Ryzen 7 9700X3D war ein Fake: Linux-Experiment legt Passmark herein
Was bereits vermutet wurde, hat sich mittlerweile bestätigt: Der vermeintliche Ryzen 7 9700X3D war keine echte CPU, sondern das Ergebnis eines Experiments, das in der Passmark-Datenbank gelandet ist.
Es hatte sich bereits angedeutet, und nun ist klar: Der angebliche Ryzen 7 9700X3D war kein kommendes Zen-5-Modell, sondern ein rechnerisches Missverständnis mit ironischem Ausgang. Die Einträge in der Passmark-Datenbank, die vergangene Woche die Runde machten, stammen nicht aus AMDs Laboren, sondern von einer Handvoll Bastlern, die unter Linux ein wenig zu neugierig geworden sind.
Der Ursprung liegt bei einem Reddit-Nutzer, der unter dem Namen A_Canadian_boi erklärt hat, wie der ganze Wirbel entstanden ist. Demnach wollte die Gruppe testen, wie weit sich Systeminformationen manipulieren lassen, ohne dass Benchmark-Tools Alarm schlagen. Unter Linux genügt dafür ein einzelner Befehl, um die Datei /proc/cpuinfo zu verändern, also genau jene, aus der Programme wie Passmark ihre Hardwaredaten auslesen. Anschließend lief ein Benchmark, und zwar mit einem realen Ryzen 7 9700X, der per Precision Boost Overdrive stark übertaktet war.
Das Ergebnis: Passmark nahm den Eintrag an, wertete ihn regulär aus, und veröffentlichte ihn in der offiziellen Rangliste. Der vermeintliche Ryzen 7 9700X3D war geboren, inklusive auffälliger 5,8 GHz und erstaunlicher Benchmarkwerte. Was eigentlich ein kleines Experiment bleiben sollte, entwickelte sich binnen Stunden zu einem handfesten Leak. Zahlreiche Tech-Seiten griffen das Thema auf, einige mit vorsichtigem Ton, andere mit konkreten Mutmaßungen zu Preis, TDP und Marktstart.
Die Beteiligten betonen inzwischen, dass kein Täuschungsversuch beabsichtigt war. Man habe schlicht "herumgespielt" und sei überrascht gewesen, dass Passmark den manipulierten Datensatz akzeptierte. Tatsächlich ist das kein exklusives Problem von Passmark: Ähnliche Täuschungen wären auch unter Windows möglich, etwa über AMDs Debugging-Schnittstellen oder Virtualisierung.
Passmark selbst reagierte inzwischen und stellte klar, dass man keine Möglichkeit habe, jeden einzelnen Upload zu verifizieren. Angesichts tausender eingereichter Ergebnisse täglich sei das schlicht nicht machbar. Der Fall zeige jedoch, dass auch eine seriöse Datenbank anfällig ist, wenn Systeminformationen manuell verändert werden. Der angebliche Ryzen 7 9700X3D war also nichts weiter als eine übertaktete CPU mit falscher Kennung.
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Quelle: A_Canadian_boi auf Reddit via PC Gamer

Aber wenn juckts, RAM, Platten und Grafikkarten kann sich die nächsten Jahre eh kein Schwein leisten.