Intel Arrow Lake: Stromsparmechanismus DLVR wird zur Pflicht - außer für Extrem-Übertakter

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Intel Arrow Lake: Stromsparmechanismus DLVR wird zur Pflicht - außer für Extrem-Übertakter
Quelle: Intel

Intels Arrow-Lake-CPUs enthalten einen Stromsparmechanismus namens DLVR, den man mit dem Launch-UEFI noch deaktivieren konnte. Durch ein neues Mikrocode-Update ändert sich das aber.

Oft steht zwar die Volllast-Effizienz im Fokus, doch für Stromrechnung und Akkulaufzeit sind natürlich auch der Energieverbrauch im Idle sowie unter Teillast wichtig. Für ebendiese Szenarien wollte Intel bereits mit Raptor Lake eine neue Stromversorgung namens DLVR - Digital Line Voltage Regulator - implementieren, die einen Teil der Spannungsregelung in den Prozessor verfrachtet. Damit sollte eine feinere Ansteuerung für einzelne Kerne bzw. Kern-Cluster und damit eine höhere Effizienz möglich werden.

DLVR bleibt aktiv

Am Ende wurde das Feature bei Raptor Lake allerdings deaktiviert, sodass es erst jetzt mit Arrow Lake / Core Ultra 200 in den Desktop-Markt kommt. Die Effizienz in Teillast-Szenarien dürfte dadurch ansteigen, die DLVR-Unterbringung im Chip hat aber auch ein Problem. Offenbar verbaut Intel normale Linearregler, bei denen die vom Mainboard gelieferte Spannung nur reduziert werden kann, indem sie in Wärme umgewandelt wird. Laut einem Rechenbeispiel von der8auer sorgt das unter Vollast auf allen Kernen dafür, dass ein Intel Core Ultra 9 285K allein rund 90 Watt in den Spannungsreglern verbraucht. Das kann dazu führen, dass der Chip einen zu hohen Gesamtverbrauch detektiert und den Kerntakt reduziert. Außerdem wird die Kühlung erschwert.

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Nachdem Prozessoren normalerweise nur einen sehr kleinen Teil ihrer Betriebszeit unter Volllast laufen, ist das im Betrieb meist kein Problem. In manchen Szenarien könnte es aber sinnvoll sein, DLVR zu deaktivieren und damit wieder auf allen Kernen dieselbe, vom Mainboard gelieferte Spannung anzulegen. Und während das mit den zum Launch verfügbaren UEFI-Versionen für Arrow Lake / Core Ultra 200 noch möglich war, ändert Intel das derzeit mit dem neuen Mikrocode-Update 0x112. Mit diesem wird die Funktion zum Deaktivieren von DLVR weitgehend entfernt.

"This was done to prevent accidental misuse of DLVR bypass, also known as power gate mode, by ensuring it's only used in extreme overclocking scenarios with sub-ambient cooling such as liquid nitrogen."

"Damit soll verhindert werden, dass der DLVR-Bypass, der auch als Power-Gate-Modus bekannt ist, versehentlich falsch verwendet wird, indem sichergestellt wird, dass er nur in extremen Übertaktungsszenarien mit einer Unter-Raumtemperatur-Kühlung wie Flüssigstickstoff eingesetzt wird."

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Laut Intel soll es künftig nur noch in extremen Übertaktungsszenarien möglich sein, DLVR zu deaktivieren. Vermutlich wird die Funktion also - falls vorhanden - an den LN2-Modus gekoppelt. Entsprechende UEFI-Updates, die den neuen Mikrocode enthalten, sind dabei bereits von MSI und Asrock erschienen - und auch die anderen Mainboard-Hersteller dürften bald entsprechende Updates veröffentlichen. Für die meisten Nutzer von Arrow-Lake-Prozessoren wird der Stromsparmechanismus DLVR damit bald zur Pflicht.

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Quelle: Hardwareluxx via Wccftech

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Ext3h
        Das ist nicht merkwürdig, sondern einfach nur der Entscheidung geschuldet einen Standard Linearregler zu verwenden. 0.2V sind schon Low-Drop, und weniger heißt direkt dass die volle Spannung anliegt. Ohne Drop gehen nur Schaltregler, aber die gehen dafür nicht ohne Kondensator auf der Ausgangsseite. Und das wiederum bedeutet dass die sich nicht schnell genug runter regeln lassen.

