Der Core-2-Nachfolger im Test

Test Intel Core i3 und Core i5 - Clarkdale auf dem CPU-Prüfstand

Die neuen Clarkdale-CPUs mit Core i3 oder Core i5 im Test: Auf Bloomfield und Lynnfield folgt nun Clarkdale: Intel präsentiert eine neue Einsteiger-CPU. Was sie taugt, klärt PC Games Hardware im Test. (Henner Schröder, 04.01.2010)
 

Clarkdale im CPU-Test
 
Clarkdale im CPU-Test [Quelle: siehe Bildergalerie]

Nun ist die Core-Reihe komplett: Am 7. Januar stellt Intel eine neue CPU-Generation fürs untere und mittlere Preissegment vor, den Clarkdale alias Core i3/Core i5. Er wird die über drei Jahre alte Core-2-Reihe beerben - unser CPU-Test klärt, ob der Kleine ein würdiger Nachfolger ist.

Intel Clarkdale im Detail
"Westmere" ist Intels Bezeichnung für die Prozessorarchitektur der neuesten Generation mit 32-Nanometer-Technik. Sie wird die aktuellen Nehalem-Modelle zunächst ergänzen und später ganz ablösen. Entwickelt wurden drei Chipfamilien mit dieser Architektur, im Einzelnen sind das Gulftown (High-End-Desktop/Server), Clarkdale (Mittelklasse-Desktop) und Arrandale (Notebooks). Während es bei Gulftown noch ein paar Monate dauern wird, kommen Clarkdale und Arrandale im Laufe des Januars auf den Markt. Clark­dale wird etwas unterhalb aktueller Lynnfield-Modelle als Core i3 und Core i5-600 vermarktet, Arrandale dagegen kommt als (mobiler) Core i3, i5 und i7 mit dem Anhängsel "M" in den Handel.

Name Core i3-5x0 Core i5-6x0 Core i5-7x0 Core i7-8x0 Core i7-9x0
Codename Clarkdale Clarkdale Lynnfield Lynnfield Bloomfield
Architektur Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Nehalem (45 nm) Nehalem (45 nm) Nehalem (45 nm)
Kerne physisch/logisch 2/4 2/4 4/4 4/8 4/8
Hyperthreading (SMT) Ja Ja Nein Ja Ja
Turbo-Modus Nein Ja Ja Ja Ja
GPU Ja Ja Nein Nein Nein
L2-Cache 2 x 256 KiByte 2 x 256 KiByte 4 x 256 KiByte 4 x 256 KiByte 4 x 256 KiByte
L3-Cache 4 MiByte 4 MiByte 8 MiByte 8 MiByte 8 MiByte
TDP 73 Watt 73-87 Watt 95 Watt 95 Watt 130 Watt
Sockel LGA 1156 LGA 1156 LGA 1156 LGA 1156 LGA 1366


Die für Spieler interessantesten Modelle dürften die neuen Core-i5-Modelle mit Clarkdale-Kern sein, vom kleinen Core i3-530 bis hinauf zum i5-670. Sie alle passen auf den bereits etablierten Sockel LGA 1156 und erscheinen mit Taktfrequenzen von 2,93 bis 3,46 GHz, per Turbo-Modus geht es bis zu 3,73 GHz hinauf. Wichtig: Den Turbo-Modus beherrschen nur Modelle der Core-i5-Serie, bei den praktisch baugleichen Core-i3-Clarkdales fehlt die automatische Übertaktungsfunktion. Die Typnummer der i5-Clarkdales beginnt stets mit einer "6" - damit reihen sich die Modelle unterhalb des Core i5 mit Lynnfield-Kern ein (Core i5-750, usw.). Im Einzelnen hat Intel vier Modelle präsentiert (i5-650, 660, 661 und 670), weitere werden im Jahresverlauf erwartet. Der Core-i3-Serie steht eine "5" voran, hier hat Intel zwei Modelle im Angebot (Core i3-530 und 540).

