AMD: Barcelona-Kern offiziell vorgestellt (Update: neue Bilder)

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Barcelona (chr) - AMD hat heute den ersten eigenen Vierkern-Prozessor mit Codenamen "Barcelona" vorgestellt. Der Prozessor soll die Leistungslücke zu aktuellen Intel-Modellen schließen. Vom Erfolg des Chips hängt das Überleben des Halbleiterherstellers ab.

Der Präsentationsraum Quelle: PCGH Der Präsentationsraum In der katalanischen Hauptstadt Barcelona hat AMD heute den gleichnamigen Serverprozessor auf Basis der neu entwickelten K10-Architektur vorgestellt. Erstmals bietet AMD damit auch Vierkern-Prozessoren an, bislang hatte nur Intel solche Prozessoren im Angebot.

Trotz der Neuerungen bleibt der Markenname Opteron bestehen. Die insgesamt neun neuen Modelle (s. Tabelle in der Bildergalerie) fügen sich in das bisher gebräuchliche Namensschema ein. Von den Vierkern-Prozessoren sind fünf für den Betrieb in Zwei-Sockel-Systemen vorgesehen, vier für den Betrieb in (bis zu) Acht-Sockel-Systemen. Server-Hersteller können nun x86-Rechner mit bis zu 32 Kernen auf Basis von Opteron-Prozessoren bauen. Mit Intel-Produkten lassen sich dagegen maximal 16 Kerne einbinden. Immerhin hat Intel erst in der vergangenen Woche die letzten Xeon-Prozessoren mit Netburst-Architektur durch neue, Core-basierte Xeon-MP-Prozessoren ersetzt.

Top-Modell unter den Vierkern-Opteron-Prozessoren ist der 8350, der mit 2,0 Gigahertz getaktet ist und eine maximale thermische Verlustleistung (TDP) von 95 Watt erzeugt. In 1.000er-Stückzahlen kostet der Chip 1.004 US-Dollar. Das preiswerteste Modell mit vier Kernen ist der Opteron 2344 HE, der 206 Dollar kostet und mit 1,7 GHz getaktet ist. Er eignet sich im Gegensatz zum 8350 nur für Zwei-Sockel-Systeme.

Preisliste: AMD Opteron        
       
2300 Series Preis 8300 Series Preis  
       
AMD Opteron 2350 $389 AMD Opteron 8350 $1,019  
AMD Opteron 2347 $316 AMD Opteron 8347 $786  
AMD Opteron 2347 HE $377 AMD Opteron 8347 HE $873  
AMD Opteron 2346 HE $255 AMD Opteron 8346 HE $698  
AMD Opteron 2344 HE $209      

Alle Vierkern-Prozessoren erscheinen nur für den Sockel F mit 1.207 Kontakten. Quad-FX-Systeme lassen sich mit den neuen Chips nicht aufrüsten - die Opteron-Prozessoren arbeiten nur mit gepufferten Speichermodulen ("Registered RAM") zusammen. Erst später im Jahr soll die Desktop-Variante Phenom erscheinen, die dann auch auf die weiter verbreiteten Sockel-AM2-Platinen passen wird.

Die Architektur hat AMD an vielen Stellen entscheidend verbessert, die wesentlichen Daten gleichen aber immer noch denen der ursprünglichen K8-Prozessoren Athlon 64 und Opteron.
Alle Vierkern-Prozessoren verfügen erstmals über einen 2 MiByte großen L3-Cache, der von allen Kernen gemeinsam genutzt werden kann.

Ein Erfolg der neuen Prozessoren ist für AMD überlebenswichtig. Verständlich, dass AMD die neuen Chips daher zunächst für Server vorstellt. Dort hat der Chiphersteller aufgrund der verbesserten Virtualisierungsfunktionen und des integrierten Speichercontrollers, der besonders bei Datenbankanwendungen Vorteile bringt, leichte Vorteile im Vergleich zu Intel-Prozessoren. Zudem lassen sich Acht-Sockel-System mit insgesamt bis zu 32 Kernen konstruieren und schließlich sind die Gewinnmargen höher.

Weiterhin belastet die Übernahme von Ati die Bilanz. AMD hatte zuletzt zwei Aktienanleihe-Programme angekündigt, die zusammen eine Summe von 3,2 Milliarden US-Dollar einbringen sollten. Die Übernahme von Ati, die vor knapp einem Jahr abgeschlossen wurde, hatte damals 5,4 Milliarden US-Dollar gekostet.

Nach drei verlustreichen Quartalen in Folge sackte der Aktienkurs des neuen Gemeinschaftskonzerns von knapp 22 Euro auf aktuell 9 Euro ab. Die Marktkapitalisierung beträgt mittlerweile nur noch 7 Milliarden Euro, also etwas mehr als Ati damals allein gekostet hatte. Nicht nur deshalb mehrten sich die Gerüchte, nach denen AMD selbst zum Übernahmekandidat geworden sei. Vor allem Samsung wird als kapitalkräftiger Elektronikkonzern immer wieder in diesem Zusammenhang erwähnt.

Update: In unserer Bildergalerie finden Sie einige neue Fotos direkt vom Event.

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