Radeon HD 6000/5000: Catalyst 11.1a Hotfix mit modifiziertem AF - Update: AMD-Statement
Der erste Catalyst-Treiber des Jahres 2011 bietet weit mehr als die üblichen Performance-Steigerungen und Bugfixes: Mit dem Catalyst 11.1a Hotfix reagiert AMD auf die Kritik am anisotropen Filter der HD-6000-Serie - mit durchwachsenem Erfolg.
Update, 25.01.2011, 11 Uhr: Wie wir gerade von AMD erfuhren, unterscheiden sich die beiden Treiberversionen, welche am 26. Januar erscheinen, fundamental: Der Catalyst 11.1 WHQL (kein a, kein Hotfix) wird weder über die Änderungen am AF noch den Tessellation-Schalter verfügen. Der gleichzeitig erscheinende Catalyst 11.1a (Hotfix) bringt die in diesem Artikel thematisierten Änderungen mit. Laut AMD wird erst der Catalyst 11.2 (Februar-Release) die neuen Funktionen mit einem WHQL-Siegel kombinieren.
Aufmerksame Leser der PC Games Hardware erinnern sich: Mit dem Barts-Grafikchip (Radeon HD 6800) hielten Veränderungen am anisotropen Filter Einzug - die Details dazu finden Sie in unserem HD-6800-Test. Das Geschehene in der Kurzform: AMD senkte nicht nur die Standardqualität auf den älteren HD-5000-Grafikkarten, sondern auch die maximale Qualität, die auf Barts-Grafikkarten möglich ist. Cayman, das Herz der HD-6900-Geschwister, filtert auf dieselbe Weise wie Barts. Die Sparmaßnahmen führen zu einer gesteigerten Flimmerneigung. Infolge dieser Beobachtungen entschieden wir uns als erstes Medium dazu, die neuen Radeon-Modelle mit der bestmöglichen AF-Qualität - mithilfe des HQ-Modus - zu testen. Weitere Medien, darunter die renommierten Seiten Computerbase und Hardtecs4u, zogen nach. Die Message schwappte schließlich bis ins AMD-Hauptquartier, wo man sich entschied, das AF in folgenden Treiberversionen aufzupolieren. Der Catalyst 11.1a ist die erste offizielle Frucht dieser Bestrebungen.
Die Krux der Geschichte: Die Probleme des HD-6000-AFs stecken nicht nur in der Treiber-Software, sondern auch in der Hardware - anders formuliert: Fundamentale Änderungen des AF-Algorithmus sind nicht mithilfe von Treiber-Tweaks realisierbar, sondern bedürfen neuer Textureinheiten. Was wir im Catalyst 11.1a zu sehen bekommen entspricht Feintuning; einer Abschwächung der Probleme, nicht deren Beseitigung.
Catalyst 11.1a: Der Tessellation-Schalter
Die zweite Neuerung des Catalyst 11.1 ist ein Schalter, welcher den Unterteilungsfaktor beim Einsatz von Tessellation regelt. Standardmäßig steht dieser auf "AMD optimiert" und erzwingt einen Unterteilungsfaktor, den AMD als am besten ansieht - sofern ein Profil vorliegt. Mit anderen Worten: AMD reduziert den vom Spiel oder der Anwendung vorgegebenen Unterteilungsfaktor zugunsten der Bildrate. Als weitere, manuelle Optionen kann der Anwendung überlassen werden, welcher Unterteilungsfaktor eingesetzt werden soll (so wie bisher auch) oder aber der User bestimmt selbst, ob der Unterteilungsfaktor bei 64, 32 oder beispielsweise 8 liegen soll. Weitere Informationen entnehmen Sie dem Artikel Catalyst 11.1 Hotfix und Radeon HD 6900: Tessellationslevel per Treiber begrenzen.
Catalyst 11.1a Hotfix im Bildqualitätstest
Nachdem es der erste AF-Hotfix von Anfang Dezember 2010 nicht in die Öffentlichkeit schaffte, haben mit dem Catalyst 11.1a Hotfix alle Nutzer aktueller Radeon-Grafikkarten die Möglichkeit, sich die neue Filterung anzusehen. Wir haben bereits zahlreiche Tests hinter uns. Die neuen Standard-Einstellungen sehen auf allen Radeon-HD-5000/-6000-Grafikkarten wie folgt aus:
Während HQ unangetastet bleibt, schraubte AMD sowohl am "Quality"-Modus (Q, Treiberstandard) als auch an der dritten Einstellung, dem "Performance"-Modus (P). Letzterer erfuhr den deutlichsten Facelift: Handelte es sich in bisherigen Treibern um einen besonders aggressiv "optimierten" Modus, bei dem zahlreiche AF-Samples eingespart und gegen besonders breite Bi-Bänder ausgetauscht wurden, adressiert der aktuelle P-Modus jene Nutzer, denen das Flimmern ins Auge sticht. Um dies zu erreichen hat AMD nicht nur die Sample-Rate deutlich (auf Q-Niveau) angehoben, sondern auch am Level of Detail (LOD) der Texturen gespielt. Letzteres ist nun positiv, was in Spielen zwar zu einem reduzierten AF-Grad und unschärferen Texturen, aber auch zu einem deutlich ruhigeren Bild führt. Sehen wir uns die Unterschiede in Half-Life 2 an:
Insbesondere der Boden und die linke Schräge leiden an Kontrastschwund - in Bewegung erhalten Sie zum Ausgleich ein weniger flimmriges Ergebnis. An dieser Stelle ergeben sich jedoch zwei Probleme: Erstens ist der unveränderte Name "Performance" irreführend, da der neue Modus nur minimal besser läuft als "Quality". Zweitens wird eine Handvoll Nutzer dem alten, "echten" Performance-Modus nachtrauern, welcher in Kombination mit Supersampling-AA hohe und dennoch hübsche Bildraten produzierte. Hinzu kommt die Tatsache, dass Nvidias Treiberstandard (Q + "Trilineare Optimierung" = auf dem Papier AMDs Q-Modus gleichwertig) ein ruhigeres und dennoch schärferes Bild liefert als AMDs neue P-Einstellung.
