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  • Indizierte Spiele: Wie kommen Wolfenstein 3D, Doom und Co. auf die BPjM-Liste?

     Indizierte Spiele Quelle: PC Games Hardware

    Das deutsche Jugendschutzrecht ist europaweit am strengsten reglementiert. Was hat man als Verbraucher und Verkäufer beim Kauf und der Einfuhr zu beachten? So sieht die Rechtslage aus! Wir beginnen heute mit dem ersten Teil unserer Reihe "Indizierte Spiele". Dieser behandelt zunächst die trockene Theorie: Wie und warum wird indiziert und welche Spiele landen bei der BPjM auf der Liste?

    Die Bezeichnung "Uncut" hat sich in der Spielebranche zum echten Werbeschlager entwickelt. Rockstar Games (Max Payne 3) oder Electronic Arts (Dead Space) haben beispielsweise verstärkt mit den zuständigen Institutionen zu kämpfen gehabt, bis schlussendlich die USK-Freigabe "Keine Jugendfreigabe" erteilt wurde: Eine deutsche Spezialität, dass ab 18 nicht gleich ab 18 ist. Indizierte Spiele sind nur über Umwege für Erwachsene erhältlich. Der Kauf "unter der Ladentheke" bezeichnet diesen ganzen Vorgang, ist aber im digitalen Zeitalter des Internets nur noch ein Ausnahmefall. Die deutschen Nutzer haben schon lange das Ausland, vornehmlich Österreich und Großbritannien, für sich entdeckt und lassen sich die Spiele direkt nach Hause schicken oder nutzen den Download-Markt. Spätestens hier tauchen wir in das Rechtsgebiet des Jugendmedienschutzes ein. Wir wollen klären, was die Nutzer beim Kauf indizierter Spiele beachten müssen. Zugleich wollen wir herausfinden, was die größten Unterschiede zwischen dem Kauf beim Einzelhändler, Online-Händler oder dem direkten Download eines Spiels sind. Den speziellen Fall der Einfuhr von indizierten Spielen behandeln wir gesondert in Extrakästen. Einen Blick in die Praxis deutscher Behörden gewährt uns Jugendschutz.net, als Bindeglied zwischen Jugendschutzbehörden und der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Der Jugendschutzbeauftragte Martin Lorber von Electronic Arts wiederum schildert uns die Sicht der Dinge aus dem Blickwinkel der Anbieter-Seite. Es ist ratsam, parallel die einschlägigen Gesetzestexte mitzulesen. Sie finden eine aktuelle Ausgabe des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) auf Gesetze-im-internet.de. Eine aktuelle Fassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JmStV) steht auf der Webseite der KJM zum Download bereit.

    Zur Auflockerung des nun folgenden - sehr trockenen, aber durchaus spannenden Themas - liefern wir Ihnen ein paar Spiele, die in die Kategorie "nur für Erwachsene" fallen. Ganz frei von Reihenfolgen oder Gewaltsheitgrad kommen jetzt einige neuere Titel, die ein klassischer Achtzehner sind.

    Prinzip der Indizierung

    Mit dem Begriff Indizierung wird die Aufnahme von Medien in ein Verzeichnis verbotener Werke umschrieben. Medien können Filme, Computerspiele, aber auch Publikationen und Tonträger (Musik) sein. Immer mehr in den Fokus geraten auch Telemedien. Unter Telemedien versteht der Gesetzgeber Webseiten-Angebote, aber auch die Angebote von Online-Diensten wie Steam oder Origin im Rahmen der Client-Software. Mit der Bekanntmachung (Bundesanzeiger) der Aufnahme in die Listen jugendgefährdender Medien gelten umfangreiche Vertriebs- und Werbeverbote. Die Gründe für eine Indizierung können vielfältig sein. Computerspiele werden meistens wegen des gewalttätigen Inhalts indiziert. Möglich ist aber auch eine Indizierung wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, wie das Beispiel Wolfenstein 3D zeigte.