        Was ziemlich offensichtlich ist, ist allerdings das Intel für das Volllast-Szenario den Bypass für den Regler vergessen hat. Aber vermutlich konnten sie das nicht, weil die notwendige Abstufung zwischen höchster und zweithöchster Spannung feiner ist als mit dem Bypass abgebildet werden kann.
        DLVRs werden auch aktiv geregelt und sollten damit keine Mindest-Spannungsdrop benötigen, wie eine einfache Vergleichsschaltung. Es macht natürlich nur eingeschränkt Sinn, sie z.B. mit 0,05 V zu betreiben, weil man dann auch ebenso gut voll durchschalten könnte. Aber als Übergang zwischen dem einen und dem anderen Zustand hatte ich genau solche Fähigkeiten eigentlich erwartet.

        Bezüglich Schaltregler: Das Problem der FIVR war meiner Erinnerung nach nicht der Bedarf für einen Kondensator oder dessen Lade-/Entladezeit, sondern die ebenfalls benötigte Induktivität. Trotz großer Anstrengungen konnte man die Spulen nie so weit miniaturisieren, dass man sie hätte vollständig/kernnah integrieren können. Schon als Teil eines Packages war der Aufwand reichlich groß.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Ext3h
        Das ist nicht merkwürdig, sondern einfach nur der Entscheidung geschuldet einen Standard Linearregler zu verwenden. 0.2V sind schon Low-Drop, und weniger heißt direkt dass die volle Spannung anliegt. Ohne Drop gehen nur Schaltregler, aber die gehen dafür nicht ohne Kondensator auf der Ausgangsseite. Und das wiederum bedeutet dass die sich nicht schnell genug runter regeln lassen.

        Was ziemlich offensichtlich ist, ist allerdings das Intel für das Volllast-Szenario den Bypass für den Regler vergessen hat. Aber vermutlich konnten sie das nicht, weil die notwendige Abstufung zwischen höchster und zweithöchster Spannung feiner ist als mit dem Bypass abgebildet werden kann.
        DLVRs werden auch aktiv geregelt und sollten damit keine Mindest-Spannungsdrop benötigen, wie eine einfache Vergleichsschaltung. Es macht natürlich nur eingeschränkt Sinn, sie z.B. mit 0,05 V zu betreiben, weil man dann auch ebenso gut voll durchschalten könnte. Aber als Übergang zwischen dem einen und dem anderen Zustand hatte ich genau solche Fähigkeiten eigentlich erwartet.

        Bezüglich Schaltregler: Das Problem der FIVR war meiner Erinnerung nach nicht der Bedarf für einen Kondensator oder dessen Lade-/Entladezeit, sondern die ebenfalls benötigte Induktivität. Trotz großer Anstrengungen konnte man die Spulen nie so weit miniaturisieren, dass man sie hätte vollständig/kernnah integrieren können. Schon als Teil eines Packages war der Aufwand reichlich groß.
      • Von Bladee
        Zitat von Incredible Alk
        Und was machst du, wenn dein Workload sowohl aus Office-Tätigkeiten mit Null Last als auch aus Multimedia-Anwendungen mit beliebig hoher Last besteht?
        Das eine auf nem Laptop machen und jedes mal den Spand-PC estra hochfahren und die Renderdfaten immer von a nach B kopieren nur um im Jahr 3 kWh zu sparen?

        Daten auf dem Netzlaufwerk?
        3kwh? Eher 300 kwh!

        Zitat von Incredible Alk
        Mehr als mobile Geräte, klar - aber viel ist das zumindest CPU-seitig nun wirklich nicht mehr in absoluten Zahlen. Klar, ein 285K liegt bei ~10-15 W im Idle statt ~1-2 W einermobile-CPU, das sind aber bei 8h Arbeitstäglich grade mal 220 Arbeitstage x 8 Stunden x 10W = 17,6 kWh im Jahr oder selbst bei 40cent Strompreis ganze 7€. Nach so 50-100 Jahren hätteste also deinen Office-Laptop raus...

        Meine Güte!
        Immer dieser, die CPU verbraucht doch gar nicht so viel!!!
        Die Leute interessiert doch kein akademischer CPU Verbrauch, sondern die STROMRECHNUNG am Ende des Jahres! Ich spreche von PC, ihr immer von CPU!

        PC IDLE 100W* 385 Tage im Jahr eingeschaltet mal 16h am Tag = 584kWh im Jahr ! Oder umgerechnet dann 233 Euro im Jahr! Nur für Desktoparbeiten, wie Video schauen oder Websurfen!

        Hört endlich auf die lachhaften 0,0001W CPU Verbrauch anzugeben!

