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  • Nintendo Wii U im PCGH-Technik-Test - Die erste Next-Gen-Konsole vor PS4 und Xbox 720

    Seit dem 30. November 2012 ist Nintendos Next-Generation-Konsole auch in Deutschland verfügbar. PC Games Hardware wirft einen Blick auf die Technik. Was die Konsole leistet, die den Reigen der "Next-Gen-Konsolen" mit Playstation 4 und Xbox 720 einläutet, klären wir in diesem Wii-U-Test.

    Sechs Jahre nach der sehr erfolgreichen Wii bringt Nintendo mit der Wii U einen Nachfolger auf den Markt. Erstmals verfügt eine Nintendo-Konsole über einen HDMI-Anschluss und bietet auch HD-Auflösung (bis zu 1080p). Allerdings bleibt der japanische Hersteller seiner Linie treu und verbaut keine High-End-Hardware. Eine bessere Grafik als die sechs Jahre alte Playstation 3 bzw. sieben Jahre alte Xbox 360 wird die Wii U also wohl auch in naher Zukunft nicht bieten. Dafür dürften sich Spieler wieder über ein innovatives Bedienkonzept freuen.

    Nur ein Gamepad wird bei der Wii U mitgeliefert. Nur ein Gamepad wird bei der Wii U mitgeliefert. Quelle: PC Games Hardware Wii U im Test: Innovation dank des Wii U Gamepads

    Nachdem man beispielsweise die Xbox 360 ab 150 Euro und die Playstation 3 schon ab etwa 220 Euro erhält, stellt sich zunächst die Frage, wie Nintendo den Verkaufspreis von 300 Euro (Basic) bzw. 350 Euro (Premium) rechtfertigen kann. Einen Mehrwert bietet die Wii U sicherlich dank ihrem einzigartigen Gamepad mit 6,2-Zoll-Display. Dieses kommuniziert via WLAN mit der Konsole und bietet völlig neue Spielkonzepte. So wird das Wii U Gamepad von vielen Spielen verwendet, um zusätzliche Informationen einzublenden und den TV-Bildschirm möglichst von Symbolleisten frei zu halten. Auch in Multiplayer-Spielen kann das Gerät für ganz neue Spielkonzepte genutzt werden. Außerdem darf das Gamepad auch als mehr oder weniger eigenständige Konsole eingesetzt werden. Möchte ein Familienmitglied beispielsweise das TV-Programm anschauen, kann man bei Spielen wie New Super Mario Bros. U auf dem Gamepad weiterzocken, ohne dass ein Fernseher benötigt wird. Dabei darf aber die Funkverbindung zur Wii U nicht verloren gehen, denn der Datenträger befindet sich nach wie vor in der Konsole.

    Das Display im 16:9-Format nutzt eine Auflösung von 854 x 480 Pixeln. Damit ergibt sich eine Pixeldichte von 158 ppi. Zum Vergleich: Das iPad mit Retina-Display hat eine Pixeldichte von 264 ppi. Gestochen scharfe Bilder darf man also beim Wii U Gamepad nicht erwarten. Auch die Touchscreen-Technik ist veraltet und unterstützt kein Multi-Touch.

    Die Wii U ist deutlich länger geworden als die Wii. Die Wii U ist deutlich länger geworden als die Wii. Quelle: PC Games Hardware Wii U im Test: Die Technik

    Beindruckend ist, wie sparsam sich die neue Nintendo-Konsole nach unseren Tests gibt. In Assassin's Creed 3 haben wir maximal 39 Watt gemessen. Zum Vergleich: Aktuelle Komplett-PCs benötigen bereits im Leerlauf rund 50 Watt und ziehen bei 3D-Anwendungen in der Regel über 150 Watt aus der Steckdose. Bei Assassin's Creed 3 hat sich die halbe PCGH-Redaktion um den Bildschirm versammelt und war von der Grafikqualität durchaus angetan. Negativ ist dagegen bei allen Zuschauern die niedrige Framerate aufgefallen, die laut unseren Schätzungen bei 20 bis 25 Fps liegen dürfte. Auch Flimmern bei Alpha-Tests (Bäume oder Gräser) ist deutlich sichtbar. Der Lärmpegel geht für eine Konsole vollkommen in Ordnung und liegt im Wii-U-Menü bei lediglich 0,4 Sone. In Spielen treibt vor allem das Laufwerk den Lärmpegel etwas in die Höhe und liegt dann bei 1,7 Sone bzw. 35 dB(A).