    Die indizierten Medien sind in verschiedene Listenteile gegliedert. Die Listenteile A und B enthalten Trägermedien (auf Datenträger gespeicherte Medien), während sich in den Listenteilen C und D Telemedien befinden. In der Liste E befinden sich alle Trägermedien, die vor dem 1. April 2003 indiziert wurden. An diesem Datum trat das aktuelle Jugendschutzgesetz in Kraft. Die Listenteile C und D werden nicht veröffentlicht. Wer wissen will, welche Medien wie indiziert sind, muss bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) anfragen oder die vierteljährlich erscheinende (kostenpflichtige) BPjM-Aktuell abonnieren. Dort sind alle indizierten Trägermedien aufgelistet. Das Abdrucken der Listen zum Zwecke der geschäftlichen Werbung ist strafbewehrt (§15 IV, §27 I Nr.3 JuSchG). Für Computerspiele besonders relevant sind die Listenteile A und B. In der Liste A landen alle Computerspiele, die von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) kein Kennzeichen erhalten haben und von der BPjM als jugendgefährdend klassifiziert wurden, jedoch keine strafrechtlich relevanten Inhalte haben. In Liste B sind alle Spiele aufgeführt, die jugendgefährdend sind und nach Einschätzung der BPjM einen strafrechtlich relevanten Inhalt haben. In Betracht kommt hier vor allem die gewaltverherrlichende Darstellung (§131 StGB). Stellt ein Gericht fest, dass das Spiel entgegen der Meinung der BPjM keinen strafrechtlich relevanten Inhalt hat, wird das Spiel in die Liste A umgruppiert (so geschehen bei Dead Island). Eine Beschlagnahme- bzw. Einziehungsbeschluss kann nur von einem Gericht erteilt werden.

    Unterschiedliche Gefährdungsgrade

    Der deutsche Jugendmedienschutz kennt unterschiedliche Gefährdungsgrade [Liesching/Schuster, Jugendschutzrecht, 5. Auflage, S. 118]. Am geläufigsten sind die Altersfreigaben ab 0, 6, 12, 16 und ab 18 Jahren, wobei für die Freigabe ab 18 der Wortlaut "Keine Jugendfreigabe" verwendet wird. Jene Angebote, insbesondere die zwischen 16 und 18 Jahren, gelten als entwicklungsbeeinträchtigend. Das Gesetz umschreibt damit Film- und Spielprogramme, die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen (§14 I JuSchG). Die Einordnung obliegt der USK bei Spielen bzw. FSK bei Filmen. Darüber hinaus bestehen noch weitere Gefährdungsgrade: (einfach) jugendgefährdende (indizierte) Medieninhalte und (offensichtlich) schwer jugendgefährdende Medieninhalte. Im ersten Fall wird die Jugendgefährdung von der BPjM festgestellt. Mit der Aufnahme des Mediums in die Listen indizierter Medien gelten die Vertriebs- und Werbeverbote (§15 I, §18 II Nr.2 JuSchG). Der zweite Fall umfasst auch Medien, die nicht indiziert wurden. Aufgrund des (schwer) jugendgefährdenden Inhalts gelten dennoch die gleichen Verbotstatbestände wie für indizierte Medien (§15 II JuSchG, §4 II Nr.3 JMStV). Im Bereich der Telemedien nutzt der Gesetzgeber den Wortlaut der schwer jugendgefährdenden Medien inkonsequent. Die in §4 I S. 1 JmStV genannten Angebote stellen "absolute Unzulässigkeitstatbestände" dar [Marc Liesching, Schutzgrade im Jugendmedienschutz, S.67].