Name Core i3-530 Core i3-540 Core i5-650 Core i5-660 Core i5-661 Core i5-670
Codename Clarkdale Clarkdale Clarkdale Clarkdale Clarkdale Clarkdale
Architektur Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm)
Kerne physisch/logisch 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4
Kerntakt 2,93 GHz 3,06 GHz 3,20 GHz 3,33 GHz 3,33 GHz 3,46 GHz
Maximaltakt (Turbo-Modus) Nicht vorhanden Nicht vorhanden 3,46 GHz 3,60 GHz 3,60 GHz 3,73 GHz
GPU-Takt 733 MHz 733 MHz 733 MHz 733 MHz 900 MHz 733 MHz
L2-Cache 2 x 256 KiByte 2 x 256 KiByte 2 x 256 KiByte 2 x 256 KiByte 2 x 256 KiByte 2 x 256 KiByte
L3-Cache 4 MiByte 4 MiByte 4 MiByte 4 MiByte 4 MiByte 4 MiByte
TDP 73 Watt 73 Watt 73 Watt 73 Watt 87 Watt 73 Watt
Preis 113 USD 133 USD 176 USD 196 USD 196 USD 284 USD


Die Mobilvariante mit Codenamen Arrandale hat ebenfalls zwei physische und vier virtuelle Kerne, sie wird als Core i3, Core i5 und Core i7 verkauft. Auch hier muss der i3 ohne Turbo-Modus auskommen.

Name Core i3-330M Core i3-350M Core i5-430M Core i5-520M Core i5-520UM Core i5-540M Core i7-620LM Core i7-620M Core i7-620UM Core i7-640LM Core i7-640UM
Codename Arrandale Arrandale Arrandale Arrandale Arrandale Arrandale Arrandale Arrandale Arrandale Arrandale Arrandale
Architektur Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm)
Kerne physisch/logisch 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4
Kerntakt 2,13 GHz 2,26 GHz 2,26 GHz 2,40 GHz 1,06 GHz 2,53 GHz 2,00 GHz 2,66 GHz 1,06 GHz 2,13 GHz 1,20 GHz
Maximaltakt (Turbo-Modus) - - 2,53 GHz 3,06 GHz 1,86 GHz 3,06 GHz 2,80 GHz 3,33 GHz 2,13 GHz 2,93 GHz 2,26 GHz
GPU-Takt 766 MHz 766 MHz 766 MHz 766 MHz 500 MHz 766 MHz 500 MHz 766 MHz 500 MHz 500 MHz 500 MHz
L2-Cache 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB 2 x 256 KiB
L3-Cache 3 MiByte 3 MiByte 3 MiByte 3 MiByte 3 MiByte 3 MiByte 4 MiByte 4 MiByte 4 MiByte 4 MiByte 4 MiByte
TDP 35 W 35 W 35 W 35 W 18 W 35 W 25 W 35 W 18 W 25 W 18 W
Preis K. A. K. A. K. A. 225 USD 241 USD 257 USD 300 USD 332 USD 278 USD 332 USD 305 USD


Clarkdale-Die
 
Clarkdale-Die [Quelle: siehe Bildergalerie]
Intel Clarkdale: Technische Details
Alle Desktop-Modelle verfügen über zwei Rechenkerne und unterstützen Hyperthreading, können also vier Threads parallel verarbeiten. Im Vergleich zum Core-i5-Lynnfield sind das zwei physische Kerne weniger und zwei logische Kerne mehr - oder anders gesagt: Clarkdale tauscht zwei echte gegen zwei simulierte Kerne, was auch das größte Problem des Chips ist (dazu später mehr). Jeder Clarkdale- und Arrandale-Prozessor verfügt über vier MiByte L3-Cache, also nur halb so viel wie bei Lynnfield-Modellen. Wie diese unterstützen auch Clarkdale und Arrandale maximal zwei Speicherkanäle (DDR3-1333) - drei Kanäle bleiben den Bloomfield-CPUs vorbehalten. Die wirkliche Neuerung von Clarkdale und Arrandale ist aber der integrierte Grafikchip, der zum einen schneller ist als bisherige Mainboard-Grafikchips, zum anderen aber relativ wenig Leistung aufnimmt.

Clarkdale-Prozessoren bringen außerdem ein paar neue Instruktionen mit, die vor allem die Verschlüsselung beschleunigen sollen (AES, Advanced Encryption Standard). Die sechs Befehle eignen sich zum Beispiel, um einzelne Dateien oder ganze Festplatten schneller zu verschlüsseln. Außerdem können damit Telefongespräche über das Internet (Voice over IP) effizienter verschlüsselt übertragen werden.

