Bulldozer FX-8150: Neue Werte plus FX auf 6,5 GHz per LN2; Launch erst im Oktober? [Gerücht des Tages]
Z. Obermaier von PC-Tuning Czech, besser bekannt als OBR, hat wieder einmal angebliche Benchmarks eines FX-8150 auf Basis der Bulldozer-Architektur in seinem Blog veröffentlicht. Die bisherigen Werte sprechen im Mittel für eine Leistung oberhalb eines Phenom II X6 1100T.
Update vom 26.08.2011
Im Laufe der vergangenen Wochen hat Obrovsky weitere Benchmarks veröffentlicht, welche die Leistung eines Bulldozer FX-8150 mit 3,6 GHz zeigen sollen. Die Werte in Fritzchess sehen den AMD-Prozessor auf Höhe des Core i7-990X und ähneln stark denen von corescn - in Mainconcept, dem PC Mark 7, Truecrypt und Win-Rar zeigt der FX-8150 ebenfalls eine gute Leistung und liegt durchgehend vor dem Phenom II X6 1100T (AMDs aktuelles Flaggschiff). Der Vergleich mit Intels Core i7-990X sieht den Bulldozer nur im traditionell AMD-lastigen Truecrypt mit AES (samt Hardware-Beschleunigung) im Rückstand, in Win-Rar fegt der FX-8150 sogar eben diesen Gulftown vom Platz. Im Mittel dürfte der Bulldozer damit an den Core i7-2600K herankommen.
In einem Youtube-Video hat Obrovsky zudem sein älteres B0-Stepping samt einem Asus Crosshair V Formula per Flüssigstickstoff (LN2) auf 6,5 GHz getrieben - ein aktueller Thuban erreicht auch nicht zwingend die 7,0 GHz. Der FX-Chip weist laut OBR keinen Coldbug auf und läuft auch mit 2,1 Volt - seinen B2 wollte er für diesen Test nicht benutzen. Zu guter Letzt sollen Mainboard-Hersteller bestätigt haben, dass der Bulldozer erst im Oktober in den Handel gelangt - bei Xtreme Systems wird der Zeitraum für den Fall des NDAs auf den 03. bis 15. des Monats eingegrenzt; AMDs aktuelle Aussage ist wie gehabt Ende August - diese Deadline scheint aber nicht haltbar.
Quelle: OBR, Xtreme Systems
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Originaler Artikel vom 05.08.2011
Wie angekündigt, sind im Laufe der vergangenen Tage im Blog von OBR angebliche Benchmarks eines FX-8150 auf Basis der Bulldozer-Architektur online gegangen. Das Modell läuft mit 3,6 GHz - das Stepping ist unbekannt. Allerdings hat Obermaier seine älteren CPUs mit B0- und B1-Revision verkauft, angeblich nutzt er eine B2-Variante (fehlerfrei ist Gerüchten zufolge erst B3/C0). Die Resultate der anderen CPUs stammen aus Obermaiers Artikel, welcher sieben Chips nach neuen Testmethoden vermisst - mit Turbo, denn der funktionierte laut OBR auch schon beim B1-Sample des FX-8150 und reicht bis hin zu 4,2 GHz.
Die Benchmarks sind in bisher drei Runden veröffentlicht worden, weitere zwölf sollen folgen. In 7-Zip schlägt sich der Bulldozer dankt seiner "acht" Kerne weitaus besser als der X6 1100T und knackt den Core i7-2600K, nur der Gulftown ist außer Reichweite. In Excel sieht es ähnlich aus, hier muss sich der FX-8150 aber dem Core i7-2600K knapp geschlagen geben (offenbar sehr Cache-abhängig wie die Differenz zwischen X4 und X6 vermuten lässt). Die Spiele-Performance wiederum ist vergleichsweise schlecht: Hier hinkt der Bulldozer den Sandy Bridges ebenso hinterher wie die Phenom II, der Abstand ist beträchtlich. So ist er in Stalker Call of Pripyat (minimale Details!) etwas langsamer als der X6 1100T und der X4 980 BE, in Lost Planet 2 ergibt sich praktisch ein Patt mit dem Thuban-Sechskerner. Aliens vs. Predator ist der Rede nicht wert, da hier die Grafikkarte limitiert. Hinweise: Beim Phenom II X4 850 handelt es sich eigentlich um einen Athlon II X4, welcher keinen L3-Cache bietet; daher ist dieser Chip durchweg am langsamsten.
Wie üblich sind die Werte mit sehr viel Vorsicht zu genießen, zumal sich OBR nach der Fake-Lieferung an die Kollegen von Donanim Haber praktisch disqualifiziert hat. Dennoch sind die Resultate für ein Bulldozer-Vorserienexemplar nicht völlig abwegig, wie die Werte in 7-Zip und Excel zeigen - die Leistung in Spielen aber scheint AMD (bei diesem Sample!) gegenüber den Phenom II nicht nennenswert gesteigert zu haben. Im August, denn da soll der Bulldozer offiziell erscheinen, wissen wir eventuell mehr - außer, der Chip verschiebt sich auf September, wie Gerüchte andeuten.
Quelle: OBR
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Hintergrund Bulldozer:
Der im 32-nm-Prozess gefertigte Bulldozer setzt auf sogenannte Module. Ein solches beinhaltet zwei (Integer-)Kerne, diese teilen sich unter anderem den 2 MiByte großen L2-Cache und die "Flex FPU" genannte doppelte Gleitkomma-Einheit, welche pro Takt den Kernen neu zugeordnet werden kann. Ein Modul ist laut AMD schneller als ein Zweikerner mit K10-Architektur. Alle Module, bis zu vier beim Orochi-Die (Zambezi für Desktop und Valencia für Server), greifen auf 4 bis 8 MiByte L3-Cache zu - je nach Ausbaustufe werden die Versionen von AMD mit einer TDP mit 95 bis 125 Watt eingestuft. Ein Modul erreicht laut AMD 80 Prozent der Leistung eines (fiktiven) Bulldozer-Dualcores. Auf dem Financial Analyst Day 2010 gab AMD bekannt, dass Bulldozer per Turbocore bis zu 500 MHz hochtaktet.
Auf der ISSCC 2011 verriet AMD, dass ein Modul 213 Millionen Transistoren auf 30,1 mm² fasst, das Design ist für 0,8 bis 1,3 Volt ausgelegt. AMD spricht davon, dass ein 8-kerniger Bulldozer weniger Die-Fläche verbraucht als ein Thuban (346 mm²), der exakte Wert beläuft sich auf mm². Das Bulldozer-Design soll 3,5 GHz und mehr erreichen, inklusive Turbocore - allerdings ist es von Haus hochtaktend ausgelegt, die Frequenzen lassen sich also nicht direkt mit einem Phenom II vergleichen. Auch sagt der hohe Takt nicht zwingend etwas über den Stromverbrauch des Designs aus. Der Cache bzw. die CPU-Northbridge des Bulldozer läuft mit 1,1 Volt und erreicht 2,4 GHz und unterstützt bis zu DDR3-1866 - ein Phenom II kommt auf nur 2,0 GHz und DDR3-1333. All diese Informationen sprechen zusammen mit der neuen, teils sehr mächtigen FPU für eine gesteigerte Pro-Takt-Leistung gegenüber dem Phenom II. Der Bulldozer mit seinem innovativen Modul-Aufbau wird für September 2011 erwartet und setzt den neuen Sockel AM3+ für volle Kompatibilität zwingend voraus.

bis dahin abwarten
Greets Winpo8T