PCGH on Tour: Amazon launcht Alexa+ mit neuen Features

Die PCGH war mal wieder unterwegs, diesmal auf einem Hands-on-Event zu Alexa+. Die Erweiterung von Amazons Alexa ist ab sofort in Deutschland verfügbar. Alle Infos, was die neue Alexa kann, sie kostet und worauf sie läuft, gibt's hier.

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PCGH on Tour: Amazon launcht Alexa+ mit neuen Features
Quelle: PCGH

Seit dem Jahr 2014 gibt es von Amazon nicht nur den Fire TV Stick, sondern auch smarte Lautsprecher der Echo-Baureihe mit der Sprachsteuerung Alexa. Seit 2016 ist Alexa offiziell in Deutschland verfügbar. Nun, 10 Jahre später, bringt Amazon Alexa+ an den Start. Nachdem von April 2025 bis Februar 2026 eine geschlossene Beta mit Interessenten in den USA veranstaltet wurde, erfolgte am 4. Februar 2026 der offizielle Start von Alexa+ in den USA. Nun, am 7. Mai 2026, bringt Amazon Alexa+ auch nach Deutschland. PCGH durfte vor Ort in Berlin bei Amazon zu Gast sein und sich mit der neuen Alexa unterhalten. Nach insgesamt drei Jahren Entwicklungszeit, ist Alexa+ fertig lokalisiert für die deutsche Sprache.

Zwar ist seit Oktober 2023 nicht mehr Dave Limp verantwortlich für die Hardware-Sparte bei Amazon, sondern der Ex-Microsoft-Surface-Leiter Panos Panay, doch es gibt weiterhin neue Geräte. Zudem obliegt es Panay, Alexa+ einzuführen.

Was macht Alexa mit dem Plus?

Alexa+ steht für eine Erweiterung der digitalen Sprachsteuerung von Amazon. Dabei nutzt Alexa erstmals Generative KI für ihre Antworten. Bei Alexa+ kommen über 70 KI-Modelle zum Einsatz, unter anderem Amazons eigene Nova-Modelle und Modelle von Anthropic sowie OpenAI, der Firma hinter ChatGPT. Die Technologie, die den Zugriff auf verschiedene KI-Dienste ermöglicht, nennt sich Amazon Bedrock.

Stellt man Alexa+ eine Frage, identifiziert Alexa+ das KI-Modell, das die Frage oder Aktion am besten ausführen kann und generiert die Antwort. Dadurch soll Amazons Assistentin - endlich - eine bessere Verständlichkeit aufweisen. Denn seit 2016 hat sich - gefühlt - wenig daran geändert, wie gut/schlecht Alexa zuhören und verstehen kann. Doch mit Alexa+ soll sich die Verständlichkeit verbessert haben und sich die Sprachausgabe natürlich anhören. Wie gut das in der Praxis funktioniert, konnte sich PCGH zunächst auf dem Hands-on-Event in Berlin ansehen, allerdings erstmal nur in geführten Demo-Szenarien. Demnächst folgt dann noch ein Praxisbericht.

Was kann Alexa+?

Seit Amazon Alexa+ im März 2025 in den USA vorgestellt hat, gibt es Klarheit darüber, wie sehr sich Alexa+ vom normalen Alexa unterscheidet. Wenn man beispielsweise Prime Video nutzt, kann man Alexa nach einer Filmszene fragen und sie springt automatisch zum jeweiligen Film und spielt diesen ab. Mit diesem Feature startete man in den USA, derzeit gibt es dieses Feature noch nicht in Deutschland.

Doch es gibt jede Menge neue Features von Alexa+, die bereits zum Deutschland-Start nutzbar sind.

Wenn man beispielsweise Musik abspielt und mehrere Alexa-fähige Endgeräte im gleichen Haus sind, kann man nun explizit zuordnen, welcher Lautsprecher welche Musik abspielen soll. Zudem lässt sich die Musik auch in einen anderen Raum mitnehmen - ein Feature, das man so vom Konkurrenten Sonos kennt.

