Info vorneweg: Weitere Benchmarks mit mehr Spielen und Grafikkarten sowie zusätzliche Informationen (wie Dual-Monitor- und Blu-ray-Werte) zur neuen Radeon-Serie finden Sie in der Ausgabe 02/2011 der PC Games Hardware. Diese erscheint am 05. Januar 2011.
AMDs sagenumwobener "Cayman"-Grafikchip ist da. Im Vorfeld seines Launches schossen mehr Fakes und Gerüchte als je zuvor aus den Tiefen des Internets. Am vergangenen Wochenende gelang es sogar einigen Interessenten, die neuen AMD-Grafikkarten vorab zu kaufen und erste Leistungswerte zu präsentieren - während die seriöse Presse, mit einer Verschwiegenheitsverpflichtung belegt, tatenlos zusehen musste. Ein solches Non-Disclosure Agreement, kurz NDA, hat den Sinn, allen Beteiligten genug Zeit zu geben, um ein neues Produkt in Augenschein zu nehmen. Mitglieder der Fachpresse haben folglich alle die gleiche Zeit zur Verfügung, um beim Fall des NDAs ihre Tests zu veröffentlichen. Diese einfache Regelung wird bedauerlicherweise regelmäßig von sogenannten Leakern, normalerweise aus China, mit Füßen getreten. Doch damit nicht genug: In diesem Fall gelang es AMD zusätzlich nicht, die Retailware bis zum Ende unter Verschluss zu halten - ähnlich wie bei der Radeon HD 4850 vor zweieinhalb Jahren.
Heute fällt der offizielle Startschuss für AMDs Raden HD 6970 und Radeon HD 6950 - und damit auch für professionelle Tests. Beide Grafikkarten basieren auf der "Northern Islands"-Architektur, welche diverse Änderungen gegenüber "Evergreen" (Radeon HD 5000) mitbringt. AMD spricht von der leistungsfähigsten GPU, die sie je konstruiert haben.
Cayman Architektur [Quelle: siehe Bildergalerie]
Cayman Architektur [Quelle: siehe Bildergalerie]
Cayman Architektur [Quelle: siehe Bildergalerie]
Radeon HD 6970/6950 im Test: Architektur Cayman, der zugrunde liegende Grafikprozessor der Radeon HD 6970/6950, entleiht seinen Namen einer Inselgruppe in der Karibik, den Cayman Islands. Cayman bildet die Basistechnologie für beide Karten, welche AMD im High-End-Segment platziert. Kenner wissen: Die letzte Single-GPU-Karte mit einer 9 an zweiter Stelle in Namen war die glücklose Radeon HD 2900 XT (R600). Erliegt Cayman der "Fluch der Karibik" oder erringt er, was kein AMD-Chip seit dem R580 (X1950 XTX) schaffte: die High-End-Krone?
Basierte Barts (HD 6800) noch auf einer weitgehend unveränderten Architektur, setzt AMDs Grafiksparte mit Cayman auf eine modifizierte Anordnung der Shader-Einheiten sowie weitere Verbesserungen. Seit dem vom Pech verfolgten R600 setzt AMD auf sogenannte VLIW5 (Very Large Instruction Word), also fünf ALUs, die sequentielle Befehle in einem Thread parallel abarbeiten. Hierbei gab es vier normale ALUs (für MADD) und eine sogenannte T-Einheit (T für "transcendentals"), die für aufwendigere Funktionen wie Kosinus oder Sinus herangezogen wurde. Mit Cayman wechselt AMD auf ein VLIW4-Design. Dieses benötigt weniger Platz, bei gleichem Die-Space kann AMD also mehr ALUs unterbringen. Die T-Einheit wurde gestrichen, alle ALUs verfügen über die gleichen Fähigkeiten. Die "transcendentals" benötigen drei von vier Slots, dennoch steigt laut AMD die Auslastung und das Performance-pro-Quadratmillimeter-Verhältnis um 10 Prozent. Kurz: Cayman verfügt mit 1.536 ALUs à 880 MHz zwar über dieselbe Peak-Arithmetikleistung wie Cypress mit 1.600 ALUs und 850 MHz, im Schnitt ist Cayman jedoch besser ausgelastet, ergo effizienter.
Weitere Verbesserungen nahm AMD an den Raster-Endstufen, den ROPs vor: 16-bittige Ganzzahloperationen sollen doppelt so schnell ausgeführt werden als bisher, 32-bittige Fließkommaoperationen gar zwei bis vier Mal so flink. Freunde hoher Kantenglättungsmodi könnten zudem von zwei bidirektionalen DMA-Einheiten profitieren, womit Zugriffe auf den Arbeitsspeicher deutlich beschleunigt werden dürften. Bei standardmäßig installierten 2 GiByte Speicher erwarten wir aber nicht, dass diese Funktion oft benötigt wird. Stagnation hingegen ist bei den Textureinheiten (TMUs) angesagt: Diese basieren auf der Barts-Architektur - mehr zum Thema anisotrope Filtering finden Sie auf der entsprechenden Unterseite dieses Artikels. Einen großen Schritt nach vorne macht das Front-End: Dieses ist gleich doppelt vorhanden und vereinigt unter anderem zwei Tessellatoren, zwei Vertex- und Geometry-Assembler, zwei Hierarchical-Z-Einheiten und zwei Rasterizer. Laut AMD ist eine Cayman-GPU daher in der Lage, bis zu zwei geometrische Grundformen, sogenannte Primitive, pro Takt und bis zu 32 Pixel pro Takt zu verarbeiten. Die Tessellation-Leistung steigt gegenüber Cypress dank zusätzlichem Buffering laut AMD auf das Doppelte bis Dreifache. AMD hat ergo den bisherigen Flaschenhals seiner DirectX-11-Radeon kräftig verbreitert, auch wenn theoretisch selbst eine Geforce GTX 460 noch mehr Vertex-Durchsatz stemmt.
