählte Anwendung über das integrierte Proton nutzen lässt. Im Falle von Ubisoft Connect müssen erst die Installationsanwendung eingebunden und ausgeführt werden und anschließend Connect selbst. Die Einbindung in Steam konnte sich bei uns als einfache Methode etablieren, man kann aber auch andere spezielle Launcher für solche Probleme nutzen.

Der Start des Spiels läuft soweit problemlos. Der Launcher hat manchmal Startschluckauf, der sich mit einem Wechsel der Proton-Version und anschließendem Neustart in den Griff bekommen lässt. Unter AMD zeigt das Spiel wenig Auffälligkeiten. Unter Nvidia sind wir dagegen auf interessante, teils Fieberträumen ähnelnde Eindrücke gestoßen. Beim ersten Start war bei beiden Nvidia-Karten die Wahrscheinlichkeit von Grafikfehlern und/oder Abstürzen sehr hoch. Glücklicherweise reicht ein Neustart des Spiels aus, um solche Fehler zu beheben. Anschließend war davon nichts mehr zu erkennen.

Keine Panik: Grafikfehler scheinen beim ersten Start unter Nvidia-GPUs dazuzugehören. Wird das Spiel erneut gestartet, ist wieder alles, wie es sein soll. Quelle: PC Games Hardware Keine Panik: Grafikfehler scheinen beim ersten Start unter Nvidia-GPUs dazuzugehören. Wird das Spiel erneut gestartet, ist wieder alles, wie es sein soll.

Testmethodik

Wie auch in unseren anderen Linux-Benchmarks nutzen wir auch hier unser System, bestehend aus einem AMD Ryzen 7 9800X3D, 48 GiB RAM mit einer Geschwindigkeit von 6.000 MT/s und CachyOS als Betriebssystem. Die Windows-Vergleichsbenchmarks wurden auf einem anderen Rechner angefertigt und fügen sich trotz minimal abweichender Hardware korrekt ins Bild ein. Lediglich die CPU-Begrenzung bei Nvidias 5090 zeigt ein etwas anderes Bild, was aber weniger an unterschiedlicher Hardware, als an dem extrem problematischen Linux-Verhalten liegt. Dazu später mehr.

Im Linux-vs.-Windows-Benchmark nutzen wir eine andere Szene als im großen Windows-GPU-Vergleich. Im Benchmark auf beiden Rechnern gibt es einen zwanzigsekündigen Lauf durch Havannas Hafenpromenade. Wir testen in zwei unterschiedlichen Einstellungen. Im reinen Rasterizing-Benchmark nutzen wir das Extrem-Hoch-Preset ohne Raytracing mit nativem TAA. Der Raytracing-Benchmark addiert die RT-Voreinstellung "Erweitert". Wir testen in drei Auflösungen je zwei GPUs von Nvidia und zwei von AMD. Dabei bedienen wir je zwei Generationen bzw. Architekturen.

Rasterizing

Im Rasterizing zeigt sich ein deutliches Bild: AMD kann mit der älteren 7000-Architektur unter Linux praktisch die Windows-Leistung erreichen - toppen jedoch nicht. Die neuere 9070 XT ist nicht ganz so gut optimiert und erreicht mit einem leichten Fps-Rückgang ein etwas schlechteres Linux-zu-Windows-Verhältnis - eigentlich ein zu erwartendes Bild. Ungewohnt ist dagegen, dass unter Linux trotz 5090-Konkurrenz sich die RX 7900 XTX bei WQHD und Full HD auf den ersten Platz setzt. Und das liegt an der Nvidia-Leistung, die hier ganz und gar nicht überzeugen kann.

Die Erstplatzierung der 5090 in UHD gibt auch schon einen deutlichen Hinweis, woran das liegt. Die RTX 5090 läuft sehr schnell ins CPU-Limit. Trotz sehr starkem 9800X3D ist bei etwa 83 Fps Schluss. Dass es sich dabei aber nicht um das tatsächlich mögliche CPU-Limit handelt, sondern eher um einen Fehler seitens Nvidia, zeigt sich an der Konkurrenz von AMD, die selbst bei über 96 Fps nicht annähernd die CPU-Grenze erreicht. Es scheint sich schlicht um Treiber-Overhead zu handeln.

Raytracing

Im Raytracing Szenario fallen interessante Dinge auf. Nvidia kämpft unter Linux wieder einmal mit denselben Problemen wie auch im Rasterizing. Ob 5090 oder 4080, die GPUs werden nicht gut ausgelastet. Im Falle der 5090 kommt es in diesem Szenario sogar zu einem praktisch absoluten Stillstand der Skalierung zwischen WQHD und Full HD. Bei um die 71 Fps ist hier in beiden Fällen Schluss - das CPU-Limit scheint voll zu greifen. Unter Windows sind hier trotz schwächerer CPU 110 Fps möglich, bis die GPU leicht im CPU-Limit landet. Wieder stellt sich die Frage, was mit dem Nvidia-Treiber los ist.

Doch auch AMD zeigt ein ambivalentes Verhalten. Unter Windows kann selbst AMDs eher Raytracing-eingeschränkte 7900 XTX ordentlich punkten und zusammen mit der neuen 9070 XT Nvidias RTX 4080 schlagen. Unter Linux wird es hingegen etwas seltsamer. Denn zwar performen die AMD-Karten im Gegensatz zu Nvidia immer noch gut, verlieren aber gegenüber der Windows-Leistung ein paar Fps. Vor allem aber sinken die P1-Werte deutlich und auch in den Graphen sind kleine Ruckler zu beobachten, die die durchschnittliche Bildwiederholrate herunterziehen.

Fazit: Was ist da los?

Assassin's Creed Black Flag Resynced kann erst einmal auf AMD und Nvidia zum Laufen gebracht werden. In der Performance gibt es jedoch starke Unterschiede. AMD liefert im Rasterizing wie zu erwarten, erreicht aber noch nicht ganz das Traumszenario einer Linux-Performancesteigerung. Raytracing hingegen zeigt sich noch als Problem mit Mikrorucklern. Nvidia dagegen kämpft nicht nur mit kleinen Problemen, sondern verschenkt massenhaft Leistung durch unnötige CPU-Limitierungen und Auslastungsprobleme. Hier muss dringend nachgebessert werden. Das Piratenabenteuer lässt sich am besten unter Linux mit AMD-RX-7000-Hardware ohne Raytracing genießen.

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