    Die jeweiligen Händler und Privatpersonen müssen selbst prüfen, ob die Tatbestände einer schweren Jugendgefährdung vorliegen. Mit dem Aufkommen von Browserspielen und einfachen Download-Möglichkeiten im Ausland dürfte dieser Bereich zunehmend an Bedeutung gewinnen, insbesondere wenn inländische Webseiten über jene Spiele berichten (Kickstarter). Eine schwere Jugendgefährdung geht von Medien aus, die strafbare Inhalte zeigen, den Krieg verherrlichen und besonders realistische, grausame und reißerische Darstellungen selbstzweckhafter Gewalt beinhalten, die das Geschehen beherrschen. Die zum Teil unbestimmten Begriffe sind regelmäßig Bestandteil von juristischen Diskussionen und erleichtern es Webseiten-Betreibern und Privatpersonen nicht gerade, eine trennscharfe Einordnung von Medien vorzunehmen [Liesching/Schuster, a. a. O., S. 157 ff.].

    Der Begriff der Jugendgefährdung ist weitestgehend unbestimmt. Das Gesetz hält nur einen Beispielkatalog bereit. Die herrschende Meinung geht davon aus, dass Werte des Grundgesetzes als Maßstab herangezogen werden. Eine Jugendgefährdung ist dann anzunehmen, wenn Medien Kindern und Jugendlichen ein Wertebild vermitteln, das mit den zentralen Verfassungswerten im Widerspruch steht [Liesching/Schuster, a. a. O, S. 187 f.]. Die BPjM verwendet den Begriff der "sozial-ethischen" Grundrichtung. Sicher ist jedoch, dass gewisse Bewertungsspielräume bestehen. Hinzu kommt, dass der zeitliche Wandel gesellschaftlicher Anschauung berücksichtigt werden muss. Computerspiele, die vor 18 Jahren als jugendgefährdend eingestuft wurden, sind heute wegen altbackener Grafik und einem nicht abzusprechenden Wechsel der gesellschaftlichen Werte anders zu beurteilen. So überrascht es nicht, dass das vorher indizierte Doom am 30. August 2011 eine Altersfreigabe ab 16 Jahren erhielt.

    Indizierungskriterien der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
    Die BPJM berücksichtigt bei der Feststellung der Jugendgefährdung diverse Faktoren. Dazu hat sie einen umfangreichen Bewertungskatalog entwickelt.

    Am häufigsten wird die Gewaltdarstellung zum Grund für eine Indizierung erklärt. Aber auch Unsittlichkeit, Diskriminierung von Menschen sowie Verherrlichung von Drogenkonsum spielen eine Rolle. Ein bestimmtes Genre, beispielsweise Ego-Shooter, ist nicht per se jugendgefährdend. Auch Rollenspiele oder Adventures können indiziert werden. Maßgeblich ist das Gesamtbild des Computerspiels. Einzelne Szenen (Folterszenen) können je nach Detailgrad aber auch zu einer Indizierung führen. Die Verharmlosung von Gewalt oder das Bejahen von Selbstjustiz führen regelmäßig zur Indizierung. Gewalt- und Tötungshandlungen müssen das Geschehen insgesamt prägen, damit das Spiel indiziert werden kann.Handlungsalternativen zur Gewalt (Vorbeischleichen) werden positiv bewertet, die Belohnung von Gewaltanwendung oder das Töten Unbeteiligter negativ. Auch Steuerungs- und Bedienelemente werden bewertet, was bedeuten kann, dass eine Tötung per Mausklick weniger jugendgefährdend erscheint als das Töten per Handbewegung (Kinect, Wii-Steuerung). Horror- und Splatter-Effekte können vorhanden sein, dürfen aber nicht spielbestimmend oder besonders brutal wirken.

    Indizierungsverfahren

    Eine Erklärung für den Ablauf aller denkbaren Verfahrensgänge bei der Indizierung bzw. Streichung würde an dieser Stelle zu weit führen. Dennoch dürften nachfolgende Besonderheiten interessant sein. Die Indizierung wird von der BPjM vorgenommen. Die BPjM kennt zwei Wege für das Zustandekommen eines Verfahrens: Einreichung eines Antrags oder einer Anregung. Antragsberechtigt sind ausschließlich (Jugend-)Behörden oder Träger der freien Jugendhilfe, die im Gesetz genannt sind (§21 II JuSchG). Das sind in Deutschland rund 800 Stellen. Im Falle eines Antrags muss die BPjM tätig werden. Bei Anregungen hingegen kann sie entscheiden, ob ein Tätigwerden geboten erscheint. Das Recht zur Anregung haben alle anderen Behörden und anerkannte Träger der freien Jugendhilfe (mehrere Hunderttausend Stellen). Privatpersonen dürfen weder Antrag noch Anregungen abgeben und müssen sich daher zunächst an eine Behörde wenden.

