AMD Financial Analyst Day 2020: Wachstum im CPU-Markt, Zen 3 noch 2020 und Zen 4 in 5 nm
RDNA2/Navi 2X mit Raytracing, Zen 3 und mehr Ende 2020 - AMD hatte heute Nacht so einiges in petto. PCGH gibt im ersten Teil einen Überblick über die wichtigsten Ankündigungen im CPU-Bereich und wagt einen Ausblick in die Zukunft.
Der Financial Analyst Day ist für AMD eine Großveranstaltung erster Ordnung - weshalb sie auch nicht jedes Jahr stattfindet. Zuletzt gab sich AMD 2017 die Ehre und sprach etwas mehr als zwei Stunden über Epyc, Zen 2 und 3 sowie Vega. Und auch wenn der gestrige Abend nicht so spannend wie drei Jahre zuvor ausgefallen ist, gab es einige sehr interessante Ankündigungen. An dieser Stelle ist für uns insbesondere Navi 2X und Zen 3 spannend. Nun lassen wir den AMD Financial Day 2020 noch einmal Revue passieren und unterrichten Sie über die wichtigsten Ereignisse. Im ersten Teil möchten wir uns vornehmlich auf die Entwicklung von den neuen Zen-CPUs konzentrieren, während sich der zweite Teil auf die neuen RDNA-Grafikkarten bezieht.
Quelle: AMD
So sieht sich AMD in den nächsten Jahren. Man möchte vor allem in die Bereiche CPU, GPU und Data Center expandieren und an einer ausgefeilteren Fertigung arbeiten.
AMD Financial Analyst Day 2020: Zen 3 und Zen 4 werden erwartet
Nachdem Zen 2 allen Unkenrufen zum Trotz den CPU-Markt lebendig hält, hält AMD längst den Nachfolger in petto. Das ist allerdings keine Neuigkeit, denn Zen 3 ist bereits seit Ende November des Jahres 2019 in der Diskussion. Dass Zen 4 folgen wird, ist logisch und auch dieser Financial Day hielt nicht viele Neuigkeiten dafür bereit.
Quelle: AMD
Bis Ende des Jahres 2022 möchte AMD nicht nur Zen 3 sondern sogar Zen 4, gefertigt in 5 nm, an den Mann bringen. Informationen zu der Kernanzahl und Taktfrequenzen gibt es noch nicht.
Der Unterschied gegenüber der früheren Roadmap besteht in der Angabe der Fertigungstechnologie für AMDs Zen 4: Die Prozessoren-Generation kommt nunmehr bestätigt in der 5nm-Fertigung (logischerweise von TSMC), nachdem Zen 2 wie bekannt unter 7nm DUV von TSMC und Zen 3 laut früheren Roadmaps unter 7nm EUV von TSMC antritt. Zen 3 darf daher als Refresh von Zen 2 betrachtet werden. Wir erwarten an dieser Stelle nicht mehr Kerne (davon gibt es genug), sondern höhere Taktraten und IPC-Zuwächse. Konkrete Angaben zum Launch gab es nur für die Zen-3-Server-CPUs, Codename Milan. Diese sollen zum Jahresende erscheinen. Die Desktop-Varianten könnten vorher erscheinen, sicher ist das aber nicht.
Quelle: AMD
Das Wiedererstarken im Desktop-Bereich hat auch Auswirkungen auf den Mobile-Markt. AMD möchte auch heir stark werden.
AMD Financial Analyst Day 2020: Ryzen 4000 Mobile-CPUs
In der 15-Watt-Klasse für dünne und leichte Notebooks ist der Ryzen 7 4800U der erste Achtkerner. Mit 16 Threads bietet er einen Basistakt von 1,8 GHz und einen Boost bis 4,2 GHz. In der Grafikeinheit des Prozessors sind acht Radeon-Cores zu finden. AMD zeigt Benchmarkvergleiche mit einem Intel Core i7-1065G7: In der Single-Thread-Leistung soll der 4800U den i7 knapp um vier Prozent schlagen, im Multithreading sei er mit einem Plus um 90 Prozent fast doppelt so schnell. In 3DMark Timespy Extreme liegt er um 28 Prozent vorne. Bei den sparsamen 15-Watt-Chips handelt es sich ohnehin nicht um CPUs fürs Gaming, AMD hebt daher die Mehrkernleistung für professionelle Anwendungen hervor, die allein schon wegen den zusätzlichen Kernen den Quadcore von Intel übertrumpft.
Quelle: AMD
AMD ist mit Ryzen in allen Bereichen stark aufgestellt. Bis zu 64 Kerne High-End-Desktop, bis zu 16 Kerne im Desktop und bis zu 8 Kerne im Mobile-Bereich.
AMD Financial Analyst Day 2020: Ryzen macht AMD stark
Als Mark Papermaster, AMDs Chief Technology Officer (CTO), die Bühne betrat, plauderte er aus dem Nähkästchen. In seiner Karriere galt "Alien Fab Tech" Intel stets als führend bei der Fertigung. AMD plante seine Roadmap damit, diese Lücke bestenfalls zu verkleinern. Nun aber, durch Intels beständige Probleme mit der 10-nm-Fertigung und dem eigenen Wechsel auf 7-nm-Strukturen, habe man einen historischen Meilenstein erreicht: AMDs Fertigung (eigentlich: TSMCs Fertigung der AMD-Chips) ist besser als Intels. Darauf baut man nun auf. Unerwähnt bleibt natürlich, dass Nvidia in Kürze ebenfalls auf 7 nm bei TSMC wechseln wird.
In verkauften Stückzahlen, was CPUs angeht, lässt sich die Sache auch anders formulieren: Von 23 Mio. im Jahr 2017 ausgelieferten AMD-Prozessoren über 31 Mio. im Jahr 2018 (+35%) auf nunmehr 43 Mio. im Jahr 2019 (+39%). Letztere Zahl ergibt im übrigen eine auf alle Hersteller bezogene Gesamtzahl an im Jahr 2019 ausgelieferten Prozessoren von ca. 253 Mio. Stück.
Quelle: AMD
AMD hat derzeit das beste Produkt-Portfolio aller Zeiten. So breit aufgestellt war man nicht einmal zu den goldenen Athlon 64 FX Zeiten.
AMD Financial Analyst Day 2020: Goldene Zeiten für AMD?
Fakt ist: So gut lief es schon lange nicht mehr für AMD. Das wichtigste Ereignis für uns dürfte erstmal der Zen-3-Launch werden. Leider gibt AMD kaum Informationen Preis, so ist also noch nichts zu Kernanzahl und Taktfrequenzen bekannt. Mehr Kerne, höhere Taktraten, weitere Abstufungen der bestehenden Modelle: Alles ist möglich. Intel wird natürlich weiter an einem Gegenmittel arbeiten, doch zuvor steht uns ein Showdown zwischen Zen 2, Comet Lake und Zen 3 bevor. Wie denken Sie über die neuesten Ereignisse? Nutzen Sie gerne unser Forum und hinterlassen einen Kommentar.
Das Chiplet selbst unterstützt ja keinen DDR-Standard
Zen 4 dürfte recht spannend werden da man mit 5nm wieder einen neuen Prozess verwendet und somit auch mehr Effizienz/Takt/Kerne ermöglicht. Und spätestens 2022 wird Intel auch mit 7nm CPUs antworten (der mit TSMCs 5nm vergleichbar ist). Wird also ein spannendes Jahr und ein gutes zum Aufrüsten