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Games World
  • Unreal Engine 4: Epic gibt für 19 US-D Zugriff auf Kronjuwelen frei - Unser Eindruck von den GDC-Demos

    Am dritten Tag der Game Developers Conference 2014 ließ Tim Sweeney von Epic Games die Bombe platzen: Für 19 US-Dollar im Monat gibt es vollen Zugriff auf die Unreal Engine 4 - kompletter Quellcode inklusive. Statt Millionengebühren werden nur fünf Prozent der Spieleinnahmen fällig. Wir waren für Sie vor Ort auf der GDC.

    "Für die erste Unreal Engine habe ich noch etwa 80 Prozent des Programmcodes selbst geschrieben", eröffnet Tim Sweeney, CEO und Technical Director von Epic Games, grinsend die Pressekonferenz seiner Firma. Heute ist das ein Ding der Unmöglichkeit - zu komplex und umfangreich ist die Grafik-Engine in den letzten 16 Jahren geworden. "Als die letzte Konsolengeneration herauskam, dachten noch alle, dass das Wettrüsten ewig weiter gehen würde", sagt Sweeney. Doch dann brachte Apple das iPhone auf den Markt, Mobilspiele begannen ihren Siegeszug - Grafik war auf einmal nicht mehr das überragende Verkaufsargument.

    Physikalisch korrekt

    Dass die Unreal Engine 4 nach wie vor ein Brett ist, zeigen Sweeney und sein Epic-Kollege Zak Parrish mit ein paar kurzen Demos, die sie nach einer erneuten 1080p-Vorführung des "Infiltrator"-Trailers aus dem letzten Jahr präsentieren. Parrish baut aus ein paar simplen Elementen einen fesch aussehenden Raum mit Möbeln, Parkett und Beleuchtung zusammen, bevor er in einen anderen Bereich des Demo-Levels wechselt. Hier warten physikalisch basierte Materialien auf uns: Ein glänzender Ball wechselt sein Aussehen von Kunststoff zu Chrom, Wassertropfen perlen auf einem Metallball ab, mit einem Flammenwerfer malträtiert Zak Parrish Eis-, Holz- und Stahlkugeln, die anschließend schmelzen, brennen und glühen, bevor sie mit einem Wasserstrahl abgekühlt werden.

    Spieldesign ohne Programmieren

    Tim Sweeney auf der GDC 2014 Tim Sweeney auf der GDC 2014 Quelle: PC Games Hardware Auch wer nichts von Programmierung versteht, kann mit Hilfe der sogenannten Blueprints ins Spieldesign einsteigen. Mit diesen Bauplänen lassen sich Spielelemente wie ein hüpfender Flummi beschreiben, dessen Aktionen sich in einem dynamischen Flussdiagramm verfolgen lassen. Mühelos ändert Zak Parrish ein paar Verbindungslinien: Schon bringt ein Knopf eine Lampe zum Leuchten, der vorher noch ein paar Zahnräder aktiviert hat. Selbst komplette Spiele lassen sich mit Blueprints stemmen, etwa ein einfacher "Galaga"-Klon oder eine UFO-Simulation, in dem die Untertasse herumschwirrt und mit einem Teleporter Kühe an Bord beamt.

    Unreal Engine im Monatsabo

    Bis jetzt unterscheidet sich die Epic-Präsentation nicht von denen der Vorjahre, doch nun lässt Tim Sweeney die Katze aus dem Sack: "Weil die Unreal Engine nicht nur für große Teams, sondern auch für Indies und vielleicht sogar ambitionierte 'Minecraft'-Spieler geeignet ist, legen wir unser altes Vertriebsmodell zu den Akten." Ab heute kann jeder ein jederzeit kündbares Abo für 19 US-Dollar monatlich abschließen und bekommt dafür die komplette Unreal Engine 4 mit allen Tools, um damit Spiele für PC, Mac, iOS und Android zu erstellen. Und das ist nicht alles: Wer richtig tief in die Materie einsteigen will, lädt den Quellcode herunter und hat völlig legal Zugriff auf Epic Games' Kronjuwelen - dafür waren bislang mehrere Millionen US-Dollar fällig.

