Anno History Collection: Anno 1602, 1503, 1701 und 1404 - Segel setzen mit CPU-Benchmarks!

Nachdem Ubisoft mit der Siedler History Collection offenbar sehr gute Erfahrungen gemacht und manchem Spieler damit einen großen Wunsch erfüllt hat, geht die Spieleschmiede aus Frankreich nun mit der Anno History Collection einen Schritt weiter. Darin enthalten sind die ersten vier Teile der Anno-Serie, mitsamt ihren Erweiterungen. WIr verschaffen Ihnen einen Überblick über alle Neuerungen und haben sogar CPU-Benchmarks mit dem neuesten Teil der History Collection, Anno 1404, durchgeführt.

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Anno History Collection: Anno 1602, 1503, 1701 und 1404 - Segel setzen mit CPU-Benchmarks!
Quelle: PCGH

In letzter Zeit erhalten viele Spieleklassiker ein Remaster oder gar Remake. Für manche Fans geht damit ein Wunsch in Erfüllung. Denn nicht immer ist es leicht, die liebgewonnenen Spiele aus der Vergangenheit auf modernen Betriebssystemen wie Windows 10 zum Laufen zu bekommen. Ubisoft liefert nach der Siedler History Collection, welche alle sieben Siedler-Teile enthält, mit der Anno History Collection nun etwas sehr ähnliches. Da die letzten drei Anno-Teile, darunter 1800, 2205 und 2070, auch noch heute sehr gut spielbar sind, hat man "nur" die ersten vier Anno-Titel modernisiert. Sie sind am 25. Juni digital und im Handel erschienen. Für 39,99 Euro ist die Anno History Collection im Ubisoft Store erhältlich, oder auch einzeln zu erwerben (Preise zwischen 10 und 15 Euro). Die Handelsversion soll den digitalen Inhalten zwei exklusive doppelseitige Produktionsketten-Poster und eine exklusive Lithographie mit Goldprägung haben.

Anno History Collection: Überblick

Alle vier Titel werden mit den jeweiligen Erweiterungen veröffentlicht. Das sind also folgende DLCs:

  • Anno 1602 (Original-Release: 31.03.1998): Neue Inseln, Neue Abenteuer
  • Anno 1503 (Original-Release: 31.10.2002): Monster, Schätze und Piraten
  • Anno 1701 (Original-Release: 26.10.2006): Der Fluch des Drachen
  • Anno 1404 (Original-Release: 25.06.2009): Venedig

Alle Teile werden darüber hinaus für moderne PCs optimiert. Das heißt, dass die Grafik auf bis zu Ultra HD hochgezogen werden kann. Ubisoft verspricht eine "prächtigere Grafik als je zuvor". Dazu kommen Komfortfunktionen wie ein rahmenloser Fenstermodus und die Unterstützung für mehrere Bildschirme. Alte Speicherstände sollen auch bei den neuen History-Fassungen funktionieren. Auch beim Multiplayer gibt es gute Neuigkeiten: Für alle Titel gibt es überarbeitete und erweiterte Mehrspielerfunktionen, die auch eine Spielersuche beinhaltet. Und Fans von Anno 1503 dürften entzückt sein, denn beinahe 18 (!) Jahre nach der Veröffentlichung spendiert Ubisoft dem Titel den ersten offiziellen Online-Modus.
Die sehr pixeligen Original-Rendersequenzen sind noch alle im Spiel enthalten. Nostalgie pur! Quelle: PCGH Die sehr pixeligen Original-Rendersequenzen sind noch alle im Spiel enthalten. Nostalgie pur!
In einem Blogeintrag legt Ubisoft ausführlich dar, warum man die 11 bis 22 Jahre alten Anno-Spiele frisch renoviert auf den Markt bringt. Ausgangspunkt für den Plan war nach eigenen Angaben der große Erfolg von Anno 1800, da es das am schnellsten verkaufende Anno-Spiel wurde und nach neun Monaten schon mehr als eine Million Spieler erreichen konnte. Das sorgte weltweit für Fragen nach den älteren Anno-Titeln und da einige Spiele der Reihe im Ausland noch nicht einmal durchgehend Anno hießen, war das für Ubisoft ein guter Anlass, die Marke auch bis Anno 1602 "auszurollen". Aber noch wichtiger als dieser Ausgangspunkt war laut Ubisoft die Tatsache, dass es altersbedingt viele technische Probleme gab, die Klassiker auf aktuellen Spiele-PCs richtig zum Laufen zu bringen - erst recht im Multiplayer. Deshalb formulierte man für die History Collection folgende drei Hauptziele:

