Die Spieleleistung des GT200

Geforce GTX 280/260 SLI: Der große PCGH-Benchmark-Test

Es zählt, was am Ende herauskommt - getreu diesem Motto zeigt dieser Artikel die Stärken und Schwächen des GT200-Chips auf der Geforce GTX 280 und GTX 260 in aktuellen Spielen und anspruchsvollen Tests und Settings. (Carsten Spille, 16.06.2008)
 
Geforce GTX280 im Test: Wie schlägt sich die Riesen-GPU gegen ihre Vorgänger? (Bild: PCGH)
 
Geforce GTX280 im Test: Wie schlägt sich die Riesen-GPU gegen ihre Vorgänger? (Bild: PCGH) [Quelle: siehe Bildergalerie]

In diesem Artikel erwarten Sie die harten Zahlen und Fakten. Wir testen eine Reihe aktueller Spiele-Hits auch im DirectX-10-Modus sowie ältere, aber immer noch anspruchsvolle Titel auf modernen High-End-Karten gegen die Geforce GTX280. Zu unseren Benchmarks gehört die aktuellen 3DMark-Inkarnation 3DMark Vantage (3DMark 06 werden wir nachliefern), der DirectX-10-Optikkracher Crysis, das Art-Deco-Unterwasserspiel Bioshock, der optisch leckere Strategietitel World in Conflict, der Multiplayer-Shooter UT3, der Bestseller Call of Duty 4, der XBox-360-Port Need for Speed Carbon, das HDR-Rollenspiel Oblivion samt Quarls Texture-Pack 1.3, das Spiel mit Traumnoten Half-Life 2 (dt.): Episode 2 samt Fakefactorys traumhaftem Cinematic Mod 8, der OpenGL-Titel Prey sowie der Western-Shooter Call of Juarez samt DirectX-10-Enhancement-Pack. Die beiden ältesten Titel werteten wir durch Mods auf, sodass Sie optisch aktuellen Ansprüchen genügen.

Ausgelagert haben wir die aktuellen Verkaufschlager Age of Conan, Assassin's Creed sowie Mass Effect. Diese lassen sich mittels Standardmethoden nur unzureichend im Benchmark abbilden und daher haben wir uns für einen In-Game-Praxisbericht zu diesen Spielen entschlossen. Daneben widmet sich ein separater Artikel dem Technikteil der Geforce GT200-Reihe samt PCGH-Tests in Sachen Lautstärke und Leistungsaufnahme.

Alle GT200-Artikel im Überblick:
GT200-Test: Bilder und Video zur Geforce GTX 260/280-Techdemo Medusa
GT200-Test: Geforce GTX 280/260 im Technik-Test plus Architektur-Analyse
GT200-Test: Spielbarkeit der GTX 280 in Mass Effect, Age of Conan und Assassin's Creed
GT200-Test: Geforce GTX 280/260 SLI im großen PCGH-Benchmark-Test
GT200-Test: CPU-Skalierung bei der Geforce GTX 280
GT200-Test: Extrem-FSAA-Benchmarks und Übertaktung
GT200-Test: PCGH Performance-Index Juni 2008

Der Zielgruppe der High-End-Gamer geschuldet ist die Wahl der Waffen - sprich das Testsystem und die verwendeten Auflösungen. In der Regel beginnen wir unsere heutigen Tests erst bei der verbreiteten Widescreen-Auflösung 1.680x1.050 mit 4x FSAA und 16:1 AF - dasselbe gibt es dann nochmal in der 24-Zoll-LCD-Auflösung 1.920x1.200 und schließlich die Königsklasse mit 2.560x1.600. Alle drei benchen wir (je nach Anwendung) zusätzlich mit 8x FSAA, einer Einstellung, die bisherigen Geforce-Karten immer Probleme bereitet hatte. Sofern nicht ausdrücklich vermerkt, kommt natürlich echtes 8x MSAA, also der 8xQ-Modus, zum Einsatz.

Zwei der beliebtesten Titel, Call of Duty 4 und Unreal Tournament 3, testen wir über das normale Testfeld von High-End-Karten hinaus noch mit einer vielzahl weiterer Grafikkarten, um Ihnen die Orientierung und das Einsortieren ihrer eigenen Grafikkarte zu erleichtern.