    In Fällen offensichtlicher Jugendgefährdung entscheidet das 3er-Gremium der BPjM im vereinfachten Verfahren über eine Indizierung. Die Entscheidung muss einstimmig ergehen. Im Streitfall entscheidet das 12er-Gremium. Das 3er-Gremium kann zudem eine Indizierung nicht ablehnen. Die Ablehnung obliegt dem 12er-Gremium. Das 12er-Gremium wird in den sonstigen Fällen eines Indizierungsverfahrens tätig. Zwei Drittel der Anwesenden müssen für eine Indizierung stimmen. Sind nur neun Beisitzer anwesend, sind dennoch mindestens sieben Stimmen für eine Indizierung notwendig.

    Die Gremien-Mitglieder kommen aus den Kreisen der Kunst, Literatur, Buchhandel/Verlegerschaft, Jugendhilfe, Lehrerschaft und Kirchen sowie Anbieter von Bildträgern und Telemedien (insgesamt acht). Die Bundesländer können zudem drei weitere Beisitzer ernennen. Hinzu kommt der Vorsitzende. Die Verfahren zur Indizierung eines Mediums sind kostenlos, nicht jedoch andere beantragte Verfahrensarten wie Entscheidungen über Listenstreichungen oder Prüfungen von neuen Schnittfassungen. Es wird eine mündliche, nicht öffentliche Sitzung abgehalten, an der die Verfahrensbeteiligten teilnehmen und ihre Sicht der Dinge - auch mithilfe von Anwälten - darlegen können. Nach 25 Jahren verliert die Listenaufnahme automatisch ihre Wirkung (§18 VII JuSchG). Eine Verlängerung der Listenaufnahme ist möglich. Nach Ablauf von 10 Jahren kann der Urheber (Entwickler) oder Inhaber der Nutzungsrechte (Publisher) die Streichung beantragen, wenn die Voraussetzungen für eine Indizierung nicht mehr vorliegen (§23 IV JuSchG). Die Entscheidung erfolgt dann im vereinfachten Verfahren vor dem 3er-Gremium. Liegt keine Einstimmigkeit vor, entscheidet das 12er-Gremium über eine Streichung. Auch die Streichung muss im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Die automatische oder erfolgreich beantragte Streichung gerät jedoch in Fällen von Medien auf Liste B, deren strafbarer Inhalt von einem Gericht festgestellt wurde, in einen rechtssystematischen Konflikt. Es kann sein, dass eine automatische Streichung dennoch nicht die strafbaren Inhalte aufhebt. Vielmehr müssten neben den Gründen einer Indizierung auch die strafrechtlichen Tatbestände wegfallen [vgl. Monssen-Engberding/Liesching, BPjM-Aktuell 4/2008, 3, 4 ff.].

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    PC-Spiele 2016: Games-Liste mit Release-Terminen
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    Es gibt 32 Kommentare zum Artikel
    Von Metalhead85
    AMEN! Der Kopf hat doch nichts mehr zu tun, wenn ihm alles vorgekaut wird. Spätestens, wenn man alt genug ist und auch…
    Von MG42
    Versteh einer, warum man nicht endlich diese lächerliche Indizierung von zwei- oder mehrdeutigen Symbolen verbietet?…
    Von Oberst Klink
    Du weißt aber schon, dass im WKII. mehr als 62 Millionen Menschen ums Leben kamen, oder? Dagegen sind die Zahlen der…
    Von D00msday
    Richtig. Zudem weiß heute keiner, warum Svastikas überhaupt verboten wurden, da sie in Wirklichkeit aus dem…
    Von Oberst Klink
    Ich glaube Einige verwechseln hier Zensur mit Indizierung. Bei Dingen, die z.B. nationalsozialistisches Gedankengut…
      • Von Metalhead85 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von MG42


        Der gesunde Menschenverstand ist wegen der Unmenge überflüssigen Gesetzen und gesellschaftlichen Normen schon überflüssig.

