Intel erneut vor dem Kadi

Monopolmissbrauch: Intel von New York verklagt

Nachdem die Europäische Union Intel bereits wegen Monopolmissbrauch verklagt hatte, zieht nun der Generalstaatsanwalt von New York gegen Intel vor Gericht. Die Vorwürfe sind die Gleichen. (Andreas Link, 05.11.2009)
 
Monopolmissbrauch: Intel von New York verklagt
 
Monopolmissbrauch: Intel von New York verklagt [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Generalstaatsanwaltschaft von New York hat Intel wegen Monopolmissbrauch verklagt. Die Schrift gleicht in groben Zügen den Vorwürfen, die bereits die Europäische Union erhoben hat und die im Juli 2009 zu einer Rekordstrafe von 1,06 Milliarden US-Dollar geführt hat. Im Kern geht es wieder um die Gelder, die Intel Kunden anbot, wenn diese Prozessoren des blauen Chip-Giganten einsetzten.

Andrew Cuomo erläutert weiter, dass Intel mit Sanktionen gedroht habe, wenn sich die PC-Hersteller nicht an die Absprachen gehalten hätten. Bestechung und Nötigung hatte Intel genutzt, um seine Vormachtstellung am Markt weiter auszubauen. Der Kunde sei so um bessere Produkte und Preise gebracht worden. Mittels sogenannter Rabatte habe sich Intel bei den PC-Herstellern eingekauft. Im Fokus stehen die Anbieter Dell, HP und IBM. Zwischen 2001 und 2006 habe Dell Intel bevorzugt behandelt, da Intel Rabatte im Rahmen von 2 Milliarden US-Dollar verteilt habe. AMD-Systeme waren in dieser Zeit bei Dell nicht oder kaum erhältlich. Bei HP sah der Deal anders aus: Gelder flossen, damit HP maximal 5 Prozent seiner Systeme mit AMD-Prozessoren ausstattet. 925 Millionen US-Dollar sollen im Spiel gewesen sein. Bei IBM sollen 130 Millionen US-Dollar geflossen sein, um die Verwendung von AMD-Server-Prozessoren zu verhindern.

Die Klage von Andrew Cuomo stützt sich auf Emails und Schriften, die zwischen Intel und den Herstellern Dell, HP und IBM verschickt wurden. Die Klage soll Intel daran hindern, nochmals entsprechende Machenschaften an den Tag zu legen. Darüber hinaus sollen Strafen kassiert werden, sodass der Schaden, der der Verwaltung von New York entstanden ist, kompensiert wird.

Interessantre Links zum Thema Intel:
EU-Kommision: Einzelheiten zum Kartellverfahren gegen Intel veröffentlicht
EU-Kartellverfahren: Intel droht Milliardenstrafe - Update: Intel verweigert Zahlung der 1,06 Mrd. Euro Strafe
Intel wehrt sich gegen Monopol-Verfahren der EU-Kommission
 
 
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Aktuelle Kommentare
Isoroku
Komplett-PC-Käufer
10.11.2009 14:13
AW: Monopolmissbrauch: Intel von New York verklagt

Quote: (Zitat von INU.ID)
Nö, ich hab lediglich auf etwas hingewiesen.

Strafe muß sein, selbstverständlich. Nur wer zahlt die Strafe? Unterm Strich doch der Kunde (wir), oder nicht? Ergo wird ein Unternehmen (Intel) wegen etwas bestraft (Preise) was die Strafe selbst erneut zur Folge hat (Preise). Nur als Beispiel: Würde man Intel dahingehend bestrafen temporär Produkte günstiger verkaufen zu müssen, dann würde der (geschädigte) Kunde (und um den geht es ja eigentlich) zumindest tlw. entschädigt und vom Urteil profitieren.


Ich denke, dass primär AMD geschädigt wurde, da Intel versuchte das Unternehmen rigeros aus dem Markt zu drängen. Der gewillte Kunde (ich z.B.) hatte ja immer die Möglichkeit AMD-Produkte zu kaufen, (was ich seit 1999 auch im 2-Jahres-Rythmus konsequent tue). So gesehen sollte Nutzniesser einer eventuellen Bestrafung (bei eindeutig nachgewiesenem Markt-Macht-Missbrauch (so viel Rechtsstaat MUSS sein!)) AMD sein. Und ich denke da nicht zwangläufig an Geld. Was kommt denn da rum? 1-2 Mrd. -wenn's hoch kommt. Das saniert AMD auch nicht. Ich würde Intel dazu verurteilen, die Patente (x86, MMX SSE...) die für die Produktion eines modernen x86er Prozessors zwingend notwendig sind, mit AMD zu teilen (eventuell -je nach Patentrechtslage- nicht kostenlos, sondern zu adequaten(!) Preisen)! Das würde Intel richtig weh' tun, und AMD hätte langfristig mehr davon als eben 1-2 Mrd.
Denn: Einizig die Konkurenz belebt das geschäfft, so dass es im Interesse ALLER ist, dass mindesten 2 Konkurenten (und ich meine damit ECHTE Konkuirenten, und nicht so ein gemauschel, wie es z.Zt. auf dem dt. Energiemakrt der Fall ist) um die Gunst der Kunden buhlen. Eines ist mal klar: Sollte AMD aus wlchen Gründen auch immer "ausfallen" und Intel der einzige x86er-CPU anbieter werden, stehen uns Endverbrauchern harte Zeiten bevor: CPUs zu Höchstpreisen, deutlich lansamere Innovationszyklen, und Haarsträbende Klauseln in Bezug auf Garantie u.ä....

Just my 2 cents

theLamer
PCGHX-HWbot-Member
08.11.2009 17:24
AW: Monopolmissbrauch: Intel von New York verklagt

Ich habe mal einen interessanten Post über Microsoft gelesen,das passt hier auch.
So lang es keine Milliarden sind,ist es ihnen egal

Hm... da ist was Wahres dran

Brzeczek
Software-Overclocker
07.11.2009 23:25
AW: Monopolmissbrauch: Intel von New York verklagt

Das sind so Schweine, aber IBM auch, die Arbeiten ja auch noch mit AMD zusammen....

 
 
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