Beim Testsystem verwenden wir eine hochgetaktete Dualcore-CPU, welche unserer Meinung nach praxisrelevanter als ein übertakteter Quadcore-Prozessor der 1.000-Euro-Klasse ist. Windows Vista SP1 sorgt in der 64-Bit-Version für maximale Belastung des Treibers, 4 GiByte RAM dafür, dass die Daten nicht umständlich über die Festplatte nachgeladen werden müssen.
Selbstverständlich verwenden wir nur aktuelle Treiber, da alles andere ein verzerrtes Bild der Grafikkartenleistung liefern würde (Catalyst 8.5 verbessert DirectX-10-Performance & Radeon-Grafikkarten-Treiber Catalyst 8.5 im Hands-On-Test (Update)). Damit Sie sich selbst ein Bild über die Bildqualität der Karte machen können, haben wir für eingeloggte Community-Mitglieder Screenshots sowie ein Vergleichsvideo zum Download an diesen Artikel angehängt.

Testsystem und Konfiguration
CPU: Intel Core 2 Duo E8500 @ 3.600 MHz (400x9)
Board: Asus P5N-D (Nforce-750i-SLI-Chipsatz)
RAM: 4x 1.024 MiByte DDR2-800 (5-5-5-15)
OS: Windows Vista 64 Bit samt SP1
Driver:
• Forceware 177.34 (HQ)
• Catalyst 8.5 (AI def.)

VGA:
Geforce GTX 280, 1.024 MiB GDDR3, 602/1.296/1.107 MHz
• Geforce 9800 GX2, 2x 512 MiB GDDR3, 600/1.512/1.000 MHz
• Geforce 8800 Ultra, 768 MiB GDDR3, 612/1.512/1.080 MHz
• Geforce 9800 GTX, 512 MiB GDDR3, 675/1.674/1.100 MHz

• HD3870 X2, 2x 512 MiB GDDR3, 825/901 MHz
• HD3870, 512 MiB GDDR4, 776/1.125 MHz

Wie immer nutzen wir die High-Quality-Settings im Nvidia-Treiber für alle Geforce-Karten. Bei AMDs Radeon-Modellen belassen wir die Einstellung für Catalyst-A.I. auf Standard, da ansonsten die Bugfixes und anwendungsspezifischen Optimierungen nicht mehr wirksam wären.

Gerne hätten wir Ihnen auch weitere Werte der GTX260 präsentiert, jedoch erreichte uns das Referenz-Exemplar von Nvidia in defektem Zustand. Lediglich wenige Test ließen sich auf dem Muster durchführen, welches in den meisten Fällen innerhalb von 10 Sekunden die kritische Temperaturschwelle zu erreichen schien und sich dann abschaltete. Die Karte wurde dabei nicht annähernd warm. An diesem Zustand änderte auch eine Remontage des Kühlers nichts, sodass wir momentan von einem defekten Temperatursensor oder mangelndem Kontakt des Dies zum Heatspreader ausgehen.

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Aus dem Hause Futuremark ist der 3DMark Vantage vertreten. Das optisch nicht uneingeschränkt überzeugende Werk lastet die GPUs mittels anspruchsvoller Simulationen, Partikeleffekten und durchgehendem HDR-Rendering aus. Der Performance-Test nutzt 1.280x1.024 ohne FSAA/AF, im Extreme-Preset wird automatisch die Auflösung 1.920x1.200 samt 4x FSAA und 16:1 verwendet. Zudem wird die Gewichtung des CPU-Scores in Letzterem auf ein Drittel gegenüber "Performance" reduziert und beträgt nur noch fünf Prozent.


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Neu in unserem Benchmarkparcours ist der beliebte Shooter Call of Duty 4 Modern Warfare. Dieser konnte bereits auf der diesjährigen E3-Messe den "Best Graphics"-Award absahnen und damit sogar Crysis hinter sich lassen. Auch in Punkto Verkäufen läuft es für Call of Duty 4 besser und das, obwohl die Grafikpracht nur mithilfe von Direct-X-9-Effekten erreicht wird.

Wir testen die Anfangssequenz der Mission "Im Sumpf" aus dem ersten Akt des Spiels. Inmitten vieler Kameraden spurten wir auf ein versperrtes Straßenende zu und werden dabei vom Feind unter heftiges Feuer genommen. Die entstehenden Effekte stressen vorwiegend die Grafikkarte.