        AMEN!

        Der Kopf hat doch nichts mehr zu tun, wenn ihm alles vorgekaut wird. Spätestens, wenn man alt genug ist und auch genug Reife im Kopf hat, wird das einem bewusst. Und diese Leute verteufeln dann den Jugendschutz, weil sie keine Jugendlichen mehr sind, die geschützt werden brauchen......
      • Von MG42 Software-Overclocker(in)
        Versteh einer, warum man nicht endlich diese lächerliche Indizierung von zwei- oder mehrdeutigen Symbolen verbietet? Es ist doch einfach ein lächerlicher Umgang mit der Vergangenheit, wenn in irgendwelchen Spielen (beispielsweise Wolfenstein) auf Nazijagd geht und man keine Swastika vorfindet.
        Zitat
        (...)Die politische Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole ist in Deutschland, Österreich und weiteren Staaten seit 1945 verboten. Erlaubt ist in Deutschland eine Hakenkreuzdarstellung nach § 86 Abs. 3 StGB nur, wenn sie „der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient“.(...)

        Ganz einfach tragen die falschen Leute die Verantwortung, die sich mehr trauen sollten oder auch selbst so ein kleiner Gröfaz Sarazin in ihrer Überzeugung sind aber es sich nie getrauen einzugestehen. Und da soll völlig vom Sinn befreit in einem Computerspiel so ein Symbol tausende Kinder und Jugendliche retten, die aus Mitleid (weil die Nazi-KI ja wirklich zu dumm dargestellt und inszeniert wird) wenn entsprechende Symbole vorhanden wären, den Weg zur NPD bahnt, ohne die sie wohl die Braunen wohl gar nicht erst gefunden hätten.

        Der gesunde Menschenverstand ist wegen der Unmenge überflüssigen Gesetzen und gesellschaftlichen Normen schon überflüssig.
      • Von Oberst Klink Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von D00msday
        Wenn die Amis mal wieder irgendeine Ölquelle mit nem Ländernamen angegriffen haben (und dabei sind insgesamt mehr Menschen draufgegangen, als im 2. Weltkrieg)

