[Quelle: siehe Bildergalerie]
Heute stellt AMD seine neuen Karten der HD38x0-Reihe vor. Mit diesen will man den mit der HD2000 eingeschlagenen Kurs konsequent fortsetzen und zielt auf die Mittelklasse. Ganz klar im Fokus liegen ein umfangreiches Featureset, günstige Preise sowie - und das ist neu - enorm verbesserte Energieeffizienz.
Ob AMD in all diesen Punkten Wort halten kann und das Produkt abliefert, auf das Sie gewartet haben, klärt der PCGH-Online-Test. Eine Marktübersicht mit Karten von AMDs Boardpartnern wie Powercolor, MSI, Sapphire und anderen lesen Sie in der nächsten Ausgabe des PCGH-Printmagazins.
Inhalt:•
Technik: DX10.1•
Technik: Powerplay•
Benchmarks: Crysis•
Benchmarks: World in Conflict•
Benchmarks: Call of Juarez•
Benchmarks: Bioshock•
Benchmarks: Unreal Tournament 3•
Benchmarks: PT Boats•
Fazit•
Update 22.11.2007: FSAA-Performance•
Update 26.11.2007: Grafikqualität im VergleichArchitektur: Schwachstellen beseitigt?Die zwei größten Kritikpunkte an der HD2900-Reihe waren die hohe Leistungsaufnahme sowie der starke Einbruch beim Hinzuschalten von Kantenglättung und anisotroper Filterung. Dem ersten Punkt will AMD mithilfe der aus Notebook-Chips bekannten Powerplay-Technik entgegentreten - und tut das so umfassend (und gelungen!), dass wir diesem Bereich einen eigenen Abschnitt widmen (s. Powerplay). Die Frage nach der verbesserten Leistung mit aktivierten Qualitätsfeatures beantworten unsere Benchmarks (s. Benchmarkanalyse) - vorab sei gesagt, dass die Leistung besonders für den Preis der Karten sehr ansprechend ist, die erzielten Fps-Werte aber nicht zum Geforce-8-Killer ausreichen.
ModelleZur Markteinführung stellt AMD zwei Karten der HD38x0-Reihe vor: Die HD3850 und die HD3870 - Anhängsel wie "Pro", "GT" oder "XT" sollen künftig entfallen. Die Chips unterscheiden sich nur durch Taktraten und den verwendeten Videospeicher. Die Anzahl der Funktionseinheiten ist identisch: AMD gelang es, sämtliche 320 Shader-ALUs (64 Vec5-Einheiten) des R600 in den nun deutlich kleiner und sparsamer geratenen RV670-Chip zu integrieren. Beide Karten sind DX10.1-kompatibel, verfügen über den Videoprozessor "UVD" und bieten ein PCI-Express-2.0-Interface, sind aber auch zu normalen Mainboards mit PCI-E.-1.1-Steckplatz abwärtskompatibel.
*Abhängig von der SpeicherausstattungWährend die HD3850 über einen großflächigen, aber einfachen Single-Slot-Kühler verfügt, wird die höher getaktete HD3870 von demselben Radiallüfter auf Temperatur gehalten, welcher auch schon auf der X1950 XTX zum Einsatz kam. Doch keine Sorge - da sich der Chip wesentlich weniger aufheizt, bleibt die Drehzahl des Lüfters in deutlich niedrigeren Bereichen und erreicht längst nicht den Lärmpegel der X1950 XTX. Beim Kühlkörper verwendet das AMD-Referenzdesign abermals Kupfer, kann aber auf den Einsatz von Heatpipes verzichten.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter...D3D10.1Direct 3D 10 soll mit dem Service Pack 1 unter Vista ein Update erfahren: D3D10.1 wird dann der aktuelle Stand der Technik sein. AMD bewirbt natürlich heftig die Fähigkeit der neuen HD38x0-Reihe, diesen Standard auch voll zu unterstützen. Wieviel dieses Feature im Spielealltag wirklich wert ist, muss sich allerdings erst noch herausstellen. Einerseits sind aktuell keine Spiele angekündigt, welche Gebrauch von den Fähigkeiten machen und andererseits beschränken sich viele Neuerungen in D3D10.1 darauf, Features verpflichtend zu machen, welche unter D3D10 optional waren. Aktuelle D3D10-Chips unterstützen bereits eine Vielzahl davon.