    Fünf Prozent für Epic

    Für kostenlos weitergegebene Spiele fallen keine weiteren Gebühren an. Verdient ein Entwickler mit seinem Spiel Geld, muss er fünf Prozent der Bruttoeinnahmen an Epic Games abführen - dazu gehören Einnahmen aus dem Verkaufspreis, etwaigen In-Game-Transaktionen und aus im Spiel geschalteter Werbung. Spielentwickler unterstützt Epic weiterhin mit Foren, Fragen und Antworten auf einer dedizierten Webseite, Video-Tutorials und Anleitungen. Engine und Code werden über die Github-Plattform vertrieben. Für Konsolenspiele müssen allerdings nach wie vor Lizenzabkommen abgeschlossen werden, denn Microsoft und Sony lassen sich bei den Komponenten der Engine, die ihre Systeme betreffen, noch nicht so freimütig in die Karten blicken.

    00:55
    Unreal Engine 4: Neues Video zeigt Engine im Firefox-Browser

    Nicht nur für Shooter

    Mit diesem Schritt reagiert Epic auf die große Popularität der Unity-Engine bei kleinen und mittelgroßen Entwicklern. Sie kommt etwa bei "Wasteland 2" (inXile) und "Pillars of Eternity" (Obsidian) zum Einsatz und ist aufgrund ihrer Flexibilität und ihres Preises beliebt. Einige Demo-Spiele, die Epic mit der Engine veröffentlicht, sollen zeigen, dass sich die Unreal Engine nicht nur für Shooter eignet. Unter dem Gelächter der Zuhörer führt Zak Parrish "Tappy Chicken" vor - einen "Flappy Bird"-Klon. Prompt fliegt er gegen eine Mauer und springt daraufhin in den Blueprint des Vogels, um den Flügelschlag "etwas präziser" zu gestalten. Eine Shooter-Demo, die Parrish anschließend startet, sieht gut aus, ist jedoch etwas unbelebt. "Die Gegner-KI ist wohl so gut, das sie sich heute morgen vor uns verstecken", grinst Zak Parrish. Ein Tower-Defense-Strategiespiel ist ebenfalls als Demo dabei.

    Mutig, mutig!

    Epic Games hat mit dem neuen Preismodell für die Unreal Engine 4 die Karten des Markts für Grafik-Engines neu gemischt. Entwickler haben jetzt die Wahl zwischen zwei mächtigen und weit verbreiteten Engines, auch, wenn Konsolen derzeit noch etwas außen vor stehen. Fünf Prozent der Bruttoeinnahmen sind ein überschaubarer Betrag, dazu kommen allerdings noch Gebühren wie 30 Prozent der Einnahmen, die etwa Apple im App Store verlangt. Kommen auf den digitalen Vertrieb damit früher oder später Zustände zu, wie sie im physischen Vertrieb herrschen und weswegen viele Entwickler diesem den Rücken zugekehrt haben? Für Epic ist das Unreal-Abo ein mutiger Schritt - und wohl auch ein notwendiger, denn die Zeiten, in denen Konsolen- und PC-Titel für Hardcore-Spieler den Löwenanteil der Branchengewinne ausgemacht haben, sind definitiv vorbei.

    Dass Crytek mit der Cryengine nun ebenfalls im günstigen Abomodell unterwegs, darüber lesen Sie in wenigen Minuten eine eigene News bei PCGH.de.

    05:06
    Unreal Engine 4: Features-Trailer zeigt mögliche Spielgrafik und mehr
  • Es gibt 11 Kommentare zum Artikel
    Von ruyven_macaran
    Es gab genug Fälle, in denen ein paar neue Levels in einen einfachen Mod wuchsen, der zu einer total-Conversion zu…
    Von KAEPS133
    Ja gut falsch ist wohl auch die falsche Wortwahl gewesen. Das ganze ist auch von Epic etwas schlecht ausgedrückt da…
    Von TemplateR
    Ich hoffe, dass eine UDK-Version von UE4 kommen wird. Sehe ich genau so. Für einzelne Nutzer, die z.B. Levels designen…
    Von Cosmas
    hmm mal schauen...evtl wird sich das UDK3 dann wohl dem der version4 ergeben müssen^^ne für privat is das nix, dazu…
    Von TemplateR
    Es ist zwar schön, dass Epic auch den UE4-Code veröffentlicht, für den Preismodell, aber für mich ist es nix. Ich bin…
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von TemplateR
        Sehe ich genau so. Für einzelne Nutzer, die z.B. Levels designen, ist so einen Modell nicht geeignet.