    Heute berichteten wir bereits über die jüngsten Hardware-Erkenntnisse. So soll die Dreikern-CPU auf der Power-PC-750-Architektur basieren und eine Weiterentwicklung des "Broadwell"-Chips der Wii sein. Mit kolportierten 1,24 GHz wäre der "Epresso", so der Codename des Prozessors, trotz Out-of-Order-Fähigkeit ziemlich lahm. Die CPU ist Teil eines Multi Chip Modules (MCM), wird im 45-nm-SOI-Verfahren gefertigt und sitzt zusammen mit der Grafikeinheit sowie einem weiteren, winzigen Chip auf einem Träger. Die GPU soll mit 550 MHz takten - die erfreulichen 32 MiByte an schnellem ED-RAM sind wahrscheinlich im Die integriert, der winzige dritte Chip könnte die ARM-CPU-Kerne beinhalten, welche als "Starbuck" bezeichnet werden. Die Grafikeinheit stammt von AMD und wird in 40 nm gefertigt, die Anzahl und Art der Shader-Einheiten ist unbekannt. Wahrscheinlich ist es ein VLIW5-Design mit bis zu 400 ALUs. Dem kompletten System stehen weiterhin zwei GiByte DDR3-1600 zu Verfügung, aufgeteilt in vier Chips mit je 16 Bit. Dies ergibt eine Datentransfer-Rate von 12,6 GByte/s - zudem können Spiele nur auf die Hälfte des Speichers zurückgreifen.

    Wii U im Test: Große Aufpreisliste

    Nintendo bietet die Wii U in einer Premium-Version mit 32 GByte Speicher und in einer 8-GByte-Basic-Version an. Das Premium Pack erkennen Sie an der schwarzen Lackierung. Wichtig: Bei der Konsole mit 8 GB stehen nur noch 3 GB freier Speicher zur Verfügung (25 GB beim 32-GB-Modell). Reicht der Speicher für einige Spiele nicht aus, können Sie eine externe Festplatte per USB anschließen. Die Wii U unterstützt nur den Betrieb eines Wii U Gamepads. Möchten Sie also mit mehreren Freunden spielen, ist die Anschaffung einer Wii Remote und eventuell eines Nunchuks erforderlich. Besitzer einer Wii können auch die alten Controller weiterverwenden. Zumindest bei der Basic-Version müssen Sie zusätzlich die Anschaffung einer Sensorleiste einplanen, denn diese wird nur bei der 50 Euro teureren Premium-Version mitgeliefert. Auch hier können Wii-Besitzer die alten Sensorleiste weiterverwenden. Generell bietet das Premium Pack also mehr fürs Geld, zumal mit Nintendo Land ein Spiel mitgeliefert wird, welches das Potenzial des neuen Gamepads ausnutzt. Die neue Wii U ist zu den alten Wii-Spielen abwärtskompatibel. Die Unterstützung von Gamecube-Spielen wurde nun aber gestrichen.

    Fazit: Nintendo Wii U im Test

    Wie zu erwarten war, kann Nintendos Wii U aus technischer Sicht mit aktuellen PCs nicht mithalten. Auch Besitzer einer Playstation 3 oder Xbox 360 verwöhnen mit der Wii U ihre Augen nicht. Anwender, die das neue Bedienkonzept interessant und abwechslungsreich finden, dürfen sich getrost eine Wii U ins Regal stellen. Mario erstrahlt auf der Wii U in neuem Glanz und auch andere Exklusiv-Titel von Nintendo können eine Anschaffung rechtfertigen. Während die Playstation 3 bei vielen Käufern vor allem auch als Multimedia-Station für die Wiedergabe von DVDs und Blu-rays genutzt wird, kann die Wii U leider keine Filme wiedergeben und nutzt ausschließlich Nintendos proprietäre Datenträger. Falls Sie von einer Next-Generation-Konsole grundsätzlich ein Grafikwunder erwarten, sollten Sie lieber bis zur Playstation 4 oder Xbox 720 warten.


