Medal of Honor im PCGH-Test: Was taugen Technik, Gameplay und Missionen?

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Am Donnerstag steht Medal of Honor in den Läden. PC Games Hardware macht den Test und beleuchtet Technik und Gameplay: Was taugen Engine, Optik, Sound und Missionen? Lesen Sie den Medal-of-Honor-Test der etwas anderen Art.

MoH

Mit Medal of Honor möchte Electronic Arts die bekannte MoH-Marke neu beleben. Dafür ließ der Publisher den Entwickler Danger Close den Singleplayer-Part bauen, DICE kümmert sich um den Multiplayer-Teil. Unsere Eindrücke des Multiplayers finden Sie in einem gesonderten Artikel, die nachfolgenden Zeilen widmen sich der Kampagne. Medal of Honor steht am Donnerstag in den Läden.

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Wie bekannt, basiert der Singleplayer-Part von Medal of Honor auf Epics Unreal Engine 3. Entwickler Danger Close setzt diese je nach Mission mal exzellent, weitaus häufiger aber eher wenig berauschend in Szene: Nur zu oft sind wir im Dunkeln unterwegs, meist mit Nachtsichtgerät. Hierdurch wird das enge Level-Design ebenso kaschiert wie die teils sehr schwachen Texturen. Spielen wir dagegen bei Tageslicht, dreht insbesondere der Beleuchtungs-Renderer auf: Vor allem in den Bergen von Afghanistan lässt die Unreal Engine 3 ihre Muskeln spielen und präsentiert wunderbare Szenen - wären da nicht die schwachen Bitmap-Hintergründe und die niedrig aufgelösten Render-Videos. Selbiges gilt für die durchaus gelungenen Schneelandschaften, die aus der Nähe meist überzeugen und in der Ferne gruselig enden.

Der Physx-Part ist übrigens CPU-basierend und erlaubt stellenweise eine Zerstörung der Umgebung, Deckung etwa zerbröselt unter wuchtigen MG-Salven; Explosionen sind dafür eher schwach. Die Animationen der Rangers und Tier-1 sind weich wie ihre Schatten, die der Umgebung aber flimmern oft - die Alpha-Tests natürlich auch. Hinzu kommt das minimalistische HUD: Unten rechts wird nur während des Feuerns in feiner Schrift die Munition angezeigt, stoppen sie das Feuer, verschwindet die Anzeige wie auch das Fadenkreuz - auf Wunsch ist das HUD jederzeit einblendbar. Bei einem feindlichen Treffer färbt sich der Rand des Bildschirms blutig rot und pulsiert leicht, allerdings raubt die Darstellung dem Spieler im Gegensatz zu vielen anderen Titeln mit Selbstheilung nur selten die Sicht. Abgesehen davon zeigt die Unreal Engine 3 technische Spielereien wie Ambient Occlusion, Depth of Field, Motion Blur, Bloom, HDR-Rendering, God-Rays, Refractions und vieles mehr. Die deutsche Version ist geschnitten, viel Blut oder fliegende Gliedmaßen fehlen ebenso wie eine drastische Trefferwirkung bei Kopfschüssen.

Alles in allem bietet Medal of Honor dennoch nur eine akzeptable Optik, denn die wenigen Augenöffner werden durch viele Tiefs getrübt - da wäre eindeutig mehr drin gewesen. Übrigens: Die Mission "Die Höhle des Löwen", welche wir auf dem EA Spring Case in London anspielen durften, ist unserer Ansicht nach die optisch schönste Passage im Spiel - ein Schelm, wer Böses denkt. Der Sound kann indes überzeugen: Schüsse peitschen trocken und realistisch durch die Luft und schlagen mit einem satten Aufprall ein, ihr Echo dröhnt in der staubigen Schlucht wieder. Schritte knirschen im Sand, heißere Stimmen flüstern uns die Marschroute zu und Granaten pfeifen heran, bevor sie mit einem wuchtigen Schlag detonieren. All das ist von einem sehr stimmigen Soundtrack unterlegt, der sich angenehm zurück hält oder den Puls nach oben treibt.

Das Grafikmenü beschränkt sich auf die Auflösung sowie drei Regler für Textur-, Welt- und Schattendetails. Ein Schalter für Anti-Aliasing ist vorhanden, einen Effekt konnten wir weder an der Optik noch an den Fps feststellen. UE3-typisch ist die Bildrate bei 62 Fps gelockt, über Ini-Umwege dürfen Sie diese Bremse lösen. Schalten Sie hier am besten gleich auf DirectX 10 um und nutzen Sie das PCGH-SSAA-Tool (regelmäßig auf der Heft-DVD), um Medal of Honor mit Downsampling zu genießen - dann sieht der Titel gleich deutlich besser aus. Eine Geforce GTX 460 etwa schultert 2.560 x 1.600 mit maximalen Details; herunter gerechnet auf 1.920 x 1.200 oder 1.680 x 1.050 sieht das klasse aus. Alternativ nutzen Sie erzwungene Kantenglättung via Treiber unter DirectX 9.