  • Die alten Anno-Spiele müssen problemlos auf modernen PCs laufen.
  • Der Online-Multiplayer muss wieder verfügbar und einfach zu benutzen sein - mit einer übergreifenden Technik ohne proprietäre Lösungen oder nicht mehr verfügbarer Middleware.
  • Das über die vielen Jahre liebgewonnene Gameplay sollte beibehalten werden und lediglich einige kleinere Quality-of-Life Verbesserungen mit sich bringen, die das Spielerlebnis angenehmer machen.

Anno History Collection: Technische Veränderungen

Dafür wurden alle Spiele von 32 auf 64 Bit portiert, immerhin war 32 Bit in den 90ern und 2000ern Standard - inklusive der Adressierung von lediglich 4 GiB RAM. Diese Beschränkung wollte man natürlich umgehen, weshalb die Portierung auf 64 Bit Priorität hatte. Allgemein sollen Spieler speziell bei Anno 1602 und 1503 Verbesserungen an Performance und Stabilität feststellen, durch die es sich deutlich angenehmer anfühlen soll, diese Klassiker zu spielen, was wir auch zweifelsfrei bestätigen können. Sicher, das ein oder andere Bedienelement hätte noch etwas mehr Komfort verdient, aber hey, so waren die Spiele früher eben. Das dürften vor allem Spieler zu spüren bekommen, die nicht mit solchen Perlen wie Anno 1602 aufgewachsen sind. Die alten Teile zeichnen sich nämlich auch in der History Edition dadurch aus, dass sie im Vergleich zu aktuellen Spielen wenig bis gar kein Feedback aufweisen. Schaltflächen sind beispielsweise nicht beschriftet und es gibt auch nicht gefühlt alle zwei Minuten eine Benachrichtigung was in der Spielwelt passiert. Wer mit diesem "Old School"-Gameplay zum ersten mal konfrontiert wird, sollte die Geduld und die Muße haben, sich in das Spiel hineinzuarbeiten. Dahinter stecken nämlich großartige Spiele, die es verdient haben, entdeckt zu werden.

Darüber hinaus spielt die Grafik eine wichtige Rolle. Ubisoft hat alle originalen Grafiken unverändert übernommen, aber die Spiele so angepasst, dass sie Widescreen-Auflösungen, aber auch Ultra HD unterstützen. Auch die Benutzeroberfläche passt sich entsprechend an die Auflösung an. Im Fall von Anno 1602 stehen zum Beispiel verschiedene UI-Größen zur Auswahl, zwischen denen man jederzeit wechseln kann. Wie sich das auswirkt, möchten wir Ihnen anhand von Anno 1404 und Anno 1503 visualisieren. Das erste Bild ist dabei die originale Gold Version von Anno 1404, und das zweite, in der gleichen Szene, die History Edition. Interessant dabei ist, dass das Original noch in Direct X 10 und zusätzlichen Grafikoptionen betrieben werden konnte, während die History Edition in Direct X 9 läuft. Grafisch gibt es offenbar aber keine Unterschiede. Der Vergleich in Anno 1503 ist dann noch ulkiger. Das Original bot nämlich maximal eine Auflösung von 1.280 × 1.024 Bildpunkten und nur eine Grafikoption namens "Details", welche man an- oder ausschalten konnte. Die History Edition jedoch läuft dann unter Direct X 11. Auch Anno 1602 bedient sich an dieser API. Offenbar war es nötig, die beiden ältesten Titel auf die inzwischen zwar angestaubte, aber doch moderne Schnittstelle zu portieren, um alle technischen Neuerungen zu integrieren.