        Zitat von Incredible Alk
        Dass das Gesamtsystem so viel braucht bei kleinen Lasten ist unter anderem deiner Hardwareauswahl geschuldet. Sowohl ein Ryzen7000 als auch eine Radeon 7900 sind nicht dafür bekannt, besonders sparsam bei Kleinlasten zu sein - das ist genau der Bereich wo AMD richtig schlecht ist. Natürlich kommste auch mit anderer Desktop-Hardware nicht ansatzweise an die einstelligen Wattzahlen ran mit denen ein Mobilgerät die Aufgabe erledigt (auch aus techn ich unumgehbaren Gründen wie schlechter Netzteileffizienz wenn man 800W-Geräte mit 40W belastet...) aber 50 statt 100W sind in dem Szenario durchaus realistisch. Beispielsweise mit einer monolithischen Ryzen-APU oder auch einem ach so ineffizienten Raptorlake.
        Ein normaler PC mit normaler Gaming CPU/GPU verbraucht im Desktopbetrieb 85-100W. Da kann man nichts mehr besonders anders machen!

        Ein Notebook verbraucht im Desktopbetrieb c.a. 7-12W.

        Der Hauptverbrauch ist die CPU/RAM/GPU. Ob man ein Gold oder Bronze Netzteil hat ist vollkommen egal. Und nun bitte keine Zaubertricks wie monolitischer Ryzen APU aufzählen.!!! Sowas hat doch keiner!

        Bleibt doch mal bei EUREN Gaming PCs die ihr empfehlt !
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        Der dürfte locker 85W im Desktopbetrieb verbrauchen.
      • Von sophocles Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat
        (...)eine neue Stromversorgung namens DLVR - Digital Line Voltage Regulator - implementieren, (...)
        Digital Linear Voltage Regulator
      • Von Ext3h Kabelverknoter(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Merkwürdig ist aber, in Anbetracht der versprochenen guten Regelbarkeit der DLVRs, dass Intel überhaupt einen so großen Unterschied zwischen der Ein- und der Ausgangsspannung macht.
        Das ist nicht merkwürdig, sondern einfach nur der Entscheidung geschuldet einen Standard Linearregler zu verwenden. 0.2V sind schon Low-Drop, und weniger heißt direkt dass die volle Spannung anliegt. Ohne Drop gehen nur Schaltregler, aber die gehen dafür nicht ohne Kondensator auf der Ausgangsseite. Und das wiederum bedeutet dass die sich nicht schnell genug runter regeln lassen.

        Was ziemlich offensichtlich ist, ist allerdings das Intel für das Volllast-Szenario den Bypass für den Regler vergessen hat. Aber vermutlich konnten sie das nicht, weil die notwendige Abstufung zwischen höchster und zweithöchster Spannung feiner ist als mit dem Bypass abgebildet werden kann.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Da braucht man keine Office-Tätigkeiten als Beispiel heranziehen. Schon beim Gamen hat die Hälfte der Kerne in der Regel wenig bis nichts zu tun – während andere möglicherweise froh wären, mehr vom Power Budget abzubekommen.

        Anmerkung zu Romans Video noch: Ich meine in den HWInfo-Shots 1,38 V VRM out bei 1,18 V DLVR out zu erkennen, also 0,2 V Spannungsabfall, und der Stromfluss ist mit 160 A angegeben – was bei der genannten Spannung gut zum ermittelten Gesamtverbrauch der Kerne passt. 0,2 V × 160 A ergeben in der Cinebench-Praxis also 32 W Verlustleistung zwischen VRMs und Kernen. (Wobei ein paar Hunderstel Volt = Watt schon auf der Strecke von den VRMs durch Board, Sockel und Package vor/unabhängig von den DLVRs in Wärme verwandelt werden.) Das wäre "nur" ein Sechstel und keine 90 W/ein Drittel wie im Rechenbeispiel.

        Merkwürdig ist aber, in Anbetracht der versprochenen guten Regelbarkeit der DLVRs, dass Intel überhaupt einen so großen Unterschied zwischen der Ein- und der Ausgangsspannung macht. Bei Last auf wenigen Kernen wäre das nötig, um einem die maximale Boost-Spannung zukommen zu lassen. Aber eine optimale Automatik würde Vin = Vvrmout nach dem Spannungsbedarf des aktivsten Kerns dynamisch regeln, wie bislang auch, und die DLVRs nur für weitere Absenkungen auf kaum belasteten Kernen nutzen. So hätte man dann bei gleichmäßig verteilter Last automatisch VRM out ~= DLVR out = passthrough modus und die Frage nach manueller Einstellbarkeit würde sich gar nicht stellen. Aktuell scheint das Verhalten eher von FIVR-Ansteuerungen übernommen – nur können die sich mit ihrer viel höheren Effizienz halt andere Regelmechanismen erlauben.
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