Double-PrecisionAuch wenn es in Spielen kaum während der Lebenszeit der HD38x0 zum Einsatz kommen wird, unterstützen die RV670-Chips bereits doppelt-genaue Berechnungen: FP64 pro Kanal anstelle der bis dato üblichen 32 Bit. Damit nähert man sich in Sachen Gleitkomma-Präzision weiter den CPUs an. Wie groß der Leistungseinbruch mit FP64 sein wird, ist momentan noch unbekannt, jedoch steht zu vermuten, dass mindestens zwei Taktzyklen für jede Operation, die vorher in einem Zyklus erledigt werden konnte, benötigt werden. Diese Funktionalität schlummert jedenfalls im Chip, wird vermutlich aber nur in AMDs professioneller Fire-Stream-Reihe für GP-GPU-Anwendungen genutzt werden.
UVDDas Akronym steht für Universal Video Decoder und findet nach seiner Abwesenheit in der HD2900 XT nun auch den Weg in die Transistoren der HD38x0-Reihe. Damit ist eine HD-Videobeschleunigung HDCP-verschlüsselter Inhalte auch über Dual-Link-DVI mit voller Auflösung von 2.560x1.600 (und mehr?) möglich - Nvidia bietet dies ebenfalls mit der GF8800 GT.
Im Gegensatz zu dieser beschleunigt die HD38x0-Reihe jedoch auch im VC-1-Format, welches bei den meisten HD-DVDs zum Einsatz kommt, den kompletten Decodierungs-Vorgang. Die Geforce muss bei der ersten Stufe von VC-1 passen und diesen Vorgang der CPU überlassen. Daraus resultiert beim Abspielen besagter, geschützter Inhalte eine nochmals niedrigere Prozessorlast. Hier haben die AMD-Karten einen deutlichen Vorteil.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter...Powerplay und LautstärkeNach der desaströs hohen Leistungsaufnahme des R600-chips in der HD2900 XT hat AMD dieses Mal Nägel mit Köpfen gemacht. Zum Einen half der Wechsel in den neuen Fertigungsprozess mit 55 Nanometern Strukturbreite und zum anderen hat AMD die Powerplay-Technik aus ihren Notebook-GPUs in den RV670-Chip integriert.
Das Resultat ist verblüffend: Im Idle-Modus begnügt sich das Testsystem bestückt mit einer HD3850 mit sagenhaften 103 Watt - weit weniger als selbst mit einer GF8600 GT und immer noch zwei Watt unterhalb der GF8400 GS. Dabei taktet sich der Chip - auch in der Hd3870, mit der der PC im Idle-Modus rund 111 Watt aufnimmt - mit knapp 300 MHz und senkt höchstwahrscheinlich auch seine Spannung. Der Videospeicher bleibt allerdings auf gleicher Taktrate. Insgesamt soll die gesamte Leistungsaufnahme des Boards mit all seinen Komponenten bei rund 106 Watt für die HD3870 und bei etwa 98 Watt für die HD3850 liegen, wenn intensiv gespielt wird.
Interessanterweise schluckt der PC mit HD3870 während unseres Lasttests mit dem rotierenden Fellwürfel des Ati-Tools gute 10 Watt mehr als mit der GF8800 GT. Die scheint jedoch vom Test abhängig zu sein: In einem zur Kontrolle durchgeführten, weiteren Benchmark lag die Leistungsaufnahme des PCs mit GF8800 GT wiederum etwas höher.
AMD bewirbt noch einen "Light Gaming"-Modus, welchen wir allerdings nicht so recht nachstellen konnten - zumindest nicht anhand der Werte unseres Verbrauchsmeßgerätes und der Anzeigen im Rivatuner.
Die Kühler blieben während des Testbetriebs im offenen Aufbau unter den Umgebungsgeräuschen unauffällig und hielten den Chip während des normalen 3D-Betriebs auf rund 90 Grad Celsius bei beiden Modellen - eine Temperatur, welche wir bereits bei der Geforce 8800 GT feststellten. Offenbar ist dies eine Schwelle, bei der die Hersteller noch kein erhöhtes Ausfallrisiko innerhalb der zwei Jahre dauernden Gewährleistungsfrist sehen.