Das dritte große Technik-Thema betrifft den Online-Multiplayer. Um sicherzustellen, dass man die Schlachten vergangener Tage "auf Jahre hinaus" wiederaufleben lassen kann, wurde der Multiplayer aller vier Spiele auf Uplay portiert; dabei hat man sich am Feature-Set von Anno 1800 orientiert. Ähnlich wie bei der Grafik ist die Basis das Originalspiel, erweitert um sinnvolle moderne Features wie eine Quickmatch-Suche und eine Recovery-Funktion für potenzielle Desyncs. Nur bei Anno 1602 nicht, da hier eine andere Technik für die Synchronisierung der Teilnehmer benutzt wird.

Anno History Collection: CPU-Benchmarks

Ein Hinweis in eigener Sache: Diese Benchmarks sind mit einem komplett neu aufgesetztem Windows 10 in der Version 2004 entstanden, mit allen zum Testzeitpunkt aktuellen Updates (Stand 24.06.2020). Alle CPUs wurden neu eingemessen, auf Mainboards, welche ebenso auf den neuesten Stand gebracht worden sind, was UEFI-Versionen und Treiber angeht. Das alles basiert auf der Umstellung auf den neuen CPU-Test-Parcours für 2020. Da die finale interne Diskussion um die neue CPU-Testmethodik aber noch nicht abgeschlossen ist, wurden alle Prozessoren noch nach der alten Methodik getestet. Das bedeutet ein TDP-Limit sowie die maximale DDR4-Konfiguration nach Herstellervorgabe. Neu ist jedoch bereits die Speichermenge, welche jetzt bei jedem Test auf Desktop-Prozessoren mit 32 GiB Speicher durchgeführt wird (vorher 16 GiB). Nach wie vor werden dafür zwei Riegel eingesetzt. Alle Messungen wurden mit CapframeX in der Version 1.52 durchgeführt.
Ein liebevoll gestalteter Ladebildschirm in Anno 1503. Quelle: PCGH Ein liebevoll gestalteter Ladebildschirm in Anno 1503. Für die CPU-Benchmarks testen wir in der Großstadt, welche wir direkt am Anfang der ersten Story-Mission in Anno 1404 finden. Wir peilen den Marktplatz in der Mitte der Stadt an, scrollen die Kamera so weit nach hinten raus wie es möglich ist und drehen dann das Bild per Hotkey "X". Sobald sich die Kamera einmal um 360 Grad gedreht hat, und sich das Spiel "eingeruckelt" hat, starten wir den Benchmark. Innerhalb der 20 sekündigen Benchmark-Sequenz dreht sich die Kamera mehrfach um die Stadt. Am Ausgangspunkt wird dann jeweils der zweite und dritte Durchlauf durchgeführt. Da das Spiel keine 720p-Auflösung anbietet verwenden wir Full HD.
Aller Anfang ist schwer. Am Original-Gameplay hat sich in der History Collection nichts verändert. Und das ist auch gut so. Quelle: PCGH Aller Anfang ist schwer. Am Original-Gameplay hat sich in der History Collection nichts verändert. Und das ist auch gut so. Die CPU-Last ist für so ein altes Spiel erstaunlich hoch. Viele Prozessorkerne werden jedoch nicht genutzt; die reine Taktfrequenz ist wichtiger, wie der Vergleich zwischen AMD Ryzen 9 3950X und Ryzen 3 3300X zeigt. Allerdings können Vielkerner mit höheren Perzentilen punkten. Insgesamt zeigt sich das Spiel aber auch von High-End-CPUs wie dem Intel Core i9-10900K relativ unbeeindruckt. Mit nativen Quadcores wird das Gameplay in größeren Städten dann schon sehr zäh. Wir empfehlen an dieser Stelle mindestens einen schnellen Quadcore mit SMT, wie den AMD Ryzen 3 3300X.