Die 8x-FSAA-Ergebnisse bitten wir mit etwas Vorsicht zu genießen - Nvidia-untypisch brechen die Geforce-Karten hier bis zur 1920er-Auflösung kaum ein, sind aber meßbar durch die Bank langsamer als mit 4x FSAA. Nvidia war sich nach Anfrage nicht sicher, ob der 8x-FSAA-Modus in CoD4 überhaupt freigeschaltet sei. Unsere Betrachtungen der Bildqualität haben geringfügige Unterschied zum 4x-Modus ergeben und uns zusammen mit dem starken Einbrechen der 512-MiByte-Karten in 2.560x1.600 dazu veranlasst, die Ergebnisse hier zu veröffentlichen. Erreicht wurden Sie per 8xQ-MSAA und "Anwendungseinstellung erweitern" im Treiber.
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Wie in der Demo messen wir auch in der Vollversion von Unreal Tournament 3 mangels Speicherpunkten und reproduzierbarer Botmatches eine 60-sekündige Flyby-Sequenz auf dem Level VCTF-Suspense. In dieser anspruchsvollen Map werden die niedrigsten Fps-Raten innerhalb der von uns gemessenen UT3-Maps erreicht. Über die Ini-Datei erzwingen wir 16x anisotrope Filterung, Kantenglättung funktioniert mittlerweile bei beiden IHVs über Treiberforcierung.

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Die Crysis-Vollversion darf für leistungsstarke DX10-Karten natürlich nicht fehlen. Wir haben uns für einen detaillierten Vergleich der Leistung in den einzelnen Settings zwischen Direct X 9 und Direct X 10 - samt der für das Spielgefühl wichtigen Minimum-Fps - entschieden. Im Gegensatz zu früheren Tests finden die PCGH-Benchmarks nun im sehr anspruchsvollen Level Paradise Lost statt (map ice). Diese fordert mittels des Snow-Shaders allen Grafikkarten das Äußerste ab. Für optimale Ergebnisse haben wir den Dschungel-Shooter auf Version 1.21 gepatcht.

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Hier messen wir per Fraps 25 Sekunden aus der Endsequenz des Spiels. Diese zählt zu den anspruchsvollsten Szenen während des Unterwasserabenteuers in Rapture: In der Regel erreichen Sie höhere Fps-Raten in den übrigen Szenen des Spiels, sodass ihre Grafikkarte mit dem Rest des Spiels zurechtkommen sollte, wenn sie hier gute Werte erreicht.

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Für unseren World-in-Conflict-Benchmark verwenden wir die integrierte Benchmark-Funktion des Spiels. Diese zeigt eine extrem fordernde Sequenz mit schnellen Kameraschwenks, einer Vielzahl von Einheiten und heißer Schlachtfeld-Action. Auch diese Sequenz dürfte eher zu den anspruchsvolleren Szenen im Spiel zählen, sodass die Werte hier repräsentativ ausfallen. Wir aktivieren die maximalen in-Game-Details mit folgenden Ausnahmen: Transparenz-Kantenglättung und Wolkenschatten. Letzteres, um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen DX9- und DX10-Modus herzustellen.

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Für unseren Oblivion-Benchmark installieren wir die Mod "Quarls Texture Pack", welche das Spiel optisch deutlich aufwertet und neben extrem detaillierten Texturen auch Parallax Mapping an vielen Wänden bietet. Unser Benchmark findet per Save-Game im Gebiet "Die Westebene" in Sichtweite eines Tores nach Oblivion statt und beinhaltet neben viel Vegetation auch eine größere Wasseroberfläche sowie einige Gegner.

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Im klassischen NFSC-Benchmark, welchen wir per NFSCres.exe-Tool auf Widescreen-Auflösung zwingen, fahren wir ein Rennen auf der Strecke "Salazar Street" ab. Dessen Fps-Rate wird per Fraps-Messung festgehalten.

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In dieser in Echtzeit abgespielten Demo wehrt sich Indianer Tommy nach Leibeskräften mit Schießeisen und Seelenkräften gegen den Ansturm etlicher Kreaturen. Dank der guten Mehrkern-Optimierung von Prey und unserer speziellen In-Game-Benchmarksequenz fällt ein CPU-Limit fast komplett weg.