Wer seinen Kalender mit Alexa verbunden hat, kann mit Alexa+ auch die Organisation von Terminen vereinfachen. So soll man nicht nur die Essenseinladung zu Freunden schicken können, sondern die Alexa-KI kann auch gleich die Reservierung im Restaurant vornehmen und die Anreise mit Uber organisieren. Hierzu nutzt Amazon die Verknüpfung mit externen Dienstleistern. Zum Start gehören dazu Dienste wie Opentable, Philips Hue oder Smart-Home-Geräte von Bosch-Siemens-Hausgeräte. The Fork, Tripadvisor, Kinoheld, GMX und Web.de folgen im Laufe des Jahres.

Laut Amazon soll Alexa+ eine Ambient-KI sein, die verfügbar ist, wenn man sie benötigt. Eine KI-Technik, die Alexa+ beherrscht, ist die Mustererkennung in Bildern und Videos. Dadurch lässt sich beispielsweise bei einer Ring-Kamera gezielt nach Objekten auf den Aufnahmen suchen. Also kein mühseliges Suchen mehr, nach dem Lieblingsspielzeug im Garten.

<a href='alexa.com/'>Alexa+ geht auch im Webbrowser.</a> Quelle: Amazon Alexa+ geht auch im Webbrowser.

Eine weitere neue Funktion ist, dass man Dokumente etwa von der Alexa-App oder im Web-Browser auf Alexa.com hochladen kann und diese nach Stichworten durchsuchen kann. Alexa+ nutzt dazu die OCR-Texterkennung und macht es dadurch möglich, nach bestimmten Begriffen in Dokumenten zu suchen. Man kann beispielsweise die Lieblingsrezepte seiner Großeltern hochladen und dann gezielt Alexa+ nach z. B. dem Rezept für Omas Zimtschnecken fragen. Die neue Alexa durchsucht dann alle hochgeladenen Rezepte und gibt dann das Rezept aus.

Mehr Organisation

Mit Alexa+ lässt sich der Kalender organisieren. Per Sprachbefehl kann man nicht nur neue Ereignisse hinzufügen, sondern auch diese Einladung an Familie und Freunde schicken. Wer möchte, kann auch Durchsagen in bestimmte Zimmer schicken, wenn man gerade in der Küche steht und die Kinder zum Essen kommen sollen.

Neu ist, dass Alexa ganze Chatverläufe abspeichern kann. So besitzt Alexa+ ein eigenes kleines Gehirn und merkt sich, was man zu einem bestimmten Thema gesagt hat. Besitzt man etwa eine Lebensmittelunverträglichkeit, teilt man dies Alexa+ einmalig mit und schon merkt sich dies die Amazon-KI. Wenn man also nach Rezepten fragt, wird automatisch die vor einiger Zeit hinterlegte Lebensmittelunverträglichkeit berücksichtigt.

Routinen hinterlegen

Bislang muss man immer über die Alexa-App gehen, um Routinen einzurichten. Doch mit Alexa+ kann man auch per Sprache eine neue Routine einrichten. Zudem lässt sich diese auf Wunsch mit einer bestimmten Stimme verknüpfen. Dann kann nur derjenige die Routine starten, der sie auch eingerichtet hat. Auf Nachfrage bestätigt Amazon, dass sich auch eine Übersicht aller hinterlegten Routinen anzeigen und dann gezielt anpassen lässt - alles ohne Smartphone-App.

Mit Produktempfehlungen

Neu: Preistracker bei Alexa+. Quelle: PCGH Neu: Preistracker bei Alexa+.

Falls man Alexa+ nach einem Muttertagsgeschenk fragt oder für den Sohn/die Tochter, ruft die Alexa-KI automatisch zuvor genannte Wünsche, Hobbies, Interessen etc. ab, und kann Produktempfehlungen geben. Zudem lässt sich ein Preisalarm setzen, wenn das jeweilige Produkte unter einem Wunschpreis sinkt, also analog zu unserem PCGH-Preisradar.