Medal of Honor im Test: Gameplay und Missionen
Vorneweg: Medal of Honor ist wie viele andere Shooter kurz, sehr kurz (war waren auf dem doch sehr knackigen höchsten Schwierigkeitsgrad nach rund 4 Stunden durch). Dafür gibt es wenig Leerlauf und zehn Missionen: Zwei im Prolog, sechs am ersten und zwei am zweiten Tag - das Ende kommt rasch und relativ unspektakulär. Aiming und Movement sind knackig wie direkt, Hinlegen dürfen wir uns ebenso wie um Ecken lehnen. Zwar heilt sich unter Alter Ego selbst, Rambos sterben aber selbst als US Army Ranger häufig - vortasten ja, vorpreschen nein. Diese Mischung, vor allem aber der Wechsel zwischen Rangers und Tier-1-Einheiten, macht den Reiz des Titels aus, der ständige Funkkontakt ist enorm atmosphärisch. Die Missionen selbst laufen im immer gleichen Schema ab, welches sich auf Taliban erschießen und Objekte sprengen (oder per Luftschlag einäschern) beschränkt - gut, das macht ein Modern Warfare 2 auch nicht viel anders, die Inszenierung ist aber weitaus pompöser.

Generell sind Anleihen an den CoD-Gegner nicht zu übersehen, die auflockernde Mission "Gunship" erinnert stark an "Dead from Above" (sterben ist im Übrigen praktisch unmöglich, der Flug verläuft wie auf Schienen), eine Fahrt mit dem Buggy zum Einsatzort ist einfach nur ein Lückenfüller, in dem nichts passiert. Eine weitere Szene spielt mit dem Scharfschützengewehr in den zerklüfteten Bergen, wir sollen die feindlichen Einheiten ausschalten. Diese sind gut getarnt und müssen unter Berücksichtigung eines Ansatzes von Ballistik erschossen werden; wer sich die Taliban nicht via HUD anzeigen lässt, dürfte aber frustriert sein. Generell ist Frust oder Unverständnis ein häufiger Begleiter: Nur zu gerne wird "KI" spöttisch mit "Keine Intelligenz" gleich gesetzt, das trifft auf Feinde ebenso zu, wie Medal of Honor als "Moorhuhn of Honor" zu bezeichnen: Die Jungs treffen vor allem auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad präzise und tödlich, stehen aber munter in der Gegend herum, wenn Sie in Wellen heran gebrandet sind.

Löbliche Ausnahmen gibt es, da Sie Medal of Honor aber nicht so stark in Bewegung hält wie Modern Warfare 2, fallen die KI-Lücken oft auf. Ihre Team-Mates stellen sich dagegen recht gut an, rutschen in Deckung, geben Sperrfeuer oder liefern Munition - leiden aber unter Triggern: Praktisch jede Mission stehen drei Mann vor einer Tür und es geht erst dann weiter, wenn Sie herankommen und ein Begleiter diese eintritt. Auch hier ist "Die Höhle des Löwen" gegen Ende hin die gefälligste Mission. Ein Coop-Modus hätte sich bei dieser Art Gamedesign angeboten - hoffen wir mal auf DLC ;-)

Medal of Honor im Test: Fazit
Ein treffendes Urteil über Medal of Honor zu fällen, ist schwierig. Aus technischer Perspektive kann der Titel nur mit Kantenglättung/Downsamling und in einigen wenigen Missionen grafisch so richtig überzeugen, der Sound wiederum ist hervorragend. Spielerisch setzt sich Entwickler Danger Close zwischen zwei Stühle und verbindet die Härte und das Grundprinzip von Modern Warfare mit einer nüchternen, ruhigeren Sichtweise inmitten eines heiß diskutierten Szenarios. Das gelingt stellenweise sehr gut, nur zu oft zerstören aber auffällige Skrips, tumbe Gegner und ein sich wiederholendes Missionsdesign in Schlauch-Levels die guten Ideen. Und wenn nach vier Stunden der Abspann erscheint, man der Story wie bei Modern Warfare nur bedingt folgen kann und eine Fortsetzung förmlich im Raum steht, stellen wir uns die Frage, ob Medal of Honor ein Neustart ist oder doch nur der Anfang vom Ende. Wir zumindest haben uns schlicht mehr erhofft, der Titel wird seinem Namen sowie Hype zumindest im Singeplayer nicht gerecht - und enttäuscht.

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    • Kommentare (24)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Marc Lötkolbengott/-göttin
        DVD! Oder 3DC!
      • Von PCGH_Marc Lötkolbengott/-göttin
        DVD! Oder 3DC!
      • Von 1337 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Link zum Downsampling Tool bitte!
      • Von basic123 Software-Overclocker(in)
        Naja, nach CoD4 hat sich nicht allzu viel in dem Shooter-Genre getan. Das wird sich mit MoH und Black Ops nicht ändern.
      • Von Birdy84 Lötkolbengott/-göttin
        Entschuldige, du hast recht. Gliedmaßen können entfernt werden. Das passiert allerdings (zum Glück) sehr selten und nicht übertrieben oft wie bei World at War.
      • Von PCGH_Marc Lötkolbengott/-göttin
        Ich bin mir sicher, einen fliegenden Arm als Screenshot zu haben *such*
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