LSI Sandforce SF-3700: SSD-Tausendsassa im Geschwindigkeitsrausch
Es gibt endlich einen neuen Sandforce-Controller. Drei Jahre haben sich die Entwickler Zeit gelassen und zwischendurch wurde man von LSI übernommen. Doch mit dem SF-3700 will man das alles nun vergessen machen und präsentiert auf dem Papier einen wahren SSD-Tausendsassa im Geschwindigkeitsrausch.
Quelle: LSI
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Nach der Übernahme von Sandforce durch LSI wurde es sehr still um den Chip-Anbieter, der sich auf Controller für SSDs spezialisiert hat. Doch nun, drei Jahre nach dem Start der SF-2000-Serie, gibt es einen neuen Chip. Die SF-3700-Serie ist für SATA- und PCI-Express-SSDs verfügbar und bietet sequenzielle Leseraten von über 1,8 Gigabyte pro Sekunde bei nicht komprimierten Daten. Das Unternehmen verzichtet erneut auf einen DRAM-Cache und bleibt damit seiner Linie treu. Die SF-3700-Serie ist zudem modular aufgebaut, was verschiedene Konfigurationen und schnelle Migrationen erlauben soll. Kommen also neue Host- oder Flash-Typen auf den Markt, kann LSI den Sandforce-Contoller zügig anpassen.
Zum Start werden vier Linien in verschiedenen Konfigurationen angeboten. Die vier Linien orientieren sich am Anspruch des Kunden. Es geht vom Einsteiger-Markt bis zum Enterprise-Markt. Je nach Modell wird auch native Unterstützung für PCI-Express angeboten, je nach Linie mit zwei, vier oder mehr Lanes. Die Controller können zudem auch in mobilen Geräten verwendet werden. Dazu hat LSI die Stromspar-Modi Devsleep (SATA) und L1.2 (PCI-Express) integriert. Daher ist es auch selbstverständlich, dass die Sandforce-SF3700-Serie die beiden Übertragungsmodi AHCI und NVME beherrschen.
Bei der Leistungsfähigkeit sind derzeit nur Angaben von LSI verfügbar. Während der hauseigenen Acceleration Innovation Summit (AIS) in San Jose demonstrierte man die Controller mit Speicherchips der zweiten Generation von Toshiba, die in 19 nm gefertigt wurden. Dabei wurden wie eingangs schon erwähnt über 1,8 Gigabyte pro Sekunde nicht komprimierter Daten erreicht, was für Sandforce-Controller das Worst-Case-Szenario darstellt. Mit komprimierten Daten sollen die Transferraten weiter steigen, sofern die Bandbreite des Anschlusses das noch zulässt. Am wichtigsten ist allerdings, dass LSI im SATA-Bereich nun auch bei nicht komprimierten Daten die Leistungswerte der Konkurrenz erreicht. Die einstige Stärke, das Schreiben komprimierter Daten, hat man aber nicht vernachlässigt. Durawarite soll verbessert worden sein und nun deutlich effektiver Daten in Echtzeit zusammenstauchen. Das wiederum kommt den Speicherchips zugute, die weniger Daten schreiben müssen und dadurch eine höhere Lebensdauer erreichen.
| Typ | Sandforce SF-3700 | Samsung 840 Pro | Sandforce SF-3700 | Samsung XP941 |
|---|---|---|---|---|
| Interface | SATA 6 Gb/s | SATA 6 Gb/s | PCI-Express 2.0 x4 | PCI-Express 2.0 x4 |
| Speicher | 256 GB MLC | 256 GB MLC | 512 GB MLC | 512 GB MLC |
| Seq. Lesen | 550 MB/s | 540 MB/s | 1.600 MB/s | 1.400 MB/s |
| Seq. Schreiben | 502 MB/s | 450 MB/s | 1.600 MB/s | 970 MB/s |
| Random Read | 94.000 IOPS | 100.000 IOPS | 150.000 IOPS | 122.000 IOPS |
| Random Write | 46.000 IOPS | 78.000 IOPS | 81.000 IOPS | 72.000 IOPS |
* Alle Werte sind Herstellerangaben
LSI hat den Sandforce SF-3700 auch bei der Fehlerkorrektur aufgewertet. Das nennt sich SHIELD und soll die zunehmenden Fehler aufgrund kleinerer Fertigungsstrukturen auffangen. Die Basis hierfür bilden LDPC-Codes, die auch aus dem WLAN-Bereich bekannt sind. Ebenfalls verbessert wurde das adaptive ECC. Sollte es doch einmal zu Datenverlusten kommen, kann die folgende Technik helfen. Neu implementiert wurde ein neunter Kanal beim Flash-Interface. Damit hat der Sandforce-Controller einen mehr als die derzeit auf dem Markt erhältliche Konkurrenz. Der Hersteller verspricht sich hiervon höhere Kapazitätsoptionen. Die Funktion steht in engem Zusammenhang mit RAISE-Technologie (Redundant Array of Independent Silicon Elements). Mit ihr lassen sich Flasbbausteine in eine Art RAID zusammenlegen, um die Datensicherheit zu erhöhen, wenn ein Baustein ausfällt. Das macht sich schon länger für den Anwender in der Art bemerkbar, dass Sandforce-SSDs nur etwa 120 statt 128 GiByte Speicherplatz haben (mit einigen Ausnahmen wie Adata). Der neunte Kanal, um zum Punkt zurückzukommen, soll es nun ermöglichen, dass man auch mit aktiviertem RAISE Speicherkapazitäten der Konkurrenz erreicht. Dazu muss der SSD-Anbieter einen weiteren NAND-Baustein verbauen, welches an diesem Kanal angekoppelt wird. Außerdem wurde RAISE mit mehreren neuen Sicherheitsmechanismen versehen, die gegen viele Arten von möglichen Datenverlusten helfen sollen. Oft kosten diese Mechanismen jedoch Speicherplatz, was bei kleinen SSDs ärgerlich ist. Dazu gibt es ein sogenanntes Frictional-RAISE, das mit weniger als einem ganzen Flash-Baustein auskommt.
Letztlich hängt es aber auch von den Herstellern der SSDs ab, wie sie Techniken und Hardware kombinieren. Adata, Avant und Kingston dürften relativ zügig neue SSD-Modelle vorstellen, da LSI auf der Hausmesse bereits Produkte zeigte. Die waren unter anderem mit Speicherchips von Micron, Sandisk und Toshiba ausgerüstet. Auch Intel gilt als sicherer Anbieter von SSDs mit Sandforce-Controller. Die Hersteller wurden bereits bemustert und man rechnet damit, dass im ersten Halbjahr 2014 die ersten Produkte in großen Stückzahlen verfügbar sind.
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hmm mein lappi brauch eine SSD, wüsste jetzt auf anhieb nicht was ich da reinbasteln sollte. erster gedanke "Samsung 840 pro" 256gb. warten wir mal ab, vll tut sich ja noch was im preis
Hört sich alles sehr gut an, ich war schon mit meinen beiden Kingston HyperX SSD's zufrieden, mal sehen wie die neuen Sandforce Controller werden, ich bin schon sehr gespannt darauf.
Bei Sandforce bin ich auch sehr skeptisch was die Qualität betrifft. Meine nächste SSD wird wohl wieder marvell setzen und von Crucial oder Plextor kommen evtl. auch Samsung.