  • Wii U

    Wii U

    Hersteller
    Nintendo
    Release
    30.11.2012

    Stellenmarkt

    Es gibt 73 Kommentare zum Artikel
    Von blaidd
    Jupp, der GameCube war echt gar nicht mal schlecht... Allein Resident Evil ( Zero), Metorid: Prime (2) und Eternal Darkness haben die Anschaffung absolut gerechtfertigt, dann gab's noch das eine oder andere Zelda, Baten Kaitos und F-Zero GX. Außerdem noch die Rogue Squadron Serie, die damals grafikmäßig…
    Von cuthbert
    Ich sehe es so ähnlich wie BlackBetty466 auf der letzten Seite schon meinte.

    Ne Konsole kauft man, wenn man einfach nur zocken möchte und sich um nichts weiter kümmern möchte (Zusammenstellung, OS, Aufrüsten...). Dafür ist sie perfekt. Wie schon gesagt hat man dann halt hier und da einige Schwächen…
    Von Rolk
    So einen Rechner würde ich mir auch nicht hinstellen. Für mich macht das erst ab ~400 € Sinn, weil man damit schon einiges anstellen kann und die Mehrleistung gegenüber einer Konsole unbestreitbar ist. Preisleistung ist auch einfach besser gegenüber einem 300 € PC was gaming angeht.
    Von cuthbert
    Kannste machen, wenn du Bock drauf hast.

    Aber wenn ich PC zocken will, dann kauf ich mir auch Komponenten, die die Spiele gut in Full HD darstellen können, das gehört für mich zu nem Spiele PC dazu. Und da kommst du mit ner APU nicht weit.

    Die Wii U hingegen ist perfekt für ihre Spiele ausgelegt die 20-25…
    Von Rolk
    Im Zweifelsfall baut man halt einen "alten" A6 mit HD6530D ein. Damit liegt man auf jeden Fall vorne.
      • Von blaidd Freizeitschrauber(in)
        Zitat von cuthbert
        Hm, nee der Gamecube kam einfach zu spät. Gerade mit dem haben sie ja versucht, sich neu auszurichten auch hin zu Erwachsenen-Unterhaltung. Z.B. Resident Evil war damals glaub exklusiv für Nintendo. Ok das N64 hatte 007^^. Aber auch von der Technik war der GC der PS2 ebenbürtig, vllt ne schwächere CPU aber bessere GPU. Imho ist der GC einfach eine völlig unterbewertete Konsole ihrer Generation gewesen, wie auch die Dreamcast.

        Jupp, der GameCube war echt gar nicht mal schlecht... Allein Resident Evil ( Zero), Metorid: Prime (2) und Eternal Darkness haben die Anschaffung absolut gerechtfertigt, dann gab's noch das eine oder andere Zelda, Baten Kaitos und F-Zero GX. Außerdem noch die Rogue Squadron Serie, die damals grafikmäßig schon ziemliche Kracher waren und durchaus mit den Top-Titeln auf der Xbox und PS2 mithalten konnten.
        Die ganzen Crossplattform-Titel gab's ja auch, hat man sicher nichts falsch gemacht, wenn man sich nur die eine Konsole hingestellt hat. Schön klein war sie auch noch (man vergleiche das mal mit dem hässlichen Brocken, den Microsoft den Spielern zugemutet hat).

        Hab den Kauf damals sicher nicht bereut, hatte allerdings auch die Konsolen von der Konkurrenz und habe bei Crossplattformtiteln meistens die Xbox-Fassung bevorzugt (über 200 Spiele, PS2 knapp 100, GC etwa 60). Von der Xbox sind mir auch schon mehrere verreckt (DVD-Laufwerk).

        BTT: Werd mir wohl irgendwann eine WiiU holen, wenn es ein paar gute exklusiv-Titel gibt und sich der Preis vielleicht bei 250-300€ für die Vollausstattung eingependelt hat.
      • Von cuthbert Software-Overclocker(in)
        Ich sehe es so ähnlich wie BlackBetty466 auf der letzten Seite schon meinte.

        Ne Konsole kauft man, wenn man einfach nur zocken möchte und sich um nichts weiter kümmern möchte (Zusammenstellung, OS, Aufrüsten...). Dafür ist sie perfekt. Wie schon gesagt hat man dann halt hier und da einige Schwächen gegenüber nem aktuellen Spiele-PC (niedrigere FPS, kleinere Auflösung etc..). Aber der Spielspaß bleibt der gleiche, bzw. es gibt auch viele Spiele, die gar nicht erst für PC erscheinen. Ein Zelda oder God of War werden wir auf dem PC nie zu Gesicht bekommen und Spaß bringen die auch.