        Du weißt aber schon, dass im WKII. mehr als 62 Millionen Menschen ums Leben kamen, oder? Dagegen sind die Zahlen der beiden Irakkriege und des Afghanistankrieges ja direkt kümmerlich.
      • Von D00msday Freizeitschrauber(in)
        Richtig. Zudem weiß heute keiner, warum Svastikas überhaupt verboten wurden, da sie in Wirklichkeit aus dem asiatischen Raum stammen und als Friedenszeichen gelten. Wenn die Amis mal wieder irgendeine Ölquelle mit nem Ländernamen angegriffen haben (und dabei sind insgesamt mehr Menschen draufgegangen, als im 2. Weltkrieg), sagte danach auch niemand "Oh, jetzt müssen wir Sterne und Streifen zensieren" - oder die Christen in den Kreuzzügen "Oh, jetzt müssen Kreuze zensiert werden". In Final Fantasy X wurden die Puppen/Fetische (Mogos) der Zauberin auch nicht zensiert, obwohl es ein Spiel für Jung und Alt war. Wolfenstein 3D konnte man von jungen Jugendlichen auf dem Flohmarkt kaufen ^^ Das einzige Problem ist, dass viele im Alter vergessen, dass die Jugend moderner ist, alte schlechte Gewohnheiten nicht kennt und schon gar keine Schutzmaßnahmen benötigt. Es gibt Länder, da geht man mit 8 Jahren jagen oder Tiere ausnehmen und schlachten. Die sind im großen und ganzen nicht so blöd, dass man sie ständig bevormunden müsste. Früher oder später kommt man eh mit Gewalt in Konflikt - und sei es mit 5 Jahren bei Spongebob Schwammkopf. Jeder weiß selbst, wie weit er gehen kann, auch ein Kind - da reicht ein Gore-An/Aus-Knopf.
      • Von Oberst Klink Lötkolbengott/-göttin
        Ich glaube Einige verwechseln hier Zensur mit Indizierung. Bei Dingen, die z.B. nationalsozialistisches Gedankengut verherrlichen ist eine Indizierung ja gerechtfertigt.
        Etwas Anderes sind Spiele, in denen Hakenkreuze zu sehen sind, weil das Spiel vom 2. WK. handelt. Hier müsste eine Indizierung nicht sein, da es bei Filmen ja auch nicht getan wird. Es passiert aber dennoch, weil zwischen Filmen und Spielen unterschieden wird. Filme sind nicht interaktiv, Spiele jedoch schon. Und daran hängt sich die BPjM ja auf.
        Die BPjM befürchtet hier, dass sich die Spielekonsumenten mit Spielfiguren identifizieren, die z.B. dieses nationalsozialistische Gedankengut verherrlichen. Aber mMn. kann dies genau so bei Filmen passieren, weshalb Ich denke, dass man jedes Medium gleich behandeln sollte. Entweder man indiziert alles oder nichts.
        Es sollte dann bei der Indizierung nur noch eine Liste geben, von Dingen deren Verkauf verboten ist.

        Das andere Thema ist die Zensur. Wenn die BPjM das USK-18-Siegel verweigert, muss das Spiel ja gewaltgemindert erscheinen. Das ist ja der eigentliche Aufreger bei der ganzen BPjM. Ich sehe es z.B. nicht ein, dass ein Spiel in abgeänderter Form in Deutschland erscheinen muss, nur weil darin Hakenkreuze zu sehen sind. Ich sehe es z.B. auch nicht ein, dass wir Deutschen nach Meinung der BPjM keine abgetrennten Gliedmaßen ertragen können. Das ist einfach unsinnig und führt nur dazu, dass dem Deutschen Einzelhandel Einnahmen verloren gehen, weil die Leute zur PEGI-Version greifen, oder sich die Spiele gleich in AT oder UK bestellen.

        Wenn es nach mir ginge, dann würde es gar keine USK-Siegel mehr geben. Dann würde die BPjM die Spiele nur noch auf verfassungsfeindliche Inhalte hin untersuchen und gegebenen Falls verbieten.

        Natürlich ist auch der Jugendschutz sehr wichtig. PEGI- oder USK 18 Spiele haben nichts in den Händen von Minderjährigen zu suchen. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass man nicht zu 100% verhindern kann, dass solche Spiele in die Hände von Minderjährigen gelangen. Es gibt immer den großen Bruder, bei dem man solche Spiele zocken kann, es gibt immer Kumpels oder eben Raubkopien, die das ermöglichen. Wenn man verhindern will, dass solche Spiele in die Hände von Minderjährigen kommen, dann muss man sie komplett verbieten.
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Indizierte Spiele: Wie kommen Wolfenstein 3D, Doom und Co. auf die BPjM-Liste?
Das deutsche Jugendschutzrecht ist europaweit am strengsten reglementiert. Was hat man als Verbraucher und Verkäufer beim Kauf und der Einfuhr zu beachten? So sieht die Rechtslage aus! Wir beginnen heute mit dem ersten Teil unserer Reihe "Indizierte Spiele". Dieser behandelt zunächst die trockene Theorie: Wie und warum wird indiziert und welche Spiele landen bei der BPjM auf der Liste?
http://www.pcgameshardware.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Indizierte-Spiele-Liste-1025645/
21.09.2012
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2012/09/Indizierte_Spiele_-_Aufmacher_b2teaser_169.png
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