Ryzen 7000: AMD klärt die 170 Watt auf [Update 2]
AMD hat Aufklärungsarbeit betreffend der 170 Watt geleistet, die als TDP-Wert für Ryzen 7000 durch das Internet kreisten und auch von Partnern verwendet wurde. Es handelt sich dabei aber nicht um die TDP, sondern um die PPT.
Der Wert von 170 Watt TDP für Ryzen geisterte lange durch die Gerüchteküche. Er ist aber falsch, wie AMD nun klargestellt hat. 170 Watt sind demnach nicht die mögliche TDP (Themal Design Power), sondern die PPT (Package Power Tracking). Die PPT liegt schon bei aktuellen Ryzen-Modellen mit 142 Watt für die Modelle mit 105 Watt TDP höher; bei Ryzen 7000 ist derweil nicht ganz klar, ob es bei 105 Watt bleibt oder ob es etwas nach oben geht; dazu gleich mehr. Die Gerüchteküche nannte bisher jedenfalls TDP-Werte von 65 und 105 Watt, sowie die 170 Watt.
Der PPT-Grenzwert ist die zulässige Leistungsaufnahme des Sockels über die in versorgenden Spannungsschienen. Bestimmte Lastszenarien können an die PPT-Grenzwerte stoßen, die durch einen höheren PPT-Grenzwert gemildert werden können. Daraus folgend stellt sich natürlich die Frage, warum AMD die Werte für Ryzen 7000 erhöht. Die 28 Watt mehr PPT - also die maximale Leistung, die am Sockel AM5 bereitgestellt werden kann - sollen dabei helfen, die 15 Prozent Mehrleistung zu erreichen, die man verspricht. Die hat man nicht nur bei der IPC gefunden, sondern auch bei erhöhten Taktraten. Und um solche Spitzenlastszenarien abzufangen, wurde etwas mehr Leistung freigegeben. Letztlich soll, so heißt es, schon der Ryzen 9 5900X und 5950X unter Umständen gebremst worden sein - angeblich hat man da auch AVX-512-Lasten auf dem Schirm, die aber nicht alltäglich sind.
Bisher galt bei AMD meist die Formel TDP x 1,35 = PPT. Bei einem Ryzen 5800X also beispielsweise 105 x 1,35 = 141,75 Watt. Sollte die Formel Bestand haben, müsste man auch Mainboards für Ryzen 7000 mit 125 Watt TDP sehen. Doch es herrscht im Moment vorwiegend Verwirrung. MSI bewarb seine Mainboards mit 65 bis 170 Watt TDP und auch AMD ist sich nicht in jeder eigenen Veröffentlichung sicher (eine Anfrage bei AMD läuft). Da heißt es in der Pressemitteilung:
"The new AMD Socket AM5 platform provides advanced connectivity for our most demanding enthusiasts. This new socket features a 1718-pin LGA design with support for up to 170W TDP processors, dual-channel DDR5 memory, and new SVI3 power infrastructure for leading all-core performance with our Ryzen 7000 Series processors. AMD Socket AM5 features the most PCIe 5.0 lanes in the industry with up to 24 lanes, making it our fastest, largest, and most expansive desktop platform with support for the next-generation and beyond class of storage and graphics cards."
Vermutlich hat das Marketing das Memo nicht bekommen, denn im Stream war seitens des technischen Personals von PPT die Rede.
Update 1: AMD hat uns bestätigt, dass es sich bei 170 Watt TDP um einen Fehler im Pressematerial handelt. Damit ist nun zumindest klar, dass es um 170 Watt PPT geht. Ob damit 125-Watt-TDP-Prozessoren bestätigt sind, ist aber noch ungewiss. Entweder das oder der Faktor von 1,35 steigt auf 1,62.
Update 2: Unerwartete Wendung im Plot um die TDP bei Ryzen 7000! Das EMEA-Marketing von AMD bestätigt nun 170 Watt TDP und 230 Watt PPT - hier nachzulesen.