Radeon HD 6970/6950 im Test: Spezifikationen: AMD sieht für das HD-6900-Referenzdesign stets 2 GiByte GDDR5-Speicher vor, stellt es den Boardpartnern jedoch frei, auch 1-GiB-Versionen anzufertigen. Möglicherweise sehen wir in naher Zukunft Modelle der Radeon HD 6950 mit "nur" 1 GiByte zum günstigen Preis. Für Spieler mit maximal Full-HD-Monitoren wäre das eine sehr attraktive Lösung - alle anderen, die Enthusiasten, freuen sich über das üppige Speicherpolster des Referenzdesigns. Mögliche Einsatzzwecke für 2 GiByte Speicher sind hohe AA-Modi in Kombination mit Downsampling, Texturmods und Config-Tweaks wie die PCGH-Inis für
Crysis Warhead und
Gothic 3.
| Modell |
GTX 580 |
GTX 570 |
GTX 480 |
GTX 470 |
HD 6970 |
HD 6950 |
HD 5870 |
HD 6870 |
HD 6850 |
| Codename |
GF110 |
GF110 |
GF100 |
GF100 |
Cayman XT |
Cayman Pro |
Cypress XT |
Barts XT |
Barts Pro |
| Direct-X-/Shader-Version |
DirectX 11 / 5.0 |
DirectX 11 / 5.0 |
DirectX 11 / 5.0 |
DirectX 11 / 5.0 |
DirectX 11 / 5.0 |
DirectX 11 / 5.0 |
DirectX 11 / 5.0 |
DirectX 11 / 5.0 |
DirectX 11 / 5.0 |
| Fertigungstechnik |
40 nm |
40 nm |
40 nm |
40 nm |
40 nm |
40 nm |
40 nm |
40 nm |
40 nm |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) |
3.000 |
3.000 |
3.000 |
3.000 |
2.640 |
2.640 |
2.150 |
1.700 |
1.700 |
| SP-Rechenleistung (GFLOPS) |
1.581 |
1.405 |
1.345 |
1.089 |
2.703 |
2.253 |
2.720 |
2.016 |
1.488 |
| DP-Rechenleistung (GFLOPS) |
197,6 |
175,7 |
168 |
136 |
676 |
563 |
544 |
- |
- |
| Polygondurchsatz (Mio. Dreiecke/s.) |
3.088 |
2.928 |
2.800 |
2.432 |
1.760 |
1.600 |
850 |
900 |
775 |
| Pixeldurchsatz (GPix/s.) |
24,7 |
23,4 |
21 |
17 |
28,2 |
26 |
27,2 |
28,8 |
24,8 |
| Texturleistung (GTex/s.) |
49,4 |
43,9 |
42 |
34 |
84,5 |
70,4 |
68 |
50,4 |
37,5 |
| Speicherbandbreite (GByte/s.) |
192,4 |
152 |
177,4 |
133,9 |
176 |
160 |
152,8 |
134,4 |
128 |
| Takt Grafikchip (Megahertz) |
772 |
732 |
700 |
608 |
880 |
800 |
850 |
900 |
775 |
| Takt Shader-ALUs (Megahertz) |
1.544 |
1.464 |
1.401 |
1.215 |
880 |
800 |
850 |
900 |
775 |
| Takt Videospeicher (Megahertz) |
2.004 |
1.900 |
1.848 |
1.674 |
2.750 |
2.500 |
2.400 |
2.100 |
2.000 |
| Shader-/SIMD-/Textureinheiten |
512/16/64 |
480/15/60 |
480/15/60 |
448/14/56 |
1.536/24/96 |
1.408/20/88 |
1.600/20/80 |
1.120/14/56 |
960/12/48 |
| Raster-Endstufen |
48 |
40 |
48 |
40 |
32 |
32 |
32 |
32 |
32 |
| Speicheranbindung (Bit) |
384 |
320 |
384 |
320 |
256 |
256 |
256 |
256 |
256 |
| Übliche Speichermenge |
1.536 MiByte |
1.280 MiByte |
1.536 MiByte |
1.280 MiByte |
2.048 MiByte |
2.048 MiByte |
1.024 MiByte |
1.024 MiByte |
1.024 MiByte |
| Üblicher Speichertyp |
GDDR5 |
GDDR5 |
GDDR5 |
GDDR5 |
GDDR5 |
GDDR5 |
GDDR5 |
GDDR5 |
GDDR5 |
| PCI-E.-Stromanschluss (Netzteil) |
1x 6 + 1x 8-polig |
2x 6-polig |
1x 6 + 1x 8-polig |
2x 6-polig |
1x 6 + 1x 8-polig |
2x 6-polig |
2x 6-polig |
2x 6-polig |
1x 6-polig |
| Leistungsaufnahme (TDP, lt. Hst.) |
244 Watt |
219 Watt |
250 Watt |
215 Watt |
250 Watt |
200 Watt |
188 Watt |
151 |
127 Watt |
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PC-Selbstbauer
27.02.2011 20:02
Hm, danke für die Info. Die hässlichen Herstelleraufkleber gefallen doch eh keinem...
Moderator
25.02.2011 15:50
Zumindest im Amiland gab es mal "echte" made by ATI Karten. Ich hab allerdings keine Ahnung ob das noch aktuell ist.
Humanoider BenchMarc
25.02.2011 12:04
idR bekommt man solche Karten als Retail-Kunde nicht. Oder versuchen, den Aufkleber abzumachen *g*