Übrigens verbleiben alle hochgeladenen Dokumente in einem persönlichen Speicher, sodass Amazon darauf keinen Zugriff erhält. Im erweiterten Datenschutzportal lassen sich darüber hinaus Einstellungen anpassen, etwa ob überhaupt Sprachaufnahmen gespeichert werden dürfen oder nicht.

Eine (KI-) Assistenz, die mitfährt

Dabei wandern alle Anfragen über verschiedene genutzte Geräte hinweg mit. So lässt sich etwa ein Gespräch mit Alexa in der Küche am Echo Show beginnen, im Wohnzimmer am Fire TV Stick fortsetzen und dann unterwegs im Web-Browser weiterführen.

Dank KI-Support kann man eine Unterhaltung, ähnlich wie bei ChatGPT, mit mehreren Anfragen hintereinander führen, die sich aufeinander beziehen. So kann man etwa nach einem Schauspieler und seinem letzten Film fragen und direkt danach nach der dazu passenden Filmmusik suchen lassen. Dabei muss man nicht jedes Mal das Aktivierungswort nennen.

Bei BMW als Technik hinter dem Intelligent Personal Assistant

BMW Intelligent Personal Assistant mit Alexa-Technik Quelle: PCGH BMW Intelligent Personal Assistant mit Alexa-Technik

Übrigens basiert auch die Sprachsteuerung von BMW auf der Technik hinter Alexa+. Hierzu haben BMW und Amazon zusammengearbeitet, um die neue Generation des BMW Intelligent Personal Assistant zu entwickeln. Neben allen Fahrzeugen der Neuen Klasse, wie dem BMW iX3, kommt diese neue Sprachsteuerung auch in alle BMW-Modelle mit BMW OS 9 als Update, beginnend im zweiten Halbjahr 2026.

Durch die Integration in BMW-Modellen kann man nach einmaligem Aufrufen mit dem Aktivierungswort - in diesem Falle "Hey BMW" - mehrere Anfragen zum gleichen Kontext stellen. Beispielsweise lässt sich eine Navigation starten und noch nach der Routenberechnung eine Bäckerei oder eine Ladestation als Zwischenziel hinzufügen. Zudem kann man Wissensfragen stellen. So "weiß" der BMW IPA, welche Vereinsfarben der 1. FC Union Berlin hat, und kann entsprechend die Ambientebeleuchtung einstellen, sowie weitere Informationen liefern.

Wer sein Amazon-Konto mit dem BMW verbunden hat, der kann sich etwa Nachrichten aus verschiedenen Quellen zusammenfassen und vorlesen lassen, Sport-News bekommen und Musikstreaming nutzen. Zudem kann man mittels "Alexa"-Aktivierungswort auch seine Echo-Geräte und weitere Smart-Home-Geräte im Auto steuern. So lassen sich dann während der Fahrt etwa Routinen starten. Dadurch kann man beispielsweise die Heizung einschalten, das Licht aktivieren und die Playlist abspielen, wenn man Zuhause ankommt.

Bildergalerie

Auf welchen Amazon-Geräten läuft Alexa+?

Alexa+ lässt sich etwa direkt mit der aktuellen, 4. Generation des Echo Show 8 sowie mit dem Echo Show 11 nutzen. Der Echo Show 8 nutzt zwei Breitbandlautsprechern und 2,8-Zoll-Basslautsprecher für einen noch satteren Klang. Dadurch hat das 2025er-Modell andere Lautsprecher als die 3. Generation mit zwei Neodym-Treiber mit einem Durchmesser von zwei Zoll und passivem Bassradiator.

Die 4. Iteration hat einen mit Stoff umwobenen Lautsprecher samt neuem HD-Touchscreen. Es gibt wahlweise einen 8,7 Zoll messenden Bildschirm oder einen 11 Zoll großen Bildschirm. Für Vortrieb sorgt in beiden Modellen der von Amazon selbst entwickelte AZ3 Pro Prozessor, der nochmals spürbar schneller agiert, als der Chipsatz in der Vorgängergeneration.