        Für Spiele-Absichten auf dem PC muss man investieren und zwar Zeit und Geld. Mit einmal billig Komponenten kaufen ist es ja nicht getan. Spielt z.B. mal Far Cry 3 auf nem APU-PC. Das buckeln ja nicht mal die aktuellen High-End Karten voll aufgedreht. Für die Konsolen gibt es eine wenn auch nicht ganz so schöne, dafür aber angepasste Version, die einfach läuft, ohne dass man aufrüsten, rumstellen oder sonst was muss.

        Ich persönlich bastel auch liebend gerne an meinem PC herum und gebe Geld aus dafür und versuche anschließend durch OC etc, das beste herauszuholen. Aber trotzdem sehe ich auch eine Zielgruppe für die Konsolen: Leute, die einfach Spielen wollen ohne Rumgetüftel und riesige Ausgaben.

        Das Unterfangen, hier einen PC zum gleichen Preis anzubieten muss hier zwangsläufig scheitern, weil einfach niemand sich so ne schlechte Kiste zum Zocken hinstellen würde und ein Konsolero nicht auf die Idee käme, auf seinen Komfort zu verzichten. Es ist also für niemanden eine Alternative, außer für Leute vllt, die absolut Null Geld haben. Aber die sind mit nem gebrauchten PC oder Konsole dann auch günstiger unterwegs.
      • Von Rolk Lötkolbengott/-göttin
        So einen Rechner würde ich mir auch nicht hinstellen. Für mich macht das erst ab ~400 € Sinn, weil man damit schon einiges anstellen kann und die Mehrleistung gegenüber einer Konsole unbestreitbar ist. Preisleistung ist auch einfach besser gegenüber einem 300 € PC was gaming angeht.
      • Von cuthbert Software-Overclocker(in)
        Zitat von Rolk
        Im Zweifelsfall baut man halt einen "alten" A6 mit HD6530D ein. Damit liegt man auf jeden Fall vorne.
        Kannste machen, wenn du Bock drauf hast.

        Aber wenn ich PC zocken will, dann kauf ich mir auch Komponenten, die die Spiele gut in Full HD darstellen können, das gehört für mich zu nem Spiele PC dazu. Und da kommst du mit ner APU nicht weit.

        Die Wii U hingegen ist perfekt für ihre Spiele ausgelegt die 20-25 FPS von PCGH hier, sind eine Schätzung und keine Messung, von daher auch nicht zuverlässig. Das müsste man schon mit eigenen Augen sehen. Ich wette mit dir, dass sich AC3 auf der Wii U besser anfühlen wird als auf dem A4/A6 PC da.

        Alle Konsolen-Spiele sind so ausgelegt, dass sie auf den Konsolen gut spielbar sind, dass sie nicht an die Qualität eines PCs rankommen, das will ich hier gar nicht bestreiten.

        Auf dem Billig-PC wird nie auch nur ein einziges Spiel so zugeschnitten sein, das Spielspaß garantiert ist. Bei der Konsole hingegen schon. Da nehme ich auch einige technische Schwächen in Kauf für, wenn dafür das Spielerlebnis gegeben ist. Bzw. bleib eben bei nem richtigen PC und nicht so ner halbgaren Kiste..
      • Von Rolk Lötkolbengott/-göttin
        Im Zweifelsfall baut man halt einen "alten" A6 mit HD6530D ein. Damit liegt man auf jeden Fall vorne.
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Wii U
Nintendo Wii U im PCGH-Technik-Test - Die erste Next-Gen-Konsole vor PS4 und Xbox 720
Seit dem 30. November 2012 ist Nintendos Next-Generation-Konsole auch in Deutschland verfügbar. PC Games Hardware wirft einen Blick auf die Technik. Was die Konsole leistet, die den Reigen der "Next-Gen-Konsolen" mit Playstation 4 und Xbox 720 einläutet, klären wir in diesem Wii-U-Test.
http://www.pcgameshardware.de/Wii-U-Konsolen-233619/Tests/Wii-U-Test-Nintendo-1038013/
30.11.2012
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2012/11/Nintendo_Wii_U_PCGH-Test__10_.JPG
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