Die Lüfterdrehzahl betrug während der 3D-Last jeweils knapp über 40 Prozent des Maximums. Laut oder gar aufdringlich wurden die Propeller zu keinem Zeitpunkt des Test, außer, wenn wir das Gebläse anhielten und mit "Gewalt" zu lautstarkem Betrieb animiertem. Das Ergebnis sehen Sie in den beiden Screenshots vom Rivatuner: Während der erzwungenen Steigerung der GPU-Temperatur auf über 100 Grad Celsius, welche im Normalbetrieb so nicht vorkommt,stieg auch die Lüfterdrehzahl gen 100 Prozent. Sobald wir den Lüfter wieder loslassen, sinkt die Temperatur rapide und das Gebläse wird in seiner Drehzahl schnell entsprechend zurückgefahren. Genaue Sone-Werte entnehmen Sie bitte der Marktübersicht in der kommenden PCGH-Printausgabe 01/2008.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter...BenchmarkanalyseDie Crysis-Vollversion darf für leistungsstarke DX10-Karten natürlich nicht fehlen. Zum Einen haben wir einen Test in 1.280x1.024 mit den verschiedenen Detailstufen Low, Medium, High und Very High im Angebot, zum anderen den detaillierten Vergleich der Leistung in den einzelnen Settings zwischen Direct X 9 und Direct X 10 - samt der für das Spielgefühl wichtigen Minimum-Fps.
Während die HD3870 in der Regel beinahe zur HD2900 XT aufschließen kann, stolpert die HD3850 ein ums andere Mal über ihren geringen Videospeicher von nur 256 MiByte - besonders die niedrigen Minimum-Fps lassen hier selbst bei niedrigen Details noch häufig störende Ruckler auftreten. Diesbezüglich scheint der DX10-Modus die Ressourcen besser verwalten zu können und liefert bei niedrigeren Durchschnitts-Fps oft gleichzeitig höhere Minimum-Fps auf der HD3850. An die Geforce 8800 GT (512 MiByte) kommen die beiden Neulinge nur selten heran. Diese würde durch den neuen Treiber, welcher die Bildfehler bei den Wasserreflektionen behebt, allerdings noch minimal Leistung verlieren.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter...World in Conflict Für unseren World-in-Conflict-Benchmark verwenden wir die integrierte Benchmark-Funktion des Spiels. Diese zeigt eine extrem fordernde Sequenz mit schnellen Kameraschwenks, einer Vielzahl von Einheiten und heißer Schlachtfeld-Action. Auch diese Sequenz dürfte eher zu den anspruchsvolleren Szenen im Spiel zählen, sodass die Werte hier repräsentativ ausfallen. Trotz unseres sehr schnellen Prozessors kleben die schnellsten Karten, unter ihnen die HD3870 und die GF8800 GT, bei knapp 50 Fps am CPU-Limit, sofern FSAA und AF deaktiviert bleiben. Besonders in Sachen Minimum-Fps kann die HD3870 nicht mit der HD2900 XT mithalten. Wieder einmal machen sich selbst ohne Kantenglättung und anisotrope Filterung die nur 256 MiByte VRAM der HD3850 negativ bemerkbar: Mit einem Minimum-Fps-Wert von nur 8 Bildern pro Sekunde liegt sie auf dem Niveau leistungsschwacher Karten der letzten Generation obwohl die durchschnittlichen Fps in Höhe von 36 Bildern anderes vermuten lassen.
Kantenglättung und anisotrope Texturfilterung lassen die neuen Radeon-Karten allgemein stark einbrechen - von einer deutlichen Verbesserung der Leistung mit diesen Features können wir hier nicht viel sehen. Die HD3870 hält das Niveau der HD2900 XT, liegt damit aber gegenüber der 8800 GT deutlich mess- und merkbar zurück. Die HD3850 hat zuwenig VRAM, als dass die Aktivierung von FSAA und AF sinnvoll wäre. Im DX10-Modus fallen die Karten noch ein Stück weiter zurück, bleiben aber ohne FSAA und AF noch im spielbaren Bereich, da hier abermals die Minimum-Fps besser als bei DX9 ausfallen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter...Call of JuarezCall of Juarez hat erst kürzlich eine Erweiterung auf Direct X 10 spendiert bekommen. Diese haben wir installiert und sind anstelle des integrierten Benchmarks von einem Savegame in der Stadt Hope aus einen festgelegten Weg abgelaufen. Die Resultate haben wir mit Fraps festgehalten. Da Call of Juarez hierzu die Möglichkeit bietet, haben wir im Spiel die höchstmögliche Qualität mit HDR-Rendering, trilinear-anisotroper Filterung und vierfacher Kantenglättung aktiviert.