Auf Seiten der Grafikauslastung können wir übrigens Entwarnung geben. Dafür haben wir eine Nvidia Geforce GTX 950 eingebaut und getestet. Mit deaktivierten Anti-Aliasing und in der FullHD-Auflösung ist die GPU-Auslastung zwar durchweg sehr hoch, wir erreichen aber im Mittel über 70 Fps.

Anno History Collection: Fazit

Ubisoft liefert wie schon bei der Siedler History Collection den Fans genau das, was sie wollen. Die Anno History Collection verbessert die beiden ältesten Teile am ehesten, da diese nun auch problemlos auf modernen System lauffähig sind und um sinnvolle Features erweitert wurden. Bei allen Titeln ist die Bedienung sehr angenehm, wir konnte keine Bugs oder Fehler feststellen und fühlen uns abermals an alte selbst gebaute Computer zurückerinnert, wie schon beim Spielen der alten Siedler-Teile. Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß beim Eintauchen in die Welt Anno, wie wir damals, Anno 1998.

Wir haben in der Bildergalerie weitere Eindrücke für Sie festgehalten. Wie haben Sie die Anno-Serie erlebt? Was war Ihr erster Anno-Titel? Hinterlassen Sie doch einen Kommentar.

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    • Kommentare (32)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        Leider fehlen bei PCGH weiterhin Benchmarks der anderen Remake-Teile.

        Computerbase hat nun einen Benchmark mit 1404 orig und 1404 HC gemacht und festgestellt, dass die alte Version deutlich schneller läuft.
        Anno 1404 im Benchmark-Test - ComputerBase
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        Leider fehlen bei PCGH weiterhin Benchmarks der anderen Remake-Teile.

        Computerbase hat nun einen Benchmark mit 1404 orig und 1404 HC gemacht und festgestellt, dass die alte Version deutlich schneller läuft.
        Anno 1404 im Benchmark-Test - ComputerBase
      • Von chill_eule Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Rainer B. Trug
        Hat noch jemand das Ur-1404 auf der Platte und kann das mal gegentesten mit der ersten Story-Mission da? 60fps kommt mir doch weniger vor als seinerzeit, weswegen ich gerade so dachte, daß das Spiel vielleicht wirklich nur rübergezogen wurde und gar nicht so viel in's Polieren gegangen ist?

        Wäre supi.
        Ja hier

        1080p, max. Details, kein AA, 1. Kampagnenmission.

        Wenn ich rauszoome und dann über die "Kaiserstadt" fahre mit der Kamera sind das ~110 FPS.
        Habe die Kameradrehung auch an verschiedenen Punkten der Stadt durchgeführt, trotzdem bleibe ich bei ~110 FPS

        CPU hier Ryzen 5 3600X. GPU (RX580) Auslastung liegt bei 95% aufwärts.
        Hab allerdings keine Messtools oder so, einfach die FPS Anzeige des Radeon-overlay beobachtet
        Also kurze Einbrüche sind sicher möglich, aber nicht spürbar
      • Von gaussmath
        Wie kommt es, dass der 3800X ein 13% besseres P1 hat als der 3700X? Verwundert mich...
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Steht im Test ^^
        Also, weil es wohl nicht anders geht: Der 10900K ist bei uns nicht ins TDP-Limit geraten. Ich habe nur einen Unterschied in Cinebench R20 messen können, der aber nach mehrmaligen Durchläufen unterschiedliche Ergebnisse ausspuckte.
        In Spielen war der "unlocked" 10900K minimalst schneller, in Anwendungen ebenso.
      • Von gaussmath
        @Dave: Bei CB hat Wolfgang massive Probleme (viele niedrigere FPS) im Vergleich mit der originalen Fassung festgestellt. Habt ihr das auch verglichen?
      Direkt zum Diskussionsende
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