        Es gab genug Fälle, in denen ein paar neue Levels in einen einfachen Mod wuchsen, der zu einer total-Conversion zu mutieren drohte, die man mit etwas finanziellem Background und der Engine auch gleich zum eigenständigen Spiel hätte machen können... (bei einigen HL-Projekten hats ja sogar geklappt)
        Da hat Epic ein verdammt heißes Eisen im Feuer. Wenn jemand in Zukunft mit seinem Projekt an die Grenzen des zugrunde liegenden Spiels stößt, kann er für 20$ einfach mal gucken, ob man das nicht besser machen kann - kreatives Potential freisetzen, statt es zu begraben
      • Von KAEPS133 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Thilo
        ...
        Ja gut falsch ist wohl auch die falsche Wortwahl gewesen. Das ganze ist auch von Epic etwas schlecht ausgedrückt da sich dort im Forum auch einige aufregen weil das gerne Falschverstanden wird. Einmalig 20$ reichen aus und man kann damit arbeiten.

        Da ich die UDK Lizenz habe, sind bis Dezember 2015 alle UE4 Updates für mich kostenlos

        @TemplateR Es wird keine UDK4 Version mit der UE4 geben. Zumindest nicht in absehbarer Zeit. Epic will an diesem Modell erst einmal festhalten.
      • Von TemplateR Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Cosmas
        hmm mal schauen...evtl wird sich das UDK3 dann wohl dem der version4 ergeben müssen^^
        Ich hoffe, dass eine UDK-Version von UE4 kommen wird.

        Zitat von Cosmas
        ne für privat is das nix, dazu beschäftige ich mich zuwenig damit, aber für jedes noch so kleine studio, is das modell ein absoluter gewinn und stellt einen qulitativ hochwertigen unterbau sicher.

        Sehe ich genau so. Für einzelne Nutzer, die z.B. Levels designen, ist so einen Modell nicht geeignet. Für kleine Indie-Studios mit mehreren Leuten ist so einen Model mit Sicherheit perfekt.
      • Von Cosmas Gesperrt
        hmm mal schauen...evtl wird sich das UDK3 dann wohl dem der version4 ergeben müssen^^
        ne für privat is das nix, dazu beschäftige ich mich zuwenig damit, aber für jedes noch so kleine studio, is das modell ein absoluter gewinn und stellt einen qulitativ hochwertigen unterbau sicher.

        das modell is mehr als fair und wer nun noch daherkommt und lieber grottige, inperformante und ressourcenhungrige engines verwendet/selber erstellt, weils ja ach so teuer is, ne anständige engine zu lizensieren...der lebt nun eindeutig hinterm mond und braucht leichte schläge aufn hinterkopf...
      • Von TemplateR Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Es ist zwar schön, dass Epic auch den UE4-Code veröffentlicht, für den Preismodell, aber für mich ist es nix. Ich bin kein Programmierer, sondern eher ein Level-Designer, der hin und wieder was mappt und auch nur den Level-Editor braucht. Habe auch keine Lust z.B. alle 6 Monate 20 US-$ zu zahlen, nur um die neusten "Funktionen" des Level-Editors zu testen bzw. zu benutzen. Und da die (Kostenlosen) UDK-Version auf UE3-Basis bleiben wird, hat Epic bei mir einen Minus-Punkt hinterlegt.
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Unreal Engine
Unreal Engine 4: Epic gibt für 19 US-D Zugriff auf Kronjuwelen frei - Unser Eindruck von den GDC-Demos
Am dritten Tag der Game Developers Conference 2014 ließ Tim Sweeney von Epic Games die Bombe platzen: Für 19 US-Dollar im Monat gibt es vollen Zugriff auf die Unreal Engine 4 - kompletter Quellcode inklusive. Statt Millionengebühren werden nur fünf Prozent der Spieleinnahmen fällig. Wir waren für Sie vor Ort auf der GDC.
http://www.pcgameshardware.de/Unreal-Engine-Software-239301/Specials/Unreal-Engine-4-Angriff-auf-Unity-1114169/
20.03.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/03/Unreal_Engine_4_GDC_2014__1_-pcgh_b2teaser_169.JPG
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