Im DX9-Modus schlägt sich die HD3870 wieder einmal sehr gut und erreicht beinahe exakt die Fps-Werte der deutlich teureren und aufwändigeren HD2900 XT. Die Geforce-Karten liegen allerdings noch ein Stück weit in Front. Schalten Sie um auf DX10 überrascht die HD3870 und kann die HD2900 XT deutlich abhängen. Es hat den Anschein, als gehe letzterer der Videospeicher aus, doch da die HD3870 über ebensoviel VRAM verfügt, muss es sich entweder um ein Treiberproblem oder eine verbesserte Verwaltung der Texturdaten handeln. PCI-Express 2.0 kann hier kaum die Ursache sein, obwohl AMD diesen Benchmark als eines der Paradebeispiele für das Schnittstellen-Update angibt. Unser Testsystem verfügt nur über einen PCI-Express-1.1-Slot. Möglicherweise verwaltet die HD3870 den VRAM effizienter oder hat verbesserte Kompressionsalgorithmen spendiert bekommen.
Im DX10-Modus liegen HD2900 XT, HD3870, GF8800 GT und HD3850 zwar nicht auf exakt demselben Niveau, spielen mit nur knapp über 20 Fps jedoch in der gleichen Liga: Mit unseren Call-of-Juarez-Einstellungen sind diese Karten allesamt etwas überfordert.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter...BioshockHier messen wir per Fraps 25 Sekunden aus der Endsequenz des Spiels. Diese zählt zu den anspruchsvollsten Szenen während des Unterwasserabenteuers in Rapture: In der Regel erreichen Sie höhere Fps-Raten in den übrigen Szenen des Spiels, sodass ihre Grafikkarte mit dem Rest des Spiels zurechtkommen sollte, wenn sie hier gute Werte erreicht.
Bioshock liegt den Radeon-Karten im DX9-Modus ausgesprochen gut - obwohl wir 16:1 anisotrope Filterung aktiviert haben (FSAA wird nicht korrekt unterstützt) - möglicherweise aufgrund der Xbox-360-Herkunft des Spiels. Deren GPU ist dem Kern der R6xx-Generation recht ähnlich. In diesem Spiel erreicht die HD3870 ziemlich genau das Niveau der GF8800 GT und beide bleiben nur wenig unterhalb der GF8800 GTX und der HD2900 xT. Selbst die HD3850 kann sich von der GF8800 GTS noch ein wenig absetzen und erreicht gute 50 Fps im Durchschnitt.
In der 1.920er-Auflösung macht sich erneut der geringe VRAM der HD3850 bemerkbar und die Karte fällt hinter die GF8800 GTS zurück, während die HD3870 sich knapp vor der GF8800 GT halten kann. Im DX10-Modus bietet sich leider ein andere Bild: Zwar schafft die HD38x0-Reihe es, die HD2900 XT in die Fps-Zange zu nehmen, mit 36 (HD3850) bzw. 40,4 Fps (HD3870) liegen die Karten in dieser Betriebsart jedoch mit 20 Prozent Rückstand hinter der Geforce-Riege.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter...Unreal Tournament 3Trotzdem gerade die Vollversion erschienen ist, setzen wir für diesen Test noch einmal auf die Demo-Version von UT3. Vorteil für Sie: Sie können mithilfe unserer Benchmarkanleitung auf
PCGH Extreme die Werte mit Ihrem eigenen PC daheim nachvollziehen. Abweichend kommt hier auch unser altbewährtes Testsystem mit C2D E6600 und Windows XP zum Einsatz - nicht der Quadcore unter Vista, wie bei den restlichen Benchmarks. Hier messen wir mangels Speicherpunkten und reproduzierbarer Botmatches eine 60-sekündige Flyby-Sequenz auf dem Level CTF Suspense. In dieser anspruchsvollen Map werden die niedrigsten Fps-Raten innerhalb der UT3-Demo erreicht.
Trotz aktivierten 16:1 AFs (FSAA wird "dank" Unreal-Engine 3 nicht fehlerfrei unterstützt - s. Bioshock) kann sich die HD38x0-Reihe gut in der UT3-Demo behaupten und liegt nur knapp hinter der HD2900 Pro. Die Geforce-Reihe wird in diesem Benchmark nicht erreicht und liegt besonders in hohen Auflösungen in Front. Abermals zeigt sich, dass 256 MiByte für eine Spielerkarte des HD3850-Kalibers zuwenig sind, wenn Sie entweder hohe Auflösungen nutzen oder Kantenglättung aktivieren wollen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter...PT BoatsPT Boats ist ein reiner DX10-Benchmark des kommenden Spiels der russischen Entwickler von Akella. Der Test zeichnet sich durch eine sehr hohe geometrische Komplexität aus da die Wasserdarstellung mithilfe von Geometrie animiert wurde. Die Wasseroberfläche hebt und senkt sich im Wellengang, einschlagende Granaten erzeugen ebenfalls neue Wellen.
