Alder Lake: Intel verrät technische Details durch öffentlichen Developer Guide
Intels Alder-Lake-Prozessoren sind zwar noch nicht erschienen, doch ein öffentlicher Developer Guide liefert schon jetzt ein paar offizielle Informationen zu den kommenden CPUs. Thematisiert werden beispielsweise die Befehlssatzerweiterungen, die Cache-Struktur und der Ausbau der Desktop- und Notebook-CPUs.
Intel wird die neuen Alder-Lake-Prozessoren, die als Core 12000 auf den Markt kommen sollen, voraussichtlich noch diesen Monat vorstellen. Im Vorfeld gab es dabei bereits zahlreiche Gerüchte zu den Spezifikationen und Leistungswerten der neuen Prozessoren. Alle technischen Details sind aber bislang noch nicht bekannt und zudem meist auch nicht bestätigt: Viele Informationen stammen aus Gerüchten, und nicht von Intel selbst.
Informationen aus Intels Developer Guide
Nun hat Intel vor dem Release aber doch noch ein paar Details verraten: Auf der Website des Unternehmens lässt sich ein Developer Guide finden, der Entwickler auf die Besonderheiten der Alder-Lake-Prozessoren vorbereiten soll. Damit sind einige Details zu den neuen CPUs nun offiziell bekannt.
Auf der Website wird beispielsweise die Cache-Struktur der neuen CPUs erklärt. Alder Lake setzt, erstmals für eine x86-CPU, auf zwei unterschiedliche Architekturen: Schnelle P(erformance)-Cores auf Basis der Golden-Cove-Architektur und effiziente E(fficiency)-Cores auf Basis der Gracemont-Architektur. Die Kommunikation der Kerne soll dabei über einen gemeinsamen L3-Cache erfolgen, wohingegen jede CPU ihren eigenen L1-Cache bekommt. Die P-Kerne haben zudem auch einen eigenen L2-Cache, wohingegen sich die E-Kerne immer zu viert einen L2-Cache teilen müssen.
Quelle: Intel
Bei Alder Lake gibt es einen gemeinsamen L3-Cache. Zudem teilen sich immer vier Gracemont-Kerne einen L2-Cache.
Geteilt werden bei Alder Lake auch die Befehlssatzerweiterungen: Damit Entwickler die P- und E-Kerne nicht getrennt behandeln müssen, unterstützen die Alder-Lake-CPUs nur jene Erweiterungen, die auch beide Kerne unterstützen. Da Gracemont im Gegensatz zu Golden Cove kein AVX512 unterstützt, kann Alder Lake diese Erweiterung somit nicht nutzen. In Intels Developer-Guide ist zwar die Rede davon, dass das umgangen werden kann, wenn man die E-Kerne per UEFI deaktiviert, doch das soll laut Dr. Ian Cutress, Chefredakteur bei Anandtech, ein Fehler sein.
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Auch mit Hinblick auf konkrete Ausbaustufen hat Intel Details parat: Demnach sind von Alder Lake vier Basiskonfigurationen geplant. Im Notebook sollen wahlweise zwei oder sechs P-Kerne mit acht E-Kernen kombiniert werden, wohingegen es im Desktop 6 oder 8 P-Kerne und 0 oder 8 E-Kerne sein werden. Der Ausbau der IGPs verbleibt dabei auf dem gewohnten Niveau: Für Notebooks gibt es maximal 96 EUs, im Desktop sind maximal 32 EUs vorgesehen.
Quelle: Intel
Von Alder Lake soll es verschiedene Konfigurationen geben. Manche Notebook-CPUs setzen überwiegend auf E-Kerne, wohingegen einige Desktop-CPUs ausschließlich über P-Kerne verfügen werden.
Für den Erfolg von Alder Lake dürfte aber nicht nur die Hardware selbst entscheidend sein, sondern auch die Software. Durch den neuartigen Ansatz mit zwei unterschiedlichen Architekturen sind Anpassungen in Windows notwendig, die im Developer Guide noch mal umrissen werden. Ab Windows 21H2 versucht das Betriebssystem, alle Single- und Multicore-Aufgaben zuerst auf die P-Kerne zu legen. Wenn diese ausgelastet sind, sollen Multicore-Aufgaben an die E-Kerne weitergereicht werden. Falls auch diese ausgelastet sind, werden zuletzt noch die virtuellen SMT-Threads der P-Kerne dazugenommen.
Parallel zu diesem Vorgehen soll der Intel Thread Director die laufenden Aufgaben überwachen und dabei einige Optimierungen vornehmen. So soll es etwa möglichst wenig Prozesswechsel zwischen P- und E-Kernen geben, um den Overhead zu reduzieren. Darüber hinaus ist die Rede davon, dass Aufgaben immer auf den effizientesten Kernen ausgeführt werden sollen. Das ist allerdings ein gewisser Widerspruch zum vorher besprochenen Vorgehen, dass alle Aufgaben zuerst an die P-Kerne gehen werden. Hier bleibt abzuwarten, wie die Auslastungsverteilung bei Alder Lake am Ende wirklich aussehen wird.
Quelle: Intel

Der Wechsel zu ADL wird sicher teuer.
Habe eine Usernews aufgemacht zu den Boards- da stellt sich schon die Frage nach DDR4 oder DDR5.
Warten wir’s mal ab. Zur Not habt ihr sicher einen Test vorzuweisen.
Zumindest würde das erklären warum in den geleakten benchmarks zwar die singlecorperformance stark zugelegt hat, die multicoreperformance aber deutlich weniger.
Die Frage wäre nur, welchen Sinn es am Ende hätte. Immerhin werden die neuen P-Cores ja (hoffentlich) schneller als die aktuellen Cypress Cove in Rocket Lake (die ja schon abermals schneller als die in Comet Lake sind).
Dann wäre meine These mit mehr Kerne für des Zeug nicht korrekt.