Intel Clarkdale im CPU-Test
Da die meisten Spieler eine vollwertige Grafikkarte einsetzen werden, haben wir die Standard-Benchmarks ohne die On-Chip-Grafikeinheit durchgeführt - Benchmarks dieses Grafikchips finden Sie in PC Games Hardware 02/2010. Somit tritt der neue Dualcore-Westmere-Kern mit 4 MiByte L3-Cache (mit Hyperthreading) gegen den Vierkerner Lynnfield mit acht MiByte L3-Cache (ohne Hyperthreading), gegen seine Vorgänger der Core-2-Reihe und gegen die Konkurrenz von AMD an. Die Clarkdale-Tests führten wir unter Windows 7 durch, da erst dieses System richtig mit virtuellen Hyperthreading-Kernen umzugehen weiß - beachten Sie, dass die Vergleichswerte von Windows Vista SP2 stammen.

Da die meisten aktuellen Spiele stark mehrkernoptimiert sind, ziehen die Clarkdale-Modelle trotz deutlich höheren Taktes klar den Kürzeren gegen CPUs mit vier Kernen. Hyperthreading kann auch unter Windows 7 zumindest bei Spielen nicht für eine wirkliche Leistungssteigerung sorgen, hinzu kommt der halbierte L3-Cache, der den neuen Modellen das Leben schwer macht. So unterliegt der mit 3,33 GHz getaktete i5-660 einem mit nur 2,66 GHz getakteten i5-750 (Lynnfield) bei fast allen Spielen - wenn auch nur knapp. Auch gegen die AMD-Topmodelle X4 965 und X4 975 verliert der Clark­dale. Erst bei einer Übertaktung auf 3,8 bis 4,0 Gigahertz erreichen die neuen Core-i5-Prozessoren in etwa das Niveau eines Core i5-750, bei Far Cry 2 gar die Leistung eines Core i7-920.

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Die Leistungswerte bei Anwendungen bestätigen das Bild: Bei Paint.Net ist selbst der schnellste Clarkdale sogar noch langsamer als ein älterer Core 2 Quad Q6600 auf Basis der Core-Architektur. Beim Cinebench liegt der Core i5-661 in etwa auf dem Niveau eines Phenom X4 9950.

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Auf der Habenseite der ersten Westmere-Prozessoren steht eine niedrige Leistungsaufnahme, verbunden mit geringen Prozessortemperaturen. Wer den Grafikkern nutzt, kann sich über eine TDP von nur 87 Watt freuen. Das sind im Falle des i5-660 nur 22 Watt mehr als bei einem gleich schnell getakteten E8600 - bei dem aber noch die Grafikkarte oder zumindest eine Onboard-Grafik dazukommt. Die CPU-Temperatur ist, gemessen an den hohen Taktfrequenzen, sehr niedrig. Gleiches gilt für die Leistungsaufnahme, unter Last nahm der i5-661 im Test - ohne seine GPU - fast 40 Watt weniger auf als der i5-750, wenn auch natürlich mit nur zwei physischen Kernen.

Westmere: neue Sparfunktionen
 
Westmere: neue Sparfunktionen [Quelle: siehe Bildergalerie]

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     

 

 

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Aktuelle Kommentare
kearu
Komplett-PC-Aufrüster
01.03.2010 08:19
AW: Test Intel Core i3 und Core i5 - Clarkdale auf dem CPU-Prüfstand

@über mir
Also die Zeit der Spiele-CPU's mit nur 2 Kernen ist definitiv abgelaufen. Fast alle neueren Spiele profitieren von den 4 Kernen.
Kann das Teil nun 1080p (x264 Codec) über den Grafikkern beschleunigen oder muss da die CPU helfen? Habe bis jetzt keine eindeutige Aussage darüber gefunden.

Einer von Vielen
Software-Overclocker
14.01.2010 13:48
AW: Test Intel Core i3 und Core i5 - Clarkdale auf dem CPU-Prüfstand

Ich find die Core i3 nicht schlecht, vor allem weil der 530er nur 100 Euronen
kostet.
die meißten Games unterstützen ja noch nicht mal 4 Kerne und ich denke das man so durch übetaktung die Leistung eines i5 750 bekommt und dabei 60€ spart

Sturmtank
Freizeitschrauber
06.01.2010 09:59
AW: Test Intel Core i3 und Core i5 - Clarkdale auf dem CPU-Prüfstand

bekommen die Quadcores heuer auch eine Strukturverkleinerung verpasst, oder ist das nur auf die dual cores, und dem gulftown beschränkt

 
 
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