Zusammengefasst kristallisieren sich auf einer Radeon HD 6800/6900 folgende Erkenntnisse heraus:
1. Der Modus "Hohe Qualität" (HQ) hat sich nicht verändert und bildet die "native", verbesserungswürdige Filterung der Hardware ab.
2. Der Modus "Quality/Qualität" (Q) entspricht HQ plus einer reduziert-trilinearen Filterung und flimmert tendenziell minimal weniger als "Hohe Qualität" (HQ) - und ist gleichzeitig ein paar Prozentpunkte schneller.
3. Der Modus "Performance/Leistung" (P bzw. L) ist eine interessante Option für flimmergeplagte Radeon-Nutzer, die Überschärfe respektive hohen Kontrast gegen Bildruhe eintauschen möchten.
4. Der P-Modus ist aufgrund der Sampling-Verbesserungen strenggenommen kein P-Modus mehr, da er nicht mehr Fps bringt als Q.
5. Alle Beobachtungen gelten prinzipiell auch für HD-5000-Karten - das AF dieser Chips neigt aufseiten der Hardware jedoch weniger zu Flimmern. Außerdem kämpft die Evergreen-Reihe (HD5k) fallabhängig mit einem Hardware-Bug, der zu Banding führt.
Sofern Sie mit der AF-Berechnung mindestens rudimentär vertraut sind, empfehlen wir einen Blick auf diese aufschlussreiche Analyse der Ergebnisse im 3DC-Forum.
Radeon HD 6000 mit Catalyst 11.1a Hotfix in Relation zu anderen Grafikkarten
Die standardmäßige Qualität einer Radeon HD 6800 und HD 6900 hat sich minimal gebessert und auch HD-5000-Karten bekommen mit dem neuen Treiber jenes AF zurück, das wir zum Launch der Karten für akzeptabel befanden. Nichtsdestrotrotz bleiben die Verhältnisse die alten: Eine Radeon HD 6000 flimmert stärker als eine HD 5000 und Geforce-Karten seit der 8. Generation liefern mit ihrem Treiberstandard (ebenfalls "Qualität", Q) ein ruhigeres Bild als beide. Das Niveau von Nvidias HQ-Modus ("Hohe Qualität") wird von Radeon-Grafikkarten nur unter Verwendung von Supersampling-AA erreicht. Hier findet sich übrigens die Paradedisziplin der AMD-Karten: HQ-AF plus 8x SGSSAA bietet eine superbe Texturqualität, die der der Geforce-Karten mit SSAA leicht überlegen ist.
Fazit: AF des Catalyst 11.1a Hotfix
Da sich HQ und Q bei der Flimmerneigung sehr ähnlich verhalten und die Veränderung des Grundfilters stellenweise gar positiv auf die Bildruhe auswirkt, haben wir uns entschieden, Radeon-Grafikkarten fortan wieder mit Q-AF zu testen. Ein netter Nebeneffekt des Q-AFs ist, dass die Bildrate gegenüber HQ um durchschnittlich fünf Prozent steigt. An der Tatsache, dass eine Geforce den besseren anisotropen Texturfilter abbildet, ändert sich nichts.
In der kommenden PCGH 03/2011, welche ab dem 2. Februar im Handel ist, haben wir diese Entscheidung bereits mit neuen Benchmarks umgesetzt, ebenso in einem in Kürze erscheinenden Test einer Geforce-Karte. Weitere Tests der Bildqualität und des Einflusses auf die Bildrate sind in Planung.
Der hier behandelte Catalyst 11.1a Hotfix wird, ebenso wie der 11.1 WHQL, am 26. Januar bei AMD erhältlich sein.



Naja die nächste Grafikkarte wird wieder eine Nvidia....., selbst nach neuinstallation und mehreren Systemstarts ist der Treiber auf 10.12 geblieben
Naja die nächste Grafikkarte wird wieder eine Nvidia....., selbst nach neuinstallation und mehreren Systemstarts ist der Treiber auf 10.12 geblieben
Gruss Saarlandurpils