Neu ist auch, dass der AZ3 Pro über eine NPU verfügt und dadurch Anfragen an Alexa+ direkt auf dem smarten Lautsprecher verarbeiten kann, also ohne Cloud-Anbindung. Als Betriebssystem läuft auf dem Echo Show 8/11 (4. Gen) VegaOS, das auch den umstrittenen Fire TV 4K Select antreibt. Dadurch gibt es kein Sideloading mehr für Apps, die nicht aus dem Amazon Appstore kommen. Was beim Fire TV Stick noch ärgerlich sein kann, spielt beim Echo Show keine Rolle. Denn hier gab es auch beim bisher genutzten Android-Abklatsch keinen Appstore, sondern nur Widgets.

Auch auf dem Echo Show 15 und 21 kann man Alexa+ nutzen. Denn auch diese Echo-Show-Modelle nutzen einen AZ-Chipsatz mit NPU.

Übersicht kompatibler Echo Show

Zusätzlich ist auch die 3. Generation der Echo-Show-Geräte mit Alexa+ kompatibel.

Übersicht kompatibler aktueller Echo-Lautsprecher

Auch auf älteren Echo-Lautsprechern lässt sich Alexa+ nutzen.

Ausgenommen sind lediglich die 1. Generation des Amazon Echo, Echo Dot, Echo Plus, Echo Show und Echo Spot. Auf diesen smarten Endgeräten kann man aber weiterhin die bisherige Alexa nutzen. Übrigens funktioniert dies auch im Verbund mit den neuen Echo-Geräten mit Alexa+. So lässt sich etwa eine neue Routine mit Alexa+ erstellen und dann auch auf einem alten Echo-Lautsprecher ausführen.

Übersicht kompatibler Fire TV Sticks

Zudem kann man Alexa+ auch auf Fire TV Sticks der aktuellen Generation verwenden.

Zudem sind auch die aktuellen Amazon-Fernseher mit Alexa+ kompatibel, etwa die neue Ember Artline M800D, die wir in diesem Artikel näher vorstellen. Denn ab sofort, dem 7. Mai, wird der QLED-TV mit wechselbarem Rahmen ausgeliefert.

Erstmals lässt sich Alexa auch im Web-Browser unter alexa.com nutzen.

Ab wann kann man Alexa+ nutzen?

Wer ein Prime-Abo besitzt, kann ab sofort, dem 7. Mai, Alexa+ in der Early-Access-Phase testen. In dieser Beta-Phase kann es noch zu einzelnen Bugs kommen, die jedoch im Laufe der Zeit ausgebessert werden. Falls man bereits ein kompatibles Echo-Gerät besitzt, kann man sich hier für den Early Access kostenlos registrieren. Ansonsten kann man einfach eines der kompatiblen Echo-Geräte oder Fire TV-Geräte kaufen, um Alexa+ nutzen zu können.

Ist Alexa+ kostenlos?

Während der aktuell laufenden Early-Access-Phase ist Alexa+ kostenlos, unabhängig davon, ob man Prime-Mitglied ist oder nicht. Danach können Prime-Mitglieder Alexa+ ohne Extrakosten nutzen. Wer jedoch keine Mitgliedschaft bei Amazon Prime besitzt, muss dann monatlich 22,99 Euro zahlen, um Alexa+ nutzen zu können.

Eine Prime-Mitgliedschaft kostet 8,99 Euro pro Monat oder 89,99 Euro im Jahresabo. Neben Zugriff auf Alexa+ enthält das Prime-Abo auch noch Prime Music, Prime Video, Prime Gaming mit Gratis-PC-Spielen, eine Leseflatrate für E-Books, Gratisversand bei Amazon u.v.m. Beispielsweise gibt es "Prime-exklusive Angebote" bei Amazon und natürlich den Prime Day. In diesem Jahr finden die Prime Deal Days schon im Juni statt.

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