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Call of Juarez hat erst kürzlich eine Erweiterung auf Direct X 10 spendiert bekommen. Diese haben wir installiert und sind anstelle des integrierten Benchmarks von einem Savegame in der Stadt Hope aus einen festgelegten Weg abgelaufen. Die Resultate haben wir mit Fraps festgehalten. Da Call of Juarez hierzu die Möglichkeit bietet, haben wir im Spiel die höchstmögliche Qualität mit HDR-Rendering, trilinear-anisotroper Filterung und vierfacher Kantenglättung (Multisampling) aktiviert.


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Unsere selbst aufgezeichnete Demo im Anfangslevel "Into the White Forest" dürfte eine der stressigsten Szenen im gesamten Spiel sein. Fakefactorys Cinematic Mod 8 (beta 3) sorgt überdies für wunderschöne und extrem flimmeranfällige Texturen. Eventuelle Manipulationen an den Texturfiltern fallen hier sofort ins Auge - sehen Sie sich dazu auch das Video an, welches als Download an diesem Artikel anhängt. Um die Praxisrelevanz der Demo zu erhöhen, verwenden wir den Echtzeit-Modus und zeichnen auch die Minimum-Fps per Fraps auf. Sämtliche Einstellungen wie FSAA und AF wurden im Spiel vorgenommen.


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Da wir nur eine einzige GTX 260 zur Verfügung haben, mussten wir uns auf einen SLI-Test eines Geforce-GTX-280-Gespanns beschränken. Um die Leistungssteigerung zu zeigen, nutzen wir den 3DMark Vantage von Futuremark. In der Performance-Voreinstellung hat die verwendete CPU einen großen Einfluss auf die Gesamtpunktzahl, weshalb wir zusätzlich das Extreme-Preset mit hoher Auflösung und aktivierter Kantenglättung nutzen.

Wir haben für de SLI-Test zwei Herstellerkarten von MSI und Zotac, jedoch sind beide Karten von 602/1.296/1.107 MHz auf 700/1.400/1.150 MHz für GPU, Shader und Speicher getaktet. Wir haben versucht mithilfe des Rivatuners 2.09 die Standardtaktraten der beiden Karten zu senken, was aber nur für eine einzelne Karte funktioniert hat. Aus diesem Grund finden Sie in dem Graphen zusätzlich Einzel- und SLI-Werte der werkseitig übertakteten Karten.



Wir haben beim Testen festgestellt, dass die Leistung mit der Brücke im zweiten Slot der Grafikkarte minimal besser ist. Die Ergebnisse wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:


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Die Geforce GTX 280 ist über alle Benchmarks gesehen die absolut schnellste Grafikkarte - allerdings nicht mit dem Abstand, der im Vorfeld teilweise spekuliert worden war. Das alte Single-CPU-Flaggschiff, die 8800 Ultra, wird im besten Fall um 60 Prozent überholt. In extremen Auflösungen und 8x FSAA läuft deren Videospeicher voll, sodass die GTX 280 bis zu dreimal schneller - und damit spielbar - ist.

Allerdings muss sich Nvidias Speerspitze das eine oder andere Mal der Radeon HD 3870 X2 oder Geforce 9800 GX2 geschlagen geben. Insgesamt bekommen Sie mit der GTX 280 jedoch die konsistenste Performance, ohne sich mit den bekannten Multi-GPU-Ärgernissen wie Mikrorucklern oder dem Warten auf einen angepassten Treiber herumschlagen zu müssen.

Das hat jedoch seinen Preis: Über 500 Euro sind eine Stange Geld und uneingeschränkt nur Besitzern von 30-Zoll-Monitoren zu empfehlen. In deren nativer Auflösung werden die 512 MiByte pro GPU, über welche HD 3870 X2 und 9800 GX2 verfügen, zu knapp. Auf dem Papier nicht viel langsamer, dafür aber deutlich günstiger wird die GTX 260, welche wir aufgrund eines Defektes leider nicht mittesten konnten. Deren Leistungsniveau jedoch soll von der kommenden Radeon HD4870 vielleicht auch schon erreicht werden, sodass sich ein paar Wochen Wartezeit lohnen können.
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Bildergalerie zum Artikel
 
 
Alle Artikel zu Grafikkarten von Nvidia und AMD/Ati finden Sie auf der Grafik-Themenseite. Eine aktuelle Grafikkarten-Kaufberatung finden Sie im Artikel Ati- und Nvidia-Grafikkarten: Test-Übersicht und aktuelle Kauf-Tipps. Mehr zum Geforce-Entwickler Nvidia und Radeon-Entwickler AMD erfahren Sie in unseren Themen-Specials.
 
 
 
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