Der reine DX10-Benchmark bietet das bekannte Bild: Solange der Speicher reicht, liegt die HD3870 auf dem Niveau der HD2900 XT - nur die Minimum-Fps fallen leicht zurück. Der HD3850 genügen ihre 256 MiByte selbst für mittlere Details ohne Kangenglättung und anisotropen Filter nicht, bei hoher Detailstufe bricht sie damit sogar unter das Niveau einer HD2600 XT. Mit aktivierter Kantenglättung offenbahrt sich ein sonderbares Bild: Während die HD2900 XT mit 512 MiByte offenbar nicht mehr mit ihrem VRAM auskommt, reichen dieselben 512 MiByte der HD3870 noch aus.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter...FazitWäre anstelle der HD2900 direkt die HD38x0-Reihe erschienen, hätte AMD sicherlich einen erfreulicheren Sommer gehabt: Die Karte setzt wirksam an der Schwachstelle Energieverbrauch an und so können wir AMDs Angaben bestätigen, dass bei deutlich reduzierter Leistungsaufnahme in vielen Fällen das Fps-Niveau der HD2900 XT gehalten werden kann. Um AMD zu ihrem zweiten eingehaltenen Versprechen, nämlich die FSAA-Performance zu verbessern, gratulieren zu können, müssten wir uns ein wenig verbiegen: Tatsächlich erreicht die HD3870 mit knapp 70 Prozent der Speicherbandbreite der HD2900 XT ein ähnlich gutes Ergebnis, aber ob die HD3870 nun besonders effizient mit der Bandbreite umgeht oder ob die HD2900 XT ihre Bandbreite lediglich nicht effizient nutzen konnte - darüber werden sich die Foren-Fanboys noch lange streiten.
Fakt ist, dass die HD38x0 eine kostengünstige, effiziente, sparsame, feature-reiche und vor allem leise Modellreihe geworden ist. Auch wenn sie nicht die Performance der GF8800 GT erreicht, kann man AMD zu dieser neuen Mittelklasse gratulieren, da die HD38x0 günstiger angeboten werden, als die GF8800 GT.
•
AMD Radeon HD3850 im PCGH Preisvergleich •
AMD Radeon HD3870 im PCGH Preisvergleich FSAA-Leistung: HD3870 vs. HD290 XTDie AMD Radeon HD3870-Karten sollen gegenüber der HD2900-Serie eine bessere Leistung beim Einsatz von Anti-Aliasing erreichen. Wir haben die Skalierung mit unterschiedlichen FSAA-Stufen zwischen HD3870 und HD2900 XT verglichen.
Zusätzlich haben wir neben den Standardtakten von 742/825 Megahertz für die HD2900 XT und 775/1.125 Megahertz für die HD3870 noch per Taktanpassung gleiche Verhältnisse in Sachen Chipleistung und Speicherbandbreite hergestellt. Dabei lief dann die HD2900 XT mit 742/563 Megahertz und die HD3870 mit 742/1.125 Megahertz - dadurch erreichen beide Karte eine rechnerische Füllrate von 11.872 Mpixeln/Sek. und eine Speicherbandbreite von 72 Gbyte pro Sekunde.
Die Benchmarks zeigen deutlich die Verbesserung: obwohl die HD3870 über ein deutlich schmaleres Speicherinterface als die HD2900 XT verfügt, erreicht sie trotzdem eine minimal bessere FSAA-Leistung - hier macht sich der höhere Takt der Shader bemerkbar.
Grafik-Qualitätsvergleich: Nfs: Carbon, Oblivion und Call of Duty 2Wir haben die Grafikdarstellung von Nvidias 8800 GTX mit AMDs HD3850, HD2900 XT sowie der X1800XT im neuen Nfs: Carbon sowie Oblivion und Call of Duty 2 verglichen und animierte GIFs erstellt.
Das Ergebnis dieser Vergleiche finden Sie in unserer Galerie - auffällig ist, dass die verschiedenen Grafikkarten die selbe Szene auch wirklich unterschiedlich darstellen - Leistung ist nach wie vor nicht das einzige Argument für den Kauf einer Grafikkarte, auch die Qualitität der Ausgabe sollte bedacht werden. Allerdings: große Unterschiede ergeben sich nur zwischen Nvidia und AMD: die Radeon-Karten untereinander liefern ähnliche Bildqualitäten ab.
Bildergalerie zum Artikel