Für AMD-Mainboards relevant sind auch die Werte TDC (Thermal Design Current), also die maximale permanent bereitgestellte Leistung in Ampere, sowie der EDC (Electrical Design Current), die maximale Spitzenleistung in Ampere. Bei Ryzen 5000 waren das, um beim 105-Watt-Beispiel zu bleiben, standardmäßig 95 und 140 Ampere; Mainboard-Hersteller können natürlich auch großzügiger designen. Und am Ende des Tages muss man auch auf Raptor Lake achten, wo Intel mehr E-Kerne und mehr Takt verspricht - da will man nichts anbrennen lassen.
Quelle: via Tom's Hardware, Twitter,

Auch sollte man dran denken, wäre die Wärmeverteilung so kritisch wären die Temperaturen eines einzelnen Kerns auch wesentlich peoblematischer wie sie heute sind.
Reicht ja wenn man nur mal auf die Ryzen schaut und sieht wie die geringe Fläche Probleme bereitet.
Aber schön das AMD auf die Brechstange verzichtet.Reicht schon wenn man im idle säuft.
Die Spannungswandler der bisherigen Mainboards sind jedenfalls keine sinnvollen Designs für CPUs zwischen 150 und 200 W. Wenn da nicht der letzte Billigschrott verbaut wurde (und warum sollte das plötzich der Fall sein?) haben die High-End-Platinen mal wieder Reserven bis mindestens 500 W, mit ordentlicher Belüftung >1.000 Watt. (2.000 [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen])
Ich sehe einfach keinen wirklichen Grund dafür warum AMD 170W TDP (= >200 PPT) reinhämmern müsste wenn die Taktraten nur moderat steigen (was aus dem Prozeß kommen sollte) und kein 3. Chiplet für nen 24-Kerner existiert. Einen so großen Unterschied in der Leistungsaufnahme nur durch mehr L2-Cache/bessere IPC sehe ich nicht kommen, das wäre höchstens in Spezialfällen drin (wir können jetzt next-Level-AVX und spielen Prime).
Ich bin auch darauf gespannt wie viel sich der neue I/O-Chip gönnt - viel mehr Stuff drin aber von 12nm auf 6nm ist auch ein beträchtlicher Shrink. Und ob AMD es wohl dieses Mal geschafft hat, ihm zumindest grobes Stromsparen im Idle beizubringen (etwa nicht genutzte PCIe-Lanes und erst Recht die iGPU abzuschalten)?
Etwas, wo du nie bist...
Soll halt mal verkommen, dass man manchmal auch einfach Pech hat!
Ein RMA hatte das Problem gelöst. Nun besitze ich einen 3950X, der auf knapp über 4.7GHz boostet.
* Falls das missverständlich ist. Natürlich hatte ein hoher Prozentsatz der CPUs keine Probleme mit den Taktraten.
Dennoch - ZEN3 ist da schon in einem sehr ineffizienten Bereich angekommen. Wer auf 16 Kernen über sagen wir mal 4,4 GHz hinauswill bei hoher Last auf allen Threads muss schon mächtig Strom reinpfeffern wo die 4,0 Ghz noch sehr entspannt machbar sind (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich gehe davon aus, dass der 5nm Prozeß die Sache deutlich verschiebt aber es wird wohl trotzdem dabei bleiben dass ab einem gewissen Punkt die nächsten 200 MHz mit SEHR viel mehr Power erkauft werden müssten. Ich glaube nicht dass AMD den ganz harten Weg (jetzt schon) geht wie es Intel beim 12900KS tut.
Etwas, wo du nie bist...
Soll halt mal verkommen, dass man manchmal auch einfach Pech hat!
Aber das zum Thema Objektivität!
Außer den Cinebench werden haben wir rein gar nichts belegbares und dass Cinebench und Gaming zwei paar Schuhe sind, hat man ja am 5800X3D auch deutlich gesehen. Und im Gegensatz zu intel, hatte ja AMD bei Zen2,3 relativ hohe Latenzen, was sich durchaus aufs Gaming auswirkt...
Von daher einfach mal abwarten, bis gesicherte Infos kommen.