Bericht: AMD lässt bei TSMC vor allem PS5- und XSX-SoCs fertigen - und weniger Zen 3 und RDNA 2
Ein neuer Bericht des Unternehmens Mercury Research offenbart, dass ein Großteil der bei TSMC für AMD gefertigten Chips für die neue Konsolengeneration PS5 und Xbox Series X abfällt, da man diesen Geschäftszweig wohl präferiert. Dadurch könnte die schlechte Verfügbarkeit der neuen Zen 3-CPUs (Ryzen 5000) und Big Navi-GPUs (RX 6000) auf dem PC in ein neues Licht gerückt werden.
Auch heute lässt es sich nicht vermeiden: Eine Neuigkeit, die mehr oder minder mit der Knappheit vieler Technik-Produkte des vergangenen Jahres zusammenhängt. Diesmal geht es jedoch nicht um Ampelsysteme bei Händlern oder Wucherpreise bei Ebay und Co., sondern vielmehr um den bereits lange im Raum stehenden "Vorwurf", dass die Chip-Hersteller nicht ganz unschuldig an der Situation sind. Neuen Zündstoff erhält diese Diskussion aus einem veröffentlichten Bericht des Analyseunternehmens Mercury Research, den sich die Website Hardwaretimes näher angeschaut hat.
AMD soll Ryzen 5000 und Radeon RX 6000 bei TSMC hinten anstellen
Worum geht es? AMD hat als Kunde beim Chipfertiger TSMC eine bestimmte Kapazität gebucht - wie man dieses Volumen für die eigenen Produkte aufteilt, bleibt größtenteils dem Kunden überlassen. Und AMD scheint, wenn es nach dem Bericht von Mercury Research geht, andere Prioritäten zu haben als viele PC-Gamer, die ungeduldig auf ihre neuen Ryzen 5000-Prozessoren und die Radeon RX 6000-Pixelschubser warten.
Das Konsolengeschäft rund um die Playstation 5 und Xbox Series X/S läuft hervorragend (PS5: 4,5 Millionen Einheiten), und obwohl die verbauten APUs aufgrund des GPU-Parts deutlich größer ausfallen und somit unterm Strich eine deutlich geringere Gewinnmarge abwerfen dürften als ein herkömmlicher Desktop-Ryzen, scheint AMD auf dieses "sichere Pferd" zu setzen - immerhin erhält das Unternehmen die Gelder von den Herstellern, also Microsoft und Sony, und muss nicht auf den Erfolg am freien Markt setzen.
Das resultiert unter dem Strich darin, dass gerade einmal knapp 11 Prozent der Fertigungskapazitäten für Ryzen 5000 genutzt werden, Radeon RX 6000-GPUs machen gar nur 2 bis 3 Prozent aus. Der Rest verteilt sich auf APUs wie Renoir oder ältere Produkte. Die restlichen stolzen 80 Prozent sollen laut des Berichts gänzlich auf die Konsolen-APUs fallen, so Hardwaretimes.
In Zahlen ausgedrückt fasst der Bericht zusammen: AMD verkaufte im Q4/2020 insgesamt zwischen 9 - 10 Millionen Chips. Davon fallen knapp eine Million auf Zen 3 und zwischen 200.000 bis 300.000 auf die neuen Radeon-GPUs. Die Chips für PS5 und XBX/S liefen rund 7 Millionen mal übers Band.

Die EU setzt derzeit einen Förderfonds (im Rahmen der Corona Förderung) für die Halbleiterindustrie auf, der knapp 150 Mrd € umfast. Darin enthalten sind Förderungen für eine europäische CPU (SiPearl) und ggf. Fertigung der neuesten Generation. Da laufen aber wohl noch Gespräche mit diversen Herstellern (z.B. ST Micron, GF und Co.)
@PCGH vielleicht könnt Ihr dazu recherchieren?